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Wir leben, reisen & arbeiten im Wohnmobil

Willkommen beim letzten Teil unserer Marokko Überwinterung. Wir stehen in den Startlöchern und würden jetzt gerne nach Europa fahren. Da wir wegen einem Termin in Agadir entlang der Küste fahren, werden wir vermutlich nicht mehr viele Plätze finden, wo wir in Ruhe stehen können. Darum haben wir beschlossen, lieber noch ein paar Tage im Süden zu verweilen und dann recht schnell nach Norden zur Fähre durchzufahren. Wundere dich daher nicht über das schnelle Ende 😉

Der kleine Strand, dessen Name mir immer noch nicht eingefallen ist, gefällt uns wirklich sehr gut. Dazu werden wir von frühlingshaften Temperaturen verwöhnt – kann man´s schöner haben? Besonders viel Betrieb ist hier zum Glück nicht. Am Tage kommen nur ein paar Autos mit Einheimischen, die meisten gehen Angeln andere machen Picknick am Strand. Das Militär kommt auch hin und wieder vorbei, interessiert sich aber nicht für uns.

Guten Morgen! Na, gut geschlafen?

Während Max am frühen Morgen eher unsichtbar ist, um bei der ersten Gassirunde bloß nicht raus zu müssen, erwacht das Hundekind Ziva spätestens zu Sonnenaufgang und möchte dann gerne bespaßt werden oder mit mir spazieren gehen.

Morgendlicher Spaziergang entlang der Klippen.
Alles wird genau untersucht.
War da nicht ein Hase?

In den kleinen, ausgetrockneten Flusstälern, die von der Küste abgehen, kann ich gut spazieren gehen. Da hier aber recht wenig Menschen unterwegs sind, bekommt man so einiges an Tieren zu sehen. Ich finde viele Eidechsen und sogar ein Chamäleon läuft mir über den Weg. Es erstarrt als es mich sieht und läuft schwarz an. Echt schade, dass ich genau jetzt keine Kamera dabei habe.

Auch einen Skorpion habe ich gefunden. Somit gib es in Marokko doppelt so viele Skorpione wie in Portugal – nämlich zwei. Ich musste dazu viele Steine umdrehen bis ich diesen Zweiten gefunden habe.

Den Sonnenuntergang schauen wir uns immer vom Strand aus an.

An dem Tag, als wir theoretisch weiterfahren wollten, kam kurz nach Sonnenaufgang ein Grader (auch Straßenhobel genannt) angefahren und macht sich am Parkplatz zu schaffen. Das ist nicht nur laut, sondern es staubt auch wie sau. Wir packen zusammen und schauen, dass wir jetzt auch „praktisch“ schnell weg kommen.

Auf dem Weg nach Norden

Kurz einkaufen: Frisches Obst und Gemüse bekommen wir am Straßenrand.

Auf Google Maps hatte ich mir ein paar weitere Plätze an der Küste herausgesucht. Aber die Meisten waren direkt am Straßenrand und wenig schön. So fuhren wir Kilometer um Kilometer nach Norden bis wir nördlich von Aglou nach einer Piste und einem Sandfeld einen echt netten Platz am Meer fanden. Es war inzwischen über 25 Grad warm und wir waren froh so einen schönen Platz für die nächste Nacht gefunden zu haben.

Hier würden wir gerne bleiben

Nach der ersten Platzbegehung und ein paar Fotos stellen wir fest, dass es hier überhaupt kein Netz gibt. Mitten in der Woche kann ich mir das nicht leisten. Wir packen daher wieder zusammen und fahren weiter gen Norden. Wir befahren eine schlechte Sandpiste, die in einem kleinen Ort endet. Ich war froh, dass wir durch diesen Ort unbeschadet durchgekommen sind. Danach geht es auf einer schlechten Teerstraße weiter zum Oued Massa. Ab dann fahren wir weiter auf besten Straßen.

Von der Einsamkeit kommen wir in lebendige kleine Städte, die sich entlang dem wasserführenden Flussbett angesiedelt haben. Wir folgen dem Oued bis ans Meer und erreichen Sidi R’bat. Auf dem Weg zum Meer kommen wir am Hotel La Dune vorbei, welches für Wohnmobile einen einfachen Stellplatz eingerichtet hat. Eigentlich wollten wir bis zum Meer runter fahren, aber wir beschließen kurzfristig diesen Tag auf dem Stellplatz zu beenden. Für weitere Experimente haben wir heute nämlich keine Lust mehr.

