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AMUMOT Ratgeber

Meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus 10 Jahren Wohnmobilleben.

Inhaltsverzeichnis

Du suchst Hilfe zum Thema Strom im Wohnmobil? Du möchtest ein paar Tage oder längere Zeit unabhängig von der Steckdose sein? Du planst gerade ein neues Fahrzeug und bist auf der Suche nach einem Energiekonzept und dir fehlen noch wichtige Zahlen? Willkommen, hier bist du genau richtig!

Mit diesem Artikel möchte ich dir einen Überblick über das Thema „Strom im Wohnmobil“ geben. Bis du alles gelesen hast, wird sicher einige Zeit vergangen sein – sorry, ich habe extra schon versucht nur die wichtigsten Themen anzusprechen ohne dabei unnötig tief ins Detail zu gehen. Aber mit etwas Glück kann ich dich mit diesem Text bei der Planung deines neuen Energiekonzeptes unterstützen.

Das „Gasfreie Wohnmobil“ scheint ein Trend zu sein. Gasfrei heißt aber meist auch – Strom übernimmt die Arbeit, welche normal von Gas erledigt wird. Was dabei zu bedenken ist, werde ich gleich zu Anfang klären um dir dann im weiteren Verlauf über Batterietechnik, Solar (Photovoltaik) und weitere Lademöglichkeiten für Wohnmobil Batterien aufzuklären.

Stromversorgung im Wohnmobil was sind meine Ziele?

  • Gasfreies UND autarkes Wohnmobil
  • Heizen mit Strom
  • Kochen mit Strom
  • Kühlen mit Strom statt Gas

Weitere Themen zur Wohnmobil Stromversorgung:

  • 230V Wechselrichter / Inverter
  • Auslegung der Batteriekapazität im Wohnmobil
  • Planungstool für Stromverbrauch im Wohnmobil
  • Laden durch Ladebooster
  • Solaranlage Wohnmobil
  • Wie muss ich meine Solaranlage auslegen
  • Stromerzeuger und Brennstoffzelle

Wohnmobil Gasfrei?

Immer wieder bekomme ich Anfragen von Kunden, die ein gasfreies Wohnmobil bauen möchten. Die Gründe für ein Wohnmobil ohne Gas sind dabei vielfältig. Haben die einen einfach nur Angst vor Gas, so scheuen andere, weil Sie ihr Fahrzeug selbst ausbauen die Installation einer Gasanlage und wieder andere glauben, dass es außerhalb von Deutschland keine Gasversorgung mehr gibt.
Du baust dir gerade ein Wohnmobil? Eine Gasversorgung ist im Wohnmobil weder ungewöhnlich gefährlich noch ist sie schwierig zu installieren. Den Einbau einer Gasanlage kannst du sogar selbst erledigen, lediglich die Abnahme muss ein zertifizierter Gasprüfer übernehmen. Wenn du dich vorher entsprechend erkundigst und am besten auch den Gasprüfer mit in die Planung einbeziehst, dann sehe ich kein Problem an einer sicheren Gasversorgung im Wohnmobil.

Anders sieht es für Fernreisemobile aus, die auch außerhalb von Europa ohne Gasversorgung noch heizen und kochen möchten. Hier kann Strom oder Diesel eine Alternative sein – jedoch nicht jeder Fernreisende steckt so viel Geld in seine Elektroanlage, und die Reisenden früher mit dem VW Bulli haben auch gekocht – wie ging es da so ganz ohne Strom? Hier fehlt mir die Erfahrung bisher, da ich mich nur in Europa bewege und hier ist die Gasversorgung mehr als ausreichend gut. Entsprechende Weltreiseforen helfen hier sicher weiter.

Gas – ein toller Energieträger im Wohnmobil

Gas (Propan oder Butan) ist ein toller Energieträger, wenn es um das Thema kochen, backen, heizen und auch kühlen geht. Pro Kilo Gas bekommst du eine große Menge an Energie. Gas verbrennt sauber und geruchsneutral und ist in ganz Europa verfügbar.
Ich vermute, die Angst vor Gas kommt bei den meisten von Unwissenheit. Gas ist unsichtbar und kann brennen. Im Ausnahmefall sogar explodieren und da haben viele Angst vor.
Bei Strom ist das komischerweise nicht so. Hier halten sich viele für einen Fachmann, und wenn ich so manche Elektroeinbauten sehe, frage ich mich manchmal, warum das Auto nicht schon lange abgebrannt ist?

Gas im Wohnmobil ist sicher

Gas ist sehr sicher – oder hast du schon mal von Gasunfällen gehört? Mit dem Wohnmobil auf der Autobahn fahren und da zu verunfallen ist in meinen Augen deutlich gefährlicher als eine Gasanlage.

Gas kann sehr flexibel gespeichert werden! Anders als bei Batterien gibt es für Gas ganz unterschiedliche Arten der Speichermöglichkeiten. Tauschflaschen, welche sich in Baumärkten oder auf Campingplätzen gegen volle Flaschen tauschen lassen. Oder Tankflaschen, die auch in den Gaskasten passen und sich am europäischen Tankstellennetz mit LPG betanken lassen, oder fest eingebaute Gastanks in unterschiedlichen Größen, welche ebenfalls mit LPG an der Tankstelle gefüllt werden. Auch Kombinationslösungen gibt es, wie zum Beispiel Tauschflaschen und einen LPG Gastank.

Gas ist ein hervorragender Energieträger und im Vergleich zu gespeichertem Strom in Batterien herrlich leicht. Hier ein Beispiel: Ein Kilo Gas hat den Energiegehalt von 14kWh. Eine Gasflasche mit 11 Kilo Gas gibt also Energie für 154kWh!
Um diese Energie in Batterien zu speichern benötigt es 61 Stück 200Ah Lithium Batterien, welche schon eine deutlich höhere Energiedichte haben als Bleibatterien. Neben den Anschaffungskosten von 170.000 Euro (Rabatte bei dieser Abnahmemenge nicht eingerechnet) ist auch das Gewicht von 2,5 Tonnen nicht zu verachten. Übrigens – Bleibatterien würden hier zwar deutlich weniger kosten, aber mindestens das doppelte wiegen.

Diese Zahlen verdeutlichen sehr anschaulich, wie teuer eigentlich Batteriestrom ist und welch lachhaft geringe Menge Energie in so einer 100Ah Batterie steckt.

Gewicht von Gas zu Strom – Energiedichte

GasGEL-BatterieLithium Batterie
1 Kilo14kWh0,041kWhO,082kWh
11 Kilo156kWh0,456kWh0,951kWh
33 Kilo468kWh1,370kWh2,853kWh

Mein Gastank fasst 36 Kilo und reicht mir für 14 Monate, wenn ich damit im Winter etwa 3-4 Monate lang warmes Wasser mache und das ganze Jahr koche.

Wohnmobil Heizung – mit Strom statt Gas?

