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Ein Jahr Fahrradfahren mit über 3000 Kilometern liegen hinter mir und ich habe schon zwei Fahrräder im Stall. Neben dem Giant E-MTB Fully gibt es jetzt das neu umgebaute Trekkingfahrrad mit Elektroantrieb und Rohloff-Nabenschaltung. Beide Fahrräder sind auf ihre Art super, aber das eine ist nicht zum Reisen und das andere nicht für Portugal zu gebrauchen.

Die Abhängigkeit von der Technik und Strom sind ein weiterer wichtiger Punkt auf Radreisen. Die Abhängigkeit von Steckdosen oder gutem Wetter machen das Radreisen in den Regionen, in denen ich unterwegs bin zu einem besonderen Abenteuer.

Als was tun? Richtig ein neues Fahrrad muss her. Warum es genau das Genesis Longitude geworden ist, erzähle ich dir in diesem Artikel.

Ein paar Feststellungen vorneweg

Leider ist nicht jeder Weg so perfekt wie dieser hier.
  • Die guten Erfahrungen mit extra breiten Reifen auf dem Mountainbike, also Reifen über 2.6-Zoll Breite geben mir immer wieder Stoff zum Nachdenken. Es würde mir ganz andere Wege auf einer Reise ermöglichen.
  • Meine Kraft und Kondition haben sich stark verbessert. 20-30 Kilometer Tagestouren fahre ich inzwischen meist ohne Motor. Da fragt man sich natürlich: Komme ich mit einem "normalen" Fahrrad auf Reisen nicht genauso weit, oder sogar weiter, wenn ich das Gewicht von Motor, Akku und Ladetechnik einsparen kann?
  • Inzwischen habe ich auch Erfahrung mit Ketten und Nabenschaltungen. Die Kettenschaltung ist wegen des tief hängenden Schaltwerks zwar anfälliger, lässt sich aber schöner schalten. Die bockige Drehgriffschaltung von Rohloff konnte mich nie wirklich überzeugen und die schwer laufenden ersten sieben Gänge auch nicht so recht.
  • Bei einem E-Bike fährt auch immer die Angst vor einem Systemausfall mit. Was passiert, wenn die Technik streikt?
  • Das Alu Trekkingrad erfüllt weder die Erwartungen in Stabilität noch in Geländetauglichkeit. Der Bafang E-Motor ist genauso sonviel Wert, wie er kostet. Das Gesamtpaket passt zwar, aber leider nicht zu meinem Vorhaben.

Also genug Punkte, um das Thema Radreisen neu zu planen. Auf meinen Streifzügen durch das Internet stoße ich immer wieder auf Radreisende, die begeistert von breiten Reifen erzählen. Peyman aus Finnland (https://nomadstrails.com) oder der Australier Alee Denham (https://www.cyclingabout.com/) der mit über 130.000 Kilometer Fahrraderfahrung sehr viele fundierte YouTube-Technikvideos veröffentlicht hat, sprechen eine klare Sprache zum Theme Reifenbreite. Ich sehe das auch so, schon bei meinem LKW galt die Regel, Reifen können nicht breit genug sein, wenn auf weichen Böden unterwegs ist.

Suche ich im Internet jedoch nach einem "Reiserad", finde ich fast ausschließlich die üblichen bekannten Fahrräder, die mit 20 Kilo bleischwer und in meinen Augen unbezahlbar sind. Oder anders gesagt: Für meinen Einsatz, ein paar Wochen im Jahr mit dem Rad in Südeuropa unterwegs zu sein, zahle ich ungern so viel Geld.

Adventure & Turing Bikes

Unabhängig allein mitten in der Natur.

Irgendwann finde ich heraus, dass mein Traumfahrrad wohl in Fachkreisen Adventure Bike genannt wird. Ein Mountainbike mit Tonringeigenschaften, also breiten Reifen und vielen Schraubpunkten für Anbauteile. Und schon finde ich alle die Räder, die genau für meinen Einsatz gebaut sind - warum nicht gleich so?

