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Die größte Renovierungsmaßnahme in der Geschichte meines Wohnmobils startet heute. Das Dach muss neu mit Epoxidharz beschichtet werden. Heute soll es endlich losgehen. Damit ich wetterunabhängig arbeiten kann, fahre ich das Wohnmobil in die Halle. Es passt gerade so rein.

Halle fast zu klein
Passt – gerade so

 

Das Hauptproblem sind Risse im Dach, die ich gestern beim Putzen gefunden habe (ein Foto ist zwecklos, man erkennt darauf nichts). Es ist schlicht Materialauflösung, wahrscheinlich durch das Alter. Da der Aufbau meiner Dachfläche aus einer Holz-Sandwich-Verbundbauweise besteht, ist es wichtig, dass die äußeren Holzflächen vor Feuchtigkeit geschützt sind. Risse in der GFK-Beschichtung können hier fatale Auswirkungen haben. Ich werde das ganze Dach mit einem speziellen, relativ elastischen Epoxidharz beschichten, um eine durchgängige neue Schutzschicht zu erhalten. Natürlich muss dazu alles vom Dach runter, sonst habe ich wieder Kanten, an denen Wasser eindringen könnte.

auf keinen Fall schrauben
Geschraubte und geklebte Aluschiene

 

Ein großes Problem, das mir schon lange im Magen liegt, sind die Schienen für den Dachträger, oben links im Bild. Diese sind geklebt und geschraubt. Durch die Schrauben kann Wasser in das Holz eindringen. Vor einem Jahr habe ich das alles mal mit Sikaflex abgedichtet, damit es vorerst dicht ist. Heute würde ich Dekalin nehmen, das geht wenigstens wieder ab.

Solar auf Wohnmobil
Womo in der Halle

 

Alu-Leiste auf Dach
Das Problemkind

 

Hier oben sieht man übrigens sehr gut, wie das Sika entlang der Aluschiene wieder eingerissen ist. Aus genau diesem Grund hat Sika auch an einem Fenster nichts zu suchen. Das Material arbeitet einfach zu stark und Sika kann diese Bewegung nicht ausgleichen.

Vorbereitung – Alles muss runter

Dach am Wohnmobil neu abdichten
Lösen der Schiene

 

An den Enden war die Schiene schon komplett lose, dafür hat sie in der Mitte umso besser gehalten. Ich habe mir vier Stunden lang die Zähne daran ausgebissen, bis ich sie endlich vom Dach hatte.

Multitool
Schneidgerät für Autoscheiben

 

Der Scheibenschneider, mit dem Autowerkstätten Windschutzscheiben herausschneiden, konnte auch nichts ausrichten. Dafür habe ich mir damit einen Teil der Lackschicht weggeschnitten.

Knochenjob
Stück für Stück

 

Reisemobil Dach undicht
Schlachtfeld

 

Letztendlich habe ich die Schiene der Länge nach in drei Teile zerschnitten und jeden Streifen mühsam mit dem Messer heruntergeschnitten. Das klappte am besten. Die erste Seite ist ja immer zum Üben da – bei der zweiten Schiene auf der rechten Seite geht's morgen dann hoffentlich schneller.

Holz Wohnmobil Dach
Abgelöste Dachhaut – darunter Holz

 

Hier sieht man schön, dass der Aufbau wirklich aus Holz besteht. Da kann man auch mal den Hammer fallen lassen, ohne dass dieser gleich Dach und Bodenplatte durchschlägt, wie bei manch anderen Wohnmobilen.

Solardach Wohnmobil
Erste Schiene ist demontiert

 

Soweit so gut, für heute ist genug gearbeitet. Irgendwie hatte ich schon so eine Vorahnung, dass das mit dem „mal eben das Dach renovieren" sicher wieder in so eine Katastrophe ausartet. Jetzt habe ich angefangen und muss das wohl oder übel durchziehen.

