Diese Woche verbringen wir mit Reisevorbereitungen. Nach vielen Wochen an einem Ort, wird es langsam echt Zeit, wieder etwas mit dem Wohnmobil zu reisen. Sechs Monate sind wir nun schon in Portugal, über vier Monate alleine an der Algarve. So wie es scheint, sind die Überwinterer langsam auf dem Rückzug. Sie verdrücken sich in den Norden des Landes oder nach Spanien. Wir hoffen nun auf mehr Platz an der Küste und eine schöne Frühlingsreise entlang der Algarve.

endlich Platz an der Algarve

Die Überwinterer sind auf dem Rückzug

Die Woche vor Ostern, oder heißt es schon Osterwoche? Naja egal, auf jeden Fall hat diese Woche fast in ganz Europa Ferien. Ich merke das schon daran, dass über unseren Platz im Paradies nicht mehr nur ein Flieger am Tag zum Landeanflug nach Faro hinwegschwebt, sondern mehrmals pro Stunde. Kaum werden die Wohnmobile weniger, kommen schon die Touristen mit dem Flugzeug an. Wahrscheinlich haben wir den denkbar ungünstigsten Reisezeitpunkt für eine Algarve Tour gewählt, aber bis wir letztendlich an der touristischen Küste ankommen werden, ist Ostern auch schon wieder lange vorbei und die meisten Touristen werden wieder zuhause sein. So denken wir uns das zumindest mal.

Zwischen Sonntag und Mittwoch verbringen wir noch ein paar schöne Tage am einsamen Bach, welcher inzwischen schon gar nicht mehr so einsam ist. Jeden Tag sind hier Portugiesen, bauen Zelte auf und grillen. Andere kommen und gehen mit ihren Hunden baden, immer wieder kommt auch eine Jeep Safari mit Touristen aus Albufeira vorbei – die Wasserdurchfahrt scheint ein besonderes Highlight zu sein, denn fast jedes Mal werden auch Kameras aufgebaut und es wird gefilmt. Auch Drohnen kommen immer wieder zum Einsatz – wahrscheinlich für Andenkenbilder an die Teilnehmer.

Es war eine schöne Zeit hier am Bach, aber jetzt ist Schluss, wir brauchen etwas Neues nach 59 Tagen. Bevor wir jedoch in den Norden aufbrechen, wollen wir noch unsere Lieblingsplätze an der Algarve besuchen. An vielen Plätzen waren wir ja den vergangenen Winter überhaupt nicht, oder nur kurz, weil sie fast alle ziemlich überlaufen waren.

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Zum Abschied gehe ich noch eine Runde im Bach baden – sieh selbst:

Es geht nach Alte

Heute geht es endlich los, mit leerem Wassertank und fast vollem Abwassertank muss ich jetzt nach knapp 3 Wochen sowieso fahren. Eigentlich wollte ich noch vor der Abfahrt spülen, aber das Wasser reichte nicht mal mehr zum Zähne putzen.

Die ersten Kilometer sind sehr ungewohnt. Der Umstieg vom Ducato auf mein größeres Wohnmobil ist heute auf einmal ungewohnt. Die Straßen sind so schmal und das rechte Pedal scheint irgendwie auch keine Lust zu haben. An die 89km/h kommt meine Wanderdühne auch nur an wenigen Stellen. Ganz klar – wir standen zu lange!

Zum Glück ist es zu unserem heutigen Tagesziel nicht weit. Denn ich möchte mir einen Ort anschauen, den ich bisher nur flüchtig gesehen habe, aber schon oft durchgefahren bin – Alte. Da es in dem Ort keinen Stellplatz gibt, und auch kein Wasser legal zu bekommen ist, muss ich auf anderem Weg an Wasser kommen. Dazu fahre ich zu dem Brunnen, wo ich schon vor ein paar Wochen mal Wasser geholt habe.

Dieser Plan geht aber nicht auf, denn der Brunnen ist mit einer Gruppe Einheimischer belegt, die gerade grillen und da möchte ich nicht stören. Also bleibt der Wassertank leer und ich fahre weiter nach Alte, wo kurz später auch Tanja eintrifft.

