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Die einen konnten es sich schon denken, die anderen wussten es schon und wer es noch nicht weiß, wird es jetzt erfahren: Wir sind nicht ohne Grund nach Spanien gefahren und haben uns auch nicht ohne Grund in der Bucht von Algeciras (wo die Marokko Fähren starten) herumgedrückt. Gibraltar haben wir eigentlich nur angeschaut, weil es eben auf dem Weg lag und wir einen Tag Luft hatten. Wir werden diesen Winter in Marokko verbringen!

Marokko nur mit Reisepass

Jetzt kann ich es ja sagen. Mein Besuch in Deutschland im Mai diesen Jahres erfolgte nur aus einem Grund: Der Beschaffung eines Reisepasses. Wenn man noch nie einen hatte muss dieser persönlich in der Gemeinde beantragt werden. Da Flüge ja zum Glück nicht mehr viel kosten, kann man mal eben für einen Reisepass nach Deutschland fliegen. Per Express verfahren konnte ich in den zehn Tagen Deutschlandbesuch den Pass auch direkt mitnehmen.

Übrigens: Ja ich weiß, ich habe immer gesagt, dass ich niemals nach Marokko will. Aber was soll man tun wenn es in Europa einfach zu kalt ist??? Dazu sind wir beide der Meinung, ein kleines Abenteuer kann nicht schaden.

Zu den weiteren Reisevorbereitungen gehörte auch das Impfen aller Hunde im Sommer und der „Titertest“ im Herbst. Das reicht um später wieder in die EU einreisen zu dürfen.

Tag 0: Marokkofähre

Am Montag den 10.12.2018 habe wir bei Carlos unsere Tickets für die Fähre nach Marokko gekauft. Wir verbrachten fast den ganzen Tag auf viel zu lauten Supermarktparkplätzen. Tanja kauft noch viele Vorräte wie Kaffeebohnen, Milch und so Kleinkram, den man nicht auf jedem Markt in Marokko bekommt. Ob das nötig war oder nicht, werden wir sehen, es erzählt eh jeder etwas anders und wir sind jetzt einfach mal gespannt wie sich das Land uns so zeigt. Ich repariere nebenher provisorisch meinen Spiegel, der seit Juli immer noch keine Neuteile bekommen hat. Entweder ich lasse es in Marokko reparieren, oder wenn wir wieder in Deutschland sind.
Die Fährtickets bei Carlos zu kaufen hat für uns folgende Vorteile: Wir bekommen alles vorbereitet, dazu eine Flasche Cidre und wir können gleich etwas Geld wechseln um in Marokko genug Geld für die ersten Tage zu haben,
Mein Tank ist fast leer (ich hoffe auf billigen Diesel in Marokko), wir brauchen Internet für Marokko und vielleicht wollen wir auch noch etwas einkaufen und der erste Campingplatz will auch bezahlt werden. Daher kann es nicht schaden genug Geld dabei zu haben. Geldautomaten geben nur 200 Euro aus und funktionieren wohl nicht immer. Auch das sind alles Infos die wir von anderen haben. Neben Caorlos ist ein größerer Parkplatz auf dem schon einige Wohnmobile stehen. Wir stellen uns erst dazu. Am Tage ist es durch die Straßen rundum aber sehr laut. Etwas besser wird es in der Nacht, denn in dem Einkaufsladengebiet ist nachts fast nichts los.

Tag 1: Einreise nach Marokko

Der Tag beginnt um 4:20Uhr!! Aus dem Bett, Zähne putzen, Hunde gassigehen und ab auf die Autobahn, 17 km bis zum Fährhafen. Ich bin fix und fertig, die Recycling Anlage in der Nähe ist so laut, dass man selbst einen Kilometer entfernt fast kein Auge zu macht. Beim nächsten Mal, müssen wir unbedingt einen anderen Übernachtungsplatz wählen.
Im 5 Uhr erreiche ich das Fährterminal. Einer mit einer gelben Weste kommt her, will meine Tickets sehen und meint ich würde in der Reihe, wo ich schon stehe, richtig stehen. Dafür möchte er dann eine kleine Bezahlung. Fängt ja schon lustig an.
Tanja ist nach der Fahrt nun auch wach und wir trinken erst einmal Kaffee und warten auf Einlass. Als es los geht verläuft alles ziemlich unspektakulär, bis auf den kleinen Unterschied, dass alle größeren Fahrzeuge Rückwärts auf die Fähre müssen, was total easy ist, die Rampe ist groß wie ein Scheunentor.

