Leben im Wohnmobil – kann man das? Ohne Plan und ohne Ahnung bin ich eher zufällig auf die Idee gekommen im Wohnmobil zu leben. Aus der fixen Idee das Leben im Wohnmobil zu wagen wurde ein bisher nie enden wollende Geschichte. Sie hat nicht nur mein Leben bereichert, nein viel besser sogar – für mich ist im Wohnmobil zu leben die beste Idee, die ich bisher hatte.

Mein Leben im Wohnmobil – die ganze Geschichte:

Ganz ungeplant begann alles im August 2008. Damals wohnten wir, Meli und ich, wegen Wohnungswechsel über einen Monat lang im Wohnmobil. Es war für uns eine geniale und interessante Erfahrung. Warum sollte man nicht auch in der Nähe vom eigenen Wohnort in einem Wohnmobil übernachten können? Wir suchten eine günstige Wohnung für unsere Möbel. Es stand aber von vorne rein fest, dass diese Wohnung nur für unter der Woche und im Winter genutzt werden soll. Als wir dann in der neuen Wohnung eingezogen sind, waren wir schon etwas traurig, dass diese schöne Zeit nun zu Ende war.

Wir wohnten dann wieder ganz „normal“ im Steinhaus.

Unabhängig der Wohnsituation träumte ich seit einigen Jahren immer wieder von der Ferne, ortsungebunden und unabhängig zu sein. Immer wieder gab es Zeiten in denen ich stundenlang durch das Internet surfte und mich über andere Reisende schlau machte, wie die ihr Leben so organisieren. Auch die vielen Reportagen im Fernsehen, über Familien die auswandern, haben mich immer mehr nachdenken lassen. Aber je mehr ich überlegt und nachgeforscht habe, an einem Punkt bin ich immer wieder hängen geblieben. Auch im Ausland, wo andere Urlaub machen, kann man ohne Geld nicht leben. Viel schlimmer sogar, das Leben dort ist viel anstrengender als in Deutschland. Darum überlegte ich weiter wie man es schaffen kann, doch etwas anderes als all die Anderen zu machen.

2009 das Leben im Wohnmobil beginnt

In jeder neuen Nachdenkphase werden die Träume konkreter und neue Ideen werden in Gedanken durchgespielt. So habe ich im Winter 2008 – 2009 lange darüber nachgedacht, wie es wohl ist, mit dem Fahrrad die Welt zu erkunden, auf diese Weise kann man recht kostengünstig Reisen und kommt doch mit genug Ausdauer recht weit. Allerdings eben auch nicht ganz ohne Geld. Leider fehlt mir das nötige Grundkapital um zu sagen, lass uns einfach mal losziehen und schauen was kommt. Meinen sicheren Job wollte ich damals für so ein Vorhaben nicht riskieren.

So trat das Thema wieder etwas in den Hintergrund und die Tage und Wochen gingen dahin. Irgendwann wurden die Tage wieder wärmer und der Tag an dem wir das erste Mal wieder mit dem Roadrunner (damaliger Kastenwagen) unterwegs sein werden, rückte näher.

Im Hinterkopf habe ich immer die Gedanken, mit dem Wohnmobil so unabhängig wie möglich zu sein. So kam auch die Idee mit einer Solaranlage für Wohnmobile den Roadrunner Stromautark umzubauen, um das Stromproblem endlich mal auszuschalten. Wir sind unabhängig vom Strom, können im Auto alles nutzen und müssen nie wieder an die Steckdose – zumindest über die Sommermonate. Fünf Tage vor unserem Oster-Urlaub 2009, am 1 April 2009 konnten wir es nicht mehr erwarten und sind einfach schon vorher ins Womo gezogen. Tags haben wir gearbeitet und abends hatten wir dann schon Urlaubsfeeling. Als der Oster-Urlaub vorbei war sind wir wieder nach Hause – zum Wäsche waschen und duschen – danach ging es wieder weiter zum nahen Stellplatz am See. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl abends nach dem Geschäft zu überlegen wo man die nächste Nacht verbringen könnte. Das Gefühl der Freiheit vom August 2008 war wieder da.

