Wenn die Wohnmobil-Navigation zum Abenteuer wird: In der engsten Gasse bitte wenden, links abbiegen wo kein Weg ist, Ortsdurchfahrten die Nerven kosten oder viel zu niedere Brücken – kennst du das auch von deinem Navi? Dann solltest du vielleicht diesen Artikel über das beste „Navi für Camper“ lesen. Ich habe über die Jahre verschiedenste Navigationssysteme für Wohnmobile ausprobiert, und bin immer wieder reumütig zu meinem bewährten Navi zurückgekehrt. Weil es einfach das beste Navi fürs Wohnmobil ist! Warum ich so überzeugt von meinem Navigationssystem bin möchte ich dir gerne erklären. Viel Spaß beim Lesen dieses Artikels „Wohnmobil Navigation im Test“.

Mit dem Wohnmobil im Ausland unterwegs

In Deutschland sind die Straßen breit und die Ortsdurchfahrten auch für Wohnmobile meist entspannt. Sandwege gibt es so gut wie keine, alle Straßen welche man in Deutschland mit dem Wohnmobil befahren darf, sind befestigt und haben einen Belag.

Im Ausland sieht das jedoch oft ganz anders aus. Je weiter man sich von Deutschland entfernt, desto abenteuerlich können die Straßen werden. Aber auch schon in unserem Nachbarland Polen kann eine Fahrt mit dem Wohnmobil zu einem Abenteuer werden. Dann, wenn dein Navi nicht die Routen wählt, welche mit einem Straßenfahrzeug auch befahrbar sind.

Wohnmobil Navigationsgerät

Diese Unterführung sah mein Navi nicht als Problem an, also Augen zu und durch

Was ich in diesem Artikel verdeutlichen möchte: Ich sage nicht, dass heutige Navigationsgeräte ihre Ziele nicht finden (außer mit der Navi App „CoPilot“ bin ich bisher mit jedem Navi ans Ziel gekommen), sondern die Frage ist einfach WIE mich mein NAVI an das Ziel leitet.

Mein Wohnmobil ist 7,5 Tonnen schwer, 8 Meter lang, 2,35 Meter breit und 3,60 Meter hoch. Ich habe mit Navis schon so tolle Sachen erlebt, damit könnte man schon einen eigenen Artikel schreiben, mit der Überschrift: „Highlights, die du mit einem Navi nicht erleben möchtest!“

Camper Navi: spezielle Routen, andere Sonderziele

Wohnmobil Navigationssysteme sind auf die Wünsche der Camper zugeschnitten: So werden spezielle Routen vorgeschlagen, welche auf Gewicht, Größe, Typ und Geschwindigkeit von Wohnmobil oder Wohnwagen ausgelegt sind. Ein Navi wie das „Becker Transit“ oder „Garmin Camper 760LMT-D“ ist sogar mit zusätzlichen Funktionen speziell auf die Wohnmobil-Navigation zugeschnitten. Insgesamt können Camper-Navi viel mehr als PKW-Navi, was auch die höheren Preise für diese speziellen Navigationsgeräte für Camper erklärt / rechtfertigt.

Navi für Wohnwagen?

Spezielle Navi für Wohnwagen gibt es nicht – Wohnmobil Navigationsgeräte zu verwenden ist hier empfehlenswert.

Fest eingebautes Navigationsgerät, mobiles Navi oder doch eine Navi App?

Es gibt drei unterschiedliche Navigationssysteme für Wohnmobile:

Fest eingebautes Navigationssystem

Meist kombiniert mit einem Radio und CD Player. Bei manchen Geräten sind Kartendaten auf einer CD / DVD gespeichert. Wenn man navigieren möchte, fällt Musik über CD hören wegen der Karten Disk leider aus. Grundsätzlich sind fest eingebaute Navigationssysteme die teuerste Variante. Weil sich auch bei dem Navigationsgerät die Technik weiter entwickelt, ist ein Austausch auf ein neueres Gerät automatisch teurer als bei einem mobilen Navigationsgerät. Ich persönlich finde es umständlich, wenn ich zwischen dem Navigieren extra auf Radio umschalten muss, nur weil ich einen anderen Radiosender einstellen möchte. Während ich am Radio herumspiele, kann ich nicht auf die Karte vom Navigationssystem schauen.

