Nach der chaotischen letzten Woche kehrt jetzt wieder etwas Ruhe ein. Spannend bliebt jedoch der Verbleib von Paket Nummer 1 und ob Paket Nummer 2 hoffentlich den richtigen Weg zu Poststelle findet. Auch die technischen Umbauten am Onlineshop schreiten voran – ich muss nun weniger Zeit für das Organisatorische aufwenden und habe dadurch hoffentlich wieder mehr Zeit für neue Blogartikel.

Sommer in Portugal

Wir stehen noch am gleichen Stausee in der Mitte von Portugal, welchen wir am letzten Sonntag bezogen haben. Einmal kam die GNR vorbei, hat eine Runde um unser Womo gedreht und ist wieder gegangen.

Eine sehr heiße Woche liegt hinter uns. Obwohl wir gegen Ende der Woche „nur“ 40°C hatten, war es für uns deutlich anstrengender als die 43°C zwei Wochen vorher. Gerade an den heißen Tagen war es irgendwie etwas schwül und drückend. Abkühlen im See brachte auch nur sehr kurz eine Linderung, nach wenigen Minuten ist man trocken.
Ab 19 Uhr beginnt die schönste Tageszeit. Es kühlt langsam ab und die Lebensgeister erwachen wieder. Besonders schön wird es ab 20 Uhr, wenn die untergehende Sonne das Land in einen immer intensiver werdenden, goldgelben Schleier hüllt.

Lange nach Sonnenuntergang ist es meist immer noch warm genug, um die Badehose als einziges Kleidungsteil wählen zu können. Wir sitzen lange draußen und genießen gemeinsame Abende mit Robby und Stefan. Ja, die Campofanten haben uns am Dienstag wieder gefunden und wir stehen jetzt gemeinsam am See.

Stausee in Portugal mit Wohnmobilen

Schon ganz nett hier…

Die Geschichte vom Paket

Dienstag und Mittwoch verbrachte ich im Auto, mit der Hoffnung mein Paket endlich in Empfang nehmen zu dürfen. Das war aber nicht ganz so einfach, denn verschiedene Faktoren erschwerten das Zusammentreffen zwischen mir und dem Postboten.

Die Dame der Kundenbetreuung schreibt uns Emails, dass der Fahrer am Dienstag das Paket ausliefern würde, liest aber unsere Mails nicht vollständig. So ging ich davon aus, wenn sie schreibt, dass der Fahrer am Dienstag kommt, dass damit der Ort „Castelo Branco“ gemeint ist. Darum fahre ich schon am Morgen dorthin, um schnell vor Ort reagieren zu können. Wir schreiben sogar einen möglichen Treffpunkt an der Tankstelle.

Als Antwort kommt zuerst: „Der Fahrer meldet sich telefonisch.“
Dann folgt: Der Fahrer verspätet sich, wir sollen telefonisch erreichbar bleiben, man meldet sich wenn der Fahrer in NISA ist.

Ähm, hatten wir nicht Castelo Branco geschrieben?
Ich überlege hin und her, was ich nun tun könnte. Soll ich auf Verdacht 45km nach Nisa fahren, oder soll ich in Castelo Branco weiter warten, bis ich neue Anweisungen bekomme?

Es hat 38°C in der Stadt, kein Wind geht. Da ich bei Fahrtwind die Temperatur deutlich besser ertragen kann, beschloss ich, nachdem einige Zeit vergangen war, doch mal in Richtung Nisa zu fahren.

Genau an diesem Tag hat Tanjas Handy keine Lust auf Empfang und ist daher oft nicht erreichbar. Am Nachmittag kommt dann eine weitere Email: Der Fahrer kommt heute nicht mehr nach Nisa, wir sollen uns morgen dort treffen.

Ok, ich fahre also wieder zurück zum Stausee. 140 Kilometer für nichts spazieren gefahren.

Es ist nun Mittwochvormittag, eigentlich hatten wir beschlossen, den Anruf von DHL abzuwarten, bevor ich wieder sinnlos in der Gegend herumfahre.

Ich studiere trotzdem die Emails noch einmal und habe das Gefühl, dass heute wirklich der Fahrer ankommen könnte. Wir schreiben also wieder eine Email, dass ich ab 11 Uhr in Nisa sein werde und sie bitte einen Treffpunkt zur Paketübergabe schreiben sollen.