An Wochenenden, an denen wir nicht gerade wegfahren konnten stand uns der Wohnmobilstellplatz in Welzheim zur Verfügung. Ich habe für das Jahr 2009 eine Jahreskarte gekauft, 70 Euro für einen riesen Garten sind geschenkt. Wir haben dort viele nette Leute kennen gelernt und verbrachten eine schöne Zeit auf diesem Stellplatz.

Leben im Wohnmobil heißt für viele Menschen sich einzuschränken. Einige denken jetzt vielleicht, dass wir wahrscheinlich bescheuert oder gar Asozial sind. Aber weniger ist oftmals viel mehr! Vermutlich ist genau das der Grund warum so viele Menschen in Wohnmobilen leben.

Für mich hat sich mein Leben im Jahr 2008 um 180 Grad gewendet. Es war ein Jahr, welches ich mir so, nie hätte träumen lassen. Hätte mir jemand davor erzählt, was auf mich in 2008 zukommt und vor welchen Problemen ich stehen werden, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Aber solche Jahre prägen einen, und nicht alles Schlechte ist für einen selbst schlecht. Unterm Strich waren die ganzen Umstände sogar ganz nützlich, sonst wäre ich nie da, wo ich heute bin. Ich habe gelernt, dass es oftmals die einfachen Dinge sind, die einen wirklich glücklich machen können.

Ich versuche nun meine Verpflichtungen und Fixkosten so gering wie möglich zu halten. Ich will keine Finanzierungen, die mich belasten und binden. Das Geld das ich monatlich selbst verdiene, wird zum Leben ausgegeben. Was übrig bleibt, wird gespart für Reparaturen. Für viele Menschen ist der Alltag langweilig geworden, für uns ist bald jeder Tag eine neue Erfahrung.

Unsere Wohnung haben wir gekündigt, bei meiner Mutter im Haus haben wir ein Zimmer mit Schränken und Bett ausgestattet um dort evtl. Übernachten zu können. Irgendwo muss man ja auch die Wäsche waschen können und im Winter oder bei längeren Schlechtwetterperioden kann eine richtige Wohnung auch nicht schaden.

So dachten wir zumindest Mitte 2009. Wir verbrachten einen super Kroatien Urlaub und waren viel unterwegs. Immer wieder kamen Diskussionen wegen einem größeren Auto auf und wir schauten verschieden Fahrzeuge an und waren auf einem Selbstausbauer-Treffen. Diese Leute bauen sich Omnibusse, LKWs und alles Mögliche zu Wohnmobilen um.

August 2009

womo im spiegel

Womospiegel

Durch Zufall habe ich Mitte August bei Ebay einem Iveco LKW gefunden. Der mit einem Alkoven-Aufbau zum Wohnmobil umgebaut wurde. Am nächsten Tag haben wir das Fahrzeug besichtigt und waren begeistert. Wenn nicht dieses Fahrzeug, welches dann? Wir haben ihn gekauft und der Kastenwagen (Roadrunner) wurde verkauft. Nun steht unserem neuen Leben nichts mehr im Wege – und das so ganz spontan und ungeplant. Mit dem neuen Wohnmobil sind wir bis auf Ver- und Entsorgung von Wasser, alle paar Wochen, auf nichts mehr angewiesen. Selbst Wäsche waschen können wir dank einer Waschmaschine im Wohnmobil nun auch selbst.

So stand auch im Herbst 2009 die Frage im Raum „wie verbringen wir den nächsten Winter“. Wenn wir zurück in die Wohnung gehen, hätte ich das Wohnmobil komplett ausräumen müssen, alle Flüssigkeiten raus oder ablassen und unseren kompletten Hausrat ausräumen. Das wäre ein kleiner Umzug gewesen, wenn ich daran denke wie viele Kartons wir hier schon rein getragen haben…
Wird das Womo nicht beheizt wird, friert alles ein. Wir entschieden uns für den ersten Winter in Deutschland im Womo lebend. Zum Glück – denn wir haben es nicht bereut. Die Heizung läuft nun immer und wir stehen an einem festen Platz, wegen der nicht vorhandenen Winterreifen. Mit unseren zwei PKWs sind wir trotzdem mobil und können damit bequem ins Geschäft fahren. Nur sollte man nach der Arbeit noch wissen wo man gerade wohnt. Einmal bin ich fast in die falsche Richtung gefahren.