Ja ich habe einen Heizlüfter im Wohnmobil und betreibe diesen auch immer wieder über den Wechselrichter mit Batteriestrom. Dies habe ich auch schon oft in meinem Blog geschrieben und einige scheinen zu denken, ich könnte damit auch im Winter einfach so mein Wohnmobil mit Strom heizen. Das stimmt aber nicht ganz. Ich nutze Heizlüfter öfter mal in der Übergangszeit, wenn das Wetter schon ausreichend Solarertrag liefert und es noch zu warm für den Holzofen, aber zu kalt im Womo ist. Um die Innenraumtemperatur von 15 auf 20 Grad anzuheben benötigt es ungefähr eine Kilowattstunde an elektrischer Energie aus den Batterien. Bei 3,5kWh Speicherkapazität ein durchaus vertretbarer Verbrauch, welchen ich über meine 950Wp Solaranlage im Herbst und Frühjahr auch locker wieder herein bekomme.

Im Winter benötigt es aber ein Vielfaches an Heizenergie um bei Minustemperaturen ein Wohnmobil warm zu halten. Ich habe einmal ein Stromverbrauchsmessgerät am Landstromkabel angeschlossen und den Verbrauch gemessen. Um die 25kWh verbrauchte ich an einem Tag an Heizstrom. Mit Strom das Wohnmobil heizen ist sicher keine so gute Idee.

Warum schreibe ich solche Zahlen? Wer einmal im Winter mit dem Wohnmobil unterwegs war und dabei heizen musste, weiß sicher selbst, dass so eine Gasflasche bei Minustemperaturen schnell mal nach 3-7 Tagen leer ist.

Gasverbrauch eines Wohnmobils im Winter
Sicher kommen nur wenige auf die Idee, ein Wohnmobil im Winter mit einer Elektroheizung, versorgt mit Strom aus Batterien, statt mit Gas zu beheizen. Eine Dieselstandheizung ist hier der deutlich bessere Weg, wenn es ohne Gas sein soll. Ach ja, vergiss die Teelichtheizung! Das ist Spielkram.

Randinfo zur Dieselheizung im Wohnmobil

Ich persönlich würde mir lieber keine Wohnmobil Dieselheizung antun – zu hoch ist die Ausfallwahrscheinlichkeit. Viele Camper mit so einer Dieselheizung im Wohnmobil berichten mir von Ausfällen. Die Schlauen wissen wie man die Heizung selbst reparieren kann, und haben Ersatzheizgeräte oder wenigstens Ersatzteile dabei, um sich selbst in der Not helfen zu können.
Eine Truma Diesel Heizung können im Süden von Europa nur die wenigsten Truma Service Stationen reparieren. Meist fehlen passende Ersatzteile oder gleich das ganze Fachwissen über diese Geräte.

Mein Fazit zur Stromheizung im Wohnmobil

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass eine Gasheizung die unkomplizierteste und ausfallsicherste Heizlösung für ein Wohnmobil ist. Zur Gasheizung betreibe ich auch einen Holzofen im Wohnmobil. Ich habe mit dem Holzofen eine ausfallsichere Heizung und kann meine Unabhängigkeit von Gas auf über ein Jahr ausweiten, da ich Gas nur noch zum Kochen und gelegentlich für den Wasserboiler benötige. Beides zusammen ist für mich eine gute Lösung, die auch noch viel Romantik durch das Holzfeuerchen mit sich bringt.

Warmes Wasser mit Strom

Warmes Wasser kann mit einem entsprechenden Boiler auf 4 Wegen erzeugt werden.

  • Gasboiler
  • Boiler in der Combiheizung mit Gas oder Diesel
  • Elektroboiler (z.B. Elgena)
  • Warmwasserboiler mit Wärmetauscher (für Motorkühlwasser, Holzofen oder Solarkollektor auf dem Dach)

Da ich bei mir im Wohnmobil die Truma Combiheizung C6002 EH eingebaut habe, kann ich sowohl mit Gas oder auch mit Strom das Wasser erhitzen. Im Sommer, wenn ich genug Solarstrom ernte, wird das Wasser natürlich elektrisch erhitzt. Ich bleibe aber unabhängig vom schlechten Wetter, indem ich an Regentagen im Winter einfach auf Gasbetrieb umschalten und dann ohne zusätzlichen Stromverbrauch heiß duschen kann. Mir gefällt die Lösung sehr gut.

Flexible Warmwasserboiler
Es gibt Warmwasserboiler in verschiedenen Größen, die sich mit verschiedenen Energiearten aufheizen lassen. Elgena Elektroboiler sind super flexibel und können ganz nach den eigenen Wünschen konfiguriert werden. Zum Beispiel kann der Boiler mit einem 12V, 230V oder einem Wasserwärmetauscher ausgestattet werden.

Einsatzidee: Der Elektro-Boiler fürs Wohnmobil heizt sich während der Fahrt mit Motorwärme auf und hält dann für 24 Stunden warmes Wasser bereit. Mit 230V kann der Boiler auf dem Stell- und Campingplatz beheizt werden, und wenn es die Batterie hergibt, kann auch mit 12V warmes Wasser erzeugt werden. Würde ich mir ein neues Wohnmobil bauen, würde ich über diese Lösung in Verbindung mit Solarthermie nachdenken.

Kochen mit Strom statt Gas

Im Wohnmobil mit Strom kochen
Kochen mit dem Induktionskochfeld

Beim Kochen mit Strom sieht das Ganze schon wieder anders aus. Selbst ich überlegte mir lange mein Gaskochfeld gegen ein Induktionskochfeld zu ersetzen. Warum ich das jedoch nicht gemacht habe, hat folgende Gründe:

  1. Kochen mit Strom bedarf einiges an Batteriekapazität. Schon alleine ein Steak anbraten verschlingt 30Ah Batteriekapazität. Verbrauchswerte für den Schmorbraten fehlen mir noch, werden aber nachgeliefert.
  2. Grund 2 ergibt sich eigentlich aus dem ersten Grund, denn Essen möchte ich jeden Tag etwas, auch wenn es regnet und die Solaranlage deshalb keinen Strom liefert.

Hier beginnt genau mein Problem, wenn mich Kunden fragen was ich empfehlen würde um mit Strom kochen zu können. Jeder kocht anders und hat andere Vorlieben. Mir hat jahrelang alle paar Tage ein Steak in der Pfanne gereicht, dazwischen gab es Nudeln mit Soße XY. Andere zaubern in ihrer Küche jeden Tag ein Dreigängemenü und Backen im Omnia Backofen noch Kuchen. Ok – der Omnia geht auf dem Elektroherd im Wohnmobil dann nicht mehr, dazu benötigt es dann schon einen richtigen Backofen.

Backofen fürs Wohnmobil

Der Backofen fällt für mich in die Kategorie Nice-to-have. Ist genug Strom da, kann gebacken werden, wenn nicht gibt’s Essen vom Gasherd. In der größten Not kann ich den Backofen auch über den Generator betreiben – wobei das dann nicht mehr der Projektvorgabe „Autarkes Wohnmobil“ entsprechen würde.

