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Ich beim Blog schreiben

Endlich schönes Wetter und Sonne, ich steh am See und überlege, was ich euch heute so erzählen könnte. Da ist mir eingefallen, dass die Klospülung mal wieder leer ist. Machen wir nen Blogpost draus 🙂

Freistehen am See, Meer oder auch mal am Bach, viele träumen davon, und einige tun es sogar auch. Die breite Masse muss aber meist schon nach wenigen Tagen den schönen Freistehplatz wieder verlassen, weil die Wasservorräte aufgebraucht sind, oder die Toilette voll ist. Darum lohnt es sich, schon vor dem Kauf eines Wohnmobils, sich Gedanken darüber zu machen, welche Art von Campingurlaub man bevorzugt.

Mein erstes Wohnmobil kaufte ich rein nur wegen der mobilen Freiheit, um nicht mehr auf Campingplätze angewiesen sein zu müssen. Ich wollte endlich überall frei stehen, und übernachten können. Um unabhängig zu sein, hatte schon damals mein erster Kastenwagen 200 Liter Wasservorrat. Nur die Toilette war dann der Bremser, sie war nach 3 Tagen einfach voll. Will man kein Schwein sein, heißt es nach 3 Tagen „bitte weiterfahren und entsorgen“.

Große Tanks bringens 🙂

wasser sparen wohnmobil

Kanister befüllen

Beim meinem jetzigen Zuhause habe ich dazu gelernt und war echt froh, dass mein Womo schon vom Erbauer brauchbare Tankkapazitäten spendiert bekommen hat. 350L Frischwasser und 600 Liter Abwasser incl. Fäkalientank sind schon mal ausreichend, um auch mal stressfrei in Ländern mit schlechter Infrastruktur für Wohnmobile unterwegs sein zu können. Auch wenn es sich im ersten Moment nach viel anhört, ich habe die Kapazität schon oft bis ans Limit ausgereizt. Der Knackpunkt ist die Toilette, sie braucht etwas viel Wasser zum Spülen. Spült man mit zu wenig Wasser, setzen sich die Schläuche zu. Bei entsprechender Dauernutzung kann das schon nach einem halben Jahr passieren.
Spülwassertank Toilette

Spülwassertank Toilette

Die Toilette habe ich vor ein paar Jahren durch eine Jabsco Shiffstoilette ersetzt. Die Mechanik ist robust und einfach zu warten. Ein kompletter Dichtungssatz kostet gerade mal 45 Euro. Das Spülwasser bekommt die Toilette im Schiff vom Meer, in meinem Fall aus einem 20 Liter Kanister (schon vor Jahren wollte ich diesen gegen einen richtigen Tank ersetzen, aber es läuft ja auch so ganz gut). Der Kanister kann mit fast alles was flüssig ist gefüllt werden. Grauwasser, Regenwasser, Meerwasser, Bach und Seewasser. Irgendwo findet sich schon eine Pfütze. Ist einmal nichts vorhanden, kann ich den Kanister auch direkt mit Frischwasser aus meinen Tanks befüllen lassen. Dies versuche ich aber zu vermeiden, das Frischwasser ist einfach zu wertvoll um es für die Klospülung zu benutzen.

Da man an den Spülwasser-Tank aber etwas ungeschickt rankommt und das befüllen aus dem Eimer ohne Kleckereien fast nicht möglich ist, habe ich mir folgendes System ausgearbeitet.

Der Schweizer Wunderkanister Rapidon 6

Toiletten Spülwassertank befüllen

Toiletten Spülwassertank befüllen

Geholfen hat mir dabei eine schweizer Erfindung. Ein 6 Liter Benzinkanister (Rapidon 6 von Birchmeier), den man bequem befüllen, tragen und lagern kann. Der geniale Trick ist der Ausgießer: klappt man ihn aus, kann man den Kanister Hochkant halten und im Stehen einen Rasenmäher betanken. Das Ganze geht sogar rasend schnell, weil der Kanister in dem Moment, wenn man das Ventil drückt, nicht nur unten öffnet, sondern auch oben belüftet. Ich habe zwar keinen Rasenmäher, aber was für Benzin taugt, ist für Wasser gerade gut genug. Auf den roten Ausgießer haben ich einen Gummischlauch gesteckt, und habe so eine Verlängerung um den Klo-Spülwasserkanister vom Waschtisch aus wirklich Klecker frei betanken zu können.