Nervig ist bei einem Stellplatzwechsel, dass unsere Autos mit umziehen müssen. Wir mussten immer gut überlegen wie wir die Autos am geschicktesten an den neuen Platz bringen. Ein Anhänger wäre da manchmal nicht schlecht.
Damit wir uns während der Fahrt unterhalten zu können, haben wir uns 2 Funkgeräte zugelegt.

Wenn ich über das Jahr 2009 so zurück blicke bin ich echt erstaunt, was man doch erreichen kann, wenn man einen Traum hat und auf dieses hinarbeitet. Im Januar saß ich noch Stundenlang vor dem Internet und habe nach Möglichkeiten gesucht, lange über neue Ideen nachgedacht und diese dann doch wieder verworfen. Im Ganzen gesehen, haben wir in 2009 einen großen Schritt nach vorne gemacht, ohne das passende und vor allem günstige Wohnmobil, wäre das alles nicht möglich gewesen.

Wir genießen das neue Leben, wenn es auch nicht immer ganz einfach ist. In einem Wohnmobil ist man eben wesentlich mehr von der Funktion einzelner Bauteile abhängig aus in einem Haus, bzw. es gehen manche Bauteile öfters mal kaputt, weil sie nicht auf Dauerbetrieb ausgelegt sind. Aber auch das hat seinen Reiz, die Probleme selbst zu lösen.

Stand September 2009:

Wir haben die Unterkunft und einen Plan. Das Leben ist bis auf Wäsche waschen komplett auf das Wohnmobil abgestimmt. Unser neues Leben hat in unseren Köpfen auch schon Gestalt angenommen. Wir möchten Touren über mehrere Monate in verschiedene Länder unternehmen, Überwintern im Süden, Frühling und Herbst in Deutschland um dort dann etwas Geld zu verdienen. Bisher hoffe ich noch, dass sich mit Reiseberichten/Diavorträgen über das erlebte in fernen Ländern hier in Deutschland etwas Geld verdienen lässt. Auch Bücher zu diversen Themen könnte man schreiben und verkaufen.

Oktober 2009:

Seit 1 Oktober 2009 habe ich nun ein Gewerbe angemeldet, ein wichtiger Schritt um das Vorhaben realisieren zu können. Der wichtigste Schritt in die Unabhängigkeit. Der Monat war geprägt von der Such nach möglichen Geschäftsmodellen. Ich meldete mich bei verschiedenen Großhändlern an und merkte schnell, dass man bei Ebay wenig Geld verdienen kann. Trotzdem wurde ein Ebay Shop gegründet um Erfahrungen zu sammeln.

November 2009:

Meine erste Idee, hauptsächlich für den Zweck um Erfahrungen zu sammeln war USB Speicher Sticks bei Ebay zu verkaufen. Dies funktionierte zwar, brachte aber keinen Gewinn. Nach 20 Verkäufen, kündigte ich den Ebay Shop wieder und beschäftigte mich den restlichen Monat mit der Suche nach einem eigenen Online-Shop.

AMUMOT entsteht – die Domain AMUMOT.de wurde angemeldet mit erster eigenem Webspace.

Dezember 2009:

Ich habe viel mit Online Shop System herumprobiert und bin noch nicht wirklich weitergekommen. Nach unserem letzten Ausflug nach Füssen Anfang Dezember haben wir uns Mitte Dezember in Schwäbisch Gmünd auf dem kostenlosen Wohnmobil Stellplatz niedergelassen. Wir bereiten uns für den ersten Winter im Wohnmobil vor. Durch einen Defekt an den Stromsteckdosen auf dem Stellplatz, können wir kostenlosen Strom beziehen und sind schon nach wenigen Tagen sehr froh hier zu stehen. Es wird –17.8° C bitter kalt. Trotzdem verbrauchen wir kein Gramm Gas, da die Heizung und der Kühlschrank auf 220V laufen. Es schneit auch extrem viel, weshalb wir keine Möglichkeit haben, einen anderen Stellplatz aufzusuchen. Unsere fahrbare Wohnung hat nämlich keine Winterreifen.

