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Wir leben, reisen & arbeiten im Wohnmobil

Willkommen zum zweiten Teil meiner Hirngespinste. Heute geht es um die Wahl der passenden Basis für mein neues Wohnmobil. Die Auswahl ist groß und da hier ja viel Geld auf dem Spiel steht, möchte man keinen Fehler machen. Im folgenden Text möchte ich erläutern, warum für mich welches Fahrzeug in Frage kommen würde.

Im ersten Teil ging es bisher ja hauptsächlich darum sich Gedanken zu machen, wie viel Platz man in der Kabine einsparen könnte um Platz für ein Allrad Chassis zu schaffen. Ich habe immer noch den Wunsch, nicht größer als bisher zu werden. Eher kleiner sogar. Ob das klappen wird …? Wir werden es irgendwann sehen.

Ich danke auch für die rege Beteiligung und die vielen Kommentare auf Facebook und per Email. Es waren viele spannende Ansätze dabei. Oft wurde mir zum Umbau des Vario geraten, oder ich solle einen geländegängigen Zweitwagen mitnehmen. Beides führt nicht zu Erfolg:
Zweitwagen:
Mir bringt der geländegängige Zweitwagen am Seeufer wenig, ich will mit dem Wohnmobil dort hinkommen. Ein Zweitwagen an sich ist nicht schlecht, wenn man so reist wie wir es aktuell tun. Das soll aber kein Dauerzustand bleiben. Wir wollen irgendwann auch wieder mehr fahren und vor allem auch andere Länder besuchen.
Vario optimieren:
Wie sich beim Festfahren im Sand am Rio Tejo deutlich gezeigt hat: der Vario hat trotz 190PS viel zu wenig Kraft um sich aus Sand zu befreien. Hätte ich jetzt noch größere Räder drauf, würde noch weniger Kraft für Vortrieb sorgen. Die Kupplung ist in solchen Situationen hoffnungslos überfordert. Der Kardanwelle wird’s ähnlich gehen. Aber nicht nur die Leistung ist ein Problem. Der jetzige Aufbau ist zwar stabil aber auch schwer wie sau. Der noch schwerere Innenausbau aus 15mm Buche-Multiplex sorgt zusammen mit der schmalen Spur des Vario für einen hohen Schwerpunkt, was die Geländeeigenschaften deutlich verschlechtert.
Klar kann man hier viel verändern, aber „neuer“ wird die Kabine davon sicher nicht.

Es bleibt in meinen Augen bei zwei Möglichkeiten: Alles bleibt wie es ist und ich fahre den Vario noch so lange, bis er auseinander fällt – oder es gibt etwas Neues. Entweder jetzt, oder eben später.

Eckdaten

Reden wir also lieber über das mögliche Neue. Ich werfe dazu einmal ein paar Zahlen in den Raum:

Kabinenmaße

  • Länge: 530cm
  • Breite 240 cm
  • Höhe 250 cm
  • Gesamtgewicht: Etwa 3 Tonnen nur für die Kabine mit Wasser und allem was man da so rein baut. Liege ich richtig? Keine Ahnung.

Mögliche 4×4 Fahrgestelle

Ich möchte unter 7,5 Tonnen bleiben – das ist die Vorgabe, welche unbedingt einzuhalten gilt. Beim Blick über den Markt der 7,5 Tonnen Fahrgestelle ist die Auswahl übersichtlich. Der Iveco Daily 4×4 scheint interessant, ist aber zu schmal und viel zu hässlich. Er kommt daher nicht in die engere Auswahl. Der Sprinter ist kein Offroadfahrzeug und nicht für 7,5 Tonnen geeignet, daher steht er gar nicht zur Auswahl.

Ganz interessant scheint der Fuso Canter zu sein. Bauen doch namhafte Hersteller auf ihm scheinbar echte Expeditionsfahrzeuge. Bei der Internetrecherche wird schnell klar, der Fuso kann nicht teuer sein, denn er wird mit nahezu 0 Kilometern schon für 30.000 Euro angeboten. Den tatsächlichen Neupreis konnte ich nicht genau ermitteln, denn mir kam vorher ein Video vom Explorer Magazin in die Finger, welches den Fuso vorgestellt hat.

Man lobt ihn in den höchsten Tönen und macht sich über den Aufkleber auf der Türe lustig, der Fahrten abseits befestigter Wege verbietet. Beim genaueren Hinschauen im Video fallen auch die spielzeugartigen Kardanwellen des Fuso auf und auch sonst wirkt das Auto ziemlich filigran. So etwas soll wirklich geländetauglich sein? Ich komme aus dem Maschinenbau und auch im Fuso werden keine Wundermaterialien verbaut sein, die so beanspruchte Teile wie Achsen oder Antriebswellen selbst in Micky-Maus-Ausführung auf einmal haltbar machen sollen. Also besser mal die Finger von lassen denke ich mir so. Das Fuso Forum hilft hier auch etwas weiter. Wenn man den Fuso entsprechend verstärkt, und den Motor in der Leistung steigert, kann man damit wohl tatsächlich ins Gelände fahren können. Die Garantie ist dann natürlich weg.

Ich greife mal vor, denn wenige Tage später stellt sich heraus, dass ich gar nicht so unrecht hatte. Mercedes (Mitsubishi) lehnt wohl jegliche Garantieansprüche ab, wenn der Fuso im Gelände bewegt wird, vor allem wenn noch so umgebaut wird, wie manche Kabinenbauer es wohl machen. Das ist mir zu heiß – ich möchte ein robustes und haltbares Auto haben.