Meine Baustelle hat wohl ziemliches Aufsehen erregt. Ich wurde jetzt schon mehrfach gefragt, warum ich das überhaupt mache. Also nochmal von vorne:

Die Kabine – Auszug aus dem Wertgutachten:

„Die Kabine wurde als Einzelanfertigung vom Vorbesitzer mit seinen Arbeitskollegen (Ingenieurbüro) entwickelt, gebaut und ausgebaut.
Die rahmenlose, selbsttragende Sandwichkabine aus wasserfestem, kunstharzverklebtem Hartsperrholz wurde vollflächig mit Epoxidharz druckverklebt mit kleinzelligen PU-Hartschaumplatten. Die Kabine wurde zusätzlich mit GFK-Beschichtung und umlaufenden GFK-Eckprofilen versehen und ist absolut wasserdicht und hagelfest. Das Dach ist vollflächig begehbar. Wandstärke 50 mm, Bodenplatte 60 mm.
Der hintere Teil der Kabine hat einen zusätzlichen Doppelboden. Die Gesamtkonstruktion ist mit 50 mm bzw. 60 mm Wandstärke extrem gut isoliert und absolut kältebrückenfrei. Die Innenhöhe beträgt 2,30 m, im Bad- und Kinderzimmerbereich durch den doppelten Boden immer noch 1,90 m. Die komplette Kabine ist mit einem grauen Schlingenteppich ausgekleidet."

Soweit so gut. Nun hat die ganze Sache aber einen Konstruktionsfehler. Auf dem Bild unten sieht man das Problem.

Alu-Leiste auf Dach
Das Problemkind

 

Zwei Aluleisten, die als Dachträgeraufnahme dienen, sind statt nur geklebt auch noch mit je 20 Schrauben auf dem Dach verschraubt. Die Schrauben sind das Problem: Durch die verschiedenen Wärmeausdehnungskoeffizienten von Holz, Alu und GFK werden die Schrauben im Lauf der Jahre undicht und es kann Wasser in das Holz gelangen. Genau das gleiche Problem hatte ich schon an der Rückwand, wo die gleichen Halter montiert sind. Auf dem Dach steht aber manchmal tagelang Wasser oder Schneematsch, und jedes noch so kleine Loch bringt Wasser in den Aufbau. Zwar ist Wasser im Holz nicht ganz so schlimm, da das Holz wasserfest verleimt ist. Trotzdem brauche ich das nicht – gegen Wasser bin ich allergisch.

Ein weiteres Problem sind kleine Risse im GFK. Die entstehen vor allem durch starke Hitze im Sommer, da altert das Material besonders schnell. GFK ist zwar sehr robust, aber durch die dreimal so starke Ausdehnung bei Wärme gegenüber Alu wird das Material sehr stark beansprucht und reißt dann eben mal. Die Regelstandzeit von GFK beträgt 20 Jahre, danach kann es passieren – muss aber nicht. Bei manchen auch schon viel früher.

Da der Aufbau nun 20 Jahre alt ist, mache ich mir da auch keine weiteren Gedanken.

Nachdem das Dach mit möglichst grober Körnung angeschliffen wurde, kommt eine Epoxidharz-Versiegelung auf das Dach. Dabei ist wichtig, dass sich das Harz gut mit dem Untergrund verbindet und dort auch bleibt – aber das ist bekanntlich eine Eigenschaft von Epoxidharzen: Einmal irgendwo angebracht, bringt man es nie wieder weg. Dazu muss es wasserdicht sein. Ich habe mir das V6-32 empfehlen lassen. Der Vorteil davon ist, dass ich es gleich in Wagenfarbe bekommen konnte. So muss ich hinterher nichts mehr lackieren und habe eine glänzende Oberfläche.

Dach von Wohnmobil reparieren
Bis auf einen Träger alles fertig

 

Heute bin ich mit der vorderen Hälfte ziemlich fertig geworden. Einen Halter muss ich noch zur Hälfte wegschneiden, dann ist alles weg, was stört, und ich kann mit dem Schleifen beginnen.

Wohnmobildach mit Epoxidharz beschichten

Heute habe ich Muskelkater. Jeder Muskel ist nach der zehnstündigen Schinderei von gestern zu spüren. Umso entspannter verläuft der heutige Tag.

Vorbereitetes Dach Wohnmobil
Fertig – Dach ist bereit zum Beschichten

 

Der letzte Träger ist schnell heruntergeschnitten und die Dachluke geht auch schnell raus, allerdings löst sich ein Stück Dachhaut mit ab. Ist aber alles nicht schlimm – was nicht hält, muss eh weg. Mit einem Schwingschleifer und 80er-Papier wird alles angeschliffen. Danach sieht das Dach schon wieder ganz gut aus.