Der Vorteil ist aber, dass durch den Festeinbau keine Kabel auf dem Armaturenbrett herumliegen. Meist ist auch eine externe GPS Antenne eingebaut, welche für einen guten Satellitenempfang sorgt.

Mobiles Navigationsgerät

Mobile Navigationsgeräte sind eine weiterverbreitete Art der Wohnmobil Navigation. Das tragbare Navi einfach an der Windschutzscheibe befestigen, (oder wie bei mir direkt am Armaturenbrett, neben dem Lenkrad). Bei Bedarf sind sie diebstahlsicher mitzunehmen, wenn Ihr Wohnmobil mal unbeaufsichtigt steht. Mobile Camper Navis, wie mein Becker Transit, sind auch deutlich günstiger – im Vergleich zum fest eingebauten Navi im Wohnmombil. Mobile Navigationsgeräte dienen nur zum Navigieren – so kann ich gleichzeitig mein Radio bedienen und aufs Navi schauen, verpasse so keine Abzweigung oder ein Tempolimit.

mobiles Navi im Wohnmobil

Becker Transit Truck & Camper Navi

Handy Navi App

Fast jeder hat inzwischen ein Smartphone oder Tablet. Diese haben alle einen GPS Empfänger eingebaut. Es gibt inzwischen unheimliche viele Navi Apps zum Download, teils kostenlos, teils kostenpflichtig. Die bezahlbaren Navi Apps kosten in der Regel zwischen 70 und 120 Euro und gehören somit, neben der Karte aus Papier, zu der billigsten Navigationslösung überhaupt. Navi Apps sind oft schwer zu bedienen auf dem kleinen Bildschirm, sie fressen schnell den Akku des Smartphone leer und haben selten Zusatzfunktionen, wie Tempolimits, Radarwarner oder eigene POI Eingabe.


Worauf sollte ich beim Kauf eines Navigationssystem für mein Wohnmobil achten?

Ein gutes Camper Navi sollte folgende Funktionen auf jeden Fallen haben:

  • Flexible Form der Koordinaten Eingabe
    Viele Wohnmobilstellplätze sind nur mittels Geo Koordinaten zu finden. Dein neues Camper Navi sollte diese Funktion unbedingt unterstützen. Beim Becker Navigationsgerät kann man Koordinaten von Wohnmobilstellplätzen sogar in beliebiger Schreibweise eingeben. Das erspart lästiges Umrechnen der Koordinaten.
  • POI Wohnmobilstellplätze aufs Navi übertragen.
    Die meisten Navigationsgeräte können selbst aufgespielte Wohnmobilstellplätze als POI anzeigen. Die Installation ist bei einigen Geräten nicht ganz einfach. Bei meinem Becker Transit 5 LMU zum Beispiel musste ich die POI Wohnmobilstellplätze als KML / KMZ Datei aufs Navigationssystem übertragen, vorher erst noch mit dem Texteditor bearbeiten. Erst danach hat mein Becker Transit später auch die richtigen Symbol in der Karte anzeigt.
  • 43 Länder sollte das Navi kennen,
    denn ich weiß nicht wohin ich in 3 Jahren in den Urlaub fahren möchte. Darum ist es immer gut, wenn das Navigationsgerät sich in ganz Europa auskennt. Von Griechenland über Kroatien bis Portugal oder in den Norden bis zum Nordkap sollte ein Camper Navi schon navigieren können.
  • Kartenupdate Navi – ein lebenslanges Kartenupdate sollte mit drin sein.
    Achten Sie beim Kauf auf den Zusatz LMU was bei Becker Lifetime Map Update bedeutet. Lebenslange Kartenupdates zahlen sich in kurzer Zeit aus, weil man schon nach kurzer Zeit die Mehrkosten eingespart hat. Dazu kann man so auch in Zukunft immer auf aktuelles Kartenmaterial vertrauen.
    ACHTUNG: manche Navigationsgeräte Hersteller bauen aber eine Falle ein. Sie müssen sich nach Kauf Ihres Navigationssystem auf der Herstellerseite registrieren. Dann das lebenslange Kartenupdate aktivieren! Tun Sie das nicht direkt nach dem Kauf, ist meist nach wenigen Tagen oder Wochen die Zeit verstrichen, Sie müssen Kartenupdates trotzdem teuer bezahlen.

