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AMUMOT Blog

Wir leben, reisen & arbeiten im Wohnmobil

Zweieinhalb ziemlich bewegende Wochen liegen hinter uns. Man könnte fast denken, wir holen alles nach, was im Frühjahr verpasst haben, als wir uns 6 Wochen nicht von der Stelle bewegt haben. Aber das stimmt so nicht ganz, der Norden von Portugal hat nur eine sehr große Highlightdichte. Da wir gerne verlassene Orte und Ruinen erkunden, kommen wir hier im Norden voll auf unsere Kosten.

Mit der Überquerung des Fluss Douro, der in Porto ins Meer mündet, erreichen wir die nördlichste Region “Norte” von Portugal. Bei der Wahl der Übernachtungsplätze darf es bekannter Weise schon mal etwas spezieller sein, so wie auch dieses Mal, als wir uns ein verlassene Lungenklinik als Ziel aussuchen. Hoch in den Bergen hinter Porto steht dieses gigantische Geisterhaus. Welches schon 40 Jahre leer steht.

Lost Place
Unser größtes Anwesen bisher – Lungenklinik bei Porto

Bei der Zufahrt fehlt schon der eine oder andere Stein – man darf nicht zimperlich sein. Die zweite Zufahrt ist nicht besser.

Kopfsteinpflaster
Hier und da, fehlt schon mal ein Stein.
Manchmal auch zwei oder drei

Dass es hier nicht mehr viel zu entdecken gibt, wusste ich vorher schon. Trotzdem ist es spannend, so ein altes Gebäude zu erkunden.

Dunkle Gänge
Zerfallenes Treppenhaus
Personal-Treppenhaus
Blick über Porto

Porto = Francesinha

Robby und Stefan kommen uns besuchen und wir überraschen Stefan mit einem Geburtstags-Abendessen unten im Ort. Der Ducato macht den Bus für uns.

Francesinha
Francesinha gibt es normal nur im Raum Porto, dort dafür fast überall.

Die Kamera mit dem blauen Auge

Es geht nicht immer alles glatt, wo gehobelt wird, fallen Späne und wer in dunklen Gebäuden fotografieren geht, der übersieht schon mal eine Kamera. So hat die Verkettung unglücklicher Umstände dazu geführt, dass meine Kamera samt Stativ umgefallen ist. Gelandet ist sie voll auf dem Sucher, welcher sich in seine Bestandteile zerlegt hat.

abandondo
Nachts im Geisterhaus

Glück im Unglück habe ich trotzdem, denn ich kann weiter fotografieren. Nach dem Zerlegen der Kamera am nächsten Morgen, stellte sich heraus, dass es nur ein kleiner Gehäuseschaden ist. Die einzigen Teile, die nicht aus Metall sind hat es zerbröselt. In Deutschland bestelle ich beim Sony Service für gerade mal 35 Euro inkl. Versand die entsprechenden Ersatzteile. Unser Freund Klaus, der sich gerade auf den Weg nach Portugal macht, bringt sie dann mit.

Kamera auf dem OP Tisch
Das Gehäuse vom Sucher hats voll erwischt.

Übrigens: bei 35°C im Schatten ist es in so einem alten Beton-Bunker herrlich kühl. Wir hatten schon die Idee mit unseren Campingstühlen und Tischen in einen der leer stehenden Räume umzuziehen und dort ein Übergangsbüro zu eröffnen.

Neue Büroräume

Lust auf mehr Bilder?

Kilometer machen – es wird Zeit!

Wir fahren weiter nach Braga, verbringen den Tag auf einer der unzähligen Kapellen auf den umliegenden Bergen.

Braga
Braga
Der beste Platz in Braga bei fast 40°C: Der Brunnen am Rathaus

Die emsigen Arbeiten mit Blumenschmuck deuten auf festliche Aktivitäten am morgigen Sonntag hin, was uns zur Entscheidung führt, noch am gleichen Tag weiter zu fahren.

Wir erreichen Ponte de Lima

Ponte de Lima
Ponte de Lima

Ponte de Lima ist die älteste Stadt Portugals und liegt am gleichnamigen Fluss Lima. Der Name Ponte de Lima heißt Brücke am Fluß und entspringt der römischen Brücke hier. Auch dieser Ort, wie vermutlich jeder zweite Ort in ganz Portugal ist geschmückt und die Leute sind unterwegs.
Es ist schon spät am Abend als wir hier ankommen, aber die sommerlichen Temperaturen laden noch zu einem Stadtbummel ein und wir gehen bei der Gelegenheit auch schön essen – endlich mal wieder Pizza.