Nun kommt das Knifflige: das Harz auf das Dach bringen. Ich bin darin nicht so geübt, und meistens endet es in einer Riesenschweinerei.

Epoxidharz anmischen
Epoxidharz, Waage, Rührstab und Handschuhe

 

Egal wie – das Wichtigste ist das Mischungsverhältnis. 2:1 muss gemischt und dann sehr gut durchgerührt werden. Ich nehme eine Küchenwaage zur Hilfe, damit kann ich auf das Gramm genau mischen. Die Harzspezialisten haben mir alles benötigte Material wie Walzen, Messbecher und Rührstab mitgeliefert. Nun kann es losgehen. Normalerweise habe ich ja die Ruhe weg und kann in der unmöglichsten Situation noch in aller Ruhe ein Foto machen, aber heute muss es schnell gehen, zumal ich nicht weiß, was mich erwartet.

Ich stelle mir einen Countdown von 25 Minuten am Handy – die Topfzeit beträgt 35 Minuten. Dann weiß ich, wann ich zum Ende kommen muss. Nach dem Mischen geht's los. Das Material ist super dünnflüssig und lässt sich sehr einfach aufgießen und verteilen. In offenes Holz zieht es ein und sorgt so für eine sehr stabile Oberfläche.

Untergrund vorbehandeln Harz
Das Harz verbindet sich gut mit dem Holz

 

Hier war ein großer nackter Holzfleck.

Harz in mehreren Schichten
Die erste Schicht Epoxidharz vorne

 

Das ist das Ergebnis mit 1,2 Kilo Harz. Bis zur Dachluke hat es gereicht, die 30 Minuten reichten gerade so. Ich habe 50 % über die GFK-Eckprofile gewalzt, damit ich eine geschlossene Oberfläche über die Kante bekomme. Mir gefällt es schon mal sehr gut – fünf Jahre nicht gewaschen und sieht immer noch aus wie neu 😉

Das Material ist genial, und wenn es nun auch noch so robust wie versprochen ist, werde ich einmal darüber nachdenken, das Womo irgendwann komplett damit zu streichen. Zum Flicken vorab ist es auch sehr gut geeignet.

Nach 17 Stunden ist das Harz so weit ausgehärtet, dass es nicht mehr klebt und schleifbar ist. Mit dem Schwingschleifer gehe ich einmal leicht über die Fläche, um grobe Unebenheiten und Einschlüsse durch Dreck auszugleichen. Das Dach sollte dabei im Wasser sein, damit das Harz nicht wegläuft. Darum habe ich das Womo vor der nächsten Schicht erst einmal geradegestellt.

Weil es so leicht ging, habe ich die hintere Solaranlage auch kurz heruntergeschnitten. Damals hatte ich hinten einen anderen Kleber verwendet, der lange nicht so zäh wie Sika ist. So habe ich jetzt bis an die hinteren Dachluken eine durchgehende Fläche.

Reisemobil Dach undicht
Fertig für die zweite Lage Epoxidharz

 

Weil ich alleine das Zeug schlecht vom Dach schaffen kann, habe ich das hintere Viertel als Lagerfläche missbraucht. Da stapeln sich 600 Wp Solarpower!

600 Wp Solar zu verbauen
Das Materiallager

 

Bis an die Dachluken werde ich nun beschichten.

Trocknungszeit Epoxidharz
Nun heißt es warten

 

Frisch beschichtet: das Wohnmobil-GFK-Dach
Sieht schon toll aus

 

Die Schichtdicke von heute beträgt 0,3 mm – gut vier Liter habe ich verarbeitet. Für heute ist Feierabend.

Montage der Dachluken und Solaranlage

Am Vormittag gab es den Endanstrich mit weiteren vier Kilo Epoxidharz.
Am Nachmittag kam dann als Erstes die Dachluke wieder an ihren Platz.

Neues Wohnmobil-Dach
Herrlich, ein Ende ist in Sicht

 

Dann habe ich die alten Aluprofile zurechtgesägt, um die 3 × 190 Wp Platten wieder darauf zu montieren.

