Seit einigen Wochen macht unsere Truma Heizung Probleme. Erst ging sie nur manchmal nicht und seit einer Woche geht sie gar nicht mehr. Inzwischen habe ich schon eine neue Platine eingebaut und die Magnetventile gereinigt. Alles ohne Erfolg. Es wird wohl der Brenner eine Macke haben. Um weiterhin ein warmes Wohnmobil zu haben, heizen wir nun mit Strom. Also Batteriestrom, bzw. Solarstrom.
In Anlehnung an den Beitrag elektrisch heizen im Wohnmobil hier mal eine Ergänzung. Damals habe ich die Infrarotheizplatte aus Unwissenheit etwas zu schlecht bewertet. Das Problem war, die Wärme brannte im Gesicht und an manchen Stellen war es nicht warm genug. Heute bin ich da etwas schlauer…

Da ich es nicht besser beschreiben könnte, hier die Beschreibung aus Wikipedia „Das Prinzip der Geräte ist einfach und lässt sich am besten mit dem Sonnenbad auf einem Gletscher erklären. Obwohl die Umgebungstemperatur unterhalb 0 °C liegt, ist es in der Sonne warm. Das liegt an der Wärmestrahlung der Sonne. Dort, wo diese auftrifft, wird sie (teilweise) absorbiert und in Wärme umgewandelt, beispielsweise auf unserer Haut. Infrarotstrahlung ist elektromagnetische Strahlung in einem Wellenlängenbereich unmittelbar oberhalb dem des sichtbaren Lichts. Infrarotstrahlung stellt nur einen kleinen Teil des elektromagnetischen Spektrums dar. Strahlung mit kürzeren Wellenlängen als Infrarot liegt im sichtbaren oder gesundheitsschädlichen Bereich (Ionisierende Strahlung) und ist daher unerwünscht. Strahlung mit höherer Wellenlänge hingegen wird zunehmend schlechter absorbiert (beispielsweise Radar, Rundfunk). Strahlung hat die Eigenschaft, nur die Körper zu erwärmen, auf die sie trifft. Die Wärmeübertragung erfolgt damit direkt und unterscheidet sich deutlich von der Konvektion, d. h. der Erwärmung der Umgebungsluft. Ziel ist es, den konvektiven Verlust (aufsteigende Warmluft) so gering wie möglich zu halten. Im Gegensatz zu den meisten festen Materialien ist Luft nur begrenzt, vor allem durch enthaltenes Wasser, in der Lage, Infrarotstrahlung zu absorbieren. Luft erwärmt sich daher weniger und auch im nicht bestrahlten Bereich bleibt es kalt.“

Beim Heizlüfter wie auch beim Ölradiator wird einfach nur die Luft erwärmt und die Möbel brauchen sehr lange bis sie sich erwärmen. So ist es sofort kalt wenn die Heizung aus ist, bzw. es braucht sehr viel Energie bis man alles auf Wohlfühltemperatur erwärmt hat. Wenn man nun das Gelernte mit dem Erfahrenen zusammenführt, stelle ich folgendes fest: Die IR Heizplatte vom damaligen Test, war an sich ja gut, hatte aber zu viel Leistung und darum war die Wärme unangenehm stark und brannte im Gesicht. Die Lösung wäre nun, die Leistung soweit zu minimieren bis man nicht friert und es einfach nur angenehm ist. Das habe ich dann auch probiert:

230V Dimmer

Dimmer

Mit einem Phasenanschnittsdimmer und dem 400W Quarzstrahler an der Decke konnte man die Leistung herrlich herunter regeln und hat dann irgendwann die perfekte Wohlfühltemperatur bei geringster Stromaufnahme. Nur sieht das Ganze nicht gerade schön aus, wenn so ein Strahler an der Decke hängt. Gut ist ja, dass wir 2,40 Meter Deckenhöhe haben, dann bleibt man wenigstens nicht dran hängen.

Halogenheizer mit 800 Watt

im wohnmobil mit strom heizen

Erster Versuch Heizstrahler an der Decke

Das Ergebnis war jedenfalls super, mein Platz war angenehm warm aber Meli sitzt im kalten weil sie weniger abbekommt. Zweiter Versuch war nun mit 2x Osram SICCATHERM Infrarotstrahler welche kurzerhand im Baumarkt besorgte, mit passender, leicht abgewinkelter E27 Fassung:

im wohnmobil elektrisch heizen

Infrarot Lampe 150W

Über jedem Sitzplatz installierte ich eine Lampe mit je 150 Watt und diese laufen zusammen über den Dimmer. (Nächste Ausbaustufe wäre je einen Dimmer pro Sitzplatz – ich glaube das gibt’s noch in keinem Womo – Platz-bezogene Temperierung). Klar die Lampen sind nicht wirklich schön anzuschauen, das ist auch nur eine günstige Notlösung zum Ausprobieren bevor man vielleicht viel Geld in was Anderes investiert. Aber sie sind schöner als der graue Quarzstrahler. Die Lampen bringen es auf jeden Fall. Es ist nicht kalt auf dem Platz, gedimmt auf 33% laufen die Lampen mit je 50 Watt und geben sehr gemütliche Wärme ab, ohne aufdringlich zu heizen. Bei dieser geringen Leistung ist auch kein Rotlicht mehr zu sehen außer man schaut direkt in die Lampe. So haben wir das nun ein paar Tage ausprobiert. Genau über Weihnachten hatten wir zwei Tage ohne Sonne, aber da der Stromverbrauch nun so gering ist, haben wir es wirklich geschafft ohne Netzanschluss die Zeit zu überbrücken und hatten es immer mollig warm im Womo. Die Wärme von der Decke ist nun gesichert, aber wenn man normal am Tisch sitzt, bekommt man kalte Füße, weil die Sonne nicht unter den Tisch scheinen kann. Also muss dort eine zusätzliche Heizung hin. Den 9 Euro 400/800Watt Quarzstrahler habe ich dazu unter die Tischplatte gehängt und ebenfalls mit einem 230V Dimmer versehen.

mit strom heizen

Heizstrahler unter dem Tisch

Nun lässt sich die Leistung auch hier soweit herunterregeln, dass er erstens fast keinen Strom mehr braucht, es aber trotzdem angenehm warm bleibt. Allerdings benötigt der Strahler mindestens 40W damit er überhaupt Wärme erzeugen kann. Im deutschen Winter, wo es Minusgrade hat und sich die Sonne hinter den Wolken versteckt macht diese Art zu heizen keinen Sinn. Auch weil nur der Wohnraum beheizt wird und die Hohlräume nicht. Aber hier im Süden ist das vollkommen ausreichend, und eine gute Alternative den Solar-Überschuss für etwas Sinnvolles zu nutzen.

Ein bisschen kreuz und Quer an der Algarve
Von rechts nach links und zurück an der Algarve

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