Stadtbummel

Danach gebe ich mir noch eine kleine Fototour durch Pt.d. Lima. Um 0:15 Uhr hat es noch 26 Grad, schreibt das Thermometer der Apotheke im Ort – Echt geil!

Ponte de Lima
Ponte de Lima

Der nächste Tag ist ein Sonntag – neben uns am Parkplatz baut ein großer Flohmarkt auf. Dieser ist eher ein Antiquitätenmarkt erster Güte. Was hier zum Kauf angeboten wird, findet man bei uns in eher im Museum.

Ponte de Lima
Ponte de Lima
Flohmarkt

Ich muss in Behandlung: Vom Geisterhaus zum Irrenhaus

Irrenhaus
Hospital Psiquiatrico

Bei verlassenen Orten, welche man einfach im Internet finden kann, ist es leider so, dass sie meistens viel an ihrem Charme verloren haben. Massen von Besuchern waren schon vor mir hier und haben entsprechende Spuren hinterlassen. Genau das gleiche können wir ja auch mit Freisteh-Plätzen beobachten, die in Apps wie Park4night oder ähnlichen gewissenlos eingetragen werden.

Wenn viele Menschen einen Lost Place betreten, kann es dazu kommen, dass selbst in Portugal die Behörden reagieren und die Zugänge entsprechend verriegeln. Wenn ich also auf der Suche nach verlassenen Orten bin, versuche ich vorab so viel wie möglich darüber zu erfahren. Google Streetview und Google Maps helfen bei der Suche. Leider sind die Bilder nur in den seltensten Fällen aktuell – es bleibt also immer eine Überrauschung, was uns letztendlich am Ziel erwarten wird. So war ich doch recht begeistert, als mich dieser Platz mit folgendem Anblick begrüßt:

Tritt ein und bring Glück herein…

Bingo! Das Tor steht offen, man muss nur noch hindurchgehen. Schon der Anblick des alten Eisen Tors mit dem zugewucherten Weg dahinter begeistert mich. Nach wenigen Schritten entdecken wir rechts unter den Bäumen einige Tische und Bänke.

Der Garten

Kurz darauf erreicht man ein großes Gebäude. Halb eingewachsen: Das Becken von einem Springbrunnen.

Brunnen

Wie geil ist das denn, so muss ein richtiger LostPlace von außen aussehen. Nun steigt die Spannung – wie mag es wohl innen aussehen? Hoffentlich ist das Dach nicht zu sehr zerfallen, denn sonst wirds bei mehrstöckigen Gebäuden durch Wasserschäden schnell gefährlich.

Natürlich entstanden auch hier wieder viele Bilder, ein paar davon habe ich wie immer im online Album.

zum Album

Bloß nicht rein gehen…
Der Doktor kommt gleich, nehmen Sie schon mal Platz…
Herrlich – ich liebe diese Orte.

Den restlichen Tag und die Nacht verbringen wir auf einem Berg bei einer Kapelle. Für Sonntag sind nur sehr wenige Autos hier, wahrscheinlich sind alle auf der Party in Braga.

Blick aus dem Fenster

Bergsteigen am Steinbruch

Weiter geht die Reise in die Berge, wir sind nur noch wenige Kilometer von der spanischen Grenze entfernt. Das Handy loggt sich gelegentlich ins spanische Netz ein, was zu einiger Verwirrung führt, denn auf einmal ist es eine Stunde später, dann wieder früher.

Picknickplatz in den Bergen

In den großen Kullerfelsen befindet sich die Capela de São Martinho, welche über einen kleinen Pfad erreicht werden kann. Folgt man dem Weg weiter, erreicht man auf den höchsten Punkt. Von dort hat man nicht nur einen tollen Ausblick, sondern kann auch gut die Arbeit im Granit-Steinbruch beobachten. Achtung, es geht über eine Leiter, für Hunde nicht zu überwinden.

Weg nach oben
Steinbruch – für hohe Auflösung zum zoomen auf das Bild klicken
Blick nach unten

Am nächsten Tag geht die Reise auch schon weiter – wir stehen vor den Toren des Nationalpark Peneda-Gerês. Portugals einziger Nationalpark, welcher von unbeschreiblicher Schönheit sein soll.

