Wir sind wieder auf Tour nach Spanien. Aus dem letzten Winter haben wie viel gelernt. Dieses Jahr lassen wir das Auto zuhause und fahren zusammen im Wohnmobil. Auch wollen wir dieses Jahr kein Geld für Autobahnmaut in Frankreich ausgeben und fahren nun Maut frei nach Spanien. Wie man nach Spanien kommt, ohne Maut zu zahlen, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel. Inclusive unserer Erfahrungen auf der mautfreien Reise durch Frankreich.

Mit dem Wohnmobil mautfrei nach Spanien

A Startpunkt Emmendingen
B Baume les Dame Zwischenstop Mttagspause
C Villars les Dombes Übernachtung
D Millau Zwischenstop Pause oder Übernachtung
E Gruissan Übernachtung
F Platja de Aro Spanien Übernachtung

Die Strecke ist recht einfach zu fahren. Kurz nach der französischen Grenze kommt auf der gebührenfreien Autobahn ein kurzes Stück Maut das 6,40 Euro gekostet hat, das haben wir noch mitgenommen, so konnten wir 30 km länger auf der Autobahn bleiben. Dann dem Navi einfach mautpflichtige Strecken verbieten und schon wird man über die Landstraße nach Villars led Dombes geleitet.

Hier kann man noch kostenfrei Übernachten. Als nächstes Ziel gibt man am besten Millau ein und schaut, dass das Navi über Le Puy und Mende fährt und nicht über Clermont Ferrand. Dabei umfährt man Lyon auf einer kostenfreien Autobahn und folgt dann der N88 so lange bis es kurz nach Mende auf die gebührenfreie A75 geht. Die Strecke ist zwar auch recht Bergig aber lange nicht schlimm wie die A75 von Clermont Ferrand bis Millau. 50 km nördlich von Millau geht es auf die A75, es folgen nur 2-3 teils kräftige Berge auf der A75 dann kommt schon die Abfahrt nach Millau. Dort kann man auf dem kostenfreien Stellplatz übernachten, oder gleich weiter fahren nach Gruissan. Von Millau ab geht es nochmals kräftig nach oben auf die A75 die dann nach wenigen Kilometer erst steil und dann flacher, recht lange von 780 Meter auf 80 Meter über dem Meer abfällt. Ab Beziers geht es über die Landstraße voll nach Gruissan wo man ab November auch kostenfrei übernachten kann.

Nach Spanien kann man entweder über die Landstraße entlang der Autobahn einreisen, oder man sagt dem Navi es soll bitte über Portbou entlang der Küste fahren. Hier werdet ihr mit sehr vielen Kurven und einer traumhaften Küstenstraße belohnt. Bei schlechtem Wetter nicht zu empfehlen, da die Strecke mit 30-40 km nur Kurven wirklich nur bei Sonnenschein sehenswert ist.

In Platja de Aro in Spanien kann man wieder gut und ruhig übernachten. Danach fahrt ihr am besten bis Tarragona durch, um Barcelona besser nicht anhalten und auch nicht tanken, die Gegend ist ziemlich kriminell. Ab Barcelona folgten wir der N340 die zwar am Anfang sehr Steil ansteigt, aber dann über viele Km wieder ganz Langsam zur Küste hin abfällt. Die N340 ist sehr gut ausgebaut, mit wenig Ortsdurchfahrten und einige Abschnitte sind auch als Autovia ausgebaut. Autovia ist gleich zu setzen wie Autobahn, nur eben kostenfrei.

So sind wir 1500 km recht Stressfrei nach Spanien gekommen mit lediglich 6,40 Euro Maut. Letztes Jahr hatten wir über 200 Euro Mautkosten, weil wir uns nicht auskannten und aus Angst vor Ortsdurchfahrten und Staus sind wir lieber Autobahn gefahren. Das ist aber absolut raus geschmissenes Geld. Wenn wir diese Strecke mit unserer lahmen Kiste schaffen, sollte diese Mautfreie Strecke auch jeder andere mit einem modernen Wohnmobil auch problemlos schaffen.

Übrigens: warum wir nicht Mautfrei durch das Rohnetal fahren sondern die N88 Richtung Millau wählten ist ganz einfach zu erklären. Zwischen Millau und Gruissan warten im Rohnetal über 100 Kreisverkehre auf einen. Über die N88 fährt man durch außerordentlich schöne Landschaft, mit wenig Kreisverkehren aber dafür mehr Bergen.

Die Winter-Reise beginnt

Heute um 12 Uhr geht es dann endlich los. Der Abschied fällt schwer. Waren wir doch fast 2 Monate mehr oder weniger immer am gleichen Ort. Unsere Reise führt uns in den Schwarzwald nach Königsfeld. Hier verbringen wir eine Nacht, morgen fahren wir dann nach Landau in der Pfalz. Etwas zick zack, aber es geht eben nicht anders. Die Arbeit hat Vorrang.
Endlicher wieder on Tour, aber irgendwie ist es total ungewohnt. Wenigstens der Iveco läuft problemlos heute.

