Eine sehr abwechslungsreiche Woche liegt hinter uns. Wir hoffen, dass unser Paket endlich eintrudelt und etwas Sightseeing in Portugal steht auch auf dem Programm. Dazu muss der Reifen von Tanjas Ducato dringend noch repariert werden.


Die Woche beginnt erst einmal recht kalt. 15 Grad hatte es in der Nacht. Nachdem ich am Vormittag meine Arbeit erledigt hatte, fahre ich mit Tanjas Ducato zur Autowerkstatt, wo die Schraube aus dem Reifen entfernt wurde. Wenn ich schon mal da bin, lass ich auch gleich eine neue Abblendlicht Birne einbauen. Somit wäre der Ducato nun wieder fahrtüchtig und bereit für neue Ausflüge.

Am Sonntag hatte ich einen „Lost Place“ entdeckt. Ein verlassenes Dorf auf einem Hügel am Stausee. Hier findet man super Motive zum Fotografieren. Ich hatte zwar am Sonntag schon einige Fotos gemacht, hatte da aber nicht so viel Zeit. Um den Ort richtig erkunden zu können, brauche ich mehr Zeit und mit Gesellschaft macht es auch gleich viel mehr Spaß. Darum fahre ich mit Tanja und Stefan am Nachmittag noch einmal hier her.

Als wir dann wieder zurück am Womo waren, machten wir uns noch einen kleinen Spaß, 45 Minuten hatte jeder Zeit um die besten Fotos bei Facebook hoch zu laden. Das war natürlich viel zu wenig Zeit um die Bilder zu sichten und dann auch noch gescheit zu entwickeln.

Mein Favorit:
Ja man kann in den Überlauf auch reingehen. Zwei große Tunnel führen durch den Berg und leiten überschüssiges Wasser aus dem See, sollte es mal zu viel regnen. Dieses Bild entstand aus einer Belichtungsreihe mit 15 Einzelbildern von 15 Sekunden bis 1/2000 Sekunde Belichtung. Danach als HDR-Bild zusammenfügt. Nur so bekam ich die ganze Dynamik von ganz dunkel bis ganz hell mit blauem Himmel in einem Bild unter.

HDR Tunnel

Tunnel HDR aus 15 Einzelbildern

Einige viele weitere Bilder habe ich der Galerie „Lost Place“ zusammengefasst. Das würde sonst die Ladezeit hier im Blog sprengen und nicht jeder hat unbegrenztes Internetvolumen.

Galerie – Lost Places


Paket Nummer 2 scheint da zu sein.
Laut Online Tracking ist mein Paket zugestellt worden. Ich lese folgenden Text:

Status am Mo, 17.07.17 18:12 Uhr
Die Sendung liegt im Postfach des Empfängers zur Abholung bereit. Der Empfänger wurde benachrichtigt.
Nächster Schritt
Die Sendung kann durch den Empfänger abgeholt werden.

Also mache ich mich am Dienstag auf den Weg nach Castelo Branco zur Post. Es ist eine große Poststelle, acht Schalter gibt es hier und alle sind belegt. Am Eingang steht ein Automat, an dem man eine Nummer ziehen muss. Auf einem Bildschirm erscheint dann die Nummer irgendwann mit dem Schalter an dem man sich melden soll. Als meine Nummer aufgerufen wird, gehe ich zum Schalter und habe das Glück auf eine Mitarbeiterin zu treffen, die kein Wort Englisch spricht. Mit Händen und Füßen erkläre ich was ich will. Posta Restante versteht sie und mit dem Bild vom Paket auf dem Handy weiß sie auch schnell was gemeint ist und begibt sich auf die Suche. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt sie aus dem Lager zurück – ohne Paket.

Während ich bei der Post bin, telefoniert Tanja mal wieder mit DHL in Portugal und bringt in Erfahrung, dass das Paket natürlich nicht zugestellt wurde. Anscheinend weiß man bei DHL schon wer wir sind. Dieses Mal scheint alles einfacher zu sein, man gibt uns einen Abholort an einem Supermarkt für Mittwoch ab 13 Uhr an.

Ok, mein Weg war also wieder umsonst. Ich gehe noch ein Eis essen und schaue mich etwas in der Stadt Castelo Branco um. Danach fahre ich wieder zurück zum Womo an den See. Der Ausflug war jetzt nicht schlecht, aber trotzdem hätte das mit dem Paket auch mal auf Anhieb klappen können.


Zum Mittag fahre ich wieder nach Castelo Branco. Ich versuche den Treffpunkt zu finden und stelle fest, dass es sich um ein großes Einkaufzentrum handelt, wo ich keinen eindeutigen Treffpunkt ausmachen kann. Ich versuche an der Zufahrtsstraße so zu parken, dass ich sehen kann, wenn ein LKW oder ähnliches vorbeikommt.

dhl

Paketübergabe auf der Straße

Um 13:30 ist immer noch nichts passiert und ich beschließe, eine Runde über das Gelände zu drehen. Am hinteren Ende einer Ringstraße steht ein weißer LKW. Beim Vorbeifahren sehe ich im Augenwinkel einen Mann mit einem gelben T-Shirt. Ich bremse und fahre ein Stück zurück – tatsächlich DHL steht auf dem Shirt. Der Mann winkt schon, die Freude ist groß.