Zwischenfazit Kochen mit Strom im Wohnmobil

Kochen mit Strom ist durchaus möglich, wenn der Geldbeutel mitspielt und du bereit bist, zusätzliche Kompromisse einzugehen. Wenn die Batterie leer ist, bleibt die Küche kalt oder du brauchst eine alternative Kochmöglichkeit. Hier stellt sich dann die Frage – will ich zum Induktionskochfeld noch einen Gaskocher mitschleppen? Wo bekommst du Gasflaschen für diesen Kocher im Ausland?

Wohnmobil Kühlschrank mit Strom statt Gas

Kompressor-Kühlschrank oder Absorber-Kühlschrank? Die große Frage. Bei einem Fahrzeug ohne Gasanlage und mit Dieselheizung ist die Antwort klar – hier geht nur ein Kompressorkühlschrank.

Ist eine Gasanlage verbaut wird die Antwort schwieriger und beide Wege, sowohl Absorber, wie auch Kompressorkühlschränke können die richtige Wahl sein.

Ein Absorberkühlschrank ist eigentlich eine reine Energievernichtungsmaschine mit einem grauenhaften Wirkungsgrad. ABER – da der Energiegehalt von GAS so hoch ist, fällt der Verbrauch vom Gaskühlschrank gar nicht so sehr ins Gewicht. Eine 11 Kilo Gasflasche hält schon 4-6 Wochen mit einem Gaskühlschrank durch.

In Zahlen gesprochen sieht man viel deutlicher was ich meine: Ein Gaskühlschrank verbraucht am Tage 2-3kWh, während sich der Kompressorkühlschrank oft nur 0,5kWh am Tage genehmigt.

Trotzdem muss auch dieser Stromverbrauch mit irgendetwas gedeckt werden. In erster Linie mit Batteriekapazität, welche durch unterschiedliche Möglichkeiten wieder aufgeladen werden muss.

Der Kompressorkühlschrank ist im Sommer toll, die Sonne produziert viel überschüssige Solarleistung und der Kühlschrank mit Kompressor kühlt bei großer Hitze viel besser als sein Bruder mit Gasbetrieb. Leider verbraucht der Kompressorkühlschrank auch im Winter Strom, wo die Solaranlage vielleicht gar keinen Strom liefern kann, weil es schneit oder ständig regnet. Hier kommt das Thema Batteriekapazität ins Spiel! Mein Vitrifrigo Kühlschrank genehmigt sich am Tage 500-700Wh – sicher gibt es sparsamere Modelle, die kosten in der Anschaffung dann das Doppelte.

230V Kühlschrank im Wohnmobil

Wenn wir schon beim Preis sind. Ein 230V Kompressorkühlschrank zu kaufen, und diesen dann über den Wechselrichter zu betreiben, ist meiner Meinung nach am falschen Ende gespart. Der Wechselrichter kostet ebenfalls Geld und genehmigt sich jede Stunde ein bisschen Strom, nur damit er 230V zur Verfügung stellen kann, damit der Kühlschrank dann anlaufen kann, wenn er möchte. 12Ah gehen so am Tag nur für den Wechselrichter drauf, dazu kommt der Strom-Verbrauch vom Kühlschrank.

Wer natürlich nur im Sommer einen Kühlschrank benötigt, für den könnte diese Lösung vielleicht in Frage kommen und wer nur auf Stellplätzen mit Strom steht, sowieso.

Stromverbrauch von 230V Geräten im Wohnmobil

Aus meinen Erfahrungen mit 230V Geräten möchte ich dir gerne eine Grundlage zur Planung deiner Stromversorgung anbieten und dazu nachfolgend einige Zahlen.

Strom-Verbrauch
Kaffevollautomat (Saeco)2 Tassen 0,44 Liter0,0504Wh
35 Minuten KochenGemüsepfanne ohne Fleisch550Wh
WasserboilerVon 20° auf 40°500Wh
35 Minuten Backofen 1350WHähnchen grillen600Wh
Kühlschrank 12VPro Stunde in der Nacht25 Wh

Den Stromverbrauch in Wh (Wattstunden) anzugeben macht ihn für alle Batteriesysteme vergleichbar. Willst du die benötigten Amperestunden wissen, musst du die Wh durch die aktuell anliegende Batteriespannung teilen. Bei kleinen Verbrauchern würde ich bei 12V Bleibatterien mit 12,4V rechnen und bei großen Lasten über 1000W evtl. sogar nur mit 11,8V.

Fazit: Strom im Wohnmobil

Ein Wohnmobil ohne Gas ist zwar toll, aber du solltest bedenken, mit welchem finanziellen Aufwand du dir diesen Luxus erkaufst. Und eines lässt sich nie vermeiden:

Hast du nur einen Tag länger Regen als die Batteriekapazität ausreicht, brauchst du eine alternative Energiequelle. Sei es Generator, Lichtmaschine oder eben doch Landstrom. Sicher geht auch Gas einmal zur Neige, hier kannst du aber deine Unabhängigkeit durch entsprechend große Speicher bedeutend besser und günstiger planen als mit Strom.

Meine Vernunftlösung:

Kochen, Backen und Heizen mit Gas im Wohnmobil. Evtl. ein Holzofen, wenn es der Platz hergibt. Strom nur für kleine Verbraucher und vielleicht noch die Kaffeemaschine oder den Wasserkocher.

So mache ich das:

Gas/Strom Mischlösung – je nach Wetterlage. Mit 36 Kilo Gas bin ich 14 Monate unabhängig. Es ist anzunehmen, dass sich in dieser Zeit eine Gastankstelle finden lässt. Mit 36 Kilo Gas kann ich aber im Winter 2-3 Wochen durchheizen, wenn es sein muss, wenn ich kein Holz für den Holzofen bekomme. Habe ich die Möglichkeit Landstrom zu bekommen, kann ich komplett mit Strom heizen, kochen, backen und warmes Wasser bereiten. So habe ich nämlich meinen ersten Winter im Wohnmobil in Deutschland überstanden. Ich hatte gratis Strom und konnte meine Hütte ohne Gasverbrauch nur mit Strom versorgen.

Wechselrichter/Inverter im Wohnmobil

230V Strom im Wohnmobil, wie zuhause aus der Steckdose. Luxus wird im Wohnmobil immer mehr zur Standard Ausstattung. Aber so manch einer wundert sich warum die Batterien immer leer sind. Oder noch schlimmer, wenn nach wenigen Jahren, oder gar Monaten die Batterien kaputt sind. Doch woran liegt das?