Gefahrene Strecke: 167km
Wetter: Sonne 12-14 Grad
Zielort: Königfeld Reisemobilpark Bregnitzhof
GPS: 48°08’25“ N 08°24’21“O

Bruchsal

Nach einer ruhigen Nacht brechen wir gegen Mittag nach Landau auf. Durch den Schwarzwald geht es hoch und runter. Vor allem die Gefällstrecken haben es in sich. Mehr als 25 km/h sind oft nicht drin, weil es sonst die Bremsen nicht mehr packen.

berge Schwarzwald

Steile Berge im Schwarzwald

Ab Offenburg fahren wir auf die Autobahn und fahren über Karlsruhe nach Landau. Dort wartet ein Paket in der Packstation für mich. Eigentlich sollten es zwei sein, aber eines ging leider auf dem Weg dahin unter. Stört mich aber jetzt nicht weiter, ich kann eh nichts dran ändern und eine weitere Verzögerung liegt nicht mehr drin.

heidesee

Stellplatz am Heidesee

In Landau besuchen wir noch einen Freund und fahren gegen Abend nach Forst an den Heidesee. Am Heidesee gibt es ein super Pizza Restaurant. Für 7,50 Euro bekommt man eine 45cm große Pizza mit Schinken, Salami, Käse, Paprika, Pilzen und Ei.

pizza heidesee

Das nenne ich mal eine gescheite Pizza

Unserer Meinung nach gibt es hier die größten Pizzen in ganz Deutschland.

Die vergleichbare kleine Version mit locker 35cm kostet gerade mal 5 Euro.

Gefahrene Strecke: ca 226 km
Wetter: meist Hochnebel
Zielort: Forst bei Bruchsal
GPS: N49°09,777´ E8°,35.414´
Solarertag heute 56Ah

Karlsruhe

Wir verbringen den Tag auf dem Besucherparkplatz vom Heidesee. Zu Mittag gibt es die Reste von der Pizza gestern. Kurz im Backofen aufgewärmt schmecken sie wieder sehr gut. Unsere Katze ist draußen auf Tour. Die holt sich ein Mäusesteak nach dem anderen aus dem Gebüsch.

Heute Abend fahren wir weiter nach Karlsruhe Durlach, Geburtstagsparty. Ich merke immer wieder, dass die Wohngebiete nicht für Wohnmobile ausgelegt sind. Der einzige Platz, den ich finden kann, ist in einer Kreuzung.

kein parkplatz für wohnmobile

Mitten in der Kreuzung

Kaum stehen wir hier parken auch schon andere Autos vor und hinter uns. So fallen wir gar nicht mehr auf.

Nach der Party fahren wir zu dem kostenlosen Stellplatz in Ettlingen.

Gefahrene Strecke: 35km
Wetter: Sonne
Zielort: Ettlingen
GPS: N48°56,131′ E8°25,073′
Solarertrag: 61 Ah
Generatorlaufzeit: 2 Stunden

Emmendingen

Mitten in der Nacht um 9:00 Uhr heute Morgen, fahren wir los. Das heutige Ziel liegt ganz in der Nähe von Freiburg. Es wird unsere letzte Nacht in Deutschland werden und der Stellplatz wurde uns von einem Freund empfohlen. Ruhig gelegen mit VE ohne Strom. Ideal für Hund und Katze.

der letzte Tag in Emmendingen auf dem Stellplatz für Wohnmobile

AMUMOT in Emmendingen

Wir genießen das schöne Herbstwetter, waschen Wäsche und spielen mit den Tieren draußen auf dem Platz.

Der Solarkoffer bringt noch 80 Watt Leistung während vom Dach gerade mal 240 Watt kommen. Im Gesamten sind es knapp 24 A Ladestrom um 12 Uhr heute Mittag.

Gefahrene Strecke: 118km
Wetter: Sonne
Zielort: Stellplatz Emmendingen
GPS: N48°07,077′ E7°50,482′
Solarertrag: 87Ah Batterien voll

Good bye Deutschland!

Heute ist nun der Tag gekommen, wir verlassen Deutschland. Ich fasse mich etwas kurz, zu erzählen gibt es eh nicht viel. Meli hat während der Fahrt durch Frankreich ein paar Bilder gemacht.

Grenze zu Frankreich

Frankreich !

Tal der Daub

Herrliches Wetter – macht Fahren Spaß

Der Sonne entgegen, kann auch ganz schön blendend sein…

frankreich sonnenuntergang auf der landstrasse

Kurz vor dem Ziel – die Sonne geht schon unter

In diesem Sinne wünschen wir euch einen schönen Abend.

