Es war eine ereignisreiche Woche für uns, eigentlich würde das Material locker für 2 Wochen reichen. Aber so ist es eben, wenn man mit dem Wohnmobil in Portugal unterwegs ist.

Warten auf die Monsterwellen in Nazaré

7 Uhr – ich werde wach, der Wind rüttelt am Wohnmobil und es schüttet aus Eimern. Das Zelt am Strand von Nazaré zerlegt sich auch langsam in seine Bestandteile. Kurze Zeit später ist wieder alles gut und ich sehe blauen Himmel. Draußen hat es 15 Grad, im Womo hat es 20 Grad, und ich bin am überlegen ob ich den Ofen etwas anmachen soll. Schon alleine wegen der Luftfeuchtigkeit von über 70% würde es sich lohnen. Die feuchte Wäsche im Bad, von unserer Waschaktion gestern, setzt dem Wohnfühlklima etwas zu. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto eher friert man.

Wo sind die Wellen? Von meinem Platz aus habe ich einen schönen Blick auf das Meer. Aber von hohen Wellen ist nichts zu sehen. Laut der Seite Epicsurf.de hat es heute Morgen eine Wellenhöhe von 2,50 Meter und das soll gegen Abend bis 5,20 Meter ansteigen. Von den Monsterwellen mit bis zu 20 Meter sind wir noch weit entfernt. Ich denke, da müssen wir im März noch einmal herkommen.
Mehr als 17 Grad erreichen wir den ganzen Tag nicht und der Wind bläst recht konstant mit 40 km/h. So endet der heutige Sonntag recht unspektakulär. Am Abend kommen viele Surfer an den Strand, ob das was zu bedeuten hat?

praia do norte nazare wellenreiter

Sonnenuntergang an dem Praia do Norte

Tagesinfo

Zielort: Nazaré Praia do Norte
Wetter: alles 17 Grad
Solarertrag: 1,66kWh

Big Wave in Nazaré und weiterfahrt zur Halbinsel Peniche

Auch heute bleiben die Monsterwellen in Nazaré aus. Aber als wir aufwachen, sieht die See schon anders aus als gestern. Wir gehen zum Strand und das Tosen des Meeres ist atemberaubend. Wellen, so hoch, wie ich sie noch nie gesehen habe. Wir klettern die Klippen hoch und schauen auf Meer. Es sind nicht die erhofften 20 Meter Wellen, die Big Wave wie man sie hier in Nazaré erfolgreich vermarktet. Aber egal, auch mit 10 Metern sieht es schon spektakulär aus.

Nach 4Gb Datenmaterial, über 200 Videos und Fotos, gehen wir zurück zum Womo und machen uns startklar.
Wir besuchen in Nazaré kurz den Lidl um ein paar Dinge einzukaufen und fahren dann weiter nach Obidos. Die kleine Stadt ist in einem sehr gut erhaltenen Zustand und es lohnt sich hier mal vorbei zu schauen. Zumal es für uns direkt auf dem Weg zur Halbinsel Peniche liegt.
Als wir Obidos erreichen, verdrückt sich das gute Wetter und es ziehen dicke Wolken auf. Es sieht auch nach Regen aus, weshalb wir uns diese Besichtigung ersparen. Obidos ist so alt, das steht auch im Frühjahr noch.
Wir fahren weiter auf die Halbinsel Peniche. Ich freue mich schon auf meinen Stammplatz auf den Klippen und wundere mich schon, warum kein einziges Wohnmobil hier steht. Klar, die ganze Ecke ist tapeziert mit Verbotsschildern. Absolutes Parkverbot für Wohnwagen und Wohnmobile. Na prima. Nach einer Umrundung der Halbinsel verlassen wir diese so schnell wie wir gekommen sind. Ob der Grund für Verbote der neue Stellplatz mitten im Ort ist, wissen wir nicht. Aber Stellplätze, die mit Mauern umgeben sind, und dafür auch noch Geld verlangt wird, gehören nicht mehr zu meinen Highlights des mobilen Lebens.

Wir fahren noch ein paar Kilometer weiter Richtung Süden, Tanja kennt da noch einen Platz. In Consolação stellen wir uns auf einen Platz direkt am Meer auf den Klippen. Mit einem schönen Blick auf die Wellen beenden wir den heutigen Tag. Es hatte knapp 21 Grad und am Abend regnet es immer wieder. Der Wind frischt auf und das Wohnmobil schaukelt sanft.

Tagesinfo

Zielort: Consolação
Wetter: alles 21 Grad
Solarertrag: 1,59kWh

Ein Tag Pause und die Wohnmobil Bergung

Viele Stunden verbringe ich heute mit den Videos von Nazaré und Peniche. Der Regen verdrückt sich und es wird ein wechselhafter Tag mit 23 Grad.

