Unser Sightseeing-Trip geht diese Woche weiter, wir erreichen mit der Überquerung des Douro den Norden von Portugal (Região Norte). Dies macht sich auch an den Temperaturen deutlich bemerkbar. Lange Hosen und Pullis werden immer öfters gebraucht. Da soll mir noch einer erzählen in Portugal wäre es immer heiß…

Anreise nach Porto – Amarante

Es ist mal wieder Sonntag, wir stehen noch in Lamego. Es ist schönes Wetter und warm. Die Portugiesen sind heute schon früh auf den Beinen, belegen fast alle Picknickplätze um uns herum. Mit Sack und Pack reisen die Familien an, manche grillen, anderen liegen einfach nur auf einer Decke in der Sonne. Kinder spielen, Hunde laufen rum – ein buntes Treiben und wir mittendrin.

Gegen Mittag packen wir zusammen und fahren weiter gen Norden. Ein Besuch in Porto steht ja auf dem Plan, und damit wir nicht so weit auf einmal fahren müssen, legen wir noch einen Zwischenstopp ein. Als Ziel suchen wir uns einen Platz in Amarante am Rio Tâmega aus. Der Tâmega ist ein Nebenfluss vom Douro, welcher in Porto ins Meer mündet.

Auf dem Weg nach Amarante überqueren wir den Douro und erreichen somit unser Jahresziel – Nordportugal. Wird langsam auch Zeit, denn wir haben ja schon August und das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu.
Obwohl wir es eigentlich wissen, machen wir immer wieder den gleichen Fehler. Am Wochenende sollten wir nicht fahren, weil alle Plätze, die unter der Woche normal menschenleer sind, voll sind. So auch hier im Amarante – wir finden gerade noch einen Platz zwischen hundert PKWs.

rio tamega

Brücke über den Tâmega

Der Rio Tâmega ist mit einigen kleinen Steindämmen aufgestaut und bietet so etwas Wasserfläche für Tret- und Ruderboote. Wer nicht im Schwimmbad des Ortes Baden möchte, kann dies auch im Fluss tun. Auch als schönes Fotomotiv eignet sich der Fluss hervorragend.

Amarante

Amarante

Am nächsten Morgen, nach einer kalten Nacht, liegt das Tal in dichtem Nebel. Mit dem Licht der Morgensonne ergibt sich eine fantastische Stimmung. Ich liebe solche Szenarien.

Amarante

Rio Tâmega im Nebel

Den Montag bleiben wir noch stehen, die Arbeit ruft. Am Abend wird es wider erwarten sehr voll, und vor allem sehr laut. Irgendein Fest scheint in der Stadt zu sein, was genau konnten wir nicht feststellen. Auf jeden Fall war es bis weit nach Mitternacht sehr laut. Betrunkene grölen rum und der Parkplatz wird für Autorennen missbraucht. Nicht der beste Übernachtungsplatz für uns. Wir beschließen daher schon am nächsten Tag nach Porto zu fahren.

Amarante

Amarante bei Nacht

Mit dem Wohnmobil nach Porto

Wir fahren nach Porto. Was muss man in Porto unbedingt gesehen haben? Wenn man das Internet nach Bildern zu Porto durchsucht findet man genau zwei Motive. Der Douro mit seinen Booten, und Porto mit der Eisenbrücke Ponte Dom Luís I. Das scheint es gewesen zu sein, was man in Porto so besichtigen kann. Das stimmt natürlich nicht, denn Porto hat noch weit mehr zu bieten als nur die Eisenbrücke und Portwein.
Ich selbst war in 2012 auf meiner Spanien/Portugal Überwinterung schon einmal in Porto und war im Gegensatz zu Lissabon nur wenig begeistert von Porto. Es fehlen einfach die Straßenbahnen 😉

Nein im Ernst, ich fahre nach Porto um mal mit Zeit und ohne Hektik die Stadt auf mich wirken zu lassen. Einfach mal durch die Gassen treiben lassen und mich in Ruhe umschauen. Porto ist auch eine Stadt wo man so ziemlich alles bekommt, was wir sonst nur über Deutschland bestellen könnten.