Wenn du Alte noch nicht kennst, es liegt rechts von Silves an der Algarve:

Zum Glück hat der Ducato 70 Liter Wasserreserve dabei und wir pumpen den Tankinhalt in meinen Wassertank um. Dazu schließe ich an den Wasserhahn in Tanjas Wohnmobil einen Gardena Adapter für Indoor-Wasserhähne an und kann dann meinen Schlauch ohne Probleme befestigen. Jetzt reicht es noch 2-3 Tage.

Von Wohnmobil zu Wohnmobil Wasser tanken

Heute ist es wirklich warm und wir müssen uns an das Wetter erst einmal gewöhnen. Da wir etwas ungünstig stehen und die Sonne volles Programm ins Wohnmobil brennt ist es noch wärmer, als es im Schatten schon ist. Daher hat keiner so recht Lust auf Sightseeing. Einzig einen kurzen Gang zum See mit Wasserfall genehmigen wir uns, den restlichen Mittag verbringen wir arbeitend am Computer – im Schatten neben dem Womo.

Als es kühler wird, fahren wir mit dem Ducato nach Alte zu den Quellen. Hier gibt es auch einen Parkplatz und es sind nur wenige Meter, bis man die Brücke über den jungen Bach erreicht.

Nachdem wir die Quellen besichtigt haben, drehen wir noch eine Runde durch den kleinen Ort und finden sogar ein Restaurant, welches uns mit einem Abendessen versorgt.

Into the wild

Die Nacht war echt warm, 16 Grad zeigt das Thermometer draußen an, 22 Grad hat es im Womo. Damit werden wir uns wohl in Zukunft gewöhnen müssen. Bisher finden wir es noch toll, endlich mal nicht mehr heizen am Morgen.

Es geht weiter nach Messines, hier werde ich an der Wohnmobil VE Station meine 500 Liter Abwasser endlich los. In der Bar neben dem Stellplatz (auf der anderen Straßenseite) bekommt man Jetons für Frischwasser. 2,50€ kosten diese und liefern etwa 300 Liter Wasser – das reicht diesmal genau um den Tank wieder komplett aufzufüllen. Nachdem ich fertig war, fahre ich weiter zum Intermarché, wo Tanja mit Wäsche waschen und einkaufen beschäftigt ist. Ich tanke noch etwas Diesel nach und dann fahren wir zusammen zu einem Platz, wo wir schon öfter viele schöne Tage erleben durften.

Dieses Jahr war es dort den Winter über leider nicht mehr ganz so ruhig, da sich der Platz ziemlich herumgesprochen hat und teilweise komplett mit Wohnmobilen belegt war. Darum sind wir ja auch zu anderen Plätzen geflüchtet. Jetzt scheinen die Überwinterer wieder auf der Heimreise zu sein und wir haben den Platz ganz für uns allein.

Freistehen in Portugal

Wieder einsam auf dem Hügel

Und da ist sie wieder – diese unbeschreibliche Ruhe – bis auf den Flugbetrieb der Bienen ist hier nichts zu hören. Doch das Geklapper meiner Tastatur fällt jetzt gerade ziemlich auf. Aber sonst ist es echt ruhig.

Am Nachmittag kommt Wind auf. Eigentlich ist gar keiner angesagt, aber das Womo schaukelt immer wieder und auch die Temperatur fällt auf einmal auf nur noch 20 Grad am Spätnachmittag. Wir freuen uns trotzdem über diesen schönen Tag auf dem einsamen Hügel an der Algarve. Ein einziges Auto mit deutschen Touristen war heute Mittag kurz hier, sonst niemand.

Mehr Solar für den Truck

Der Wetterdienst in Portugal meldete gestern schon, dass wieder eine Saharastaubwolke auf dem Weg nach Portugal ist.

Heute Morgen sah es zuerst nicht gut aus. Das erste Mal seit langer Zeit hängen wieder dicke Wolken am Himmel und einige starke Windböen rütteln am Womo. Aber es ist warm, 15 Grad hat es am Morgen draußen – 21 Grad im Womo. Wieder ein Morgen ohne Heizung.

Solar auf dem Wohnmobil montieren

Bei der Solarmontage

Am Vormittag verziehen sich die Wolken zum Glück wieder und die Sonne kommt heraus. Tanja mistet ihr Auto aus, es soll nun auch wieder vermehrt als Arbeitszimmer dienen, da man hier herrlich durch die große Schiebetüre und die hinteren Flügeltüren lüften kann und es so im Innern angenehm kühl bleibt.