Consolação

Consolação

Als es schon dunkel ist, klopft es an der Türe. Ein Wohnmobilfahrer steht an der Türe und fragt ob ich ihn rausziehen kann. Er steckt in einem Sandweg nebenan fest. Irgendwie hat er bei Nacht den falschen Weg erwischt und sich gnadenlos festgefahren. Da ich gerade mit Kochen beschäftigt war, musste der Gute erst einmal warten bis wir fertig waren, denn mit Topf auf dem Herd fahre ich ungerne. Er nahm es mit Humor und meinte: „kein Problem, ich fahre nicht weg.“
Die Schleppaktion war recht unspektakulär, dank meinem Seil, welches ich bis jetzt nur für solche Fälle gebraucht habe, konnte ich ihn problemlos durch den Sand ziehen. Ich habe übrigens nur ein 3,5 Meter Seil. Es empfiehlt sich unbedingt ein langes Seil dabei zu haben, damit der Ziehende nicht auch in den Matsch oder Sand fahren muss, und so besser ziehen kann. Ich werde mir dazu ein 9 Meter 9 Tonnen Bergegurt anschaffen. Den kann man dann auch mal doppelt nehmen und hat immer noch genug Länge. Mein bisheriges 3,5 Meter 4 Tonnen Seil ist mit Wohnmobilen immer zum Reißen gespannt.

wohnmobil abschleppen

Abendlche Schleppaktion

naturalien als belohnung

Die Belohung fürs Schleppen

spuren im sand

Die Spuren am Tag danach

Tagesinfo

Zielort: Consolação
Wetter: alles 23 Grad
Solarertrag: 1,58kWh

Praia de São Julião

Der Tag beginnt noch etwas diesig. Wir benötigen unbedingt mal wieder einen vollen Sonnentag, damit sich die Batterien wieder aufladen können. Die letzten Tage hatte ich jeden Tag ein Stückchen weniger Ladezustand.
Wir wollen nach Lissabon. Da wir aber früh dort ankommen wollen, und keine Lust auf über 100 km Landstraße am Stück haben, legen wir 40 Kilometer vor Lissabon eine Zwischenübernachtung ein. Der Strandparkplatz des Praia de São Julião bietet sich hier perfekt an. Die Sonne scheint es ist windstill und hat 24 Grad. Am Nachmittag machen wir einen schönen Spaziergang am Strand. Links entlang kann man bei Ebbe schön laufen gehen. Wir treffen nur auf 2 Fischer, sonst ist hier niemand.

Praia de São Julião

Strandparkplatz Praia de São Julião

der strand am atlantik Praia de São Julião

Praia de São Julião

Tagesinfo

Zielort: Praia de São Julião
Wetter: alles 24 Grad
Solarertrag: 1,76kWh

Lissabon

stadtbesichtigung lissabon

Lissabon

Wir starten heute schon früh Richtung Lissabon. Damit unsere Wohnmobile einigermaßen sicher stehen, wählen wir den Camping Lisboa als Ziel. Auf den Plätzen ohne Strom zahlt man für ein Auto, eine Person und eine Fellnase gerade mal 14,75€. Gut, im Sommer und für die Hunde ist es sicher besser, dass fast alle Plätze Schatten bieten. Schlecht jedoch für den Solarertrag und die ohnehin schon leere Batterie. Begann der Tag schon mit einem Ladezustand von 24% war am Abend noch genau gleich viel in der Batterie. Den Solarertrag hat sich der Kühlschrank genehmigt.
Dann soll es in die Stadt gehen. Grob überschlagen ist ein Taxi für 3 Personen nur 3 Euro teurer als der Bus, man kommt direkt und schneller in die Stadt. Gefällt mir gut – wir nehmen das Taxi. Wenn man das erste Mal in der Stadt ist, macht es Sinn sich einmal einen groben Überblick zu verschaffen, indem man mit den alten Straßenbahnen der Linie 28 und 12 einmal die komplette Strecke abfährt. Dann hat man schon viele nette Ecken von Lissabon gesehen.

santa justa lissabon

Elevador Santa Justa

Den Elevador de Santa Justa, ein Aufzug welcher die Oberstadt mit der Unterstadt verbindet, und noch einige andere Aufzüge gelten als besondere Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zum Abschluss sollte man auch den Torre do Belém nicht verpassen. Die Linie 15 führt entlang des Tejo direkt da hin.

straßenbahnschinen in lissabon

Viele nette Ecken in Lissabon

Muss man gesehen haben, lissabon

Alfama Viertel mit vielen kleinen Gassen

hinsitzen und dem treiben in lissabon zuschauen

Einfach genießen

Tagesinfo

Zielort: Lisboa Camping
Wetter: teils diesig 26 Grad
Solarertrag: 0,29kWh

Wir erreichen mit der Region Alentejo Südportugal

lifepo4

Ladezustand 3% die Kaffeemaschine läuft

Nach einer wirklich ungemütlichen Nacht auf dem Camping Lisboa gab es heute Morgen nach dem zweiten Kaffee auch noch einen Stromausfall in der Hütte. Die Batterie ist leer, weil wir gestern nicht nur unter einem Baum geparkt haben, sondern auch die Sonne eher selten zu Besuch war. Mit dem Ladebooster kann ich manuell etwas nachhelfen, und lade 3% nach. Das reichte dann bis zu Abfahrt, spülen und waschen.