Navi App für Wohnmobil Navigation

In Zeiten von Smartphone und Tablets gibt es auch immer mehr Navigations Apps, welche den Fahrer ans Ziel führen. Vorteile dieser Navi App´s sind die geringen Investitionskosten. Meist kann man Karten offline verfügbar machen, dass heißt die Karte wird auf dem Smartphone selbst gespeichert. Während der Navigation wird keine aktive Internetverbindung benötigt. Der Funktionsumfang einer Navigations App ist aber meist sehr gering, es lassen sich keine Wohnmobilstellplätze POI installieren und die Eingabe von Fahrzeugmaß sowie Gewicht sucht man gar vergebens. Überhaupt konnte ich mich mit der Handhabung bisher nicht anfreunden, weil mein Smartphone in erster Linie zum Telefonieren gebraucht wird.

Vergleich: Handy Navi Apps

kostenlose Navi App HERE

Here Navi App

Navigation mit HERE auf dem Smartphone

HERE“ bietet alle Navigations Grundfunktionen, ist kostenlos und man kann sich offline navigieren lassen. Sogar ein Geschwindigkeitswarner ist vorhanden. Ich habe festgestellt, dass die Zieleingabe exakt sein muss, sonst findet das Navi den Zielort nicht, verweigert die Navigation. Die Eingabe von GPS Koordinaten ist bei Here durchaus einfach und schnell. Oder man wählt den Zielpunkt auf der Karte, falls man zufällig weiß, wo sich dieser überhaupt befindet.

Sprachansagen sind klar und deutlich, Offline Karten für komplett Deutschland sind 1Gb groß. Es lassen sich auch kleine Karten für die einzelnen Bundesländer herunterladen. Die offline Navigation funktioniert gut, auch der nächste MC Donalds oder Grieche kann offline gefunden werden.


Navigation mit Google Maps

Google Maps App

Navigation mit Google Maps App

Google Maps nutze ich selbst immer wieder mal für kurze Strecken, mit meinem Fahrrad oder in der Stadt zu Fuß. Ich kann Karten offline verfügbar machen, sie benötigen aber sehr viel Speicher, trotz eines nur kleinen speicherbaren Kartengebiet.

Die Navigation mit Maps ist sehr gut, Sprachansagen sind sauber und so lange man eine Internetverbindung hat, ist Maps eine tolle Notlösung, wenn gerade kein Navi zu Hand ist. Wegen dem Datenverbrauch, sollte man auf jeden die einfache Kartenansicht statt der Earth-Karte wählen. POIs lassen sich auf Maps speichern und sind auf jedem Gerät nach der Anmeldung bei Google sichtbar. Jedes POI muss aber von Hand eingegeben werden. Da Google Maps Daten verbraucht, ist Google Maps als Navigations App im Wohnmobil, gerade fürs Ausland, meiner Meinung nach nicht geeignet.


