AMUMOT Blog

Wir leben, reisen & arbeiten im Wohnmobil

Endlich beginnt die heiße Phase des Wohnmobilausbaus. Unser Laster gehört mir jetzt nicht nur endlich zu 100%, sondern er steht sogar in der eigenen Halle. Bis es allerdings soweit war, wurden meine Nerven auf eine harte Probe gestellt. Aber lest selbst.

Zum Glück hatte ich von meinem Freund Joni (Amumot Einbauwerkstatt in Schneeberg) die roten Kennzeichen bekommen. Damit konnten wir nicht nur am Sonntag probefahren und am Montag zum TÜV, sondern auch den Laster gleich mit nach Aalen zur Zulassungsstelle nehmen.
Bei der Zulasssungstelle hatte ich um 9:30Uhr einen Termin und alles sah nach einer schnellen Abfertigung aus, bis zu Frage nach der Abmeldebescheinigung oder dem passenden Stempel im Brief. Beides war nicht zu finden.
Jetzt können Zulassungsstellen ja echt kompliziert werden, wenn nicht alles so ist, wie es sein soll. Auch wenn im Computer klar erkenntlich ist, dass das Auto vor 6 Jahren abgemeldet wurde und seither nicht mehr Zugelassen wurde, kann man es nicht ohne diese Abemeldebescheinigung oder dem Stempel im Brief nicht mehr zulassen. „So ist das Gesetz“, sagt die nette Frau am Tresen… Dann kann ich das Auto jetzt wegwerfen oder wie?
Nach einigen Telefonaten zwischen den Zulasssungsstellen war ein Plan erörtert, ich solle lückenlos alle Vorbesitzer mit Kaufverträgen seit dem Abmelden nachweisen. What??? Haben die noch alle?

Also ans Telefon und bei der Stadt Königswinter angerufen, und bei Benny auch gleich. Nach 20 Minuten hatte ich 3 Kaufverträge auf dem Tisch. Und einen 4. Käufer am Telefon, welcher das Auto an einen 5. Menschen verkauft hat. Interessant ist, dass ich nun viel von der Vorgeschichte des Lasters kenne.

Archivbild der Stadt Königswinter: So sah der 1225 einmal aus.

Es war wohl mal einen Wanderschlampe, an die sich keiner so recht rantraute bis ich ihn dann gekauft hatte.
Für die Zulassung war das aber immer noch recht hoffnungslos. Trotzdem versuchte ich dann noch einmal mein Glück, es waren ab Mittag fast keine Leute mehr da und die Mitarbeiterin hatte Zeit.
Ich gab zu bedenken, dass ich aus datenschutzrechtlichen Gründen weder die Kaufverträge aushändigen darf noch dürfte ich selbst die alten Verträge anfordern. Das sah die Dame dann auch ein und begann wieder zu telefonieren.
Um 13 Uhr war es dann endlich soweit und ich bekam die Stempel auf die neuen Kennzeichen geklebt – was für eine Nummer!

Na endlich!

Nun liegen noch 330 Kilometer bis Schneeberg vor uns. Weil im Internet immer wieder von starkem Reifenverschleiß der Geländereifen gesprochen wird, wenn man mit zu viel Luftdruck Autobahn fährt, habe ich den Druck nach der Tabelle von Michelin eingestellt. Leider beginnt die Tabelle erst bei 5,2 Tonnen. Bisher beträgt die Achslast aber nur 4,5 Tonnen, darum bin ich mit dem Druck noch etwas weiter runter auf 3,5 Bar vorne und 4 Bar hinten. Nach 50 Kilometer Autobahn sahen die Reifen dann so aus:

Zu wenig Luftdruck, die Reifen radieren.

Zum Glück habe ich das kontrolliert und schnell den Druck auf 4,5 Bar auf allen Rädern erhöht. Danach war alles gut und ich konnte die Fahrt nach Schneeberg fortsetzen. Besonders geil waren die Berge auf der A9 um Bayreuth, welchen den Motor nur wenig beeindruckten. Mit 85 ging es an den anderen teils 40km/h langsamen LKWs vorbei.
Es bestätigt sich mal wieder, mit genug Hubraum ist irgendwann auch ein Saugdiesel mal kraftvoll genug. Der Motor macht auf jeden Fall Spaß. Jeder Tritt aufs Gas wird sofort in Vortrieb umgesetzt, und dabei ist es egal welche Drehzahl gerade anliegt. Der Laster lässt sich herrlich schaltfaul fahren. Vor allem auf den Landstraßen im Erzgebirge mit den vielen Bergen und Kurven hatte ich meinen Spaß. Nun kann ich nur noch hoffen, dass von der Leistung mit zwei Tonnen mehr auf der Waage auch noch etwas zu spüren ist.

Mercedes NG 1225 V8 Fahrgeschräusche

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Besuch in der Werkstatt

Das erste Ziel im Osten war Schneeberg. Mit meinem Kumpel besprechen wir die weiteren Arbeiten am Laster und den Lackiertermin. Damit alles so reibungslos wie möglich verläuft. Noch sind die Jungs mit einem anderen Patienten beschäftigt.