Jetzt muss ich nur noch den roten Knopf drücken und warten bis das Wasser in den grünen Tank geflossen ist. Das dauert nur ein paar Sekunden. Drei mal laufen sind etwa 19 Liter. Wenn ich den Spülwassertank erst befülle wenn dieser leer ist, dann ist ein Überfüllen sogar ausgeschlossen.

Rapidon 6 L beim Befüllen.

Rapidon 6 L beim Befüllen.

Lohnt sich der Aufwand?

18 Liter Wasser reichen mir bei zwei Personen etwa für 2 Tage Klospülen. Nach 10 Tagen sind somit 90 Liter Wasser verbraucht, welche nicht meinen Frischwasservorrat beeinflussen. Auf diese Art schaffe ich 20 Tage Freistehen ohne Frisch-Wasser nachtanken zu müssen.

Versteht ihr nun wieso 600 Liter Abwassertanks ganz nützlich sein können?

Hier ein Beispiel:

90 Liter Klo-Spülwasser + etwa 170 Liter Frischwasser für Duschen, Spülen, Wäsche waschen, Hundenapf füllen und trinken, ergeben 260 Liter Abwasser in 10 Tagen.

Nach 20 Tagen ist der Frischwassertank trocken und ich habe 520 Liter Abwasser. Ja die fahre ich auch spazieren, wenn keine Entsorgungsmöglichkeit in der Nähe ist, dazu habe ich den Tank.

Andere Alternativen
welche bei meinem Wohnmobil leider nicht in Frage kommen, weil zu große Umbauten nötig wären oder einfach kein Platz dafür da ist.

  • Trenntoilette
    Ist mir persönlich zu umständlich, andere schwören da drauf.
  • Thedford C200
    In Verbindung mit mehreren Kassetten, die ultimative Lösung. Es wird fast kein Spülwasser benötigt, dank Sog Entlüftung brauche ich keine Chemie und der Platzverbrauch mehrerer Ersatzkassetten ist auch nicht größer als eines 200 Liter Fäkaltanks.
  • Verbrennungtoilette
    Nette Idee aber irrsinnig teuer, zu hoher Strom- und Gasverbrauch.

Fazit:

In meinem Fall ist meine Lösung für mich die beste Lösung. Beim nächsten Womo fließen diese Erfahrungen dann mit ein. Wasser ist leider ein Gut, welches ich nicht unterwegs nachproduzieren kann. Darum versuche ich, so viel wie möglich davon einzusparen, denn je nach Land, weiß man ja nie so genau, wann man wieder welches bekommt.

Übrigens, hat euch der Kanister auch so gefallen? Ich habe ihn im Baumarkt für mehr Geld gekauft. Aber es war ein Spontankauf, billiger gehts bei Amazon. Solltet ihr einen Rasenmäher besitzen, schaut euch den Rapidon 6 Kanister mal an.

Arnold 6011-X1-0211 Rapidon Kraftstoffkanister, Inhalt 6 L
Preis: EUR 29,04
17 neu von EUR 26,880 gebraucht

Was sonst so die restlichen Tage passiert ist, geschrieben aus den Augen von Tanja mit etwas mehr Infos zu Land und Leute, könnt ihr im neuen Artikel „Reisebericht: Masuren, polnische Ostseeküste und Danzig“ lesen. Viel Spaß 🙂

Wolfsschanze Führerhauptquartier in den Masuren – Polen
Reisebericht - Mit dem Wohnmobil nach Masuren und Danzig

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