Gefahrene Strecke: 392 km
Wetter: Sonne
Zielort: Stellplatz Villars les Dombes
GPS: N45°59,476′ E5°1,560′
Solarertrag: 80 Ah Batterien fast voll

2 Etappe Gruissan -endlich Meer

Bei dichtem Nebel und nach einer lauten Nacht im Vogelpark verlassen wir diese unfreundliche Gegend schnell und machen uns auf den Weg nach Millau. Schon in Lyon scheint wieder die Sonne. Wir umfahren Lyon auf der kostenlosen Autobahn und fahren dann in Richtung N88. Das es hier so bergig ist, hätte ich nicht gedacht, aber unser alter Iveco beißt sich durch. Langsam erklimmen wir die Berge bis 1200 Meter Höhe.

naturbild frankreich

Berge Wälder und Sonne

Auf dem Pass

Höchster Punkt heute mit 1227 Meter üNN.

Dann taucht auch schon bald die Brücke von Millau auf. Wir verlassen die A75 und fahren nach Millau.

millau viadukt

Viadukt Millau

In Millau auf dem Stellplatz gibt es Abendessen. Dann bekommt Womo einen kleinen Kundendienst. Die Blattfedern schreien nach Fett, darum schmiere ich gleich alles ab, wenn ich schon unter dem Womo liege. Als wir mit allem fertig sind, und unser Wassertank auch leer ist, beschließen wir die letzten 160 km bis Gruissan weiter zu fahren. Noch kurz in Millau volltanken und dann ab auf die Autobahn Richtung Meer.

Um 21 Uhr erreichen wir den Stellplatz in Gruissan. Wir staunen nicht schlecht, der Platz ist voll. Auch staunen wir nicht schlecht, als aus dem Wasserhahn kein Wasser kommt. Mist, neuerdings ist das Wasser im Winter hier abgestellt. Wir sitzen auf dem Trockenen…

Jetzt um 22 Uhr hat es hier noch 14,1 Grad. So kann man den Winter aushalten!

Gefahrene Strecke: 517km
Wetter: Sonne
Zielort: Gruissan SP Aire des 4 Vents
GPS: N43°6,193′ E3°5,964′
Solarertrag: Genug

Wasser suche und Pause

Endlich wieder Strom durch Sonne. 220V Kaffee ist somit auch kein Problem mehr. Wir wollten ja heute eigentlich weiterfahren aber in Narbonne Plage, 6 km entfernt, finden wir einen Stellplatz wo wir für etwas Trinkgeld den Wassertank füllen dürfen.

Mit vollem Tank fahren wir zurück nach Gruissan und verbringen den Tag bei schönstem Sonnenschein. Der Wind bläst teilweise etwas böig aus dem Norden, darum parken wir gleich so, dass uns das Womo Windschatten bietet.

rumtreibertreffen in frankreich

Olli und Ulli

Dann kommen noch Olli und Uli vorbei, die zwei sind auch auf dem Weg nach Spanien. Wir verbringen den Tag draußen und freuen uns über die warme Sonne.

Ach Dieter ist hier, die Welt ist so klein ….

rumtreiber

Dieter ist auch hier

gruissan

Stellplatz am Abend

Der Platz ist heute Abend wieder gut gefüllt.

Gefahrene Strecke: 13
Wetter: Sonne 17,5 Grad
Zielort: Gruissan
GPS: N43°6,193′ E3°5,964′
Solarertrag: 132,2 Ah

Etappe 3 Einreise nach Spanien

Gegen 9 Uhr verlassen wir Gruissan, das Navi führt uns durch Narbonne und Perpignan nach Port Vendres. Von dort aus geht’s in die Berge, immer der Küste entlang zur spanischen Grenze.

bei frankreich

Es geht in die Berge

Spaniesche küste

ohne Worte

bahnhof frankreich

Port Vendres

Hier sieht man den französischen Verlade-Bahnhof. Alle Waren werden hier abgeladen, durch den Berg transportiert und auf spanischer Seite wieder auf spanische Züge aufgeladen. Die Züge können nicht durchfahren, weil die Spurweiten nicht gleich sind. Damals als Spanien sein Gleisnetz gebaut hat, orientierte man sich an dem russischen Schienensystem, weil man dachte, dass Russland bald Weltmacht ist, und alle Gleise auf russische Züge ausgerichtet werden. Naja dem war wohl nicht so.
Dann ist es auch schon so weit. Wir erreichen Spanien!

Spanische Grenze

Endlich in Spanien

Das hier ist nun der spanische Bahnhof.

Bahnhof in spanien

Bahnhof Portbou Spanien

Küste Frankreich

Entland der Küste

N260 SPanien

Die N260 in Spanien

Dann sind wir auch schon fast am Ziel. Die letzten 20 km haben es nochmal in sich. Wir fahren über einen Hügel mit dichtem Wald und schmaler kurviger Straße.
Dann erreichen wir aber doch endlich Platja de Aro. Ein Stellplatz der neu ist und in den Winter Monaten nichts kosten soll. Dazu haben wir Gratis Wifi von Platja de Aro und auch sonst ist alles wichtige wie VE und Mülltonnen vorhanden. Strom gibt es nicht.

Gefahrene Strecke: 225 km
Wetter: Sonne
Zielort: Platja de Aro /Spanien
GPS: N41°48,609′ E3°03,428′
Solarertrag: 107 Ah Batterien voll

Tagebuch - Wohnmobil Leben September-November
Weniger kann so viel mehr sein

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