Zu uns gesellte sich ein weiteres Rumtreiberpärchen die nach außen sehr speziell aussehen, wir sollten sie noch näher kennen lernen.

Januar 2010:

Es hat fast jeden Tag in diesem Monat geschneit. So viel, wie schon Jahre nicht mehr. Das Leben im Wohnmobil ist schön, wir haben uns daran gewöhnt und nutzen die Zeit auf dem Stellplatz, um einiges am Womo umzubauen. So haben wir in den Stockbetten die Matratzen entfernt und dünne Holzplatten eingebaut. Das spart Gewicht und bringt mehr Stauraum. Auch unsere neue Waschmaschine wird eingebaut. Nun können wir endlich unabhängig Wäsche waschen.

Februar 2010:

Unsere Gel Batterien mit 2x 120 AH erweisen sich als viel zu klein, da wir jeden Tag um die 100Ah Kapazität benötigen. Nach etwas Suche im Internet und Tipps von anderen (unwissenden) Wohnmobilbewohnern tauschen wir die Batterien gegen 3x 225AH Säurebatterien aus. Mit 675Ah haben wir nun genug Stromreserven.
Am 17 Februar, nach ziemlich genau 3 Monaten auf einem Stellplatz ziehen wir weiter. Der Schnee ist endlich weg und wir können wieder fahren. Die Solaranalage bringt nun um 12 Uhr mittags 8,5 A Ladestrom. Wir müssen noch ordentlich mit dem Strom sparen.

März 2010:

Anfang März soll mein Wohnmobil neue Einspritzdüsen bekommen. Dazu stellen wir uns bei Melis Mutter vor das Haus und ich baue die Düsen aus und schicke sie zum Bosch Dienst. Nebenbei lasse ich meine Augen Lasern, damit ich endlich mal wieder gut sehen kann. Die OP verlief problemlos. Der Winter bäumt sich noch mal auf und beschert uns mächtig viel Schnee. Die Düsen kommen zurück und der Schnee geht. Wir fahren weiter.

April 2010:

Wir stehen mal hier mal da, und genießen das freie Leben. Unser erster Wochenendausflug ins Elsass steht an und freuen uns unwahrscheinlich über jeden Sonnenstrahl. Ende April haben wir uns eine Erholung verdient. Wir machen uns auf nach Kroatien und Bosnien für 3 Wochen.

Mai 2010:

Das Wetter in Kroatien ist mit teilweise 25 Grad genau das richtige für uns. Wir können uns erholen und sehen sehr viel vom Land. Der erste Urlaub mit dem Iveco, und es klappt sehr gut. Wir haben mit den Steigungen im Gebirge, trotz 6,5 Tonnen und 100PS, keine Probleme und kommen auch ohne Pannen wieder glücklich in Deutschland an.

In Kroatien haben wir 2 kleine Kätzchen gefunden, die ab jetzt zusammen mit unserem Max, bei uns im Womo wohnen werden. Nach Kroatien hat uns der Alltag wieder und wir stehen mal hier und da. Durch die Katzen grenzen wir die Stellplätze nun etwas ein und stehen nur noch da, wo die kleinen Tiger gefahrlos draußen spielen können.

Juni 2010:

Die neuen Batterien, die im Februar ins Womo eingebaut wurden haben sich gelohnt, aber die Ladezeiten mit dem Stromi waren doch ziemlich lang. Oft musste ich bei schlechtem Wetter den Stromerzeuger 5-8 Stunden laufen lassen, damit die Batterien mal wieder einigermaßen nachgeladen waren. Darum kauften wir ein 50A Ladegerät, welches durch Schaltnetzteiltechnik unabhängig von der Eingangsspannung immer den maximalen Ladestrom in die Batterien pumpt. Erst hinterher wurde mir klar, dass der 600 Watt Güde Stromerzeuger für dieses Ladegerät viel zu schwach war. Darum wurde jetzt auch noch einen größeren Stromerzeuger nötig.