Auf zum nächsten Hersteller. Mercedes hatte mal die LN2 Serie. Der altbekannte 814 oder auch 817 mit Allrad wär nett, ist aber vom Grundgewicht für mein Vorhaben deutlich zu schwer.
Einzig der Vario ist wäre ein Chassis, welches mit 3400 Kilo in der Allradausführung „locker“ die geplanten 3 Tonnen meiner Kabine tragen könnte.
Die schlechten Manieren des Vario kenne ich ja inzwischen. Hartes Fahrwerk, rauer Motor und nicht gerade leise sprechen für wenig Umgewöhnung – dafür ist der Vario echt hart im nehmen.

Der Mercedes Vario ist ein vollwertiger Allradler, welcher mit einer Umrüstung auf Singlebereifung echt gute Geländeeigenschaften hat. Eine Geländeuntersetzung und zwei Sperren sind ebenso vorhanden wie eine Starrachse vorne. Den Vario bekommt man mit bis zu 180 PS aus vier Zylindern und da ist sicher noch Luft nach oben. Schließlich fährt der Atego mit dem gleichen Motor sogar mit 220 PS.

Der Vario bietet die perfekte Basis für ein Wohnmobil. Dank dem Motor vor dem Fahrer, kann man einen bequemen Durchgang nach hinten realisieren.

Der neue AMUMOT-Truck ?

Nachteile des Vario

Was mir etwas negativ auffällt ist die Sache mit der Single Bereifung. Viele Reifen haben eine viel zu niedrige Traglast. Mit nur wenigen Reifen kann man das 7,5 Tonnen Gesamtgewicht weiter fahren. Meist muss man auf 7,2 oder gar 6,5 Tonnen ablasten.
Aber es gibt anscheinend eine Lösung mit der man tatsächlich wenigstens 7,2 Tonnen fahren darf.

Beim Vario müssen wir auf jedes Kilo achten, und das wird eine echte Herausforderung. Natürlich möchten wir ein autarkes Wohnmobil. Viel Diesel, Wasser, noch mehr Solar und 160 Kilo in Lithium Batterien müssen mit. Sparen kann man am Holz, wenn man ultraleichte Funktionsbaustoffe verwendet und durch Aussparungen das Holz weiter im Gewicht reduziert.

Nachdem wir einen ersten Grundriss entworfen haben, beginne ich die Gewichte zusammen zu rechnen und komme zu dem erfreulichen Ergebnis, dass alles gerade so passen könnte.

Kabinen-Hersteller suchen

Jetzt kommt der Zeitpunkt, an dem ich Hilfe von Profis benötige. Ich telefoniere mit verschiedenen Kabinen-Bauern. Die einen sagen ja, kein Problem machen wir. Die anderen haben ernste Bedenken.

Der wird zu hoch sagt man, 2,50 Meter Kabinenhöhe gehen gar nicht. What?? Ich will meinen Doppelboden, und warum wird das zu hoch beim Vario mit 60mm Zwischenrahmen, möchte ich wissen. Als mein Gegenüber sich vom Lachanfall erholt hat, wird mir erklärt was passiert, wenn man mit einem 60mm Zwischenrahmen (auch mit Federlagerung) im Gelände unterwegs ist. So ein Zwischenrahmen ist 250mm hoch und hat eine Rauten bzw. Vierpunkt Lagerung. Der Vario hat einen extrem torsionsfreudigen Rahmen, welcher durch sein Verdrehen in sich erst eine hohe Achsverschränkung ermöglicht.
Hm, ich denke nach – der Mann hat recht, das habe ich in YouTube Video schon oft gesehen. Aber Firma XY baut doch 4×4 Varios mit großen Kabinen und verklebt sogar das Fahrerhaus fest mit dem Wohnaufbau? Ja, zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht bekannt, was manche für einen Pfusch abliefern.

Der nächste Hersteller verweigert mein Vorhaben auf dem Vario komplett. Selbst wenn die Kabine voll beladen wirklich nur 3 Tonnen wiegen würde, der Vario hat auf der Vorderachse nur 305 Kilo Zuladung und mit einem Zwischenrahmen der 400 Kilo wiegt, werde ich die 7,2 Tonnen nicht halten können. Wenn der Vario im Gelände nicht auseinander fallen soll, muss man mit dem Gewicht deutlich unter dem Limit bleiben um die Bauteile nicht zu überfordern.

Auch hier kann ich nicht wirklich dagegen sprechen. Doch, kann ich! Denn ich will ja nicht ins Gelände, sonder nur eine bessere Schlechtwegetauglichkeit und mal von einer nassen Wiese herunter fahren können. Er lacht – das sagen 70% seiner Kunden. 🙁

Alles nicht so einfach

Wir stehen wohl vor einem Problem. Ich lasse mich ja nur ungern eines besseren belehren, aber wahrscheinlich werden die Anderen schon recht haben. Die Firmen welche sagen, es sei alles ohne Problem möglich, haben sich in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert, wie ich wenige Tage später herausfinden darf. Die Geschichten sind sogar so haarsträubend, dass ich sagen muss – wenn nur die Hälfte dieser Geschichte wahr ist, ist es immer noch schlimm genug. Und hier sind einige Hersteller dabei, welche mir auch empfohlen wurden.

Ich nenne hier absichtlich keine Namen, denn ich habe keine Lust all die ganzen Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Aber einige Bilder die man im Internet sehen kann, sprechen schon eine sehr deutliche Sprache. Mir wird langsam bewusst, auch bei Fernreisemobilen muss man sich als Kunde gut auskennen, um nicht von den Herstellern über den Tisch gezogen zu werden.

Für mich ist das Projekt Vario fürs Erste gestorben. Ein Fernreisemobil auf Basis eines Mercedes Vario wird es für uns nicht geben. Zumindest nicht mit einem 5,30 Meter langen Koffer, der ein Gewicht von 3 Tonnen hat.

Zurück ans Reißbrett, die Kabine muss kleiner werden!

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