Auf die Idee mit der Mitte brachte mich Instagram vor ein paar Tagen, als ich für mein Bild „Portugal“ als Aufnahmeort eingeben habe und Instagram meinte, ich sei da 4 km von entfernt. Kann das sein, dass wir wirklich fast 3 Wochen neben der geografischen Mitte von Portugal stehen und nichts davon mitbekommen haben?

Wo ist der Mittelpunkt von Portugal

Ich befragte das Orakel und mir wurde geantwortet, dass der Mittelpunkt von Kontinental-Portugal in Vila de Rei liegen würden. 90 Kilometer nördlich meines jetzigen Standortes. Dieser Ort liegt aber nicht wirklich auf unserer Route. Aber da ich auf dem Weg dorthin an einem Worten (Elektronikfachmarkt) vorbeikommen würde, und ich mir dort ein neues Stativ kaufen könnte, beschloss ich ganz spontan, mal eben kurz dort hin zu fahren. Damit sich die Strecke noch mehr lohnt, habe ich mir noch ein zweites Ziel ausgesucht.

Mit dem Wohnmobil zum Mittelpunkt von Portugal

Mit Tanjas Kastenwagen geht’s immer Richtung Norden. Der AMUMOT-Truck bleibt am See stehen, da Tanja heute viel zu arbeiten hat. Mit Tanjas Ducato bin ich sowieso viel schneller, mir würde sonst im Traum nicht einfallen bei 38 Grad im Schatten 200 Kilometer spazieren zu fahren.

Heute lasse ich mich mal von Google Maps auf dem Handy navigieren. Zurzeit habe ich sogar Datenvolumen auf der deutschen Handykarte, weil seit Juni ja die Roaminggebühren gefallen sind.

LKW in Portugal

Ausflug zum Mittelpunkt von Portugal

Brücke über den Tejo - im Hintergrund Abrantes

Brücke über den Tejo – im Hintergrund Abrantes

Rio Tejo

Der Tajo (span., [ˈtaxo]) bzw. Tejo (port., [ˈtɛʒʊ]) fließt in Spanien und in Portugal und ist mit 1007 km der längste Fluss der Iberischen Halbinsel.

Ich komme nach Abrantes, überquere dort den Rio Tejo, welcher in Lissabon in den Atlantik mündet. In Abrantes selbst lege ich einen kurzen Stopp bei Worten ein, um dort nach einem neuen Stativ für meine Kamera zu suchen. Mit meinem 3 Euro Flohmarktstativ kann ich die Kamera nicht hochkant montieren und daher keine so schönen Milchstraßen Bilder machen.

Wasserturm Abrantes

Vorort von Abrantes

Knapp 30 Kilometer nördlich von Abrantes erreiche ich Vila de Rei. Es ist nicht mehr weit bis Sertã, wo vor wenigen Tagen noch wilde Waldbrände wüteten. Hier jedoch war nichts davon zu sehen. Die Umgebung von Vila de Rei wurde zwischen 1986 und 2003 von einigen Waldbränden heimgesucht. Es wurden damals etwa 80 % des Waldgebietes vernichtet. Viel wurde wieder aufgeforstet, was man gut am auffallend jungen Baumbestand entlang der Straße sehen kann.

Landschaft Portugal Vila de Rei

Nur wenig alte Bäume sind zu sehen

Ich erreiche die Mitte und die Spitze

Kurz nach Vila de Rei geht es steil den Berg hoch auf knapp 600 Meter über Meereshöhe. Das geografische Zentrum von Portugal ist gut ausgeschildert und einfach zu finden. Oben angekommen gibt es ein paar Parkplätze, welche recht steil sind. Zum Übernachten mit dem Wohnmobil würde ich mir einen anderen Ort suchen. Aber für eine Besichtigung des „Ortes der Mitte“ ist der Parkplatz vollkommen ausreichend. (GPS: 39.694606, -8.130085)

Parkplatz Centro Geodésico de Portugal

Parkplatz Centro Geodésico de Portugal

Man hat dem „geografischen Zentrum von Portugal“ sogar ein Monument gewidmet und direkt neben dem Centro Geodésico de Portugal (Geodätisches Zentrum von Portugal) ein kleines Museum, eine Bar und einen kleinen Souvenirshop eingerichtet. Geodätisch heißt im Groben so etwas wie die Mitte von zwei Punkten. Aber ich denke du weißt was gemeint ist.

Ausblick vom Centro Geodésico de Portugal

Toller Ausblick vom Centro Geodésico de Portugal

Centro Geodésico de Portugal

Centro Geodésico de Portugal

Fakt ist, von hier oben hat man einen tollen Ausblick über die Hügellandschaft von Portugal (Região Centro), also Region Zentral Portugal. Ja, die Region Alentejo habe ich wohl unterwegs verlassen, und es nicht einmal gemerkt. Sonst hätte ich ein Bild gemacht. Aber eigentlich ist´s auch egal 😊

mitte portugal

Eine Tafel gibt Auskunft über den Geografischen Mittelpunkt

Nach ein paar Bilderchen fahre ich weiter zu meinem zweiten Sightseeing Ziel.

Aldeias do Xisto – Dörfer des Schiefers

Aldeias do Xisto

Aldeias do Xisto

In der Gemeinde von Vila de Rei liegt mit der Ortschaft Água Formosa eines der 27 besonderen Schieferdörfer, den Aldeias do Xisto. Im Jahr 2001 wurde das „Programa das Aldeias do Xisto“ ins Leben gerufen, um dem baulichen Verfall und der Abwanderung aus den traditionellen Schieferdörfern der Regionen Pinhal Interior Sul und Pinhal Interior Norte entgegenzuwirken. Mit anfänglich 25 Millionen Euro aus verschiedenen Quellen wurden die Dörfer renoviert, instandgehalten und touristisch attraktiv gestaltet. Zum Beispiel mit gut ausgeschilderten Wanderwegen und ähnlichem. Das Projekt hat bis heute Erfolg und scheint ein beliebtes Ziel für Individualtouristen zu sein, welche keine Lust auf Strandurlaub im Hotelbunker an der Algarve haben. Mir würde es hier auch deutlich besser gefallen.

(Bilder anklicken, um sie im Vollbild anzuschauen)

Ich gönne mir nur einen kleinen Rundgang durch den Ort, denn es ist schon Mittag und die 35 Grad sind überschritten. Es wird Zeit langsam nach Hause zu fahren.

Kirche an der N2

Ab nach Hause, die Straßen sind frei

Und wieder einmal unendlich lange 14 Kilometer Sand und Waschbrettpiste…

Sandpiste

14 Kilometer Sandpiste

Noch etwas zum Geografischen Mittelpunkt von Portugal:
Ob´s nur ein Zufall ist, dass die geografische Mitte von Portugal nun ausgerechnet genau auf einer Bergspitze ist, oder ob man es etwas großzügiger mit einen etwas interessanteren Aussichtspunkt verknüpft hat, kann ich nicht sagen. Aber ein großer Zufall ist es schon…
Die auf der Tafel angegebenen Koordinaten 39°42’00.0″N 8°08’00.0″W sind auf jeden Fall 658 Meter in nördlicher Richtung direkt an der N2.

#ArcheAmumot - Wildcamping ist doof!
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