Spontanes Treffen auf dem Campingplatz

Wir treffen hier sogar liebe Bekannte wieder, unsere Entscheidung war also richtig. Die Küste und die in den Stein gehauenen Wohnungen in Sidi R’bat sollte man sich anschauen – habe ich erfahren. Tanja war unten, mir hat die Zeit leider nicht gereicht. Bilder gibt es leider auch keine, das holen wir dann beim nächsten Mal nach.

Stop&Go in Agadir

Das Ziel des heutigen Tages ist Agadir. Zuerst einkaufen, dann den Campingplatz Antlantica besuchen und dann noch einen Übernachtungsplatz an der Küste finden. Vom Oued Massa bis Agadir fahren wir auf einer erstklassigen zweispurigen Straße. Ich glaube es ist die beste die wir bisher in Marokko hatten. Aber schon nach 20 Kilometer beginnen die ersten Vororte. Der Verkehr wird dichter und die marokkanischen LKWs, die oft über fünf Meter hoch beladen sind, kommen uns wie an einer Perlenkette entgegen. Von hier werden wohl die meisten Lebensmittel ins Land verteilt.

Hoch beladene LKW kommen uns entgegen.
Stadtverkehr Agadir

Wir kämpfen uns bis ins Zentrum durch. Zwar macht mir Stadtverkehr nichts aus, aber er ist trotzdem anstrengend. Man darf keine Sekunde die Augen von der Straße lassen. Ständig versuche ich alles auf und an der Straße, was sich bewegen und auf die Straße rennen könnte, zu erkennen und im Blick zu behalten. Dabei sollte man auch noch den Schlaglöchern ausweichen, und dem Navi folgen. Du musst immer damit rechnen, dass auf deiner Spur plötzlich ein Fahrzeug anhält und du ausweichen musst.

Wenn das nicht alles gleichzeitig klappt, kann man schon mal einen Spiegel verlieren oder ein Schlagloch treffen. Oder falsch abbiegen, und dann kann es wirklich spannend werden.
Agadir ist zum Glück nicht ganz so schlimm, es zieht sich nur wie Kaugummi. 20 Kilometer Stadtverkehr können echt lang sein.

In Agadir finden wir auf Anhieb den Marjane Supermarkt und den McDonalds nebenan. Der Big Mac ist genauso langweilig wie in Europa, zum Glück schmeckt aber auch das Eis genauso gut wie Europa. Die Preise sind übrigens auch wie in Europa.

Als wir alles eingekauft haben verlassen wir Agadir und besuchen den Camping Atlantica Imourane. Nein, wir fahren nicht auf den Campingplatz, sondern parken daneben. Es ist nicht der Platz aus der Fernsehdoku „Schnitzel in der Wüste – Deutsche in Marokko“ aber viel anders ist es auch hier nicht. Ich werde mit dem Auto draußen abgeholt und in die Anstalt gefahren. „Hier muss man besonders aufpassen, die sind hier alle schwerhörig“ erzählt er mir. „Man kann mit dem Auto auf einem Meter an die Leute herfahren und die hören das nicht. So alt sind die hier.“ Ich denke nur, oh je wo bin ich hier nur gelandet.
Die Gemeinschaft in solchen Anlagen mag ja ganz nett sein – vor allem wenn man sich über Jahre hinweg kennt. Aber außerhalb des Platzes gibt es so gar nichts schönes. Direkt neben dem Platz zählen wir gen Norden acht Baukräne. Der Lärm der Baustellen ist nicht zu überhören. Um Agadir wird gerade die komplette Küste zubetoniert.

Ich wurde hierher bestellt und eine sehr teure Solaranlage zu überprüfen, die in Deutschland von einer auf YouTube sehr aktiven Firma montiert wurde. Der Chef erzählt in den Videos die tollsten Geschichten über Strom und Solar und der Kunde steht in Marokko mit ständig leeren Batterien. Der Fehler war schnell gefunden – einer der Solarregler wurde statt an der Batterie am Solareingang des EBL angeschlossen. Er lieferte nur 20% der Solarleistung des anderen Regler. Dieses Problem, dass der EBL riesige Verluste über den Solareingang erzeugt, und Batterien dadurch nur ungenügend geladen werden, ist nichts neues. Beim Original Schaudt PWM Regler fällt das nicht weiter auf, aber ein MPPT Regler sollte hier auf keinen Fall angeschlossen werden.