Die Übergabe klappt dann reibungslos und ich kann wieder zurück zum Womo fahren. Schön finde ich, dass die Pakete alle ankommen. Lästig finde ich, dass die Deutsche Post nicht mehr in der Lage ist, Pakete so zu verschicken, dass sie in Portugal postlagernd abgeholt werden können.

1,5 Wochen stehen wir schon wieder an ein und demselben Platz. Die Zeit verging wieder wie im Flug. Hier gibt es aber auch sehr viel zu entdecken, Lost Places, Tunnel und Überlaufkanäle. Es wird nicht langweilig. Die Temperaturen um die 30 Grad am Tag machen das Arbeiten wieder möglich und so vergehen die Tage schneller als mir lieb ist.

Heute fahren wir weiter, vor uns liegen ein paar spannende Ziele. Die Campofanten Robby und Stefan begleiten uns. Während Tanja noch Wäsche waschen geht, fahre ich schon mal in Richtung Tagesziel und lege einen kurzen Stopp in dem historischen Ort Idanha a Velha ein. Es ist Mittagszeit und ich bin wohl der einzige Besucher hier. Dementsprechend interessiert verfolgen mich die Blicke der Eingeborenen. Ich will hier nicht lange bleiben, sondern laufe nur eine kleine Runde durch den Ort, knipse ein paar Fotos und fahre dann weiter. Es hat zwar nur 30 Grad aber irgendwie ist mir das heute schon zu warm für eine längere Sightseeing-Tour.

Idanha a Velha

Idanha a Velha

Mehr Bilder findest du in meinem Fotoalbum „Idanha a Velha

Unser Tagesziel sollte an dem Stausee Barragem de Penha Garcia liegen. Der See ist recht klein, aber trotzdem schön. Ich war heute sogar mal der Erste und musste leider feststellen, dass es hier weder Internet noch Handyempfang gibt. Bei 4 Leuten, die Internet zum Arbeiten benötigen, war schnell klar, dass wir hier nicht übernachten werden.
Als dann alle eingetrudelt waren, entschieden wir, an einen anderen Platz zu fahren. Aber zuerst wollte ich noch etwas anschauen und darum parken wir direkt an der Staumauer. Unterhalb der Staumauer gibt es nämlich alte Wassermühlen zu besichtigen. Die Moinhos de Agua – wenn du in der Gegend bist, auf jeden Fall hinfahren!

penha garcia

Tolle Berglandschaft bei den Wassermühlen Moinhos De Agua

Moinhos De Agua

Moinhos De Agua

Moinhos De Agua

Wassermühle

Neben den Wassermühlen, gibt es auf dem Berg auch noch das Castelo de Penha Garcia, welches wir aber angeschaut haben. Keiner von uns hatte nach der Mühlen-Tour noch Lust auf den Berg zu klettern.
Robby hat ein kleines Filmchen vom heutigen Tag geschnitten. Ich finde es ist toll geworden:

Als Übernachtungsplatz muss Plan B herhalten – wir wollen wie letzte Woche schon angekündigt den Berg Monsanto besuchen. Im Ort unterhalb von Monsanto parken wir auf dem Dorfplatz. Google zeigt uns ein schönes Restaurant wo wir alle zusammen schön essen gehen können.

wohnmobil Monsanto

Übernachtungsplatz unterhalb Monsanto

Monsanto Nacht

Blick über das Land bei Nacht


Heute ist wieder volles Programm. Aufstehen – Sightseeing und dann noch ein Stellplatzwechsel. In einem Ort parken ist für Situationen für Sightseeing ganz nett, aber eine Nacht reicht dann auch wieder. Hundegebell, Autos und LKWs früh am Morgen vermissen wir an den einsamen Seen nicht.

monsanto

Monsanto – Dorf in den Felsen

Zum Glück haben wir den Kastenwagen dabei, denn in Monsanto selbst gibt es keine 5 Parkplätze für Wohnmobile oder sonstige größere Fahrzeuge.

monsanto

Absolut atemberaubend! Mega Steine und dazwischen kleine Häuser.

Mehr Bilder wie immer in der Galerie:

Galerie Monsanto

Am Nachmittag verlassen wir Monsanto und fahren 35km weiter nach Norden zu einem Wohnmobilstellplatz am Praia Fluvial bei Benquerença. Vor 9 Monaten waren wir hier schon mal für zwei Nächte – nun ist Sommer und wir haben 28 Grad, leichten Wind und herrlichen Sonnenschein.

Wohnmobilstellplatz Benquerença

GPS: 40.2298 , -7.2217
Zona de Lazer de Benquerença
Übernachtungsmöglichkeit mit Ver- und Entsorgung bei einem Freizeitbereich mit Picknick-Bereich, Badeplatz am Fluss und Kiosk. WC mit Duschen am Platz.
Ver- und Entsorgungsstation für Wohnmobile.

Praia Fluvial

Bachlauf unterhalb des kleinen Staudamms


Nach den letzten Tagen blieb sehr viel Arbeit auf der Strecke, welche am heutigen Tag nachgeholt werden muss. Darum bleiben wir einen Tag stehen und fahren erst morgen weiter.

Tagebuch Portugal - 16. Juli
Roadtrip Portugal Centro – Ganz hoch auf den Berg und noch tiefer in den Sand

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