Hohe Ströme beim Wechselrichter

Kaffeemaschine, Heizlüfter, Wasserkocher, Toaster, Fön und der Thermomix sind alles Geräte mit einer Heizung. 1000 Watt Leistungsaufnahme sind bei der Kaffeemaschine Durchschnitt, Fön und Wasserkocher können sich auch schon mal 1600 Watt genehmigen. Ein passender Wechselrichter ist schnell gekauft, die angebotenen Leistungsklassen für das 12V Netz gehen bis 3000W (Victron sogar 5Kw).

Beispiel Haarfön:

1000Watt an 230V sind 4,3A Stromaufnahme aus dem 230V Netz. Am 12V Eingang vom Wechselrichter liegt die Stromaufnahme aber bei gut 90A!! Darum haben die Teile auch so dicke Kabel! Die 90A Entladestrom muss eine Batterie erst einmal aufbringen und genau da beginnt das Problem:

Das Problem ist die Batterie, sie muss den Wechselrichter mit dem nötigen Strom versorgen können. Bleibatterien kommen hier schnell an ihre Grenzen (Siehe dazu auch den Absatz „Bleibatterien und die Ströme“). Um ein langes Batterieleben zu ermöglichen, sollte man je nach Batterietyp eine gewisse Stromstärke nicht überschreiten. Genau gesagt sollten bei Bleibatterien 0,2-0,3C nicht überschritten werden was 20-30% der Kapazität entspricht.

Also braucht es viel Batteriekapazität, um problemlos leistungsstarke Elektrogeräte mit Strom zu versorgen. Für 1000 Watt sollten schon 330Ah in AGM Batterien zur Verfügung stehen, sonst wirst du nicht lange Freude an deinen Batterien haben.

Die meisten vorzeitigen Ausfälle von AGM und Bleibatterien hatte ich in den letzten Jahren bei Kunden, die ihre die Batterien mit hohen Strömen entladen haben. Daher mein Tipp: Für hohe Ströme lieber Lithium Batterien verwenden, die stören sich wegen dem geringen Innenwiderstand nur wenig an hohen Entladeströmen.

Auslegung der Batterie im Wohnmobil

Irgendwo muss der Strom für die elektrischen Verbraucher im Wohnmobil ja herkommen, und in der Regel geschieht das über Batterien. Wie die Starterbatterie für den Motor gibt es eine ähnliche Batterie für den Wohnbereich im Wohnmobil. Diese Batterie sorgt dafür, dass die Wasserpumpe, Licht und Heizung auch ohne den Anschluss an die Steckdose funktionieren.

Möchte man autark (unabhängig von der Steckdose) sein, gibt es verschiedene Lösungswege. Alles hängt irgendwie zusammen und „den einen“ idealen Weg gibt es nicht, da jeder sein Fahrzeug anders nutzt. Ich stehe zum Beispiel lange an einem Ort und muss trotzdem meinen Energieverbrauch decken, andere fahren jeden Tag und parken gerne im Schatten. Zwei total unterschiedliche Energiekonzepte.

Welche Wohnmobil-Batterie soll ich kaufen? Lithium oder Blei?

Je öfter und je länger das Wohnmobil im Einsatz ist, desto mehr lohnt sich eine Lithium (LiFePO4) Batterie. Auch wenn Stromverbraucher mit hoher Leistung betrieben werden sollen, ist Lithium die bessere Wahl.

Für die 6 Wochen Urlaubsnutzung eines Wohnmobils ist Lithium sicher nicht die wirtschaftlichste Wahl. Auch wer immer am Strom auf Stellplätzen steht, kann getrost auf Bleibatterien zurückgreifen. Für die Überwinterer, die 3-6 Monate im Jahr freistehen und sich über Solarstrom versorgen, ist die Lithium LiFePO4 Batterie jedoch die beste Wahl.

Vor und Nachteile der Batterietypen im kurzen Überblick

Viel Batteriekapazität hat ein hohes Gewicht – mit einer Lithium-Batterie lässt 50% und mehr des Gewichtes gegenüber Bleibatterien einsparen.

BatterietypVorteileNachteile
Nassbatterie für Wohnmobile
  • Günstig
  • Bedingt für höhere Ströme
  • Schwer
  • Braucht Belüftung
  • Nicht lageunabhängig
  • Wartungsbedürftig
  • Vollladen wichtig
Wohmobil GEL-Batterie
  • Schwer
  • Langlebig
  • Gasdicht
  • Wartungsfrei
  • Schwer
  • Nur schwache Ströme
  • Vollladen wichtig
  • Braucht lange für 100% Vollladung
AGM Wohnmobil Batterie
  • Langlebiger
  • Lageunabhängig
  • Gasdicht
  • Wartungsfrei
  • Bedingt für höhere Ströme
  • Schwer
  • Spezielle Ladegeräte nötig
  • Vollladen wichtig
LiFePO4 Batterie für Wohnmobile
  • Leicht
  • Hochstromfest
  • Schnellladbar
  • Wartungsfrei
  • Extreme Lebensdauer
  • Lageunabhängig
  • Günstigster Batteriestrom
  • Muss über Wochen nicht voll aufgeladen werden
  • Volle Stromaufnahme bis 99% Ladezustand
  • Kann mit fast allen Ladegeräten geladen werden
  • Mag keine 100% Ladezustände
  • Benötigt ein BMS
  • Teuer in der Anschaffung

Solar-Batterie

Was um alles in der Welt ist eine Solarbatterie?
Eine Batterie für Solarstrom optimiert könnte man sich so denken – jedoch was passiert, wenn ich eine Solarbatterie mit Landstrom auf dem Stellplatz lade? Oder gar mit dem Ladebooster während der Fahrt? Ist Solarstrom wirklich etwas anderes als Landstrom?
Mein Tipp: Finger weg von solchen Angeboten! Hier richtet man sich gezielt an ahnungslose Kunden, die glauben, dass sie für wenig Geld gute Ware mit besonderer Leistung bekommen. Ja es gibt sie immer noch, die Billigheimer, die nicht im Traum daran denken, dass es Gründe geben könnte, warum Markenhersteller gute Batterien für deutlich mehr Geld verkaufen.

Bleibatterien und die Ströme

Im Wohnmobil ist eine 90Ah GEL Batterie eingebaut und du möchtest jetzt einen 2000W Wechselrichter für die Senseo Kaffeemaschine einbauen. Ob das gut geht? Ich sage nein!

Je nach Batterietyp sollten gewisse Strombelastungen nicht überschritten werden. Bei 12V Bleibatterien kann man sagen, je zyklenfester die Batterie ist, desto weniger Strom belastbar ist sie. Klassisches Beispiel ist die Starterbatterie: Durch die dünnen Bleiplatten kann sie irre hohe Ströme zum Starten liefern, aber tiefes Entladen kann sie gar nicht ab. Der krasse Gegensatz ist die Bleibatterie mit GEL. Tiefe Entladungen bis 50% schaden ihr nicht, aber hohe Ströme sollte man hier vermeiden um ein langes Batterieleben zu gewährleisten.