Navi App Maps.me

Maps.me Handy APP

Navigation mit MAPS.ME auf dem Smartphone – incl. Stellplatz POI

Offline Karten (2Gb für Deutschland) sowie online Koordinaten Eingabe sind in Ordnung. Versucht man jedoch eine Adresse offline einzugeben wird diese sehr oft nicht gefunden. Dafür kann diese Navi App eigene POIS anzeigen. Der Import ist kinderleicht. Die Navigation mit Maps.me funktioniert soweit ganz gut, man kommt ans Ziel. Viele Sprachansagen sind aber unnötig – so wird sehr oft auf „Links halten“ oder „rechts halten“ angewiesen, obwohl weit und breit keine Kreuzung in Sicht ist, sondern lediglich eine kleine Straße von rechts oder links einmündet. Der Akkuverbrauch ist gigantisch, mein Handy wird nicht nur sehr warm, es braucht auch gute 10% Akku auf 15 Kilometer Strecke.

Maps.me, eine Navigations App mit KML/KMZ POI Importmöglichkeit! 

Navi App Maps.me im Einsatz:

maps.me

Wohnmobilstellplätze in Navi selbst einfügen + navigieren

Beispiel POI auf Navi App

Zu jedem POI lässt sich eine Beschreibung eingeben.

Wohnmobil Navi App Vergleich 2017

großer Navitest

Navi Test | App vs mobilem Navigationsgerät im Wohnmobil

Bei meinem NAVI APP TEST, durchgeführt über mehrere Wochen hinweg, habe ich Navigation Apps wie MAPS.ME, GOOGLE MAPS und HERE im Wohnmobil benutzt. 3 unterschiedliche Navi Apps mit Stärken und Schwächen. Mein Fokus lag auf offline Navigation mit dem Smartphone, weshalb Google Maps direkt ausscheidet. Es lassen sich bei Google Maps nur kleine Karten offline Speichern, und diese sind gigantisch groß. Vor Fahrtbeginn mit dem Wohnmobil muss man also erst den entsprechenden Kartenbereich am heimischen Wlan herunterladen. Wenn das heimische Wlan jedoch mit Mobilfunk versorgt wird, ist nicht gerade praktikabel. Zwar ist die Datenmenge welche Google Maps bei der online Navigation verbraucht nicht besonders groß, aber in Gegenden ohne Mobilfunkabdeckung oder im Ausland steht man trotzdem wieder vor einem Problem. Trotzdem ist die Navigation mittels Google Maps, wenn sie läuft, einwandfrei – klare Ansagen und keine Fehler. Straßennamen werden sogar auch mit angesagt. Bei EDGE Empfang dauert die Routenberechnung ewig.

Daher kommen wir gleich zur Offline Navigation mit Navi APPs für Handy und Tablet.

Navi App vergleich

Becker Transit vs. Maps.me

Zuerst hatte ich MAPS.me getestet, weil ich mit dieser App auch gerne wandern gehe. Mapsme ist komplett kostenlos, Karten lassen sich für Landkreise, Bundesländer oder ganze Länder nach Bedarf herunterladen. Sie haben viele Informationen zu Parkplätzen, Restaurants und bei Wanderungen wird jeder noch so kleine Trampelpfad im Wald angezeigt. Auch Treppen auf Waldwegen sind verzeichnet, was interessant für barrierefreie Nutzung ist, wenn man Maps.me als Radfahrer nutzen will. Als Fahrrad Navi taugt Maps.me jedoch nicht so viel, weil es ohne externen Handyakku schnell den Akku leer gesaugt hat. Wanderwege lassen sich als KML Track in Maps.me einfügen und man kann unterwegs offline auf dem Handy navigieren. Aber bleiben wir beim Handy Navi im Auto bzw. Wohnmobil. Maps.me brachte mich immer ans Ziel – soviel zum positiven Aspekt. Leider hat es einige Darstellungsfehler während der Navigation, so war zum Beispiel immer wieder die Zielflagge auf der Karte zu sehen oder eine POI Stecknadel war als Bildfehler ständig auf dem Display. Ich sollte auf einer Durchgangsstraße im Ort wenden, wobei alle anderen Navisysteme das Wendemanöver durch drei mal abbiegen lösten. Dank KML POI import per Email oder Messenger lassen sich auf Maps.me auch Wohnmobil Stellplätze abspeichern. Endlich eine Camper Navi App mit Wohnmobilstellplatz POI!! Meine Meinung zu Maps.me : Ein guter Ansatz mit sehr viel Potential nach oben.