Solar-Klemmsystem
Halter für die Solaranlage

 

Montage Solaranlage
Verteilen der Halter auf dem Dach

 

Nachdem ich die Halter auf dem Dach ausgerichtet hatte, habe ich sie aufgeklebt. Danach kamen sofort die Module drauf. Bei der Anordnung habe ich extra Platz gelassen, um vielleicht irgendwann im vorderen Bereich noch 400 Wp flexible Module zu montieren. Damit kratzen wir dann wieder an den 1000 Wp.

600 Wp Solar
Module sind montiert

 

Normalerweise verschalte ich alle Module in der Dose auf dem Dach. Da ich mit den Modulen aber noch ein paar Tests machen möchte – u. a. mit verschiedenen Reglern und Reihenschaltung – habe ich jedes Modul einzeln bis zum Regler verkabelt. 2 × 4 mm² Solarkabel sind bei 36 V und 5,2 A pro Modul mehr als ausreichend. Der hohe Strom (bis 45 A) wird ja erst im MPPT-Regler erzeugt.

Wohnmobil Solar Dachdurchführung
Dachdurchführung

 

Dachdurchführung Wohnmobil
Und schon ist es fertig

 

Mit dem richtigen Quetschwerkzeug kann man auch so eine gescheite, haltbare Verbindung herstellen.

Das neue Dach
Zum ersten Mal alles sauber

 

Am eigenen Fahrzeug gar nicht meine Art, aber um mal zu zeigen, dass ich auch ordentlich arbeiten kann, gab's diesmal sogar Kabelkanäle.

Hier geht's weiter mit der Verkabelung.

Zum Schluss habe ich hinten noch die zwei Dachluken entfernt, das Dach angeschliffen und die ersten 900 Gramm Harz aufgetragen.

Dach beschichten versiegeln
Das hintere Viertel

 

Ob es noch eine zweite Schicht geben wird, entscheide ich morgen. Wenn alles komplett gedeckt hat, belasse ich es dabei. Da hinten ist es nicht so schlimm – man sieht überall gut hin und kann gegebenenfalls schnell eingreifen.

Schwieriger war die Suche nach Dekalin Dekaseal abtupfbar, einer Butyldichtmasse zum Eindichten von Dachluken und Fenstern. Zwei Caravan-Händler in der Umgebung haben das Zeug nicht am Lager. Sie benutzen Sika 221 für Dachluken. Na Prost – wehe, wenn die undicht werden, und das werden sie zu 100 %. Meine waren auch nicht lange dicht. Nun habe ich das Zeug bei Amazon bestellt. Es kommt morgen, mein normaler Lieferant ist zu weit weg.

Abschluss Dachsanierung

Es war eine harte Woche. Ich will mich gar nicht beschweren und bin unendlich dankbar, dass ich in die Halle durfte. Ohne die Halle wäre dieses Vorhaben eine echte Katastrophe geworden. Aber nach sechs Tagen bin ich super froh, wieder im Freien wohnen zu dürfen.

Neues beschichtetes Dach am Wohnmobil
FERTIG!!

 

Der AMUMOT-Truck lebt wieder! Mit neuem Dach – auf in die nächsten 20 Jahre!

Morningstar 60 A
Solarregler MPPT 60 A

 

Die Solaranlage arbeitet auch wieder – hier noch provisorisch angeschlossen, aber Hauptsache Strom!

UPDATE 11:41 Uhr:
Aktuelle Peakleistung bei Sonne/Wolkenmix: 580 W und 42,96 A an 13,5 V Batteriespannung.

Fazit – Update 2026 nach 12 Jahren

Das Auto fährt immer noch und das Dach ist dicht. Wo ich das Harz gekauft habe, kann ich leider nicht veröffentlichen. Der Hersteller hat mir damals extra pigmentiertes Harz verkauft, damit ich nicht lackieren muss. Er wusste genau, wofür das Harz eingesetzt werden sollte.

Nach nur drei Monaten war das Harz allerdings total vergilbt. Bei einer Reklamation wurde mir dann erklärt, dass das Harz natürlich nicht UV-beständig sei und vergilben würde. Wen das störe, solle es lackieren.

Fazit: Optisch ist das Dach also nicht mehr so schick wie am ersten Tag, aber funktional hat die Beschichtung nach 12 Jahren ihren Zweck voll erfüllt. Das Dach ist dicht, das Holz geschützt – und das ist am Ende das, worauf es ankommt.