Zuerst bleibe ich beim Hersteller Surley hängen, konnte mich dann aber mangels aussagekräftiger Beschreibung doch nicht ganz überzeugen. Danach komme ich zur Marke Genesis, die mit dem Longitude ein reinrassiges Adventurebike bauen. Es hat eine gute Geometrie, einen stabilen Stahlrahmen, 72mm breite Reifen und solide Shimano Deore Gruppe. Zeitgemäß: natürlich ab Werk mit Felgen und Reifen in "tubeless ready". man kann sie also ohne Schlauch fahren.

Das Wichtigste für ein Offroad-Reisefahrrad ohne Motor ist die Schaltung. Sie muss das Erklimmen steiler Berge ermöglichen und trotzdem sollte man auf der eben Straße noch gut vorankommen. Das Verhältnis zwischen dem kleinsten und größten Gang beschreibt die Spreizung und wird in Prozent angegeben. Je mehr Spreizung, desto besser. Das Longitude kommt schon ab Werk mit einer Spreizung ähnlich der Rohloff-Nabenschaltung daher. Den meisten reicht das schon. Aber da geht noch deutlich mehr, wenn man ein paar Zahnräder austauscht. Dazu später mehr, jetzt erst einmal die Unterschiede von Ketten- und Getriebeschaltungen.

Rohloff, Pinion-Getriebe oder Kettenschaltung?

Wichtig ist eine große Spreizung, damit man in jedem Terrain gut fahren kann.

Egal welche Schaltung es auch wird, ich benötige eine große Spreizung zwischen dem kleinsten Gang an Bergen und dem größten Gang auf der Straße. Zu viel gibt es nicht!

Das Spielkind in mir wollte gerne eine Getriebeschaltung und am liebsten auch einen Riementrieb, der ohne einen tief hängenden Umwerfer auskommt. Die Getriebeschaltungen sind bis auf einen gelegentlichen Ölwechsel wartungsfrei und geschützt vor äußeren Einflüssen wie Ästen, Dreck und Wasser.

Rohloff bietet 526% Spreizung und das 18 Gang Pinion Getriebe macht sogar 636%. Mehr geht nur noch mit der Kettenschaltung. Die 526% wären mir zu wenig, vor allem weil ich gern mal ohne Gepäck auf der Ebene 30km/h und mehr fahren möchte. Das Pinion Getriebe wäre mir von den Daten am liebsten. Ich konnte es leider noch nie zur Probe Fahren. Ich habe aber viel gelesen und recherchiert und wenn man über die Reviews mit gesponsorten Fahrrädern hinaus sucht, findet man auch die Berichte, die beschrieben, dass auch das Pinion Getriebe nicht so leicht läuft wie eine Kettenschaltung. Und auch ein Riemen frisst Leistung. Bei der Rohloff Nabe habe ich deutlich gespürt, wie die ersten 7 Gänge schwerer laufen.

Ich weiß nicht, wie die Drehgriffschaltung beim Pinion Getriebe ist, aber bei der Rohloff war es eine Katastrophe, trotz neuer, optimal verlegter Züge und Drehgriff. Sie war hackelig und schwergängig und wenn man nur unter geringster Last geschaltet hat, gab es komische Schaltzustände, und der Gang sprang erst nach voller Entlastung der Nabe ein.

Seit ich mit gewachsten Ketten fahre, ist mir der Riemen nicht mehr ganz so wichtig, da kein Problem mehr mit verschmutzen Ketten habe. Betrachtet man den Anschaffungspreis einer Kettenschaltung gegenüber den Nabenschaltungen, könnte man einen Kompromiss in Erwägung ziehen. Vor allem dann, wenn mein Plan funktioniert und ich einer 2x10 fach Kettenschaltung 655% Spreizung entlocken könnte.

Noch ein Vorteil der Kettenschaltung ist die Ersatzteilversorgung und das flüssigere Schalten beim Fahren.