Die großen müssen rückwärts auf die Fähre

Knapp zwei Stunden später erreichen wir den Afrikanischen Kontinent. Nach Tunesien ist dies mein zweiter Besuch, ich weiß also schon ein bisschen wie die hier so drauf sind.
Meine ersten Eindrücke in Marokko:

Es fängt schon am Zoll an, welcher zwar einfach zur bewerkstelligen war, aber trotzdem für mich sehr ungewohnt. Als wir das Schiff verlassen haben fahren wir durch das Hafengelände und landen letztendlich am Zoll. Dieser hat viele Spuren, ist überdacht und sicher keine 4 Meter hoch. Davor befindet sich eine Doppelreihe mit kleinen Einpersonenhäuschen wie an einer Mautstation, die aber alle leer sind. Wir fahren also an den Losbuden vorbei und werden unter den überdachten Zollbereich gewunken. Dort werden unsere Papiere gecheckt. Die Zöllner machen einen sehr netten Eindruck, man heißt uns willkommen und fragt ob wir das erste Mal hier sind.

Alle laufen kreuz und quer, immer wieder kommt der Zöllner wieder zu uns und bringt einen Wisch oder Ausweis zurück. Mich schickt man zurück zur Polizei, in ein Wartehäuschen vor dem Zoll damit ich mir eine Nummer im Pass bestätigen lassen kann. Von diesen 10 Häuschen sind aber alle zu, und ich kann raten wo hier einer drinsitzen soll. Am Rand ist ein kleiner Container, da ist die Türe offen und es hängt ein offiziell aussehendes Wappen an der Türe. Ich klopfe – nicht tut sich. Ich öffne die Türe vorsichtig, darin leichtes Chaos und ein Polizist liegt im Bett und schläft so halb. Sorry wie peinlich. Ich entschuldige mich, natürlich war ich hier falsch, aber ich bekomme den entscheidenden Tipp, dass es Häuschen Nummer 3 ist.
Als ich dort ankomme, geht tatsächlich ein kleines Fensterchen auf, drin sitzt einer spiel mit dem Handy und tippt und meine Daten in einen PC. Danach sagt er, alles ok und könne wieder gehen.
Beim zurücklaufen überlege ich so: Das hätte jetzt auch keiner mitbekommen, wenn ich nicht das Häuschen Nummer drei besucht hätte…
Aber egal, Nachdem ich wieder zurück war konnten wir ohne weiters den Zollhof verlassen.

Da meine grüne Versicherungskarte Marokko nicht enthält, müssen wir eine sep. Versicherung für das Auto abschließen. Die bekommt man direkt nach dem Zollhof. Es ist lediglich eine Art Haftpflichtversicherung, man muss sie haben, was sie letztendlich zahlt weiß keiner. Von Teilkasko und Vollkasko braucht man hier nicht träumen – wir fahren also auf eigenes Risiko ab jetzt.

Die ersten Kilometer in Marokko

Die Straßen sind sehr unterschiedlich. Von gut bis schlecht ist alles dabei

Nachdem wir nun komplett eingereist sind, fahren wir nach Tanger Stadt um Internet und etwas Essen zu organisieren. Auf dem Weg tanken wir für 87 Cent/Liter Diesel, saugeil!
Wir erreichen irgendwann Tanger, halten am Straßenrand neben einem Telefonladen und wollen Simkarten kaufen. Erste Erkenntnis, die Straßen in Portugal sind super, die in Spanien auch. Wir räumen erst einmal auf, was sich in den Letzten 20 Kilometern auf dem Boden im Womo verteilt hat. Dinge die schon 10.000 Kilometer an ihrem Platz stehen haben sich jetzt im ganzen Womo verteilt.

Während Tanja mit den anderen im Maroc-Telecom Shop die Karten holt, beobachte ich den Straßenverkehr. Das ist für mich wie Kino. Noch nie haben ich so viele Mercedesse auf einem Haufen gesehen, und fast nur sehr alte. Aber wenig alte Mercedes LKW. Die meisten Autos sind alt, verbeult und selten vollständig. Etwas fehlt immer, und wenn es nur die Stoßstange ist.
Der Fahrstil der Marokkaner ist cool, wer bremst verliert und irgendwie passt alles zusammen. So gefällt mir das Fahren mit dem Womo in Tanger ganz gut. Die Kreisverkehre sind gut zu fahren, einfach reindrücken, auch die anderen haben bremsen und irgendwie geht alles gut. In Deutschland undenkbar sowas.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen die anderen mit Simkarten wieder, die aber nicht gehen. Wir fahren weiter zum nächsten Supermarkt wo wir noch kurz etwas einkaufen wollen und uns noch Karten vom Orange Netz holen wollen, als Backup.
Kaum haben wir am anderen Ende des Parkplatzes geparkt kommt schon einer und meint wir können da nicht stehen. Das wäre zu unsicher, wir müssen bei den anderen PKW stehen. Wir erklären, dass wir Hunde dabeihaben und das so ok ist wie wir stehen.
Die SIM-Karten waren im Orange-Shop leider vergriffen, dafür hilft uns die nette Dame in Maroc-Telecom Shop nebenan mit unseren 4 Simkarten. Die Karten waren nicht aktiviert, darum liefen sie nicht. Kein Kommentar dazu…