110 Kilometer standen heute auf dem Programm. Über der gebührenfreie Stadtautobahn von Lissabon erreichen wir den Rio Tejo und überqueren selbigen auf der Ponte Vasco da Gama.

Die Vasco da Gama Brücke ist mit 17,185 km eine der längsten Brücken der Welt und die längste Brücke in Europa. Ihre maximale Spannweite beträgt 420 Meter und die Pylone sind 155 Meter hoch.

Danach verlassen wir die Autobahn und folgen der N5, welche man sich besser erspart, weil sie in erbärmlichen Zustand ist. Irgendwann erreichen wir die IC1, welche erst gut und später dann nicht mehr ganz so gut zu befahren ist. Unter dem Strich wären die knapp 10 Euro Maut gut angelegt gewesen.

Wir erreichen den Alentejo. Es ist nicht nur eine sehr schöne Region Portugals, sondern leider auch eine der ärmsten in ganz Westeuropa.
In Alcácer do Sal gehen wir bei Lidl Vorräte für die nächsten Tage einkaufen und folgen dann der N253 zum Barragem do Pego do Altar. An der Staumauer finden wir wie immer einen Platz für die nächste Nacht. Mit 31 Grad war heute der wärmste Tag unserer Zeit in Portugal. Einfach herrlich, wenn auch etwas ungewohnt, weil wir uns erst wieder an dieses Wetter gewöhnen müssen.
Nachdem der Ladebooster gute 100Ah nachgeladen hat, und die Solaranlage auch nochmal 134Ah Ertrag brachte, beenden wir den Tag mit einem Ladezustand von 60%.

Pego do altar

Barragem do Pego do Altar

Tagesinfo

Zielort: Barragem do Pego do Altar
Wetter: Sonne 31 Grad
Solarertrag: 1,79kWh

Nah am Wasser

Mit 19 Grad liegt wieder eine sehr milde Nacht hinter uns. Wir haben super geschlafen und konnten endlich mal wieder ausschlafen. Heute ist Tag des Abschieds. Arnold reist ab heute alleine weiter, er möchte nun zügig nach Portimao kommen. Es war schön, mal wieder ein paar Tage zusammen zu reisen.

pego do altar - überwintern in portigal

Blick über den See

Wir verdrücken uns auch wieder, verlassen die Staumauer und verziehen uns ein paar Kilometer weiter direkt an das Ufer des Pego do Altar. Nach ein paar Metern Offroad haben wir unseren Traumplatz erreicht. Das Wetter ist top, die Sonne scheint, wir stehen am See, alles ist in bester Ordnung. Das ist der Grund warum wir so gerne nach Portugal fahren. Keine Duschen, kein Strom, keine Zivilisation und keiner stört sich an unserer Anwesenheit. Wir lieben diese Ruhe, hier ist einfach nichts und davon ganz viel.

leben und arbeitem im wohnmobil

Sonnen und Arbeiten – geht!

Ich lasse es mir heute nicht nehmen, einfach mal raus in die Sonne zu liegen. Zu lange warte ich schon auf dieses Wetter. Aber so ganz Nichtstun geht auch hier nicht. Mit dabei ist mein Läppitabletdinngenskirchencomputer. Und ich schreibe gerade diese Zeilen. Es hat übrigens gerade 28 Grad im Schatten und es ist fast windstill. Gibt es einen schöneren Ort zu arbeiten? Sicher gibt es schönere Orte und vor allem auch verschiedene Orte. Nur dieser hier ist einer meiner Favoriten. Oh Mann, ich liebe dieses Leben! Es ist aber nicht immer ein Höhenflug, auch bei mir gibt es Höhen und Tiefen. Vor zwei Tagen noch war ich ziemlich unzufrieden mit allem. Ich war genervt vom dauernden Fahren und nie ankommen. Über 4000 Kilometer sind eine weite Strecke, vor allem, wenn man das Ziel hat, vor dem Frühling im warmen Süden zu sein.

reisebericht wohnmobil alentejo

So gefällt mir das 🙂

Echt schade ist, dass die Stauseen von Jahr zu Jahr leerer werden. Wir stehen eigentlich auf einer Insel. Aber von der ist schon lange nichts mehr zu sehen

wildcamping portugal

Stellplatz an den drei Steineichen

Wir haben jetzt endlich den Süden Portugals erreicht. Wir sind da, wo wir uns die letzten Monate drauf gefreut haben. Einfach toll hier. Seit unserer Abreise aus Deutschland sind wir jetzt 4.100 Kilometer in 8 Wochen gefahren.

Tagesinfo

Zielort: Pego do Altar
Wetter: Sonne 28 Grad
Solarertrag: 1,89kWh

Estrada Atlantica – mehr Meer geht nicht
Alentejo -Von der Abgeschiedenheit im Inland an die wilde Küste

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