AMUMOT Blog

Wir leben, reisen & arbeiten im Wohnmobil

Herzlich Willkommen zum letzten Teil des Ausbautagebuchs. Wir sind jetzt mit dem Möbelbau fertig. Zum Glück, denn es ist auch kein Holz mehr da. Ich hätte nicht geglaubt, dass ich alles Holz verarbeite – wo ich doch extra viel Verschnitt mit einberechnet habe. Das rächt sich natürlich auch auf der Waage – aber dazu später mehr.

Abschluss des groben Möbelbaus

Die schwierigen Bauteile wie die Kühlschrank-Bad-Ecke sind fertig, der restliche Möbelbau ist schnell erledigt. Die Hunde bekommen ihr Bettchen unter der Sitzbank und der Holzofen bekommt seinen Schrank, der unten Schuhschrank und in der Mitte Holzlager ist.

Holzofenschrank und Dackelgarage.

Elektrik by AMUMOT

Nachdem Heizung und Wasserversorgung gut funktionieren, wird es Zeit für die Stromversorgung. Nach 10 Stunden Arbeit ist fast das komplette Womo verkabelt. Die 230V Ladegeräte, Licht, Wechselrichter, Solarladeregler und Lithium Batterien sind an ihrem Platz und funktionieren.

Strom von AMUMOT

Da ich den Wohnraum diesmal auch auf 24V betreibe, ist das BMS etwas komplizierter zu installieren. Neben dem Mini-BMS müssen alle Verbraucher und Ladegeräte entweder mit Signalleitungen oder über zwei BatterieProtect von den Batterien trennbar sein. Eigentlich lohnt sich der Aufwand nicht wirklich – 12V hätten bei der geringen Last von maximal 2kW auch locker gereicht. Aber ich wollte 24V mal ausprobieren.

Das VENUS GX vom alten Wohnmobil habe ich übernommen und so können wir auch weiterhin alle elektrischen Daten online aufzeichnen. Das braucht zwar keiner, aber etwas Technik ist ja schon nett – wenn es sonst bis auf 4 Lichtschalter keine sichtbaren Schalter und Anzeigen gibt. Nicht einmal Füllstandsanzeigen gibt es – wozu auch, bei 4 getrennten Wassertanks.

Dusche und Bad

Badezimmer

Die Duschtasse, welche aus 3mm Edelstahl etwas schwer geraten ist, hat einen Holzrost bekommen. Leider liegt der nicht gleichmäßig auf, weshalb ich mir etwas ausgedacht habe.

Stützfüße aus Sika

Ich habe die Duschtasse mit Kreppband ausgekleidet, den Rost mit Sikaflex 252 Klecksen versehen und dann den Rost in die Tasse gelegt. Nach 2 Tagen war das Sika ausgehärtet und ich habe 100% passgenaue Füße.

Auch die Komposttoilette hat einen luftdichten Deckel bekommen.
Die Be- und Entlüftung erfolgt über Rohre von unter der Kabine bis aufs Dach. Dadurch ist sichergestellt, dass weder durch den Dunstabzug in der Küche, noch bei starkem Wind, Gerüche vom Klo in den Wohnraum gelangen können.

Etwas anderer Toilettendeckel, aber geht.

Endlicher wieder ein Bett

Bewährtes kann man übernehmen.

Schon im Vario hat sich das Froli Travel bewährt – genauso wie die viel zu schwere Latex Matratze. Diese haben wir aus dem Vario mitgenommen, sie ist noch wie neu. Mit einem elektrischen Küchenmesser haben wir die Matratze in wenigen Minuten auf die neue Breite von 140cm abgeschnitten und ein im Internet bestellter neuer Bezug passt nicht nur perfekt drauf, sondern ist auch noch 8 Kilo leichter.

Endlich wieder ein gescheites Bett.

Die erste Nacht im neuen Heim war herrlich! Da fällt es dann richtig schwer nach nur 3 Nächten schon wieder ausziehen zu müssen. Denn jetzt steht der Besuch beim Lackierer auf der Liste.

Juhu es läuft

Schneller als gedacht sind wir nach 6 Wochen Innenausbau ziemlich fertig und können mit dem Laster zur Werkstatt nach Schneeberg fahren. Hier bekommt das #Eiwola etwas neue Farbe.