Weiter geht’s auf die Autobahn, 120 km bis ans Ziel. Tanja pennt derweil und versuche irgendwie Internet auf unsere Geräte zu bekommen. Das Problem war die APN, die uns die Dame im zweiten Shop eingestellt hatte. Die war nämlich falsch, darum ging hier nichts. Nachdem ich die Geräte wieder so eingestellt hatte, dass sie mit den automatischen Einstellungsdaten laufen, hatten wir auch endlich Internet.

Wir erreichen Moulay Bousselham direkt an der Atlantikküste. Das erste mal sehe ich einen Straßenzug, wie ich ihn nur aus Filmen kenne. Das Leben findet auf der Straße statt und ist sehr einfach gehalten.

Der Schreiner baut die Möbel am Straßenrand

Wir fahren dort auf den Camping Atlantis, ein sehr grüner, weitläufiger Platz, der vor vielen Jahren bestimmt einmal sehr schön war. Heute ist es eher ein Lost Place, auf dem man für 8 Euro übernachten kann.
Von Sonne ist keine Spur zu sehen, auf dem Camping hat es Schnaken ohne Ende und ich bin total übermüdet, habe Hals und Kopfschmerzen. Bitte jetzt nicht auch noch krank werden.

Camping Atlantis

Tag 2 in Marokko

Wann die Nacht zu Ende war weiß ich nicht gefühlt war ich die ganze Nacht wach und lauschte dem Hundegebell. Eigentlich tut mir alles weh, ich glaube ich werde richtig krank.
Da das Wetter hier oben Norden deutlich schlechter als in Spanien ist, beschließen wir noch etwas Strecke zu machen. Knapp 200 Kilometer sind es bis Casablanca, kurz nördlich davon finden wir einen kleinen Campingplatz, wieder an der Küste. Campingplätze sind dahin gehend gut, dass man auf der einen Seite nette Bekanntschaften mit anderen Reisenden machen kann und man sich nicht mit der Polizei wegen freistehen auseinandersetzen muss. Wir haben genug anderes zu tun.

Camping OCEAN BLEU

So treffen wir hier ein Ehepaar aus Kanada, das einen 814D 4×4 fährt, der aus England kommt, in Bulgarien versichert ist und in Deutschland verkauft werden soll. Leben tun die beiden normalerweise in Südamerika.
Der Campingplatz ist einfach und schön. Über Sanitäre Anlagen kann ich nichts sagen, da ich ausschließlich meine eigene nutze. Endlich scheint die Sonne, wir sind am Meer und freuen uns – Herrlich!

erster Spaziergang an der marokkanischen Küste

Tag 3 Überwintern in Marokko – Marrakesch

6 Uhr, ich kann nicht mehr schlafen. Der Campingplatz ist super ruhig, keine Hunde, Autos oder LKWs zu hören. Mir geht es heute auch etwas besser.
Die größte Etappe liegt heute vor uns. 240 Kilometer sind es bis Marrakesch, wenigstens komplett Autobahn. Die Autobahnen die wir bisher in Marokko gefahren sind, sind sehr gut. 100 Kilometer kosten etwa 10 Euro und man kommt zügig voran.

Erst war das Land sehr flach und dann tauchen langsam die ersten Vorboten den hohen Atlas auf.

Wir erreichen einen der wohl schönsten Campingplätze in Marokko: „Le Relais De Marrakech“. Mit Pool und kalten Duschen hat der Camper alles was das Herz begehrt. Ich bin froh am Ziel zu sein und verkrieche mich im Bett. Die Grippe hat mich jetzt voll erwischt.

Zufahrt zum Camping

Hätte das Navi nicht gewusst, an welcher stelle man die geteerte Straßen verlassen muss, hätten wir den Campingplatz vermutlich nie gefunden.