Bis wird das passende Modell gefunden haben, dauerte es allerdings eine Weile. Aber als vorläufige Lösung haben wir ein leistungsstarkes Gerät von FME mit 2KW Dauerleistung.

Juli 2010:

Es ist Sommer. Endlich, wir gehen für 2 Wochen auf Deutschlandtour und besuchen verschiedene Freunde die wir nur vom Internet kennen. Nebenbei gingen wir noch zum TÜV und bekamen keinen Stempel wegen defekter Bremsen.

August 2010:

Nach langem Suchen bekam ich die Ersatzteile für die Bremsen. Bei Iveco gibt es keine Ersatzteile mehr für unser Womo… Auf dem Stellplatz in Schwäbisch Gmünd stehen wir für 2 Wochen und erneuern die Radbremszylinder der Hinterachse. Danach bekommen wir den Segen vom TÜV und haben einen Stempel für ein Jahr. Auch die Auflastung von 6 auf 6,5 Tonnen wurde von Iveco genehmigt, womit wir nun endlich nicht mehr überladen sind.
Der August ist geprägt von schlechtem Wetter. Durch ein Internetforum werde ich auf LED Lampen für Wohnmobile aufmerksam und rüste unser WOMO auf LED um. Auch ein neuer Laptop mit 0,9 A Strombedarf wurde angeschafft und alle Geräte die dauerhaft in Gebrauch sind wurden auf 12V umgestellt. Der Wechselrichter läuft nun nur noch kurz um Staubsauger, Waschmaschine, Backofen oder auch mal die Kaffeemaschine zu betreiben. Das spart viel Strom und wir konnten den Dauerverbrauch am Abend von 16A auf 6-8A senken.

September 2010:

AMUMOT LED Technik entsteht und entwickelt sich vom Start weg als voller Erfolg. Um die Zeit auf Stellplätzen sinnvoll nutzen zu können, beraten wir die Leute mit LED Lampen und bieten die Möglichkeit die Lampen kostenfrei zu testen. Es macht mächtig Spaß. Wir unternehmen den letzten Wochenendausflug nach Bad Dürrheim auf einen Superstellplatz mit 300 Wohnmobile.

Der zunehmend schlechter werdende Gesundheitszustand meiner Mutter zwingt uns die meiste Zeit in der Nähe von Welzheim zu sein und so stehen wir oft Mutterseelen alleine am Stausee in Welzheim. Durch die tagelangen Regenperioden kommt nun der Stromerzeuger erstmalig zum Einsatz und wir merken, dass die Entscheidung richtig war. In 2 Stunden können wir den Stromverbrauch von 2 Tagen nachladen. Das spart Sprit und somit auch Geld.

Oktober 2010:

Meinen Wohnsitz habe ich zu Melis Mutter verlegt und auch unsere ganzen Unterlagen werden dort deponiert. Wir bauen unseren LED bestand im Womo auf und gewinnen immer mehr an Bekanntheit. Unser Monatsumsatz hat sich seit August verfünffacht!
Leider ist meine Mutter im Oktober verstorben, was leider Lange absehbar war. Es war eine Erlösung für sie und ich bin froh, dass Ihr leiden ein Ende hat.
Am 21 Oktober spreche ich bei meinem Chef vor und setzte ihn von unseren Plänen in Kenntnis. Wir werden Kündigen alles hinter uns lassen und ein neues Leben beginnen. Auch Melis Nebenjob Chef wird unterrichtet. Alle finden unser Vorhaben gut und sind begeistert. Am 28 Oktober, kündigt Meli ihren festen Job und wir planen etwas überstürzt einen Winterurlaub für 3 Monate in Marokko. Aber die nächsten Tage zeigen, dass es vielleicht doch etwas viel war. Wir planen in Europa zu bleiben, aber das Ziel steht noch nicht fest. Portugal oder doch nur Deutschland?