Ich fasse zusammen:

Pro Kette:

  • größte Spreizung
  • Geringster Widerstand
  • Schaltgefühl
  • Preis

Pro Getriebe mit Riemen

  • Wartungsfreundlich
  • nahezu verschleißfrei
  • Kein Umwerfer, daher ein Teil weniger das ausfallen kann.

Mein Adventure-Bike

Mein Genesis Longitude

Am Ende hat der Preis und die Verfügbarkeit den Kauf beeinflusst. Für ein Fahrrad von Velotraum hätte ich nach Deutschland müssen. Die Fertigungszeiten sind hoch und der Preis ist schnell über 4000€.

Das Longitude ist schnell eingetroffen

Für einen Bruchteil des Preises bekommt man mit 14 Tagen Lieferzeit ein Fahrrad der Marke Genesis aus England. Das Longitude ist ein für Bikepacking optimiertes Adventure Bike. Der stabile Stahlrahmen mit steifen 27.5-Zoll-Felgen mit 2,8" breiten Reifen, machen dieses Fahrrad zum perfekten Reiserad für mich. Solide Komponenten in Form der Deore 2x10 Schaltung bringen ein Bike, das aus der Box den meisten Anforderungen gewachsen und nur noch wenig Optimierungen benötigt.

Diese 72mm breiten Reifen sind einfach optimal fürs Radreisen.

Meine Optimierungen bezogen sich lediglich auf kleine Details, wie Optimierung der Schaltung, Lenker, Sattel und Sattelstütze und natürlich der sofortigen Umrüstung auf "tubeless". Wegen der Reifenbreite gab es später noch ein Upgrade auf Schwalbe Allround 27.5x2.8 Reifen, die deutlich breiter sind als die WTB Reifen und noch leichter rollen.

Warum Tubless?

Auf der Internetseite https://www.bicyclerollingresistance.com/ kann man den Rollwiderstand sämtlicher Fahrradreifen nachlesen. Es wurden verschiedene Luftdrücke, mit und ohne Schlauch gemessen. Der schlauchlose Reifen rollt vorwiegend bei geringen Drücken in der Regel um bis zu 20% leichter als der mit Schlauch.

Selbst auf Geröllstrecken kann man so noch sicher fahren

In der Praxis heißt das, ich kann dauerhaft mit weniger Luftdruck ohne Nachteile im Rollwiderstand fahren. Einstiche durch Dornen werden von der Milch im Reifen sofort abgedichtet, größere Löcher können einfach von Außen mit einer Art Docht wie beim Autoreifen geflickt werden. Man muss also kein Rad ausbauen, Reifen abmontieren und Schlauch flicken. Warum fährt man heute noch mit Schlauch?

Die Flexibilität, welche mir die breiten Reifen bieten, liebe ich. Auf der Radreise fahre ich das voll bepackte Fahrrad mit 2 Bar in den Reifen. Geht es ins Gelände lasse ich vorn die Luft auf 1,1 bis 0,9 Bar ab - je nach Untergrund. Das bringt Sicherheit und Komfort auf jedem Weg.

Die Kettenschaltung

11-48 Kassette mit SLX Umwerfer

Ohne die geht nichts beim Fahrrad und bei mir schon gar nicht. Noch vor der ersten Ausfahrt mit dem neuen Fahrrad habe ich die hintere 11-42 Kassette gegen eine 11-48 ausgetauscht. Schon ist die Spreizung auf 604% aufgeblasen. Gegen alle Meinungen im Internet und bei Shimano selbst, packt das mittellange GS Schaltwerk diese Kassette ohne Umbau. Später habe ich vorn an der Kurbel das kleine 26er-Kettenblatt gegen eines mit 24 Zähnen ersetzt, was jetzt eine Gesamtspreizung von 655% ergibt. Im Alltag heißt das, ich kann einen Geschwindigkeitsbereich von 3,5 bis 40km/h abdecken. Also noch besser als das Pinion 18-Gang-Getriebe, für einen Bruchteil des Geldes.

Zur Sicherheit, falls einmal ein Ast den Umwerfer beschädigt, habe ich ihn gegen einen etwas besseren SLX RD-M7000 Umwerfer ausgetauscht und den originalen Deore ins Ersatzteillager gelegt.