Blick auf die Bucht von Agadir
Dem Sonnenuntergang entgegen.

Nachdem ich das Problem gefunden und wir eine Lösung besprochen haben, geht es weiter. Die Küstenstraße N1 gen Norden ist wirklich schön zu fahren, gerade geht die Sonne unter und wir suchen noch einen Platz am Strand. Auf Maps hatte ich einen Punkt ausgesucht und dies ist auch ein Volltreffer. Die Zufahrt ist zwar eher für kleine Fahrzeug oder Wohnmobile mit viel Bodenfreiheit, dafür stehen wir aber außerhalb der Hör- und Sichtweite der Nationalstraße.

Nördlich von Agadir – wir können direkt am Strand übernachten.

Fahren wir jetzt nach Europa?

So langsam haben wir echt Heimweh nach Portugal. Wir hätten noch den Nationalpark, das Paradise Valley oder Taroudannt besuchen können, aber das steht auch nächstes Jahr noch. Wir hangeln uns jetzt lieber weiter der Küste entlang nach Norden, soweit das überhaupt noch möglich ist, und steuern die Küstenstadt Essaouira an. Das soll sich nämlich echt lohnen.

Daher fahren wir von Agadir weiter auf der N1 nach Norden. Zuerst folgt die Straße noch der Küste und wir haben tolle Ausblicke aufs Meer.

Küstenstraße N1
Hohe Wellen

Hohe Wellen machen uns neugierig und wir halten an einem Parkplatz an um sie zu fotografieren.

Mit Strandbar in den Felsen

Nach ein paar Bildern fahren wir weiter. Es ist noch früh am Morgen und sicher finden wir noch einen schöneren Platz, der nicht direkt an der Straße liegt. Wir folgen der N1, die uns immer weiter vom Meer wegführt. Wir fahren über Serpentinen in die Berge und folgen tausenden von Kurven entlang der Berghänge. Hier ist die Arganöl Region von Marokko. Alle paar hundert Meter kommt ein Verkaufsstand am Straßenrand, wo man das beste Arganöl aus eigener Herstellung kaufen kann. Immerhin sind die Preise besser als in Marrakesch.
Ach ja Preise: Strafzettel sind auch ein Schnäppchen, denn ich werde tatsächlich mit einer Laserpistole erwischt. Angeblich waren hier 60km/h erlaubt und sei 77km/h gefahren. Das kann schon sein und ich bezahle 150 Dirham (14€).
Als wir uns wieder der Küste nähern, haben wir schon Essaouira erreicht.

Strand südlich von Essaouira

Essaouira und der verlassene Palast

Wir wollen die Ruinen des Dar Sultan Palaes besichtigen. Dazu parken wir nur wenige hundert Meter weiter direkt am Strand.

Mit ein paar Kitesurfern und Einheimischen parken wir direkt am Strand

Da wir nicht die Einzigen Touris sind, die diesen Palast anschauen, warten wir bis zum Abend und laufen dann erst mit den Hunden zum Palast.

Dar Sultan Palace – fast im Sand versunken
Blick auf Essaouira

Als wir zurück kommen steht das Militär am Wohnmobil und ist sichtlich aufgeregt und erleichtert, dass endlich jemand auftaucht, dem das Fahrzeug gehört.

„Ob das mein Auto ist und ob wir hier übernachten wollen?“ Ich bestätige mit zweimal JA.
Das geht natürlich überhaupt nicht, hier am Strand ist es viel zu gefährlich, wir MÜSSEN sofort nach Essaouira fahren. Gut, denke ich, fahren wir eben schon heute in den Ort und schauen uns die Medina am Abend an.
Auch hier sind wir natürlich nicht die einzigen. Parken ist nur noch auf den kostenpflichtigen Parkplätzen möglich, und die wollen zu so später Stunde keine Wohnmobile hier haben. Wir dürfen nur bis 21:30 Uhr parken, können uns auf 22 Uhr einigen. Was ist hier nur los? Wir denken nicht weiter drüber nach, noch ist ja alles ok und wir genießen den Trubel in der Media von Essaouira, der am Abend einen ganz besonderen Reiz hat.