Ich habe gerade Nisa erreicht, da ruft Tanja an und teilt mir mit, dass eine Email gekommen ist. Der Fahrer kommt ab 13 Uhr zur Feuerwehr, er rufe aber 10 Minuten vorher an. Erleichterung macht sich breit. Ich bin froh, doch auf gut Glück nach Nisa gefahren zu sein, denn jetzt kann ich ohne Stress noch etwas einkaufen, im See baden und dann nach Nisa zur Feuerwehr fahren. Punkt 13 Uhr kommt ein LKW, der Fahrer steigt aus und fragt ob ich ein Paket erwarten würde 😊
Manchmal kann es so einfach sein – warum nicht gleich so???

Inzwischen ist noch ein zweites Paket nach Portugal unterwegs. Laut Onlinetracking zeichnet sich jetzt schon ab, dass auch dieses Paket nicht in der portugiesischen Post zugestellt werden kann, da wieder einmal wird der falsche Trackinglink angegeben ist. Aber wir wissen ja inzwischen wie es geht und lassen die Sache entspannt auf uns zukommen. Zum Glück kommt dieses Paket nach Castelo Branco und das ist schneller erreichbar als Nisa. Die kommende Woche bleibt also weiter spannend.

Monumento Natural das Portas de Rodão

Blick über das Land auf der Passhöhe

Einen Vorteil hatte die ganze Fahrerei ja. So kam ich noch einmal in „Vila Velha de Rodão“ vorbei und konnte mir das Castelo de Rodão hoch oben auf dem Berg anschauen. Siehe Blogartikel vom Dienstag: Portas de Rodão

Was machen die Tiere (#ArcheAmumot)?

Seit wir an dem neuen See stehen, lässt uns die Natur weitestgehend in Ruhe. Töpferwespen kommen immer wieder mal vorbei und schauen sich das Womo von innen an, gehen bis jetzt aber auch schnell wieder. Mäuse gibt es keine mehr.

Nest Blattschneiderbiene

Nest Blattschneiderbiene

Bis Samstag wurden wir relativ in Ruhe gelassen. Dann entdecke ich eine schwarze Biene am Alkovenfenster. Ich sehe gerade noch, wie sie mit einem Blatt im Fensterrahmen verschwindet. Toll, wieder neue Mitbewohner und zwar Blattschneiderbienen. Dieses Mal musste ich den Fensterrahmen abbauen um das Nest entfernen zu können. Bei der Gelegenheit konnte ich dort auch mal putzen – nach 25 Jahre hat sich da einiges an Dreck und Staub angesammelt.

Fensterrahmen frisch geputzt

Fensterrahmen frisch geputzt

Bild der Woche

Dieses Bild entstand auf meinen Ausflügen in der Nähe von Nisa. Ich finde das Haus super schön.

Haus mit Felsen in Portugal

Bild der Woche (klicken für Vollbild)

Dieses Bild zeigt super wie man sich Landidylle in Portugal so vorstellt. Leider entspricht sie nicht der Wirklichkeit – dieses schöne Haus ist eher ein Einzelfall, die meisten Gebäude dieser Art sind durch die hohe Armut eher in etwas herunter gekommen Zustand.

Besonders toll finde ich persönlich auch die großen Felsen rechts im Bild, welche in dieser Gegend überall herumliegen.

Max beim Morgenspaziergang

Max beim Morgenspaziergang

plattfuß

Schraube im Reifen

Das Thermometer steigt wieder auf 39 Grad.
Wir, Stefan und ich, haben nichts Besseres zu tun, als am Nachmittag in den nahe gelegenen Ort Idanha a Nova zu fahren. Der Ducato möchte etwas Sprit, der Kühlschrank ein paar Lebensmittel. Wenn wir schon mal da sind, wollen wir auch eine Runde durch den Ort laufen und ein paar Bildchen machen. Ok, die gemeinsame Foto-Tour war eigentlich der Hauptgrund für den Ausflug.

Als wir gerade einsteigen wollen, meint Stefan, dass der Reifen hinten am Ducato ziemlich platt aussieht. NEIN bitte nicht! Ich schaue nach und in der Tat, da fehlt Luft. Nach kurzer Suche ist der Grund dafür gefunden. Eine fette Schraube steckt im Reifen. Gut, die Luft hat jetzt 2 Tage gehalten, also noch nicht ganz so schlimm, ich pumpe den Reifen wieder auf und wir fahren los.

Blick über die Stadt Idanha a Nova

Idanha a Nova

Mehr Bilder von der Tour findest du in der Galerie.