Bevor wir jedoch den Parkplatz in Porto ansteuern, müssten wir shoppen gehen. Etwas nördlich von Porto reiht sich ein Mega-Einkaufszentrum an das andere, es gibt Media Markt und Ikea und auch sonst alle Läden die man aus Zentraleuropa kennt. Wir benötigen eine neue Matratze, die Otto Billigmatratze hat jetzt genau 1 Jahr gehalten und ist nun durchgelegen. Unterm Strich war sie jetzt doch recht teuer. Wir kaufen bei Ikea eine Latex Matratze. Bequem ist sie, billig war sie leider nicht und was mir vor dem Kauf mal einer hätte sagen können: Latex Matratzen sind sauschwer!!! Ich habe echt nicht damit gerechnet, dass so eine Matratze mal eben 60 Kilo wiegen kann. Es war eine ziemliche Quälerei bis der Klumpen, welcher eine Formstabilität wie einer Wassersack hat, endlich im Alkovenbettchen lag.

Nach unserer Shoppingtour bei Ikea und Worten suchen wir den Parkplatz direkt am Douro auf. Das erste Mal Großstadt ohne Campingplatz. Hoffentlich geht das gut. Aber nur so sind wir nah am Zentrum müssen nicht jedes Mal mit dem Bus in die Stadt fahren.

wohnmobil parkplatz porto

Parkplatz am Douro

Porto Ribeira Viertel

Porto – Ribeira Viertel

Vorab haben wir gute Tipps bekommen und auch selbst schon etwas gesucht, was man in Porto gesehen haben muss. Die Punkte haben wir uns auf Maps abgespeichert, mit Kamera und Handy bewaffnet geht es nun in die Stadt.
Das Highlight von Porto ist die Eisenbrücke über den Douro. Eröffnet 1886, gebaut nach den Plänen des Ingenieurs Théophile Seyrig. Die Gesamtlänge beträgt 385,25 Meter, das Gewicht 3045 Tonnen. Das Bogenmaß hat 172 m Breite und 44,6 m Höhe.

Brücke Dom Luís I

Brücke Dom Luís I

Über die Brücke muss man gehen, wenn man vom Stadtteil Gaia nach Porto kommen möchte. Nun hat man die Qual der Wahl. Mein Weg führt ziemlich gerade nach Norden. Ich muss als erstes einen Fotoladen aufsuchen und mir ein neues Objektiv für Porto organisieren. Über die Internetseite von Sony habe ich herausgefunden, dass sich in Porto ein zertifizierter Sony Fotoladen befindet.
Danach kann das Sightseeing beginnen.
Ich beginne am Praça da Liberdade und bewege mich dann zurück Richtung Douro.

Praça da Liberdade

Praça da Liberdade

Am Praça da Liberdade findet man auch einen McDonalds (so ein Zufall). Dieser McDonalds ist etwas anders als die ganzen anderen. Er wurde wohl zum schönsten McDonalds Weltweit gekürt. Ein Besuch ist für mich natürlich Pflicht! Ich gönne mir ein Eis, das ist beim heutigen Wetter genau das Richtige.

McDonalds Imperial Porto

McDonalds Imperial Porto

Geht man am südlichen Ende des Praça da Liberdade Richtung Westen, erreicht man nach 200 Metern den Buchladen Livraria Lello. Die Harry Potter Fans wissen bestimmt, dass die Autorin der Bücher in dieser Bücherei viel Zeit verbracht hat und hier wohl auch zu ihren Geschichten inspiriert wurde. Allgemein findet man bei Harry Potter einige Parallelen zu Porto. Der Laden ist so bekannt, dass man hier sogar 3€ Eintritt bezahlen muss um überhaupt hinein zu kommen.
Diesen Buchladen habe ich mir für den nächsten Tag aufgehoben.

Dafür statte ich dem Bahnhof São Bento noch einen Besuch ab. Den Bahnhof selbst entwarf der Architekt José Marques da Silva, für die mit zahlreichen Azulejos gestaltete Vorhalle war der Maler Jorge Colaço verantwortlich.

Bahnhof São Bento

Bahnhof São Bento

Mit Tanja zusammen gehe ich schon um 7 Uhr in die Stadt, es ist die beste Zeit, wenn man wirklich fast alleine unterwegs sein möchte.

Livraria Lello

100 Meter lange Schlange vor dem Buchladen Livraria Lello

Leider ging mein Plan beim Buchladen nicht ganz auf. Schon bei Eröffnung um 10 Uhr ist die Schlange vor dem Buchladen gut 100 Meter lang. Ne, das muss ich mir dann doch nicht geben. Zumal ich nicht mal den Namen der Dame kenne, die hier so viel Zeit verbracht haben soll.
10 Uhr am Morgen ist auch eine gute Zeit, um sich aus Porto wieder zu verziehen. Wir verbringen den Tag im Womo, dank schnellem Internet können wir gut arbeiten.

Porto bei Nacht – auf jeden Fall sehenswert!