Meine Empfehlung für die maximalen Ströme von Batterien:

Üblich ist die Einheit C. 1C = Stromstärke = Kapazität (z. B. bei einer 100Ah Batterie wären 1C 100A Entladestrom)

Batterie TypEntladestromLadestrom
Nassbatterie0,3C0,2C
AGM Batterie0,3C0,2C
GEL Batterie0,2C0,1C
Lithium Batterie (LiFePO4)3C0,5C

 

Folglich ist eine gewisse Batteriekapazität nötig, um bestimmte Verbraucher betreiben zu können. Hier eine Tabelle, an der du es einfach ablesen kannst:

StromverbraucherLithiumAGMGEL
Wasserkocher (800W)60Ah240Ah400Ah
Kaffeemaschine (1000W)60Ah330Ah500Ah
Senseo (1450W)90Ah480Ah700Ah
Saeco (1600W)90Ah530Ah800Ah
Induktion (2000W)90Ah650Ah1000Ah

Diese Zahlen dienen zur Orientierung, um das Optimale aus der Batterie heraus zu holen. Werden die empfohlenen Entladeströme überschritten, ist die Batterie deswegen nicht gleich am nächsten Tag kaputt.

Wie man hier schon deutlich erkennen kann, Lithium Batterien sind super, wenn hohe Entladeströme auftreten. Selbst die kleine 60Ah Lithium Batterie kann in der Theorie 180A Entladestrom liefern und ein 1800W Induktionskochfeld mit Strom versorgen. In der Praxis macht das jedoch keinen Sinn, denn nach 20 Minuten ist die Batterie leer.

Wieviel Batteriekapazität benötige ich im Wohnmobil?

Ein guter Wert ist für den Normalverbraucher, wenn man 3 Tage ohne Nachladen der Batterie stehen kann. Mit einer Solaranlage lässt sich dann die Standzeit entsprechend erweitern. Im Idealfall wird man sogar ganz unabhängig dadurch. Für Langzeitreisende und Dauerfreisteher ist es kein Fehler, wenn man auch mal 5 Tage ohne Ladestrom überbrücken kann – das bringt mehr Unabhängigkeit.

Stromverbrauch ermitteln

Um die Batteriekapazität für das Wohnmobil richtig planen zu können, solltest du zuerst einmal den eigenen Stromverbrauch ermitteln. Ich habe dazu einen kleinen Planungsrechner entworfen mit dem du in 2 Schritten deinen Strombedarf ermitteln kannst. Die Tabelle liefert dann den voraussichtlichen Stromverbrauch, schlägt dir eine passende Solarleistung und Batteriekapazität vor.

Strombefarf berechnen beim Wohnmobil
Aufs Bild klicken – der Kalkulator startet in einem neuen Fenster.
Update 26.03.2018 Leider steht der Onlinerechner wegen einem Google Update momentan nicht zur Verfügung. Ich arbeite an einer Lösung.

Ist der Stromverbrauch für 24h bekannt, lässt sich dies einfach auf drei Tage hochrechnen und dann kann die erforderliche Kapazität nach Batterietyp gewählt werden.

  • Für Lithium Batterien gilt: Es schadet nicht, wenn die Batterie tatsächlich mal komplett entladen wird. Daher kann man hier für 3 Tage locker 80-90% der Batteriekapazität ansetzen.
  • Für Bleibatterien gilt: Bleibatterien antworten auf tiefe Entladungen mit einer kurzen Lebensdauer. Daher sollte man versuchen die Batterien nur bis maximal 50% zu entladen.

Es wird hier also bei Bleibatterien deutlich mehr Batteriekapazität als bei Lithium Batterien benötigt.

Laden der Batterie im Wohnmobil

Um das Wohnmobil autark zu bekommen, sprich ohne Landstrom länger stehen zu können, muss irgendwie Strom erzeugt werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf die ich nachfolgend näher eingehen werde.

  1. Batterie laden mit einem Ladebooster
  2. Batterie laden mit Solaranlage
  3. Batterie laden mit einer Brennstoffzelle
  4. Batterie laden mit einem Notstromerzeuger

Autark mit einem Ladebooster

Batterie-zu-Batterie (B2B) Ladegeräte, umgangssprachlich auch als Ladebooster bezeichnet, dienen wie der Name schon sagt, zum Laden einer Batterie von einer zweiten Batterie – mit Ladekennlinie. Ladebooster versorgen sich mit Strom von der Starterbatterie, und laden damit die Wohnraumbatterie. Dabei wird die Spannung beider Batterien ständig überwacht und der Ladestrom entsprechend angepasst. So kann weder die Starterbatterie entladen werden, noch die zu ladende Wohnraumbatterie überladen werden.

Ladebooster lohnen sich bei langen Kabelwegen und vor allem auch bei einigen Neufahrzeugen. Denn viele Wohnmobile ab Euro 6 haben eine geregelte Lichtmaschine und es kommt nach kurzer Fahrzeit nur noch wenig Ladestrom an der Aufbaubatterie an. Umgehen kann man dieses Problem recht einfach mit einem Ladebooster. Was genau Ladebooster machen, kannst du hier nachlesen.

Wann macht ein Ladebooster Sinn?

Ganz klar, wer viel fährt, und fast nie lange an einem Platz verweilt, dazu noch unabhängig vom Wetter sein möchte, ist mit einem Ladebooster gut beraten. Die Batteriekapazität wird auf die maximale Standzeit an einem Platz ausgelegt und der Ladebooster sorgt für das schnelle Aufladen der Wohnraumbatterie während der Fahrt.

Achtung: Auch Ladebooster benötigen für die vollständige Ladung einer Bleibatterie mehrere Stunden Fahrzeit. Ein reines Batterieladen ohne Landstromanschluss ist daher nur mit Lithium Batterien zu empfehlen, da diese Batterien nicht immer ganz voll aufgeladen werden müssen / sollen.

Fahrzeuge mit geregelter Lichtmaschine und Lithium Batteriesystem sollten unbedingt mit einem Ladebooster ausgestattet werden. Das Herabregeln der Lichtmaschinenspannung hat nämlich zur Folge, dass – durch die höhere Spannung der Lithium Batterie – sich diese während der Fahrt eher entlädt, statt geladen wird.

Wie stark sollte der Ladebooster sein?

Für Bleibatterien gilt: maximal 30% der Kapazität als Ladestrom. Also 30A Ladestrom bei einer 100Ah Batterie. Hier würde der 25A Ladebooster ausreichen. Ich weiß wohl, dass ich oben in der Tabelle andere Zahlen angegeben habe – manchmal muss man eben mit Kompromissen leben.

Für Lithiumbatterien gilt: Nicht mehr als 50% der Kapazität (0,5C) als Ladestrom. Das wären dann 45A bei der 90Ah LiFePO4 Batterie. Hier kann man auch davon ausgehen, dass die 90Ah Lithium Batterie nach 2 Stunden Fahrzeit zu 100% aufgeladen ist.