Es ist wirklich nicht die beste Idee bei 39 Grad auf Sightseeing-Tour zu gehen. Die Sonne brennt und der Kreislauf fleht um Gnade. Ich kann ja viel aushalten, aber heute war es schon sehr grenzwertig. Mein geplanter Bergausflug nach Monsanto wird auf jeden Fall warten müssen, bis es kühler ist. Oder ist es vielleicht auf 740 Meter sogar kühler und ich sollte gerade jetzt dort hin?

Monsanto und der See

Im Hintergrund der Berg Monsanto mit 740 Meter. Mehr dazu nächste Woche

Während wir einkaufen und Fotografieren waren, hat Tanja Teig für Pizza gemacht. Wir warten noch bis Sonnenuntergang und dann beginnt die Pizzaparty. Drei Pizzen für uns vier waren genug um richtig satt zu werden.

Seit heute läuft mein Shop wieder auf 100% – nur ich nicht. Heute hat es nur 37 Grad aber es ist wieder drückend und das schafft mich. Über den Mittag versuche ich eine Runde zu schlafen, weil mich Max heute Nacht um halb fünf Uhr geweckt hatte. Er musste ganz dringend mal Gassi gehen und ausgerechnet heute hatten wir einmal wieder mit geschlossener Womo Türe geschlafen.

Am Abend versuchte ich am Ducato das Ersatzrad zu montieren. Dann hätten wir keinen Stress mit der Reparatur des Reifens gehabt. Aber die tolle Absenkmechanik des Ersatzrades ist komplett festgerostet. Keine Chance da etwas zu bewegen. Jetzt stellt man sich mal vor was passiert wäre, wenn wir einen richtigen Plattfuß gehabt hätten.
Ich habe es aufgegeben, was soll ich mich rumplagen. Denn wie ich so nebenbei erfahre ist Tanja ADAC Mitglied…. Jetzt dürfen die sich drum kümmern.

Neuer Dachluken Ventilator

9 PC Lüfter

Beim Bau des neuen Dachlukenventilator

Nach 3 Jahren haben die PC Lüfter an meiner Dachluke wieder einmal einen Lagerschaden. Sie rasseln laut hörbar vor sich hin und es wird einmal wieder Zeit für Neue. Inzwischen habe ich die Vermutung, dass die Lüfter nicht dazu gebaut sind, über Kopf zu arbeiten. Also die Luft nach oben zu blasen. Wenn die Ventilatoren vertikal stehen laufen sie noch ganz leise, nur liegend werden sie laut. Ich habe mich nun in der dritten Version meiner Womo Klimatisierung für Lüfter mit Kugellagern entschieden. Vielleicht halten diese die Belastung etwas länger und besser aus.

Im Schatten vom Womo am See bastle ich das neue Lüfterpaket zusammen. Die Ventilatoren werden mit Sikaflex verklebt und mit Kabelbindern fixiert, damit sie nicht verrutschen bis der Kleber trocken ist. Den ganzen Artikel zu meiner Womo Klimatisierung findest du hier: Klimaanlage für Arme

Deckenventilator fertig eingebaut

Deckenventilator fertig eingebaut

So endet nun wieder eine ziemlich schöne Woche. Zum Abschluss noch ein Bild vom Sonnuntergang am Samstag Abend.

sonnenuntergang am See mit Wohnmobil
Milchstraße

Der Mond ist wieder weg – Die Milchstraße ist wieder sehr gut zu sehen. (Bild geht auch als Vollbild)

Weitere Bilder dieser Woche

Resümee dieser Woche

Irgendetwas ist immer, aber ich bin froh, dass wir die alltäglichen, kleinen Probleme immer wieder ganz gut gelöst bekommen. Der Sommer in Portugal ist schön, aber so langsam haben wir genug von den Tagen mit 40°C. Von anderen Reisenden in Portugal, wissen wir, dass es an der Atlantikküste gerade mal 22-25°C und in den Bergen ganz im Norden um die 30°C hat. An der Küste wäre es uns noch zu kalt, aber die Temperaturen in den Bergen gefallen uns schon ganz gut. Da wir sowieso auch den Norden von Portugal diesen Sommer noch erkunden möchten, werden wir uns nun langsam auf den Weg machen.
Nach wie vor haben wir die Idee „ein Sommer in Portugal“ zu verbringen noch nicht bereut. Mal abwarten, wie wir im Herbst darüber denken…

Sehenswürdigkeiten Portugal - Portas de Rodão

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