Tag 4 Marrakesch – ein Tag Pause zum fit werden

Ich komme aus dem Naseputzen gar nicht mehr heraus, Kopf und Gliederschmerzen geben mir den Rest. Gut, dass wir heute einen Tag Pause einlegen.

Auch wenn wir überzeugte Freisteher sind: Campingplätze sind dahingehend toll, dass man andere Reisende trifft und sich austauschen kann. Wir treffen das Pärchen, Pia und Andi von Fourtyninemiles.com und beim abendlichen Restaurantbesuch mit Tajine sitzen wir schon zu siebt am Tisch, ein alleinreisender Österreicher gesellt sich noch zu uns.

Sicher hast du es schon bemerkt, das der Ducato ist nicht mehr dabei ist. Den haben wir in Portugal stehen lassen. Max gefällt das zwar überhaupt nicht, aber Tanja und Ziva fahren jetzt bei mir mit. Kleine Optimierungen der Sitz- und Schlafgelegenheiten werden unterwegs vorgenommen. So wie heute: Ziva bekommt ihr eigenes Hundebett.

Eine Holzplatte über dem Brennholzlager macht die Grundlage für ein bequemes Hundebett.
Unser Campingplatz mit Pool bei Nacht.

Tag 5 in Marokko – wir wagen die erste Sightseeing Tour

Gott sei Dank mir geht es wieder etwas besser. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und es ist schön warm. Das Ideale Wetter um Marrakesch zu besuchen. Mit den Campofanten und Fourtyninemiles zusammen fahren wir im Taxi ins Zentrum von Marrakesch und lassen uns durch die Souks treiben.

Handwerker produzieren vor Ort was sie dann verkaufen

Es ist echt spannend den Handwerker hier zuzuschauen, aber leider auch etwas schwierig, denn kaum erkennen sie auch nur einen funken Interesse, lassen sie dich nicht mehr in Ruhe.

Mini Werkstätten die teilweise nur 1-4 m² groß sind.
Djemaa el Fna – der zentrale Marktplatz in Marrakesch

Am Djemaa el Fna, dem zentralen Marktplatz ist immer etwas los und nirgends hat man als Touri weniger seine Ruhe als hier. Irgendwer klebt dir immer an der Seite und möchte dir etwas verkaufen. Das kann auf Dauer echt anstrengend werden. Für einen Tag ein paar Stunden hier ist es aber ok. Als es dunkel wurde geht es hier dann richtig los. Jetzt gibt es hunderte kleiner Garküchen die zwar alle mehr oder weniger das gleiche anbieten, aber die Kellner sich wirklich sehr viel Mühe geben, dich an ihren Tisch zu bekommen. Vergiss jede Großstadt die du in Europa kennst, hier geht´s viel direkter zur Sache – aber nie aggressiv oder bösartig auch wenn man dankend ablehnt.

Abendessen in Marrakkesch

5 Tage Marokko hier mein erstes Fazit

Wirklich viel haben wir bisher nicht gesehen. Was wir gesehen haben ist spannend. Schon direkt nach der Grenze fällt auf, das hier ist nicht mehr Europa, hier ticken die Uhren anders. Kinder hängen sich an meine Stoßstange und lassen sich mitziehen. Menschen fahren auf der Sattelplatte von Zugmaschinen mit, oder sitzen auf Tiefladern. Gefahren wird alles was sich von selbst bewegt, und wenn es nicht mehr von selbst fahren kann, wird ein Esel davor gespannt.

Die Marokkaner gaben sich bisher alle sehr freundlich und hilfsbereit. Wenn Sie nur ein Wort Deutsch konnten, dann teilten sie das mit vollem Stolz mit. Bisher war Französisch und Englisch kein Problem und sogar Deutsch könnten einige. Somit die Verständigung bisher wirklich sehr einfach.

Alles ist hier irgendwie anders, einfacher und Angst vor Gefahren scheinen wohl nur die Europäer zu haben. Ich möchte auch gar nicht so viel mehr dazu sagen, denn bisher haben wir wirklich nicht viel erlebt. Aber wir sind schon sehr gespannt was die nächsten Wochen so bringen werden. Morgen geht es in den hohen Atlas, und ab dann werden wir auch wieder frei stehen können. Campingplätze sind auf Dauer nichts für uns. Tägliche Updates wird es, wenn Internet vorhanden ist, weiterhin auf Twitter geben.
Übrigens: Ja, es ist Absicht, dass wir so zügig in Süden fahren. Der Norden ist im Frühling auch noch da und dann sicher wärmer.

Spätnachmittag in Marrakesh – wie hier gut sehen kann, ein Luftkurort wirds wohl nicht werden…

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