Ladebooster Wohnmobil
Übersicht guter Ladebooster fürs Wohnmobil

Ladebooster im Shop

Autark mit der Wohnmobil-Solaranlage

Solar auf dem Wohnmobil ist die gängigste Lösung um Batterien unabhängig vom Landstrom wieder aufzuladen. Hierbei gibt es aber einiges zu beachten, vor allem wenn du autark reisen möchtest.

Allgemeines zu Solar auf dem Wohnmobil

Solarmodule, die auch im Schatten Strom liefern?
Immer wieder werde ich darauf angesprochen, und leider gibt es hier nur eine Antwort: Von nichts kommt nichts! Solarmodule, die durch ihren schlechten Wirkungsgrad wie CIS Zellen eine enorm große Fläche benötigen, sind in der Tat durch die größere Fläche im Vergleich zu einem monokristallinen Solarmodul im Schatten von Vorteil. Sie liefern dann im Vergleich mehr Strom. Würde man jedoch ein monokristallines Solarmodul mit der gleichen Fläche mit einem CIS Modul vergleichen, wäre der Ertrag im Schatten der Gleiche – aber in der Sonne um 20% höher. Daher sind monokristalline Solarzellen nicht nur die billigste und leichteste Lösung für eine Solaranlage auf dem Wohnmobil, sondern auch die Beste.

Solarstrom im Winter in Deutschland Autark mit Solar im Winter in Deutschland – zwei Welten treffen hier aufeinander. Die Sonne steht tief, dazu gibt es oft Hochnebel oder Regen. Hier kann keine Solaranlage richtig arbeiten und der Solarstrom reicht allenfalls für eine Ladeerhaltung der Batterie, wenn kein Strom entnommen wird. Tut mir leid, aber es ist einfach so, ich habe es selbst einige Winter in Deutschland ausprobiert.

Mit Solarstrom autark im Süden überwintern Hier sieht die Welt ganz anders aus. In den südlichen Gefilden von Europa scheint auch im Winter die Sonne und vor allem steht sie deutlich höher am Himmel als in Deutschland. Das macht sich im Solarertrag deutlich bemerkbar. Als Anhaltspunkt für eine Berechnung der Solaranlage kann man 18Ah/ Tag für eine 100Wp Solarplatte – flach auf dem Womodach – annehmen. Diese Werte habe ich mehrmals selbst am 21. Dezember in Spanien und Portugal gemessen.

Auslegung der Solaranlage fürs Wohnmobil

Wenn du eine Solaranlage auf dein Wohnmobil montieren möchtest, solltest du zuerst einmal wissen, wie viel Platz dir zur Verfügung steht und wieviel Leistung diese Anlage haben sollte. Meist ist es ja so, dass man schon eine ungefähre Anlagengröße vor Augen hat, nur passt diese dann auch wirklich auf das Dach vom Wohnmobil?

Solar auf dem Womo oder tragbare Solaranlage?

Oft werde ich gefragt, ob man nun eine tragbare Solaranlage kaufen, oder besser eine Solaranlage auf dem Wohnmobil-Dach installieren sollte. Ich sage es mal so, beide Anlagen haben ihre Vor- und Nachteile. Die Kombination aus beidem macht bei mir schon seit Jahren recht zuverlässig Strom. Um deiner Entscheidung etwas weiter zu helfen habe ich nachfolgend die Vor- und Nachteile der verschiedenen Solaranlagen zusammengefasst.

Solaranlage auf dem Wohnmobil fest auf dem Dach installiert
VorteileNachteile
  • Liefert immer Strom
  • Bedarf keiner weiteren Arbeit außer vielleicht mal putzen
  • Diebstahlgeschützt
  • Verbraucht keinen Stauraum
  • Nur die Dachfläche begrenzt die Anlagenleistung
  • Liefert bei tiefem Sonnenstand wenig Ertrag
  • Benötigt Freifläche auf dem Dach
Tragbare Solaranlage neben dem Wohnmobil
  • Modul kann der Sonne ausgerichtet und nachgeführt werden – dadurch vor allem im Winter deutlich mehr Tagesertrag!
  • Dach bleibt frei für Surfbretter und Stauboxen
  • Einfach zu installieren und auch ins neue Fahrzeug mitnehmbar
  • Liefert nur Strom, wenn aufgebaut (arbeitsintensiv)
  • Diebstahlgefahr wenn unbeaufsichtigt draußen
  • Um die Mobilität zu erhalten, haben diese Module meist 100Wp

Wie man in der Gegenüberstellung gut erkennen kann, beide Systeme haben ihre Vorzüge. Viele meiner Kunden und auch ich nutzen das mobile Solarmodul oft als Ergänzung im Winter, wenn die Sonne tief steht und zusätzlicher Solarertrag benötigt wird. Aber auch im Sommer nutze ich das tragbare Solarmodul immer wieder, wenn ich mit dem Womo gerade an einem schönen schattigen Platz am See stehe, und von der Solaranlage auf dem Womodach nicht viel zu erwarten ist. Auch hinter der Windschutzscheibe kann so ein tragbares Modul platziert werden, jedoch solltest du bedenken, dass wegen der heutzutage üblichen Wärmeschutzverglasung nur mit etwa 50% der möglichen Leistung zu rechnen ist.

Wieviel Solarleistung wird benötigt

Zur Berechnung der benötigten Solarleistung kann man zwei Wege gehen. Entweder man setzt sich mit Solarertragsrechnern auseinander oder man nimmt eine einfache Grundregel zur Hand:

Die Solaranlagenleistung sollte in etwa der Batteriekapazität entsprechen. Also AH=WP! Willst du im Winter in den Süden und dort einigermaßen autark unterwegs sein? Dann verdopple die Leistung.

Beispiele für den Sommer:

  • Wohnmobil mit Standard-Bordausstattung ohne 230V Wechselrichter: 100-200Wp Solarleistung
  • Wohnmobil mit Kompressorkühlschrank: Min. 200 Ah Batteriekapazität (Blei) und 200Wp Solarleistung.

Welche Solarmodule kaufen?

Solarmodule in drei Ausführungen

  • Monokristalline Solarmodule
  • Polykristalline Solarmodule
  • Amorphe Solarmodule (CIS)

Am meisten verbreitet sind monokristalline Solarzellen. Sie gelten als robust und lassen sich inzwischen günstig herstellen. CIS Zellen sind sehr teuer, wegen dem Bestandteil Indium. Der Vorteil von CIS Zellen liegt im Schwachlichtbereich, wenn es sich – je nach Standort – nicht vermeiden lässt, dass Äste, ein montierter Dachkoffer, die SAT-Anlage oder das geöffnete Dachfenster die Solarmodule teilweise abschatten. Dann kann sich vielleicht ein höherer Tagesertrag gegenüber monokristallinen Zellen einstellen. Berücksichtigt man jedoch Preis und Gewicht, wird es sich kaum lohnen. Für das Geld bekommt man eine vielfache Menge an Solarleistung in monokristallinen Zellen, welche dann bei Sonne ein Vielfaches an Leistung und Ertrag bringen. Das ist wie beim Windrad, sogenannte Schwachwindflügel, liefern mehr Leistung bei schwachen Winden, aber deutlich weniger, wenn der Wind mal richtig bläst.