Besuch in Schneeberg

Einparken in die Halle

Einparken bitte

Das schwierigste am Einparken war das Entfernen und wieder Anbringen der Verblendung über den Toren. Da der Sturz 370cm hoch ist und der TÜV 368cm gemessen hat, musste es einfach passen – was es dann auch tat.

25 Tage Innenausbau

Unbeschreiblich, was die letzten 25 Tage passiert ist. Wenn ich auf das erste Bild vor 25 Tagen anschaue, kann selbst ich mir kaum vorstellen, dass wir jetzt schon soweit sind.

Tag 1
Tag 25

Auf der einen Seite bin ich mit der Leistung zufrieden, auf der anderen Seite könnten wir schon viel weiter sein, wenn ich bedenke wie viele Tage dann wieder fast gar nichts passiert ist, weil ich unterwegs war oder wir den Vario nebenher noch verkauft haben.

Apropos Vario: Ein dickes Dankeschön an Tanja, die sich an den Vario gemacht hat und ihn in einen halbwegs verkaufsfähigen Zustand versetzt hat und unendliche viele Kisten mit Zeug herausgetragen hat.

Der neue Besitzer kam vergangenes Wochenende mit dem Zug und ich gönne mir die letzte Fahrt mit dem Vario nach Chemnitz. Nun ist der Vario weg – mit einem weinenden und einem lachenden Auge enden nun die ersten zehn Jahre von AMUMOT.de

AMUMOT 2.0

Aber es ist ja noch nichts zu ende, sondern eigentlich gehts jetzt ja erst richtig los und das Lasterchen wird mit jedem Tag mehr zum wohnlichen Mobil.

Verschränken, damit ich Löcher bohren kann.

Ach wenn es quasi bei jedem Teil des Ausbaus irgendwelche Probleme zu lösen gibt. Auf dem Bild oben passt der Akkuschrauber nicht zwischen Kabine und Tank. Also fahre ich diagonal auf zwei Hohlblocksteine damit sich der Rahmen verwindet. Das bringt fast 10cm mehr Luft zwischen Tank und Kabine und ich kann das Loch bohren.
Man sollte übrigens so alte Motoren nicht in geschlossenen Räumen laufen lassen. Davon hat man sonst 2 Tage später noch etwas.

Das Motorkamelchen bezieht seine Garage

Bis zu diesem Tag wussten wir nicht, ob das Quad wirklich wie geplant in die Garage passt. Wir konnten es auch bisher nicht testen, da Yamaha seit Wochen am Quad rumrepariert. Eigentlich war nur die Benzinpumpe auszutauschen, aber dann wurden beim Fehler auslesen des Steuergeräts komische Werte festgestellt, die sogar den eigens bestellten Yamaha Techniker vor ein Rätsel stellten. Letztendlich wird nun das Steuergerät auf Garantie getauscht – vielleicht sind dann die Fehler weg. Fahren tut das Quad trotzdem.

Warum habe ich nur einen Einspritzer gekauft? Scheiß Elektronik!

Auf jeden Fall mussten wir das Verladen des ATV gleich mal ausprobieren. Die Billigwinde mit 230V wird über den Wechselrichter betrieben. Das spart mir dicke Batteriekabel. Sollte die Winde nicht gehen, kann ich die Winde vom Quad als Notlösung nehmen. Der Verladevorgang sollte in zwei Minuten zu schaffen sein, das ist gerade noch so erträglich um nicht lästig zu werden.

Nachfolgend ein Video vom ersten Versuch:

ATV in Exmob

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Es muss noch einiges optimiert werden. Zum Beispiel bekommt die Fernbedienung noch ein langes Kabel (ist inzwischen schon hier). Das Nudelholz wird gegen eine Umlenkwalze ausgetauscht und hinten werden noch Anschläge eingebaut, die die Hinterräder vom ATV fixieren, damit es nicht springen und verrutschen kann.

Unterm Strich sind wir aber alle sehr zufrieden. Das Verladen vom Quad funktioniert eigentlich genau so wie es geplant war.

Isch jetzt halt so

Das ist der Standardspruch der letzten Wochen. Unsere Vorplanung zahlt sich aus und gut war auch, gleich am Anfang alles zu bestellen, damit wir beim Bau nicht erst ewig auf nicht lieferbare Teile warten müssen. So wie der Kram der Heizung, hier dauerte die Lieferung satte 4 Wochen. Den Kram hatte ich auch viel zu spät bestellt, weil bis zum Schluss nicht sicher war, welche Heizung wir neben dem Holzofen noch einbauen werden.

Aber trotz aller Vorplanung gibt es unendlich viele Stolpersteine, die beim Bau erst zum Vorschein kommen. Wenn man dazu noch einen Durchstieg um 3 cm falsch platziert, macht man es sich nicht einfacher. Eine Kabine, die zwar irgendwie schon im Winkel ist, aber keine gerade Wand hat, macht einen Ausbau ebenfalls nicht einfacher. Bei anderen Herstellern ist das nicht besser, nur warum liest man darüber nichts im Internet?