Navi App

Maps.me Navi App im Einsatz.

Wenn ich nichts anderes kennen würde, würde ich Maps.me sogar als Navi App empfehlen können.

Aber es gibt noch HERE, die kostenlose Navi App von ehemals Nokia. Auch mein Becker Navi nutzt HERE Kartenmaterial, welches sehr gut ist. Wenn man von MAPSME zu HERE wechselt, kommt man aus der Steinzeit in die Neuzeit. HERE findet den nächsten MC Donalds um Pirna tatsächlich in Pirna und nicht in Berlin wie Maps.me. Beim Navigieren mit HERE erfreut man sich schnell an den klaren Ansagen mit kleinen Zusatzinfos wie „die zweite Straße rechts“ „rechts abbiegen und danach links“ so kann ich schon direkt die passende Spur nach dem Abbiegen wählen. Ansagen kommen punktgenau und nach wenigen Kilometern mit HERE fällt auch der geringere Akkuverbrauch dieser Navi APP auf. Es wird zwar trotzdem enorm viel Akku verbraucht, aber mein Handy glüht nicht mehr, sondern wird nur noch warm. Leider lassen sich bei HERE keine Wohnmobil Stellplatz POIs importieren, weshalb man die Stellplatzkoordinaten am besten von Hand eingibt.

Beste Navi App für Wohnmobile

Wenn es eine kostenlose Navi App sein soll, dann führt kein Weg an HERE als wirklich gute Navigation App vorbei. Kostenpflichtige Navi Apps habe ich aus folgendem Grund nicht getestet: Das Smartphone Display wird einfach nicht größer, deren Bedienung kann nicht viel besser sein als bei HERE oder Google Maps. Auch wenn die eigentliche Navigation bei Bezahl-APPs vielleicht besser ist, Nachteile einer Handy App bleiben bestehen. Für Kurze Strecken mit dem Zweitwagen nutze ich HERE, aber wenn ich mit meinem Wohnmobil fahre, bleibe ich beim bewährten Becker Navi.

Sonderfall CoPilot

Durch einen anderen Blog wurde ich auf Copilot aufmerksam. Es handelt sich dabei um eine kostenpflichtige APP, welche speziell auf die Bedürfnisse der Campingfreunde zugeschnitten ist. Ein echtes Camper Navi fürs Handy oder Tablet. Ich habe mir die Wohnmobil Navi App direkt mal gekauft und heruntergeladen. Als Sommer Spezial gab es gerade 20% Rabatt – weshalb diese APP nur noch knapp 50 Euro kostete.

CoPilot Wohnmobil

Erster Eindruck: CoPilot Wohnmobil scheint auf den ersten Blick wirklich die umfangreichste Navi App zu sein, die es bisher auf dem Markt gibt. Wenn diese Camper Navi App hält was sie verspricht wird sie mein Becker Navi ersetzen können!

CoPilot arbeitet mit HERE Karten, wie mein Becker Navi auch. Ich weiß also, dass ich mich auf die Navigation verlassen kann. Wie sich die Navi App in der Praxis bewährt, habe ich auf meiner Reise durch Polen, Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal mehr als ausgiebig testen können.

Navigation, telefonieren und Musik hören mit einem Gerät

Alles mit einem Gerät machen ist eine tolle Sache. Ich habe mein Handy so eingerichtet, dass die Navi App und Musik von Spotify während der Fahrt per Bluetooth an das Autoradio übertragen werden. Anrufe werden gleichzeitig, bzw. bei Bedarf an mein Bluetooth Headset ans Ohr weitergeleitet. Eine tolle Sache wie ich finde, denn die Musik wird bei einer Sprachansage etwas leiser und wie von Geisterhand danach wieder lauter. Das klingt schon richtig professionell. So gerüstet fahren wir nach Polen und schauen mal, wie sich das Navi so schlägt.