Glasmodule oder flexible Module?

Module mit Glasoberfläche sind robust und haltbar. Seit über 30 Jahren erprobte Qualität sprechen für sich, Hagel und Äste von Bäumen beeindrucken die Module wenig bis gar nicht. Der Nachteil ist das Gewicht, 100WP wiegen um die 8 Kilo.

Deutlich leichter sind flexible Module. Sie können auch über leicht gewölbte Flächen geklebt werden. Auch auf VW Bussen, wo jeder Zentimeter Höhe entscheidend ist, fühlen sie sich zuhause. Die Sicken im Dach sind bis 5cm Abstand selbst für das Solarmodul flexibel Plus von SolarSwiss kein Problem. Ist der Sickenabstand auf dem Dach größer, dann sollte das flexible, verstärkte Modul verwendet werden. Ebenso auf Dächern, die sehr instabil sind und bei Sonneneinstrahlung zu Wellenbildung neigen.

Meine Empfehlung: Monokristalline Solarmodule aus deutscher Fertigung. Warum deutsche Fertigung? Weil es nicht verkehrt ist Qualität zu kaufen, und das Geld im eigenen Land zu halten.

Welchen Solarladeregler kaufen?

Zu den Solarmodulen brauchts auch einen Solarladeregler, der dafür sorgt, dass die Batterie nicht überladen wird und in der Nacht kein Rückstrom zu den Modulen fließen kann. Heutzutage gibt es zwei unterschiedliche Arten von Solar Ladereglern.

  • MPPT Solarladeregler
  • PWM Solarladeregler

Die Regler unterscheiden sich in der Art wie sie arbeiten. PWM Laderegler schalten das Modul direkt auf die Batterie und überwachen nebenher die Spannung. Wird die Ladeendspannung erreicht, regelt der Solarregler über Pulsweitenmodulation (mehrmals pro Sekunde wird der Stromkreis geöffnet, was verhindert, dass die Spannung weiter ansteigen kann), dass die Batteriespannung konstant bleibt und so eine IUoU Ladekennlinie zustanden kommt.

Der MPPT Laderegler hingegen ist wie ein Spannungswandler, mit der Besonderheit, dass er mit einer flexiblen Eingangsspannung zurechtkommt. Er nimmt die komplette Leistung des Solarmoduls auf, und gibt diese an die Batterie in angepasster Spannung weiter. Bei diesem Verfahren ist die Stromstärke (A) am Ausgang des Reglers höher als der Eingangsstrom vom Solarmodul. Die MPPT Laderegler liefern dadurch einen höheren Solarertrag. Und das nicht nur im Winter oder bei bedecktem Himmel, sondern das ist bei jedem Wetter der Fall. In meinem Artikel über PWM und MPPT Laderegler habe ich das einmal als Versuch dargestellt.

Welcher Hersteller für Solarladeregler?

Es gibt viele Hersteller von MPPT Solarladereglern. Die meisten bauen auch sehr gute Geräte. Früher waren die Geräte von Morningstar (USA) sehr zu empfehlen, aber auch sehr teuer. Heute ist MPPT keine technische Besonderheit mehr, sondern Standard. Ich bin von Morningstar weg, weil die Geräte einen zu hohen Eigenstromverbrauch in der Nacht haben. Votronic und Victron Energy können das inzwischen deutlich besser. Steca als deutsches Unternehmen baut auch sehr gute Solarladeregler, leider haben sie den Sprung auf den MPPT Trend etwas verpasst. Victron Regler lassen sich besser an die Gegebenheiten im Wohnmobil integrieren. Victron Energy und Votronic konnten mich vom Gesamtkonzept überzeugen, weshalb ich diese Hersteller auch in meinem Shop anbiete.

Kurzer Überblick der Solarladeregler:

Victron Energy MPPT LadereglerVotronic MPPT Solarladeregler
  • Große Auswahl von 10-100A Ladestrom
  • Via VE.Direkt lassen sich Anzeigen, USB-Datenkabel und Bluetooth verbinden
  • Per Handy APP steuerbar!
  • Die Smartsolar Serie hat Bluetooth integriert
  • Einstellbare Ladekennline für jeden Batterietyp
  • Lüfterlos – keine mechanischen Bauteile
  • 5 Jahre Garantie
  • Klein und leicht
  • Einfach per DIP-Schalter zu programmieren
  • Für AGM/AGM1, GEL, Nass und LiFePO4
  • Ladeausgang für die Starterbatterie
  • Datenausgang für EBL
  • Anschlussmöglichkeit einer komfortablen Anzeige

Meine Empfehlung: Wer Geld für eine Solaranlage ausgibt, sollte auch die volle Leistung nutzen können. Einige verstehen bis heute den Unterschied nicht, und schauen nur aufs Geld. Damit auch diese Leute den richtigen Regler erwischen, biete ich in meinem Shop, bis auf wenige Ausnahmen bei Solar-Sets mit Niederspannungsmodulen, nur MPPT Laderegler an. Wer wegen dem Preis dann woanders kauft, stört mich nicht. Ich möchte, dass meine Kunden eine optimal funktionierende Anlage bekommen!

Bestellliste der Wohnmobil Solaranlage

Was braucht man alles um eine Solaranlage montieren zu können? Hier eine Bestellliste, mit allen Teilen. Du musst nur noch die entsprechenden Mengen auswählen:

  • Solarmodul
    Solarmodule nach Länge und Leistung. SolarSwiss Module gibt es in verschiedenen Ausführungen. Hier bitte nur gleiche Module kombinieren.
  • Solar-Spoiler
    Das Solarmodul wird mit einem Spoiler verschraubt und dieser wird mit dem Dach verklebt. Der Spoiler sorgt dafür, dass Luft unter das Modul kann und es so etwas kühler bleibt und mehr Leistung abgeben kann. Für SolarSwiss Module gibt es sogar passgenaue ALU-Spoiler, die nicht mal mehr als die üblichen Kunststoffspoiler kosten!
  • Montagekleber für Solarmodule
    Dekaline MS5 wird bei vielen Reisemobilherstellern ab Werk verwendet. Ich biete ein komplettes Klebeset mit Primer und Reiniger an, was für 1 Modul ausreichend ist. Für jedes weitere Modul sollte man eine Kartusche MS5 dazu bestellen.
  • Dachdurchführung
    Eine Abdeckung, die das Loch im Dach sicher vor eindringendem Wasser schützt.
  • Solar-Kabel
    Damit der Solarstrom irgendwie zum Regler kommt, braucht’s noch ein Kabel. Für den Kabelquerschnitt bis 5 Meter empfehle ich 2mm²/100Wp Solarleistung bei 12V Modulen. Haben die Zellen 36V Arbeitsspannung, packt das Kabel die doppelte Leistung.
  • Solarladeregler
    Victron Energy oder Votronic? Victron hat die Bluetooth-Datenübertragen auf das Handy und ist lüfterlos. Votronic kann die Starterbatterie laden. Das sind die Haupt-Unterschiede. Ich favorisiere Victron Energy, hier gibt es auch die längste Garantie mit 5 Jahren.