Egal – ist halt jetzt so wie es ist. Die Möbelteile werden eingebaut, viel Sikaflex, viele Aluwinkel und die ersten 1500 Schrauben sind schon verbaut.

Vieles passt auch einfach zueinander oder erfüllt nicht meine Erwartungen. Zum Beispiel die Wasserfilteranlage im Wohnmobil. Erst der dritte Filterhalter funktioniert jetzt so wie ich will. Der überteuerte Katadynfilter war der schlechteste im Bunde, das Gehäuse war so weich, dass die Schlauchtüllen nicht dicht zu bekommen waren.

Ich erspare mir heute mal einen detaillierten Ausbaubericht, dafür habe ich keine Lust und auch keine Zeit.

Was uns aufhält ist die Abhängigkeit der ganzen Bauteile zueinander. Man kann die Abdeckung der Toilette erst dann einbauen, wenn die Trennwand zur Küche gerade ist, das ist aber erst der Fall, wenn die Arbeitsplatte an Ort und Stelle ist. Das ist jedoch erst möglich, wenn alle Leitungen unter der Küche liegen. Und der Heizungskram ist nicht lieferbar…

Rohre und Kabel hinter der Küchenzeile

Nicht besser sieht es unter dem Auto aus. Da wir normal in Gegenden mit Plus-Graden unterwegs sind und für den Winterbetrieb das Wasser im Eimer auffangen werden, erleichtert mir die Verlegung der Abflussrohre unter der Kabine einiges. Eine umständliche Hebeanlage für die Dusche braucht es so auch nicht.

Siphon und Abfluss in einem.

Daher gibt es unendlich viele offene Baustellen, die sich aber mehr oder weniger zeitgleich schließen und uns auf einmal einen großen Schritt nach vorne bringen.

Jetzt fehlt nur noch der Korkboden.

Wasser marsch

Ein Ausbau-Meilenstein war der Einbau der Wasser-Tanks und dem Anschluss der kompletten Wasseranlage. Ab jetzt gibt es die erste funktionierende Technik: Wasser kommt aus den Hähnen und auf Wunsch sogar in warm! Sehr geil. Die Heizung selbst war zu 98% fertig angeschlossen, ein Kugelhahn für unbeschreiblich viel Geld fehlte noch und der Shop wo ich ihn bestellte ließ sich alle Zeit der Welt.

Die Wasseranlage funktionierte auch fast auf Anhieb. Der Verteiler zwischen Tanks und Pumpe war nicht dicht und ich musste ihn noch einmal komplett zerlegen. Mit dem Loctite 55 Dichtband darf man nicht zu sparsam umgehen.

Drucktest Wasserverteiler

Am vergangenen Samstag war es dann endlich soweit, die fehlenden Heizungsteile kommen und ich kann die Warmwasserheizung befüllen. Danach folgt auch hier ein Funktionstest.

Das Entlüften der Anlage war einfacher als gedacht, die Heizleistung des 12kW Brenner ist bei 25 Grad in der Halle etwas überdimensioniert, danach glich der Wohnraum eher einer Sauna.

Frostschutz für die Heizung. Sieht extrem giftig aus 😉

Auch die Waschmaschine kann jetzt wieder waschen, und zwar im Wohnmobil. Einen ersten Probelauf haben wir gestern Vormittag gemacht:

Erster Probelauf: Mini Waschmaschine im Wohnmobil

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Nette Besucher

Immer wieder bekommen wir Besuch von Bekannten und Nichtbekannten. Manchmal kommen auch viele auf einmal und es wird ganz schön voll bei uns. Unsere Vermieter wollten schon einen Stellplatz hier eröffnen – wir testen einmal, wie viele Wohnmobile hier so hinpassen würden.

Wenn sie kommen, kommen sie alle auf einmal

Ein ganz besonderer Dank geht an Roberto, der mich die letzten 23 Tage unterstützt hat. Einfach da sein und die dritte Hand bereit halten hat mir sehr viel geholfen. Derweil konnte Tanja andere Dinge erledigen und sich mit meinen Emails herumschlagen.

So gehts nun weiter

Wie man gut sieht, wir werden keine 3 Monate für den Ausbau benötigen. Ich denke, dass wir in einer Woche zum Lackieren nach Schneeberg fahren werden, danach wird der Laster nicht mehr in der Halle parken und wir werden darin wohnen. Dann haben wir auch endlich wieder ein richtiges Bett. Denn aktuell leben wir in der Hallte.

Das Probewohnen ist wichtig, denn dann können wir erst alle Abläufe optimieren und die Schränke optimal beladen. Das Leben im Eiwola wird dann hier beginnen – los können wir noch nicht, denn Tanja macht noch eine Weile den LKW-Führerschein in Annaberg.

Ich kann euch auch Tanjas Lkw Ausbaublog No3 auch sehr empfehlen, sie hat noch über einige Details geschrieben, die ich bestimmt vergessen habe.

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Auf Twitter gibt es zur Zeit täglich mindestens ein Update. Auf Facebook ist es mir gerade verwehrt mehr als ein Bild zu posten und Videos gehen gleich gar nicht – Facebook spinnt mal wieder. Also werde ich hier nicht mehr so viel machen.

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