Endlich wieder draußen

Bevor wir aber nach Schneeberg fahren, möchte ich noch eine spannende Frage klären. Dazu fahre ich beim Annaberger Wertstoffhof auf die Waage. Mich interessiert das Gewicht, jetzt mit allen Möbeln und vollen Wassertanks. Es fehlt aber noch das Quad und der Inhalt der Schränke.

10,2 Tonnen ist das Ergebnis – das ist jetzt nicht besonders spektakulär. Leicht schwerer als erwartet, aber das war klar. Darum habe ich auch von Anfang an versucht so leicht wie möglich zu planen, denn schwerer wirds von ganz alleine.

Die Fahrt nach Schneeberg hat so richtig Spaß gemacht. Die neuen Sitze sind super, die Reifen fahren sich mit dem richtigen Druck auch viel besser und von den jetzt 10,2 Tonnen merkt man immer noch nicht so wahnsinnig viel.

Beim Lackierer

Da unser Laster nicht in die Lackierkabine passt, muss er in der Halle nebenan, wo normalerweise Wohnmobile mit Lithium Batterien ausgerüstet werden, lackiert werden. Einen Ferrari würde ich darin nicht lackieren, aber für einen LKW, der von Bäumen verkratzt wird, reicht es allemal.

Es ist ziemlich zermürbend, wenn man nur daneben stehen und zuschauen kann. Auf der anderen Seite ist es auch super, dass nun mal andere für uns arbeiten. Ich habe sozusagen Urlaub und passe auf, dass die richtigen Teile in der richtigen Farbe angemalt werden.

Es dauerte letztendlich ganze 5 Tage, bis unser Laster komplett lackiert ist. Das Problem ist, dass wir 2 Farben auf Fahrerhaus und Kabine haben wollen. Jede Farbe braucht immer einen ganzen Tag Vorarbeit, bis alles abgeklebt ist.

Am ersten halben Tag wurde das Fahrerhaus zerlegt, und wir rätseln über die neue Farbe. Die Wunschfarbe, ein Wasserbasislack für PKW, musste auf einen passenden LKW Lack umgemünzt werden. Lange verglichen wir Farbfächer und waren uns dann irgendwann ziemlich sicher – alle Mitarbeiter der Werkstatt dagegen eher sehr unsicher. Alle Umstimmversuche auf bosa oder blau blieben erfolglos.

Schön, die neue Farbe – oder?!!

Am zweiten Tag wurden das Fahrerhaus und der Koffer geschliffen und noch am gleichen Abend das Fahrerhaus lackiert.

Gründlich schleifen vor dem Lackieren.
Je nach Lichteinfall sieht die Farbe anders aus. Aber es ist endlich nicht mehr rot.

Am dritten Tag wurde das komplette Fahrerhaus abgeklebt und der Koffer in schlichtem Lichtgrau lackiert.

Fahrerhaus abkleben.
Der Koffer wurde in einem Zug komplett lackiert.

Als kleines Extra wünschten wir uns die Mercedes Zierstreifen auf dem Fahrerhaus. Selbst wenn man die noch bei Mercedes bestellen könnte, gibt es sie nicht in der Kofferfarbe und wir wollten, dass sich beide Farben jeweils wiederholen.

Was für eine Arbeit

Also kleben die Lackierer die Streifen kurzerhand ab und lackieren sie hin. Zum Schluss überdeckt ein schwarzer Klebestreifen den Übergang von grau zu gelb.

Aber ich habe es schon im Gefühl, das wird richtig geil!
Ja! Das ist wirklich geil geworden!

Alles was weiß war, wird noch schwarz.

Und so endet der vierte Tag

Nun ist erst mal Wochenende. Am Samstag wurden noch die Fensterrahmen in grau eingefärbt – mehr passierte leider nicht. Aber Wochenende muss eben auch mal sein.
Der nachfolgende Montag ist der letzte Lackiertag. Der komplette Koffer wird abgeklebt und die Alu-Kanten werden in Fahrerhausgelb lackiert. Die schwarzen Sikaflex Fugen machen einen schönen Kontrast.