November 2010:

Die LED Geschäfte laufen besser als geplant, es ist der totale Renner. Wir sind nun wieder mehr unterwegs an Wochenenden und organisieren unter der Woche unseren Ausstieg. Ich kündige am 15.11.2010 meinen sicheren Arbeitsplatz. Jetzt geht’s los. Die letzten 4 Wochen laufen. Unser LED Sortiment wird überarbeitet und erweitert, wir bauen größere Bestände auf. Auch ein neues Auto gehört nun zu uns, der Citroen AX. Die Pläne für den Winter stehen, es soll nach Spanien gehen. Am 28.11 eröffnet der neue Onlineshop auf www.amumot-shop.de.

Dezember 2010:

Der Dezember hat gleich mit einem Highlight angefangen, wir haben geheiratet. Wir stehen seit Mitte November bei Melis Mutter vor dem Haus und machen das Wohnmobil reisefertig. Immer wieder gibt es Probleme die wir nicht erwartet hatten. Z.B. Wassereinbruch im Staukasten. Aber wir kommen unserem Ziel – Überwintern in Spanien – näher. Am Freitag den 18.12 starten wir nach der Abschiedsweihnachtsfeier, in meinem Geschäft, Richtung Frankreich.

März 2011:

Wir haben den Winter in Spanien sehr genossen. Wir sind problemlos 5000km weit gefahren. Der März ist auch der Monat, in dem wir unsere privaten Angelegenheiten in den Griff bekommen müssen.

Ab April sind wir in Deutschland auf Tour. Ich bin jetzt selbstständig, ohne geregeltes Einkommen. Vom ersten Gewinn auf Stellplätzen gehe ich einkaufen, und tanken. Die ersten Wochen sind nicht einfach.

2011

Das Jahr vergeht wie im Flug, wir sind viel unterwegs und werden immer bekannter. Unser alter Iveco macht immer wieder Probleme durch zu wenig Leistung und Überhitzung. Wir schauen mehrmals in diesem Jahr andere Wohnmobile an und suchen nach einer Lösung. Immer wieder kommen wir jedoch zu dem Punkt, doch den Iveco zu behalten. Im November 2011 machen wir uns zum zweiten Mal auf den Weg nach Süden. Dieses mal für eine längere Zeit.

März 2012

Wir verbrauchten den Winter in Spanien und Portugal, 7000 km die mich fast an den Wahnsinn getrieben haben, weil der Iveco einfach beschissen zu fahren war und es teils zu ziemlich riskanten Situationen gekommen war. Wir bekommen viele Aufträge für das Jahr 2012 und wissen schon auf dem Weg nach Deutschland, dass wir dieses Jahr sehr viel auf Achse sein werden. Während der kompletten Überwinterung überlegten wir krampfhaft, wie es mit dem Wohnmobil weitergehen soll. Der Aufbau ist eigentlich so wie er ist super aber der Iveco ist einfach nicht dafür ausgelegt. Um mal einen Stellplatzwechsel durchführen zu können reicht es aus, aber als Fahrzeug, mit dem ich arbeiten will, taugt er nicht. Darum kam im März recht kurzfristig die Entscheidung, unseren Aufbau auf ein neues Fahrgestell um zusetzten. Das musste alles schnell passieren, da wir ja Termine zu erledigen hatten. Wir kauften einen Mercedes Vario 814D mit 200tkm, welcher durch hohe Zuverlässigkeit, 7,5 Tonnen Gesamtgewicht und solide LKW Technik besticht. Zwar ist der Vario das wohl teuerste Fahrzeug was man auf dem Markt für unsere Kabine kaufen kann, aber es ist auch in vieler Hinsicht das beste Fahrzeug.

April 2012

Wir sitzen bei Melis Mutter fest. Schlafen auf dem Sofa, während unsere Wohnmobil auf den Mercedes umgesetzt wird. Jeder Tag ist eine Qual, wir müssen warten, können nicht weg und bangen, dass alles gut geht. Ohne fahren kein Verdienst … Zum Glück haben wir durch untere Winterreise und viele Kunden die uns weiter empfehlen im April so einen großen Ansturm auf den Shop, dass wir die fehlenden Einnahmen etwas ausgleichen können. Es kommen immer mehr große Aufträge in den Bereichen Solar für Wohnmobile und LED in Häusern hinzu.