Markt in der Medina von Essaouira
Frischer Fisch wurde gerade ausgepackt
Eierladen

Wir kaufen ein paar kleine Dinge und Mandarinen und kehren dann brav im vereinbarten Zeitrahmen zurück zum Wohnmobil.

Die Nacht im Arganwald

Da der Campingplatz die volle Katastrophe sein soll und wir sowieso keine Lust auf Camping haben (der Wassertank ist noch voll genug), suchen wir uns einen ruhigeren Platz hinter der Moschee, hinter einem Dreckhaufen, der hinter einem Neubau steht.

Man sieht uns nur, wenn man ganz nach hinten durchfährt und das tut die Polizei um 24 Uhr in der Nacht. Mit der Begründung das es viel zu gefährlich ist müssen wir jetzt unbedingt ganz schnell auf einen speziellen Platz für Wohnmobile. (Ich denke mir so: Wenn es hier so gefährlich ist, warum tut dann keiner was dagegen? Stattdessen werden wohl lieber die Camper aus dem Ort geekelt.)
Ich sage noch, dass ich nicht auf einen Campingplatz gehen würde. Aber der Chef (im Anzug auf dem Beifahrersitz) verneinte, es ist kein Camping, sondern ein spezieller Parkplatz für Wohnmobile – kostenlos für 10 Dirham. Ahja.

Dass die Jungs es ernst meinen habe ich schon begriffen, darum diskutiere ich auch nicht und wir räumen mal wieder fahrfähig. Die Polizisten warten derweil und begleiten uns dann mit Blaulicht durch die Stadt. Die Fahrt endet natürlich, wer hätte es gedacht: am Campingplatz, der schon total überfüllt ist. Ich fahre an der Einfahrt vorbei und halte an – die Polizei war sich scheinbar ihrer Sachse so sicher, dass sie gleich wieder abgezogen sind. Ich wollte mich noch bedanken aber da waren sie schon weg.
Das gleich taten wir dann auch. Ich wende und wir fahren wieder durch den halben Ort zurück. Da es hier ja so unendlich gefährlich ist, beschließen wir diese schlimme Gegend zu verlassen und suchen uns ein paar Kilometer außerhalb von Essaouira einen Platz in einem kleinen Arganwald.

Die Nacht war bis auf ein paar Hunde ruhig, die „Kriminellen“ haben uns zum Glück nicht gefunden.

Top die Wette gilt

Am nächsten Morgen überlegen wir uns wieder, was wir jetzt tun werden. Da man uns Camper in Essaouira offensichtlich nicht haben möchte, beschließen wir, nicht noch einmal in die Stadt rein zu fahren. Wir haben ohnehin Heimweh nach Portugal, da könnten wir auch gleich durchfahren – bis zur Fähre sind es 750 Kilometer. Ich überschlage, dass wir um 16 Uhr dort sein könnten, wenn wir ohne Pause durch fahren würden. Die Fähren fahren aber nur um 15 Uhr und um 21 Uhr – wir haben also genug Zeit um die letzte Fähre zu erreichen. Sollten wir unterwegs müde werden können wir ja auch jederzeit noch irgendwo übernachten.

Die Sonne geht gerade auf, wir folgen der Landstraße N1

So fahren wir dahin, die ersten 120 Kilometer auf der N1 und dann auf der Autobahn.

Wir begegnen echt breiten LKWs
Beladen wird so hoch und lang es irgendwie geht.
Auf der Autobahn

Kurz vor Casablanca macht Tanja den glorreichen Vorschlag, kurz einen Carrefour zu besuchen und noch ein paar Spezialitäten und Grundnahrungsmittel einzukaufen. Daneben ist ein Burger King und ich käme gleich noch zu einem Mittagessen. Leider hat keiner bedacht, dass Casablanca eine Großstadt ist – eine marokkanische Großstadt! Mit dem Verkehrschaos in Vollendung.
Die umliegenden Einkaufzentren haben scheinbar nicht ausreichend Parkplätze, denn alle Straßen im näheren Umkreis sind zugeparkt. Und zwar so, dass ich mit dem Wohnmobil nur schwer durchkomme. Es dauert ziemlich lange, bis wir uns durch die engen Straßen und den damit verbundenen Stau bis zum Carrefour durchgekämpft haben. Die Größe des eigenen Autos einschätzen zu können, erleichtert die Fahrt in dem Verkehrschaos ungemein.