CoPilot – kleine Schwächen bei der Programmierung

Leider gibt es bei der Navigation ein kleines Problem, denn CoPilot ist leider etwas grausam programmiert. Trotz des gleichen Kartenmaterials von HERE, wie auf meinem Becker Navi, gibt es große Unterschiede in der Qualität der Navigation.

  • CoPilot wollte in Polen ständig irgendwelche Sandwege fahren, statt einfach der geteerten Straße zu folgen. Meiner Meinung kann die Software nicht zwischen befestigten und unbefestigten Wegen unterscheiden.
  • Auch in Deutschland werden Park- und Stellplätze gerne von hinten über einen Feldweg angefahren, statt den einfachen Weg normal über die Straße zu nehmen.
  • Einmal war in Deutschland 5 km vor dem Ziel die Fahrt zu Ende, das Navi schickte mich auf einer Kreuzung abwechselnd in alle Richtungen. Da ich die Stelle sogar kannte, und eigentlich wusste wo ich hinfahren musste, machte ich das Spiel etwas mit, weil ich herausfinden wollte wo der Fehler liegt. Aber ich konnte keinen Fehler an meiner Fahrweise feststellen. Frau Becker, welche parallel ein Auge auf CoPilot hatte war etwas verwundert was ich hier für einen Müll zusammenfahre.
  • In Frankreich hatte ich keine Lust mehr auf Copilot, es war mir einfach zu anstrengend mit einem 7,5 Tonnen Wohnmobil sämtliche sinnfreien Wege auszuprobieren statt einfach stressfrei am gewünschten Ziel anzukommen. Hier überließ Frau Becker das Kommando.
  • In Portugal kam CoPilot noch ein letztes Mal kurz zum Einsatz. Mit gleichem Ergebnis. Ich hätte es echt mal fotografieren müssen, welche Sandwege ich da hätte fahren sollen.

Hierzu noch ein kurzes Video:

Natürlich ist nicht alles schlecht:
Positiv ist zu erwähnen, dass CoPilot deutlich weniger Strom braucht als die erstklassige Navigation mit Google-Maps.

Kundenservice

Ich habe nicht aufgegeben und mich hingesetzt und den Kundenservice angeschrieben. Ich habe Routen mit Koordinaten zusammengestellt, auf denen man schon auf Google Maps sehen kann, dass die geplante Route ein Ausflug in den Pampas geben wird. Parallel dazu Screenshots vom Becker Navi mit der gleichen Route.

Sie haben geantwortet, sogar ziemlich schnell, nur leider haben sie zuerst einmal alles auf den Kartenhersteller geschoben, welchen man anschreiben möchte. Dann gab es einen Lösungsvorschlag welcher natürlich in einer unbekannten Gegend sehr hilfreich ist. Ich soll „vorher die Alternativroute auswählen“. Dann würde ich nicht über den Feldweg geschickt werden.

Meine Alternative wäre noch: Gleich nach Karte fahren, dann muss man sich nicht das Gequengel der Labertasche anhören, welche eh keine Ahnung hat.
Die Sache mit dem Kundendienst hat sich dann im Sande verlaufen – auf einen Lösungvorschlag warte ich noch bis heute, genauso wie auf ein Update.

Zwischenfazit CoPilot

Die mit ganz großem Abstand grausamste Wohnmobil Navigation! Ich scheine auch nicht der Einzige mit dieser Meinung zu sein. Andere Blogleser haben mir schon ähnliche Erfahrungen bestätigt.

Spart euch das Geld – es gibt echt bessere Navi Apps.

Bestes Navigationssystem für Wohnmobile

Grundsätzlich sind Navi Apps für Camper in meinen Augen eine nette Spielerei, für den gelegentlichen Einsatz ganz brauchbar. Alle Navigation Apps brauchen während der Navigation viel Strom, weshalb das Smartphone unbedingt am Ladekabel angeschlossen sein sollte. Kommt ein Anruf rein, ist es vorbei mit der Navigation im Wohnmobil.