Der Solarregler wird nun möglichst nah an der Versorgungsbatterie montiert, mit 50 cm Solarkabel in passendem Querschnitt (4mm² bis 200Wp, 8mm² bis 400Wp …).

Solar Set

Alternativ zur selbst zusammen gestellten Solaranlage habe ich verschiedene Solar Sets in meinem Shop. In so einem Solar-Set befinden sich alle benötigten Teile für die Montage auf dem Wohnmobil/Wohnwagen. Nachfolgend ein Beispiel für eine komplette Solaranlage mit einem flexiblen Solarmodul 100Wp (Link zum Set). Natürlich sollte schon eine Batterie vorhanden sein, damit diese von der Solaranlage geladen werden kann.

solaranlage für wohnmobil
Solaranlage flexibel für Wohnmobile und Wohnwagen

Autark durch Generator oder Brennstoffzelle

Ich denke, es macht Sinn, diese zwei Punkte zusammen zu fassen. Denn beide Möglichkeiten dienen in erster Linie als Notlösung, vor allem beim Stromgenerator. Ein Stromerzeuger wie auch die Brennstoffzelle kommen dann zum Einsatz, wenn die Sonne nicht scheint und die Batterie leer ist. Also eine Lösung, wenn ein Notfall besteht.

Leider ist es so, dass man das Wetter nicht beeinflussen kann, und manchmal sogar nur einen schattigen Stellplatz findet. Wenn jetzt die Batteriekapazität für die geplante Standzeit nicht ausreicht, muss mit irgendetwas nachgeladen werden.

  • Wer schon einen Ladebooster eingebaut hat, könnte nun den Motor laufen lassen – kommt das nur einmal im Jahr vor, ist das eine vertretbare Lösung zum Generator, welcher in der Anschaffung auch Geld kostet und beim Betrieb Benzin verbraucht.
  • Oder man benutzt das Notstromaggregat. Aber nicht den 12V Ladeausgang, sondern den 230V Anschluss. An dem wird das Wohnmobil eingesteckt und das Boreigene 230V Ladegerät lädt dann die Batterien auf. Generatoren machen krach, brauchen Sprit und stinken gelegentlich.
  • Fast lautlos geht es mit einer Brennstoffzelle. Der Sprit dafür ist teuer und die Brennstoffzelle selbst ist auch sehr teuer in der Anschaffung. Mit einem hohen Ladestrom ist leider auch nicht zu rechnen. Trotzdem ist die Brennstoffzelle nicht ganz so schlecht, da sie geräuschlos Strom liefert und einen Energieengpass überbrücken kann.

Beispiel für eine Brennstoffzelle

Manchmal lohnt sich sogar der Einsatz einer Brennstoffzelle, mehr als eine Solaranlage auf dem Dach. Hier ein kurzes Beispiel: Ich hatte mal einen Kunden, der reist nur im Winter in Skandinavien. Dort ist mit Sonne nicht zu rechnen. Dazu steht er oft lange an einem Platz ohne zu fahren – ohne Möglichkeit für Landstrom. In diesem Fall ist die Brennstoffzelle echt die einzige Möglichkeit, den Stromverbrauch zu decken – wenn man genug Brennstoff dabei hat.

Beratungsbeispiel

Hier ein einfaches Beispiel:

Stromverbrauch: 50Ah/Tag
Wunsch: 3 Tage autark (auch bei Regen) gerne komplett unabhängig von Landstrom.

Gewohnheiten:
Aus den Reisegewohnheiten ergeben sich verschiedene Lösungswege:

  • Fährst du viel, lohnt sich ein Ladebooster
  • Stehst du viel, vielleicht eher eine Solaranlage. Oder eine Kombination aus beidem.
  • Bist du in Deutschland nur im Winter unterwegs, und stehst nur frei, hilft dir Solar nicht und du brauchst entweder genügend Batteriekapazität um die Standzeit ohne Nachladen zu überstehen, oder du brauchst irgendwoher zusätzliche Energie, wie zum Beispiel Brennstoffzelle oder einen Generator.
  • Überwintern im Süden „freistehend“ benötigt im Idealfall viel Solar und Batteriekapazität um Schlechtwetter-Tage zu überstehen.

Eine mögliche Lösung anhand eines Beispiels:

Du stehst gerne frei ohne Landstrom, willst im Süden überwintern.

Fakten:

  • 3 Tage autark bei Regen: Stromverbrauch 150Ah
  • Erforderliche Batteriekapazität: 160-200Ah in LiFePO4 auf keinen Fall eine Bleibatterie

Energiegewinnung – meine Gedanken dazu:
Da du vermutlich eher länger stehen wirst, und nur wenig fährst, hat das Laden per Lichtmaschine keine Priorität. Solar ist wichtig. Da man das Wetter nicht planen kann, und es durchaus auch mal länger als 3 Tage regnen kann, brauchst du einen Plan B in der Tasche – Generator, Brennstoffzelle oder Landstrom.

Um bei sonnigem Wetter den Tagesverbrauch zu decken, braucht es mit Solar und MPPT Laderegler 400Wp bei Verwendung einer Lithium-Batterie. 100Wp liefern 18Ah Tagesertrag im Winter bei Sonnentiefstand in Spanien und Portugal.
300Wp wären etwas knapp, das sind nämlich 52Ah Tagesertrag, wehe wenn es mal wieder diesig durch Saharastaub ist, oder wechselnd bewölkt. Daher besser 400Wp. Auch lässt sich mit dieser Leistung bei gutem Wetter neben dem Tagesverbrauch auch die Batterie wieder etwas nachladen, wenn sie zuvor wegen schlechtem Wetter entladen wurde.

Warum kein Blei? Ganz einfach, die erforderliche Kapazität für 150Ah liegt bei 300-400Ah in Blei. Bleibatterien sollten am Besten alle paar Tage auf 100% aufgeladen werden. Sie sollten auch mit einem Ladestrom, der im Idealfall nahe 10% der Batteriekapazität liegt, geladen werden. Das wird mit Solar im Winter sehr schwierig bis unmöglich.
Um die Bleibatterie ordentlich laden zu können, sollte eine Solaranlage mit 600-800Wp montiert sein, um den Tagesverbrauch zu decken und die Batterien wenigstens einigermaßen gescheit mit Ladestrom zu versorgen.

Wie man hier gut sehen kann, selbst im sonnigen Süden braucht es im Winter richtig Solarpower. Gut das Doppelte, wie für den Sommer in Deutschland nötig wäre.

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