Ganz normaler Stadtbus in Casablanca

Während Tanja im Carrefour einkaufen geht, stelle ich bei Burger King fest, dass die Schlange fast 100 Meter lang ist und ich hier frühstens zum Abendessen wieder raus komme. Tanja kommt ebenso unverrichteter Dinge aus dem Carrefour zurück, denn hier gibt es so gut wie gar nichts marokkanisches. Wir tanken noch einmal voll und verkrümeln uns und wieder auf die Autobahn. Der Casablanca Ausflug hat uns ein paar Stunden gekostet, aber wir liegen noch gut in der Zeit – wenn wir es ab jetzt laufen lassen.

Die letzten 393 Kilometer

Serien oder Dokus sind super als Ablenkung

Mit Netflix Serien vertreiben wir uns die Zeit auf der Autobahn. Es lief echt super, bis auf den letzten 50 Kilometer, wo wir mit sehr starkem Wind zu kämpfen haben. Aber auch das überstehen wir und um 19:30 Uhr stehen wir an der Hafeneinfahrt von Tanger Med. Unsere Pässe werden kontrolliert, das Womo wird geröntgt und eine Stunde vor geplanter Abfahrt stehen wir in der Warteschlange am Hafen Kai. Leider kommt die Fähre viel zu spät an und bis zur Abfahrt dauert es auch ewig, weshalb wir nicht um 22:30 Uhr, sondern erst um 0:30 Uhr Algeciras in Spanien erreichen.

Grenzkontrolle

Die Ausfahrt auf dem Hafengelände und somit die Einreise nach Europa verlief unproblematisch, kurz die Ausweise zeigen und schon waren wir draußen.
Gott sei dank war das unproblematisch, denn es war langsam echt spät und ich kann kaum noch die Augen offen halten. Wir fahren in die Nähe von Carlos, wo wir damals unsere Tickets gekauft hatten und stellen uns auf einen der vielen Parkplätze.

Hallo Europa – Hallo Wind und Wolken

Wir erwachen in Spanien

Als es am nächsten Morgen hell wird, gehen wir einkaufen. Da es immer noch extrem windig und kalt ist, fahren wir danach gleich wieder auf die Autobahn und steuern auf Portugal zu.

Die Schilder passen
Sevilla

In Sevilla machen wir noch einen Abstecher zu Media Markt und Burger King. Aber der Madia Markt hat nicht was ich suche und bei Burger King ist das Problem mit der Schlange wieder da. Also fahren wir weiter, es ist nicht mehr weit bis zum Ziel:

Portugal in Sicht

Fazit Marokko

Unsere Zeit in Marokko ist schneller vergangen als gedacht. Knapp 10 Wochen sind viel kurz um ein Land dieser Größe näher kennen zu lernen. Aber wir kommen noch einmal wieder – so viel ist sicher!

Meine 6 Punkte, die mir spontan zu Marokko einfallen.