Wir übernachten in Ponte da Barca auf dem Festplatz, wo gerade ein Zirkus seine Zelte abbaut.

Ponte da Barca

Ganz in der Nähe steht eine Ruine, welche wir kurz besichtigen. Ein echt schönes Haus war das mal, welches inzwischen leider total zerfallen ist. Das Dach hat zwei – drei Löcher, die Spuren bis in den Keller erzeugen.

Decke im Wohnzimmer
Der Boden

Platzwechsel mitten in der Nacht

Nachts um eins gehen wir noch eine letzte Runde mit den Hunden, als uns die Zirkusleute ansprechen und erklären, dass hier auf dem Platz am nächsten Tag Markt ist. Die Portugiesen kennen da in der Regel nichts, man wird, wenn man nicht schnell genug weg ist, einfach ein Teil des Marktes. Das ist sicher lustig, wenn man nicht vorhat weiter zu fahren.

Umzug mitten in der Nacht

Wir ziehen es vor die Nacht beim Intermarché zu verbringen, aber ausgerechnet dieser hat Schranken und wir fahren in eine Seitenstraße wo wir in Ruhe schlafen können.
Bevor wir nun in den Nationalpark einfahren werden, verbringen wir noch einen ruhigen Tag an einem Picknickplatz am Rio Lima. Nach so viele Reisetagen brauchen wir unbedingt einen Ruhetag.

Picknickplatz am Rio Lima

Schöner kochen mit Tanja

Wenn wir nicht gerade essen gehen, was wir eigentlich gar nicht so oft machen, zaubert Tanja die tollsten Gerichte. Zwei Bilder möchte ich dir nicht vorenthalten. Hamburger a la Tanja mit Büffelmozzarella und bestem Rinderhack:

Tanja-Burger
einfach aber genial

Nationalpark Peneda-Gerês

Und jetzt gehts endlich in den Naturpark Penda-Gerês. Unser erstes Ziel ist der kleine Ort Soajo. Hier stehen nicht weniger als 24 steinerne “Espigueiros”, so nennt man die Kornspeicher auf Stelzen hier.

Espigueiros in Soajo

Bisher habe ich diese Art der Speicher nur in Galizien gesehen, aber auch in Nord-Portugal sind sie wohl in großer Anzahl anzutreffen. Weiter gehts nach Lindoso. zwischen Burg und Friedhof befindet sich eine Parkplatz, wo wir gut übernachten können. Neben der Burg gibt es wieder eine große Anzahl an Espigueiros zu sehen.

Lindoso

Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Norden und erreichen Spanien, dort wechseln wir das Tal und fahren die wohl sehr bekannte N 308-1 nach Süden bis Gerês um dann gleich von der Touri-Route abzubiegen und der M 533 nach Westen hoch in die Berge zu folgen. Die 533 ist vor allem auf den ersten Kilometern eine Hammer Strecke, gigantische Ausblicke ergeben sind ins Tal nach Gerês und den Cávado Stausee.

Dort oben suchen wir einen Platz zum Übernachten und nehme den schlechtesten Schotterweg, der nicht gesperrt ist. Am Ende dieses 3 Kilometer langen Weges befindet sich nur eine Ruine und kurz davor noch ein Aussichtspunkt mit einem schön hergerichteten Parkplatz, den keiner besucht, weil die Zufahrt allenfalls noch für geländetaugliche Fahrzeuge taugt. Gut für uns, denn so verbringen wir hier einen sehr ruhigen Tag mit gigantischen Eindrücken

Weiter geht die Reise nach Campo Gerês und dann nach Süden zum Cávado Stausee. Wir verlassen den Nationalpark kurz um in Vieira do Minho größer einzukaufen und übernachten auf dem Hausberg an der Kapelle Santuário Sra. da Fé auf knapp 800 Meter über dem Meer. Der Berg hat ein paar nette Wanderwege, vor einem einen schönen Rundweg von ca. 6 Kilometer Länge.

Cávado Stausee
Die laufen hier überall frei herum. Sie sind sehr Neugierig.
Abendlicht

Von den Bergen zum Bergsee

Wir verlassen den Naturpark und fahren zu unseren Freunden Sonnie, Ernst, Robby und Stefan den See.

