Zeitrafferaufnahmen welche dann in einem Video wiedergegeben werden zeigen eindrucksvoll Vorgänge, die mit dem normalen Auge gar nicht wahrgenommen werden, weil sie viel zu langsam von statten gehen. Sicher kennt Ihr die Zeitraffer Filmchen von sich öffnenden Blüten oder auch vorbeiziehenden Wolken. Wie man so etwas ganz einfach erstellt, möchte ich euch heute kurz zeigen.

Was ist Zeitraffer?

Ein Film ist nichts anderes als viele Einzelbilder pro Sekunde aneinandergereiht, welche dann für das Auge flüssig ablaufen. Beim Zeitraffer werden die Bilder mit größerem Zeitabstand aufgenommen, zusammengefügt und dann lässt man sie schnell ablaufen. Damit Bewegungen für das Auge flüssig erscheinen sollten es 30 Bilder pro Sekunde sein.

Zeitraffer erstellen:

Hier mein Vorschlag, wie man ganz einfach ein Zeitraffer Video erstellt. Man braucht nur eine Kamera und macht alle Minute ein Bild. Das reicht für sich langsam bewegende Objekte wie Wolken oder Meer vollkommen aus. Ich habe also 2 Stunden lang, alle Minute, ein Bild geschossen. Die 240 Einzelbilder habe ich danach mit dem gratis Viedeobearbeitungsprogramm Windows Movie Maker in ein Video zusammengefügt. Leider lässt sich hier nur ein Bildwechsel von minimal 0,1 Sekunden einstellen. Aber es reicht, um eine Bewegung des Motivs zu erkennen. UPDATE: Die Zeit lässt isch auf minimal 0,03 Sekunden einstellen, was für einen flüssigen Bildlauf vollkommen ausreicht. Entstanden ist dann das nachfolgende Video.

Timer für Kamera

Timer – Fernauslöser für die Zeitraffer Bilder

Einige Kompaktkameras verfügen bereits über einen Timer-Modus, in dem man die Wiederholrate und den Zeitabstand einstellen kann. So auch meine alte Canon PowerShot S3IS, welche ich bis zu ihrem Ableben immer für Videos benutzt hatte. Für meine Canon Spiegelreflex EOS 50D habe ich beim Kauf einen Fernauslöser dazu bekommen und ich bin inzwischen echt begeistern davon. Mit dem Fernauslöser kann man nicht nur wackelfreie Bilder auf dem Stativ machen, ohne die Kamera berühren zu müssen. Nein, man kann auch Langzeitbelichtungen nach voreingestellter Zeit erstellen oder eben Zeitraffervideos mit dem Timer erzeugen.
Hierzu stelle ich an der Fernbedienung einfach die Zeit, und die Anzahl ein. 1 Minute ist immer ein guter Ansatz, dann ziehen auch die Wolken schön. Was zu beachten ist: die Kamera darf in der ganzen Zeit nicht bewegt werden, also am besten vorher einen vollen Akku einlegen.

Kamera Einstellungen für Zeitraffer:

Nachdem die Kamera auf das Motiv ausgerichtet ist, habe ich nach einmaligem Fokussieren Bildstabilisator und Autofokus abgeschaltet. Blende und ISO sind fest eingestellt und nur die Belichtung berechnet die Kamera bei jedem Bild selbst. So ist sichergestellt, dass die Bilder einigermaßen gleichmäßig belichtet sind, egal ob gerade die Sonne scheint oder Wolken vorbeiziehen.

Zeit-Empfehlungen für Zeitraffer-Aufnahmen

  • 1 bis 5 Sekunden → Menschen oder Tiere
  • 5 bis 15 Sekunden → Sonnenuntergang, vorüberziehende Wolken
  • 30 bis 60 Sekunden → aufgehende Blüten oder Knospen und Gezeiten
  • 1 Aufnahme pro Stunde bis Tag → Bauprojekte, Jahreszeiten

Hinter den Kulissen sah das heute Morgen so aus:

Kamera Aufbau für Zeitraffer

Blick hinter die Kulisse bei der Zeitraffer Erstellung

Die Zeitspanne betrug wie schon beim ersten Video ca. 2 Stunden. Auch sonst sind es die gleichen Einstellungen und Aufbau. Lediglich aus einer anderen Perspektive wurde diesmal aufgenommen.

Fazit:

Zeitraffer Aufnahmen sind eine eindrucksvolle Möglichkeit, Vorgänge, die über einen langen Zeitraum stattfinden, in kurzen Filmen zusammen zu fassen. Für einen flüssigeren Bildlauf braucht ihr jedoch eine bessere Software, und die Bilderzahl muss verdreifacht werden. Wie oben schon erwähnt benötigt das Auge etwa 20-30 Bilder pro Sekunde, damit im Film kein Ruckeln mehr erkennbar ist. Für meine Zwecke reicht jedoch die Software Windows Movie Maker (vorerst) aus.
Wenn man mehr erreichen will, sollte man sich eine passende Timelaps Software besorgen. Die Auswahl ist groß, gute Software kostet auch Geld, aber die meisten kostenpflichtigen Anbieter bieten kostenfreie Testversionen an.
Als kostenlose Version habe ich das Programm TLTools gefunden, welches ich mir heute Nacht einmal herunter laden werde.
Tipps für gute und am besten kostenfreie Programme nehme ich gerne entgegen.

Auch das Thema HDR-Timelaps wäre eine spannende Geschichte, mit der ich mich mal näher befassen werde – wenn ich mal Zeit habe 🙂

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