Übrig sind nach der Aufräumaktion zwei Solarmodule mit je 90Wp, etwas komischen Maßen und 72 Zellen. Nichts besonders, ich habe die vor Jahren mal fast geschenkt bekommen und seither stehen sie bei mir rum. Seit September reisen sie bei Tanja im Ducato mit und nehmen Platz weg. Ich hatte ja schon einmal das Dach vom Womo vermessen und heute Morgen entschied ich spontan, damit die Solar-Module endlich weg sind, sie nun doch auf das Dach zu montieren. Zu viel Solar kann man nie haben, der Regler sorgt schon dafür, dass die Batterie nicht überladen wird.

wohnmobil solaranlage

950 Wp PV-Anlage auf dem Wohnmobil. Die vorletzte Ausbaustufe.

Zwei Stunden später war der Spuk vorbei und auf dem AMUMOT-Truck arbeiten nun 950Wp, was zu sagenhaften 48A Ladestrom um 14:30 Uhr führt. Somit wäre nun nicht nur der Regler am Limit, sondern auch mal wieder die Kabel, welche zur Batterie führen. Hier muss ich den Querschnitt erhöhen, denn die Leitungen werden mal wieder warm. Wahrscheinlich bin ich dazu aber in nächster Zeit wieder zu faul, weshalb ich einfach den Ladestrom am Laderegler auf 40A begrenzen werde. Die Mehrleistung soll eher im Winter von Nutzen sein, jetzt haben wir mehr als genug Solarstrom.

Wohnmobil Solaranlage selbst montieren

Jetzt mit 950Wp Solarpower

Es geht weiter nach Silves

Die Reise geht weiter. Ich besuche die Staumauer vom Arade Stausee. Mit Staunen stelle ich fest, der See ist komplett voll! Wo kommt das ganze Wasser her? Hatt es hier in der vergangenen Zeit wirklich so viel geregnet?

arade

Erst einmal anhalten und Foto machen.

arade stausee bei silves

Wunderschön – der Arade Stausee ist fast ganz voll.

arade stausee mit wohnmobil

Irgendjemand hat mich da schon kommen sehen

Auf der Staumauer

Eigentlich hatten wir zuerst den Plan an der Staumauer eine Nacht zu bleiben aber der Platz ist immer noch komplett voll. Darum fahren wir nach dem kleinen Fotostopp gleich weiter nach Silves. Ich möchte endlich mal die Stadt richtig erkunden und auch die rote Burg einmal besteigen. Hierzu bietet sich der Stellplatz am Rio Arade ganz gut an. Davor muss ich natürlich einen kleinen Besuch bei der Burger Ranch machen, einen schönen Hamburger und ein Softeis ist schon lange überfällig.
Der Stellplatz in Silves ist gut besucht, jedoch sind wir die einzigen deutschen Besucher, der Rest sind Spanier, Franzosen und ein paar Portugiesen. Wir ergattern einen ruhigen Eckplatz und hocken bei bestem Frühsommerwetter unter der Markise neben dem Wohnmobil.

Wohnmobilstellplatz Silves

Parque do Rio Silves

Parque do Rio Silves

8300-118 Silves
Parque Ribeirinho de Silves

  • Stellplätze: 50
  • Strom + VE + Mülleimer
  • Stellplatz: 5€/24h
  • Strom 2€
  • nur V&E 2€

GPS: 37.1851 , -8.4455

Am Nachmittag laufen wir dann in die Stadt und besichtigen endlich mal die rote Burg von Silves.

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber wir erleben zurzeit ein Portugal, wie wir es noch nie erlebt haben. Ein komplett anderes Land zeigt sich uns jetzt im Frühjahr. Auch wenn Portugal im Winter lange nicht so ausgestorben ist wie die Mittelmeerküste Spaniens, so erwacht es jetzt mit dem Frühling so richtig zum Leben. Besonders witzig, die Touris sind jetzt sehr gut von den Einheimischen und Überwinterern zu unterscheiden – sie sind nämlich meist käseweiß 😊
Ich freue mich jeden Tag aufs Neue, das hier miterleben zu dürfen. Es war schon immer mein Traum gewesen.

Umgang mit dem Multimeter - Hilfe zur Fehlersuche bei Stromproblemen
Algarve Rundreise Teil 2 – Westalgarve

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