Klaus kommt wenige Tage später aus Deutschland angereist und bringt uns ganz viele Pakete mit. Zum Beispiel auch die Ersatzteile für meine Kamera und 16 Packen Maultaschen für die gesamte Meute hier und Sandbleche.

Weihnachten

Wie man gut sehen kann, Weihnachten ist dieses Jahr etwas früher bei uns. Aber selbst gemachte Geschenke kann man auch im September auspacken, genauso wie Stollen essen.

Dresdner Butterstollen – lecker 😉

Und da wir gerade so schön am Essen waren, gibts am Abend auch gleich die erste Ladung Maultaschen für alle.

Maultaschen für alle

Schön wars und vor allem sehr lecker!

UEBRIGENS: Nie mit der Tür in Richtung Norden Parken!

Der Jeep parkte immer auf der ersten Holzlatte.

Jetzt Achtung, ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht selbst gesehen hätte. Es gibt zwei Dinge was Portugiesen besonders meiden. Lange Wege zu Fuß und in der Sonne parken. Man parkt direkt vor dem Laden – auf dem Gehweg am Besten. Man parkt am Strand wo der Steg beginnt, wenn möglich stehen die Räder schon auf dem Steg. So wie der Jeep auf dem Bild rechts.

Wenn man irgendwo im Schatten parken kann, tut man es auch. Das führt zu so lustigen Bildern wie einem leeren großen Parkplatz, wo alle lieber außen herum, unter den Bäumen auf dem Grünstreifen parken.

Nun zur eigentlichen Geschichte: Mit dem Womo parke ich beim Supermarkt immer möglichst weit weg vom Eingang, um andere nicht zu behindern.

Jetzt ist es aber so, dass so ein Womo einen Schatten wirft. Meist ist der Schatten so groß, dass ein Auto locker drunter passt und das wird auch gerne genutzt. Mir ist das noch nie so bewusst aufgefallen wie an diesem einen Tag am Intermarché als wir 2 Stunden auf dem Parkplatz verbringen, während die Wäsche wäscht und trocknet. Denn, obwohl wir so weit vom Eingang weg stehen, ist die Verlockung auf Schatten so groß, dass die Portugiesen lieber weiter laufen, als in der Sonne zu parken. Der Platz neben uns ist selten lange frei, ein Auto nach dem anderen parkt hier ein, obwohl der Parkplatz genug frei Plätze bietet.
Man parkt aber so dicht, dass wir nicht mehr zur Aufbautüre heraus kommen. Beim Dritten hat es dann gekracht, die Trittstufe musste dran glauben. Es hat ganz gut gerumst im Womo.

Hier ist alles verbogen.

Ich ging dann raus, und schaute mir den Schaden an, während die ältere Frau dann doch lieber auf einem anderen Platz parkte. Sie stieg dann aus, schaut kurz zur Stufe und ging einkaufen. Zehn Minuten später kommt sie wieder zurück, steigt in ihr Auto und fährt weg.

Über eine Entschuldigung oder so hätte ich mich ja schon gefreut. Noch mehr hätte ich mich gefreut, wenn sie mir eine Werkstatt gezeigt hätte, die mir die Stufe wieder so hinbiegt, dass ich sie wenigstens einfahren kann.

Aber ist ok, ich habe dazu gelernt, die Seite mit der Türe muss einfach in der Sonne sein, dann parkt da auch keiner. Normal fahre ich auf solchen Plätzen aus genau solchen Gründen auch nie die Stufe aus – nur heute wars halt mal anders…

Eigentlich wollten wir noch einige Highlights des Naturparks Peneda-Gerês anschauen und auch mehr wandern gehen. Wir brachen die Tour aber ab, als wir merken, dass es Tizon nicht gut geht. Wir fuhren stattdessen direkt zu diesem Stausee, wo er sich erholen sollte und nach belieben baden gehen konnte. Wir dachten noch es liegt an den Gelenken, weil er nicht mehr laufen mag. Aber es war wohl doch das Alter. Den Stausee hat er leider nicht mehr gesehen.

Crosli.de: Tschüss Tizon

Lebe wohl alter Knabe – jetzt im Hundehimmel, begraben an einem Stausee in Portugal, der so unbeschreiblich blau ist.

Inzwischen ist es Sonntag 7:30 Uhr, ich habe mir gerade draußen die Morgendämmerung angeschaut – einfach wunderschön!

Morgendämmerung am Stausee

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