Was mich auch ziemlich gestört hatte: meine Handy App wollte immer den relativ kürzesten Weg fahren, was dazu führte, dass ich teilweise mit dem Wohnmobil durch den Ort statt über die Umgehungsstraße um den Ort herum geschickt wurde. Garmin und Tomtom Navis sind jedoch kaum besser. Einziges Navigationsgerät, welches diese einfache Übung anstandslos meisterte, war das Becker Transit.

Ich denke, je größer ein Wohnmobil ist, desto besser sollte das Camper Navigationsgerät seinen Dienst tun. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich mich weder von einem TomTom noch von einem Garmin Camper Navi zuverlässig führen lassen kann. Im Ausland wie zum Beispiel Spanien, Italien oder Portugal gibt es viele enge Ortsdurchfahrten sowie Schleichwege, welche man nicht unbedingt fahren möchte, wenn man sich gerade auf einer größeren Tagesetappe befindet. Das Becker hat mich immer schön um alle Orte navigiert, dazu zuverlässig alle Mautstraßen vermieden.

Becker Transit Navi

Navigationssystem Becker Transit

Testsieger meines CAMPER NAVI Vergleich 2017 war das „Becker transit.5 LMU Truck und Camper Navigationsgerät“. Dieses führt zuverlässig ans Ziel, man kann Ziel-Koordinaten in beliebiger Schreibweise eingeben und hat eine schöne 3D Karte, welche den Straßenverlauf inkl. Berge anzeigt. Für mein 7,5 Tonnen Wohnmobil sind Berge immer eine Qual. Dank der Höhenprofilanzeige in der Routenvorschau kann ich einfach die flachste Strecke auswählen – wenn mir danach ist.

Die größten Ausfälle hatte ich bisher mit dem Garmin Nüvi, welches nur wenige Monate lang im Einsatz war. Die Routenführung – eine Zumutung. Die Kartenansicht ist grausam, langsam war es dazu auch noch. Inakzeptabel für ein Camper Navi der Oberklasse, welches damals über 300 Euro gekostet hat. Darum kaufte ich für mein Wohnmobil nach dem Garmin Nüvi wieder ein Becker Camper Navi, den Vorgänger meines aktuellen Tranist 6 LMU.

Becker transit.5 LMU Truck und Camper Navigationsgerät (12,7 cm (5 Zoll) Display, 47 Länder Europas vorinstalliert, lebenslange Kartenupdates)
Preis: EUR 263,89
Sie sparen: EUR 55,11 (17 %)
20 neu von EUR 173,3150 gebraucht von EUR 138,01

Mein Fazit: Bestes Navi für Wohnmobile kommt von Becker

Jedes Navi für Camper hat Stärken und Schwächen. Beim Becker ist die Integration der POI Dateien etwas umständlich. Akkus sind von minderer Qualität. Da ich Ersteres aber nur einmal erledigen muss und das Navi sowieso immer auf dem Navihalter mit Ladekabel steckt, stören mich schwache Akkus wenig.

Ich freue mich dafür lieber über eine klare, rechtzeitige Sprachansage. Spur- sowie Kreuzungsassistenten sind integriert, und wenn es sein muss, kann ich dank Bluetooth mein Becker Transit sogar als Freisprecheinrichtung benutzen. Routen werden nach meinen Wünschen sowie anhand statistischer Verkehrsdaten berechnet, welche sich das Navi per Wlan aus dem Internet kostenfrei updatet. Staumeldungen werden auf Wunsch genauso berücksichtigt. Sollte auf meiner Route ein Stau auftreten, schlägt dieses – meiner Meinung nach bestes – Camper Navi eine Alternativroute vor. So wie es sein soll.

✓ Läuft! Wenn, dann richtig - irgendwas ist ja immer
Berg-, Meer- und Seeblick - von einem Platz aus

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