Mai 2012

Wir sind wieder auf Tour! Der Umbau ist vollzogen, alles passt nun perfekt zusammen. Endlich können wir uns aufs arbeiten konzentrieren. Das ist auch dringend nötig, denn wir sind bis August ausgebucht.

Das Lebe im Wohnmobil vergeht wie im Flug – das war 2012

Das Jahr 2012 vergeht wieder wie im Fluge, wir sind sehr viel Unterwegs und haben viele Interessante Aufträge. So macht das mobile Leben und Arbeiten Spaß. Wir fahren dieses Jahr nicht mehr nach Spanien, sondern bleiben bis zum 31 Dezember 2012 in Deutschland. Allerdings waren die letzten zwei Monate wegen dem ewig grauen Wetter nicht wirklich angenehm. Nächstes Jahr machen wir das sicher anders!

Januar 2013

1.1.2013 – Endlich auf großer Reise in den Süden. Die Überwinterung beginnt spät aber macht Spaß. Hier merken wir auch die Stärken vom neuen Fahrgestell. Der Vario kommt mit den schlechteren Straßen und den vielen Bergen viel besser zurecht. Wir sind inzwischen bekannt wie ein bunter Hund und treffen auf jedem Platz Bekannte aus den letzten Jahren.

März 2013

Mitte März sind wir schon wieder in Deutschland. Ab da beginnt eine sehr stressige Zeit. Für ein 1 Mann Unternehmen, das im Wohnmobil lebt war es etwas zu hektisch. Wir hetzen nur noch von Termin zu Termin und vom Leben bleibt nicht viel übrig.

August 2013

Ich ziehe noch rechtzeitig die Reißleine und wir stehen 2 Monate mehr oder weniger fest auf einem Stellplatz. Mehr Zeit habe ich zwar nicht, aber wenigsten ist der Verschleiß am Wohnmobil gesunken. Während Meli in ihrem alten Job aushilft, kommen die Kunden zu mir an den Stellplatz.

Oktober 2013

Überwintern in Portugal beginnt! Wir sind wieder unterwegs, es dauert sehr lange bis ich mich wieder an die Ruhe und Freizeit gewöhnt habe. Die geringe Zeit dieses Jahr spiegelt sich auch im Wartungszustand unseres Womos wieder. Immer mehr Material kommt in das Womo und immer weniger Platz bleibt uns zum Leben. Das fahrende Chaos auf 6 Rädern… Dazu kommen technische Probleme die uns dieses mal richtig erwischen. Anlasser, Scheibenwischer, Kupplung machen Probleme, dazu kommt ein Kühlschrank der gelegentlich nicht richtig kühlt und eine Heizung die bis Dezember total ihren Dienst verweigert. So stehen wir an Sylvester 2013 vor dem gleichen Vorsatz wie 2012 schon. In 2014 wird alles anders…

Januar 2014

Eigene Facebookseite von AMUMOT.de geht online. Über ein Like würde ich mich natürlich sehr freuen 🙂

März 2014

ich spürte es in Portugal schon, der Blick auf den Bach der sich nach der Flut seinen Weg durch den Sand sucht, und im Laufe der nächsten 6 Stunden sein Bachbett mehrfach ändert und formt. Und wenn man einen Stein in den Bach wirft oder das Ufer abrutscht so geht der Fluss des Wassers doch unaufhörlich weiter, auch wenn es im ersten Moment nicht aussieht weil sich das Wasser staut. Irgendwo gibt es immer einen neuen Weg.

Im Frühjahr 2014 war es dann leider so weit. Vermutlich die Folge aus dem Jahr 2013. Meli und ich trennen uns einvernehmlich. Nicht weil wir uns nicht verstanden, oder gar das Leben im Wohnmobil für zwei Personen zu eng ist. Nein ganz im Gegenteil, das funktionierte super. Ich denke – Meli war ein Teil in meinem Leben. Mit ihrer Hilfe konnte ich meinen Weg in die Richtige lenken und auch sie hat aus der Beziehung ebenfalls profitiert. Aber es musste so kommen, damit sich ab jetzt, jeder in seine Richtung weiter entwickeln kann. Das Jahr 2014 war für mich einerseits eine Befreiung: ich war ab jetzt wirklich frei, ich hatte nur noch mich alleine, dem ich Rechenschaft schuldig war. So etwas kann durchaus befreiend sein. Das erste Mal im Leben bin ich total unabhängig. Aber wo Licht, da ist auch Schatten. Es dauerte bis Oktober, bis ich mich mit der neuen Situation abgefunden hatte.