Warum diese Farbwahl und kein Grau oder ähnliche Tarnfarben?
Ganz einfach: Wir haben das Auto aufgebaut um damit an abgelegene Ecken zu kommen. Wir sind weder im Krieg noch auf der Flucht noch müssen wir uns vor anderen verstecken. Der LKW sieht auch so schon brutal genug aus, das wollen wir nicht mit einer aggressiven/düsteren Farbgebung noch unterstützen. Weiter schonen helle Farben den GFK Koffer, denn egal was die Hersteller alles sagen – spätestens nach 10 Jahren wird man es einem Koffer ansehen, ob er ständig viel zu heiß wurde.

Am fünften Tag in der Lackierbox bekam der Koffer den letzte Anstrich. Die Farbe vom Fahrerhaus wir auf die Alu-Kanten lackiert. Jetzt noch schnell verfugen und die Fenster wieder einbauen, dann kann der Laster wieder raus. Nein doch nicht. Denn der Dieselfilter ist undicht und ein paar Kleinteile muss ich mir noch schweißen lassen.

Mit den Nerven am Ende

Heimatlos zu sein, kein richtiges Bett zu haben oder nur aus Tüten und Kisten zu leben, stresst mich langsam ziemlich. Am schlimmsten war die Zeit in Schneeberg, als wir teilweise noch nicht mal warmes Wasser zum Waschen hatten. Irgendwas fehlte immer oder war gerade am falschen Ort, also entweder in Schneeberg oder in Annaberg. Zum Glück haben wir noch den Ducato und zum Glück gibt es auch Heizlüfter. Der Stress der letzten Wochen macht sich langsam auch bemerkbar.

Aber es gibt einen Lichtblick, bald ist´s vorbei!

Wuchtpulver für das Quad

Damit ich auch etwas zu tun habe, experimentiere ich mit Reifen-Wuchtsand beim Quad.

Reifen mit Wuchtsand füllen.

Ich habe mir gedacht, was beim LKW gut funktioniert, kann beim Quad nicht falsch sein. Und so habe ich die Wuchtgewichte, welche sowieso nicht richtig an den Felgen halten wollten, gegen Wuchtsand getauscht. Das war jedoch eine ganz schlechte Idee. Der Lenker flattert nun ständig. Mal mehr mal weniger und manchmal ist´s auch ganz ruhig. Also deutlich schlechter als mit den Gewichten.

Darum kommt der Sand nach zwei Tagen wieder raus. Jetzt habe ich die Reifen neu gewuchtet – diesmal mit Klebegewichten. Das Ergebnis ist bisher perfekt, keine Vibrationen mehr zwischen 0 und 90km/h. Schneller fährt das Kamel eh nicht.

Das Finale

Es war schon ein sehr ergreifender Augenblick, als ich mit dem Laster aus der Werkstatt fahren darf und die neue Farbe das erste Mal im Licht der Abendsonne sehe.

Eigentlich ist die Farbe doch Banane, oder?

Jetzt ist das Meiste geschafft, es folgen aber noch die vielen tausend kleinen Details. Also schnell zurück nach Annaberg.

Damit es uns nicht zu langweilig wird, haben wir uns als Ziel gesetzt, am kommenden Wochenende auf ein Treffen zu fahren. Wir müssen uns also ran halten und das Nötigste einbauen, um 2 Tage später zur langen Nacht der Zugvögel fahren zu können. Es ist für uns eine wichtige Probefahrt und auch nötig um mal 2 Tage entspannen zu können.

Tanja sortiert den Inhalt der Schränke und ich versuche alles fahrtauglich einzubauen.

Holzofen

Wer nicht gerade taub ist und Ruhe liebt, der sollte die Finger von einer Dieselheizung lassen. Für uns ist es auch nur ein Backup, Dieselheizung im Dauerbetrieb ist nicht zu empfehlen. Der Holzofen ist mir da lieber und reicht für unsere Reiseziele auch erstmal aus.

Er war war schnell eingebaut – damit er jedoch auch während der Fahrt stehen bleibt muss er festgeschraubt werden. Damit man ihn festschrauben kann, müssen aber erst die Mosaikfliesen verklebt und verfugt werden.

Mosaikfliesen als Hitzeschutz

Danach wurde er ausgiebig getestet.

der kleine Camper Ofen

Damit der Kamin in Zukunft nicht in jedem Ast hängen bleibt, hab ich ihn als Teleskop gebaut. Eingefahren ist er niedriger als die Solarmodule.