Da die originale Kette durch die andere Kassette etwas zu kurz geworden ist, habe ich eine neue 10-fach Kette (122 Glieder) gekauft, diese sauber entfettet und dann im Graphen-Heißwachsbad gebadet. Das ist zwar am Anfang mehr Arbeit, dafür hat man aber über die Lebenszeit immer eine saubere Kette. Die ersten 1200 Kilometer hat die Kette schon schadlos überstanden.

Schon fast perfekt

Das Cockpit

Auf dem Longitude fühlte ich mich ab dem ersten Kilometer extrem wohl. Spezielle Griffe, breite Lenker und auch gefederte Sattelstützen + spezieller Sattel sorgen für zusätzlichen Komfort auf langen Fahrten in unebenem Terrain.

  • Klickpedale, von Funn. Die PD-EH500 Klickpedale von Shimano sind zwar besser - aber nicht in Orange erhältlich.
  • Sattelstütze von by.Schulz LT mit Federung
  • Brooks B17 Imperial Ledersattel
  • Gefederter Vorbau von Kinekt - Gold wert auf Kopfsteinpflaster
  • Jones H Bar Lenker, sehr speziell, aber auch sehr komfortabel.

Weitere Zubehörteile sind:

  • Einfacher Gepäckträger für breite Reifen hinten
  • LowRider für vordere Packtaschen
  • Sigma Aurora 100 Frontlicht
  • Sigma Fahrrad-Tacho Wireless mit Kadenz
  • Klickfix Lenkertasche für die Wertsachen
  • ABUS Rahmenschloss mit extra Seil
  • Alarmanlage
  • Trinkflaschenhalter für große PET Flaschen
  • Fidlock Twist Universalhalter
  • Fresstasche am Lenker nimmt auf, was man gerade nicht halten kann. Besonders gut lassen sich hier Kirschen verstauen, die man dann nebenher naschen kann.

Die Alarmanlage reagiert auf Erschütterung am Rad, so kann ich in der Stadt auch mal kurz wegschauen. Das Rahmenschloss für breite Reifen ist perfekt, um kurz vor dem Bäcker das Rad abschließen zu können. Mit dem Seil, welches am Schloss eingehängt werden kann, ist das Fahrrad auch am nächsten Geländer sicher angebunden. Jedes teurere Schloss lässt aufbrechen, ist aber schwerer und nicht so einfach zu bedienen.
Klickfix und Ortlieb Lenkertaschen haben den gleichen Halter. Auch Vaude Lenkertaschen sind Klickfix kompatibel. Hier hat man freie Auswahl. Ortlieb Ultimate 5l reicht mir, um die Wertsachen auch unterwegs schnell mitnehmen zu können.

Jones H Bar Lenker

Verrückter Lenker, den viele auf Langzeit-Radreisen benutzen

Der Jones Bar ist eine spezielle Art von Fahrradlenker, der primär bei Langstreckenfahrern, Tourenradlern und Abenteurern beliebt ist. Der Jones Bar ermöglicht vielseitige Handpositionen, die Ermüdung und Taubheitsgefühle reduzieren, und seine breite Form unterstützt eine aufrechte Sitzposition, die den Rücken und die Schultern entlastet. Die breite Hebelwirkung des Lenkers verbessert die Kontrolle und Stabilität in schwierigem Gelände und bei beladenen Touren, während die bessere Gewichtsverteilung das Handling optimiert. Zudem bietet der Jones Bar viel Platz für die Montage von Zubehör, was ihn ideal für Bikepacking-Abenteuer macht.

Futtertasche, Klickfix Halter, Quadlock Handyhalter und noch viel Platz für unterschiedliche Handpositionen.

Hier gehts zu meiner ersten Radreise mit dem Longitude


Begleite mich auf meiner ersten Tour von Portugal nach Spanien:

Tour der 2 Via Verdes

Ich bin begeistert

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Mit diesem Rad komme ich an Orte und darf Probleme lösen, die sonst nicht gehabt hätte.

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