2014

Es gibt nun nur noch mich, und meine mobile Behausung auf 6 Rädern. Ich trat etwas zurück von der Arbeit und investierte in meine Behausung. Das Dach wurde repariert, Kupplung, Anlasser und Bremsen hinten.

Winter 2014/2015

Es stand nach langer Zeit wieder ein Winter in Deutschland an. Ich hatte keine Lust alleine so weit weg zu fahren und ich wollte einmal einen Winter on Tour in Deutschland verbringen. Ein Härtetest des Wohnmobils, bevorzugt auf Freistehplätzen an Flüssen.

2015

Mein Wohnmobil bekommt Lithium Batterien, ich bin nun ganzjährig unabhängig von Landstrom. Kann mich ohne Batterie Schädigung selbst mit Strom versorgen. 98% meines Strombedarfs kann durch Solar erzeugt werden.

Mir selbst geht es besser denn je und ich genieße das Jahr in vollen Zügen und bin bereit für neue Abenteuer. Nach einem schönen Sommer in Deutschland geht es im Oktober nach Portugal zur Überwinterung. Ich habe in diesem Jahr das Leben neu kennen gelernt, ich liebe die Freiheit, die Zeit die Unabhängigkeit.

Januar 2016

Der Winter ist Portugal ist der beste Winter überhaupt. Ich habe gelernt aus den vergangen Jahren und nutze die Zeit zum Ausspannen, lesen und spazieren gehen. Ich lerne neue Freunde kennen, wir bilden eine kleine Gruppe uns ziehen zu dritt durch Portugal.

Februar 2016

Der Internetauftritt AMUMOT.de bekommt eine Generalkur. Möglich wurde das durch das Kennenlernen von Tanja. Sie arbeitet selbstständig in ihrem Kastenwagen und ist Spezialistin in Webdesign. Viele Tage und Nächte arbeiten wir an meiner Internetseite und stehen dabei an den einsamen Stränden und Buchten von Portugal. Ganz nebenbei bekommt mein Wohnmobil endlich den lang ersehnten Holzofen.

März 2016

Am 15. März bin ich nach 5 Monaten zurück in Deutschland. 10000 Kilometer habe ich im Ausland zurückgelegt. Kurze Zeit später bekomme ich besuch von Tanja. Unsere gemeinsame Arbeit hat Spuren hinterlassen – wir planen eine gemeinsame Tour durch Deutschland.

Mai 2016

Zwei Wochen verbringen wir im Erzgebirge in der Werkstatt. Mein Wohnmobil bekommt viele Neuteile und wieder ein Jahr TÜV – ohne Mängel. Wir bereiten uns vor für eine Tour durch den Osten von Deutschland, erreichen aber schon Anfang Juni die polnische Grenze. Mitten im Sommer fahren wir 50 Tage durch Polen. Eine tolle Erfahrung.

Freistehen am See in Polen

Freistehen am See in Polen

Inzwischen gibt es viele neue Ideen und Pläne. Das Leben im Wohnmobil geht weiter, und selbst nach über 7 Jahren im Wohnmobil Leben kann ich mir kein anderes Leben mehr vorstellen.

August 2016

Der Sommer in Polen war sehr schön. Ich bin für 4 Wochen in Deutschland, um die letzten Termine für 2016 abzuarbeiten. Wieder kündigt sich ein Wandel in meinem Leben an. Ich arbeite daran, mein Einkommen mehr über den Onlineshop zu erwirtschaften. Dazu bedarf es jedoch sehr viel Arbeit, welche ich in den folgenden Monaten erledigen möchte.

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