  1. Marokko ist anders.
    Ich finde, hier ist sehr vieles anders als man es aus Europa kennt. Klapprige Autos, die trotzdem fahren. Weder die Polizei noch sonst wer störte sich daran, dass ich meinen Auspuff verloren hatte. Hier geht so vieles, was in Deutschland keiner für möglich halten würde.
  2. Marokko ist ein raues Land.
    Stacheln und Steine überall! Zumindest im Hinterland bei den Stein- und Sandwüsten. Wenn man nicht gerade mitten in der Wüste ist, hat man keine Chance barfuß zu laufen. Ständig steckt irgendetwas im Fuß, oder wird über Schuhe und die Hunde ins Womo getragen, um dann am Abend den Weg in den Fuß zu finden.
  3. Marokko ist groß.
    Wie groß die Entfernungen hier sind, merken wir ganz zum Schluss, als wir uns überlegten wie viele Zwischenübernachtungen wir zwischen Algeciras und Lagos in Portugal einlegen sollen. Aber es sind ja nur lächerliche 425km, das fahren wir mit Heimweh ja an einem Tag 🙂
    Von unserem südlichsten Punkt in Sidi Ifni sind es nochmal über 1000 Kilometer bis zur Grenze nach Mauretanien.
  4. Marokkaner sind nett.
    Sie sind zwar anders, aber sie waren uns gegenüber immer sehr nett und freundlich. Mit etwas Menschenverstand merkt man schnell ob man gerade über den Tisch gezogen wird. Auch wenn ich kein Wort Französisch spreche, so hat das Einkaufen auf den Märkten immer viel Spaß gemacht. Wirklich nervig sind sie nur in den Touriorten.
  5. Geht nicht, gibt es nicht.
    Du bist in einem Restaurant und möchtest eine Cola Zero. Gibt es natürlich nicht, das merkt man an der typischen Denkpause, in der er überlegt wo er jetzt Cola Zero organisieren könnte. Und du wirst sehen, es gibt Cola Zero, es dauert vielleicht nur etwas länger.
  6. Strandköter sind cool.
    Selbst Max, der ja nicht immer so nett mit anderen Hunden umgeht kommt mit den Streunern gut zurecht.
  7. Haben wir ein Müllproblem?
    Der letzte Punkt ist wirklich schade und hat uns doch etwas schockiert.
    Marokko hat ein echtes Müllproblem und das Schlimme daran ist, dass Marokko unser erstes Land ist, indem wir selbst fast keinen Müll erzeugen, weil wir fast nur frische Lebensmittel vom Markt kaufen. Trotzdem liegt an sehr vielen Stellen teilweise unendlich viel Müll herum. Richtig schockiert waren wir an den Stränden um Sidi Ifni. Playa Plastica trifft es ganz gut. Aber auch im Inland – wo man hinschaut, findet man nur wenig Stellen, an denen man die Spuren der Menschheit nicht sehen kann.
    Den Müll nur anzuzünden löst das Problem auch nicht, aber ist immer noch besser als ihn von Wind oder Regen ins Meer treiben zu lassen.
    Ich weiß wohl, dass es in anderen Ländern noch viel schlimmer ist – sehr sehr schade!
Erg Chebbi Umrundung

Für mich steht ganz klar fest: „Mein“ Marokko befindet sich südlich des Hohen Atlas – stand heute, denn wir kennen ja bisher nur den mittleren Süden. Hier gibt es die Sandwüsten und auch milde Temperaturen. Die Küste ich genauso schön, wie viele Teile des Inlands, auch wenn es teilweise schon sehr steinlastig ist – aber so ist es nun mal in der Wüste.

Wenn ich jetzt so an die letzten drei Monate denke… War irgendwie schon eine ziemlich geile Zeit. Das Land, die Gruppe, die Wüste und auch mit dem Auto mal an die Grenzen des Möglichen zu gehen waren für uns alle eine sehr wertvolle Erfahrung.

Die Erg Chegaga Pistentour war definitiv das größte Highlight, auch wenn es im Moment des Erlebens nicht unbedingt das schönste Erlebnis war. Aber hinterher finde ich es gut, dass wir es getan und auch durchgezogen haben und nicht mitten drin umgedreht sind. Es war knapp, aber es ging alles gut und genau das sind die Erlebnisse, an die man sich später gerne wieder erinnert.

Auch wenn wir so viele Strecken nicht fahren konnten, weil ich den Vario an einem Stück wieder nach Europa bringen wollte, war die Erfahrung in der Wüste und auf Pisten für uns sehr wertvoll. Bergematerial, Vorräte, bruchsicheres Verstauen von Geschirr gehen wir jetzt mit anderem Wissen an.

Die Reisekosten

Bargeld: Insgesamt haben wir 1856€ in Marokkko abgehoben und dazu noch 500€ bei Carlos gewechselt.
Fähre und Versicherung 380€

Macht in der Summe 2736€

Reisekosten Marokko
Geldwechsel bei Carlos 300€
Visa Card Belastung 1850€
Fähre + Versicherung 380€
SUMME 2530€
In der Summe sind folgende Einzelposition enthalten
Diesel 748€
Quad Tour Erg Chebbi 74€
Motorhaube lackieren 65€
Campingplätze 13 Nächte ca.90€
Internet ca.185€
Maut ca.100€
Noch im Geldbeutel ca.100€

Die Lebenshaltungskosten sind in Marokko echt günstig und auch ein Restaurantbesuch bleibt im bezahlbaren Rahmen. Der irre Dieselverbrauch durch die großen Entfernungen, die Fährkosten und in unserem Fall noch die KFZ Versicherung lassen die Kosten natürlich deutlich ansteigen. Aber es hat auch noch niemand gesagt, dass Reisen billig wäre. Die Erfahrung und Erlebnisse der letzten Wochen waren es auf jeden Fall wert.

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