Türe zum Bad

Ganz wichtig ist eine Türe zum Bad. Nicht nur zum Duschen sondern auch fürs Klo brauchen wir eine Türe vom Wohnraum zum Bad. Damit das ganze leicht bleibt, habe ich eine Lexan-Stegplatte verwendet. Da man sie auch verschließen kann, habe ich einen einfachen, drehbaren Riegel gebastelt.

Griff der Bad-Türe

Wohnzimmer

Auch das Wohnzimmer muss fertig sein. Zum Glück kamen die Polster rechtzeitig, bleibt nur noch die Frage, ob sich meine Tisch-Idee in der Praxis auch bewährt. Ich möchte nämlich einen freitragenden Tisch, ohne Fuß zum Boden!

Der Tisch ohne Fuß

Unser Freund Philipp hat uns die erforderliche Stärke der Stahlträger, auf denen der Tisch aufliegt, ausgerechnet. Es muss ja schließlich auch stabil sein.

Kaffeemaschine

Während der kompletten Planung unserer Kabine gab es ein Teil welches nie so richtig Platz finden wollte. Es war der Kaffeevollautomat auf den wir nicht mehr verzichten wollen.
Als letzte Lösung hat er einen Platz in einem Schrank in der Küchenzeile gefunden. Heute kann ich sagen, die Idee war super.

Kaffeemaschine mit Vollauszug

Hundebett im Fahrerhaus

Der Motortunnel ist riesig, aber nicht ganz eben. Darum habe ich eine Platte zurechtgeschnitten und Teppich darauf geklebt. Jetzt haben die Köters einen schönen Platz zum rumgammeln während der Fahrt.

Alle sind glücklich – vor allem Max, der endlich wieder einen Schaltknüppel zur Kopfstütze hat.

Erste Erprobungsphase

Am Freitag Nachmittag starte ich den Motor und wir fahren 200 Kilometer gen Norden. Die ersten Kilometer sind schon sehr komisch, jedes noch so kleine Geräusch wird analysiert und ich halte 2 mal an um zu schauen, ob hinten im Koffer noch alles heil ist. Bei den Schubladen der Küche hatte ich starke Bedenken, ob das wirklich so hält.

Einer 2°C kalten Nacht folgt ein herrlicher Spätsommertag.

Freude macht sich breit

Jawoll, wir haben es geschafft! Je länger wir in der Kabine wohnen, desto mehr wird uns bewusst, wie perfekt der Grundriss doch für uns passt. Der Tisch passt von der Größe perfekt, die Küche funktioniert. Ich liebe den kleinen Holzofen, welcher nach etwas Übung jetzt auch richtig brennt. Selbst das Eigenbau-Kompostklo scheint gut zu funktionieren.

Natürlich ist nicht alles perfekt. Der 1200VA Wechselrichter für Warmwasserboiler und Kühlschrank tut nicht was er soll. Er ist viel zu laut und brummt, wenn nur der Kühlschrank läuft.

Die Wasserpumpe ist auch viel zu laut, obwohl sie schon über Schaumgummi komplett von der Kabine entkoppelt ist. Aber der Schall überträgt sich über die Schläuche. Und der Wasserhahn im Bad macht Zicken, er gibt Wasser nur sehr verzögert wieder, als ob eine große Luftblase im Boiler wäre.

Natürlich fehlt auch noch viel Deko, um die kahlen Flächen zu überdecken, aber das wird noch alles in den nächsten Wochen kommen, während Tanja weiter den LKW Führerschein macht. Wichtig für uns ist, dass wir endlich wieder ein Zuhause haben.

Es lebe die Freiheit

Kommentieren, liken & teilen

Du willst mehr Bilder sehen? Folge meinem Ausbautagebuch bei Google:

Ausbau Bilderbuch

Auf Twitter gibt es zur Zeit täglich mindestens ein Update. Auf Facebook ist es mir gerade verwehrt mehr als ein Bild zu posten und Videos gehen gleich gar nicht – Facebook spinnt mal wieder. Also werde ich hier nicht mehr so viel machen.

like auf Facebook

like auf Twitter