Nach meinem ersten Gang vom Stellplatz in die Stadt zu Fuß (bzw. teilweise mit dem Tretroller), habe ich nun keine Lust mehr die Strecke öfters zu laufen. Daher suchen wir nach einer Alternative, um schnell und einfach mit dem Auto nach Porto zu kommen. 200 Meter südlich der Brücke Dom Luis kann man in einer Seitenstraße parken. Für mich der ideale Ausgangspunkt um Porto und die Brücke zu besuchen.

Nicht nur die Brücke Dom Luis ist bei Nacht besonders interessant, auch der Bahnhof „Sao Bento“ ist nach Mitternacht fast menschenleer. So entstehen Fotos, wie sie wohl nicht jeder Porto Besucher bekommt.

Sao bento

Fast menschenleerer Bahnhof nach Mitternacht

Sao Bento

São Bento bei Nacht


Lost Places in Porto

Porto ist schon ein bisschen die Stadt der Ruinen. Ich kenne keine Stadt, wo es selbst im Zentrum so viele Ruinen gibt. Echte Lost Places zu finden ist hier jedoch sehr schwer. Kein Platz, welcher nicht schon von vielen anderen vor mir besucht worden ist. Die meisten interessanten Gebäude sind auch zugemauert, damit gar nicht erst einer auf die Idee kommt, da rein zu gehen.

Lost Places in Porto

Alte Villa über dem Parkplatz

Aber einen Lost Place habe ich trotzdem gefunden. Es ist die fantastische Villa über dem Parkplatz am Douro. Auch wenn es das open Air Klo von den auf dem Parkplatz stehen Wohnmobil Fahrern zu sein scheint, ist es in der Ruine einigermaßen sauber. Hier gilt aber größte Vorsicht, das Gebäude steht kurz vor dem Zusammenbruch.
Ich bin nicht sehr weit hineingegangen. Was ich gesehen habe, hat mir schon gereicht. Ein toller Ort, in bester Lage. Schade, dass dieses schöne Haus einfach so zerfällt.

abandoned places

Die mächtige Treppe am Eingang lädt zu einem Besuch ein

Parken in Porto

Parkplatz am Douro kostenlos:
GPS: 41.143367, -8.632443
Platz ist ab Mittag in der Saison meist schon voll. Nachts ruhig und nur 2,5 Kilometer vom Zentrum entfernt.
Es wäre echt wünschenswert, wenn alle Wohnmobilfahrer hier die eigene Toilette nutzen würden.

Bildergalerie Porto online

Galerie Porto (incl. Nachtbilder)

Galerie Porto „Lost Place“

Mein Fazit zu Porto

Porto hat eine Vielzahl interessanter Sehenswürdigkeiten und auch die Portweinkellereien sollte man gesehen haben. Ich habe lange nicht alles gesehen. Grund sind die langen Menschenschlangen vor den Sehenswürdigkeiten, welche 1 Stunde und mehr Wartezeit erfordern. Der Sommer ist definitiv die falsche Reisezeit für Porto. Die Besucher überschwemmen die Stadt derart, dass viel Charme der Stadt verloren geht. Bei meinem letzten Besuch im März war in Porto deutlich weniger Betrieb. Ich denke an einem sonnigen Novembertag könnte Porto zu einem echten Erlebnis werden.
Tipp: Suche die ruhigen Nebengassen, wo die meisten Touristen vorbeirennen. Hier kann man wirklich schöne Ecken finden. Du solltest auch unbedingt einmal in alte kleine Läden gehen – auch wenn du nichts kaufen möchtest. Einfach mal rumstöbern, schauen und die Atmosphäre genießen.

porto tipps

Liebevoll hergerichtet

porto tipps

Sehenswert – Läden in den historischen Gebäuden

Raus aus der Stadt zum Atlantik

Am Samstag endet unser Kurzbesuch in Porto. Wir fahren etwas weiter nach Norden und suchen uns einen Platz direkt am Atlantik. Nach 3 Monaten darfs jetzt mal wieder Meer sein. Auch wenn es doch deutlich kühler ist, als wir befürchtet haben.

Porto besuchen mit dem Wohnmobil

Einsame Bank an der Küste

Capela de São Paio

Capela de São Paio

Strandgesicht

Strandgesicht

Sunset portugal - porto wohnmobil

Nach langer Zeit mal wieder ein Sonnenuntergang im Meer

Roadtrip Portugal Centro – Lost Places & der Schrein von Lamego
Roadtrip Portugal Norte - Der Hahn von Barcelos & Arouca Geopark

Ähnliche Artikel

Kommentare