AMUMOT Blog

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Hallo aus Spanien

so wie wir schon in Frankreich begonnen haben, werden wir auch in Spanien weiter machen: Slowtravel gen Süden, jedoch etwas mehr abseits der geteerten Straßen. Ich bin gespannt, wie sich Spanien in den letzten Jahren verändert hat. Und es macht Spaß neues zu entdecken.

Genug mit DHL

Nun war endlich klar, dass wir in Frankreich kein DHL-Paket aus Deutschland am DHL Service Point in Narbonne in Empfang nehmen werden. Es konnte dort nämlich nicht zugestellt werden und befindet sich wieder auf dem Weg nach Deutschland.

Das ganze Nummer dauerte nun fast zwei Wochen. Vier Tage davon standen wir an einem schönen kleinen Etang nahe Narbonne. Unzählige Trampelpfade ergeben schöne Gassirunden mit den Hunden. Und am vorletzten Tag legte sich auch der Wind und wir hatten das erste Mal in Frankreich angenehme Temperaturen.

Tolle Gegend zum Wandern

Hallo Spanien

Jetzt soll es endlich nach Spanien gehen. Ich freue mich schon, denn in Spanien ist es sicher viel wärmer. Wir entscheiden uns für die landschaftlich super schöne Küstenstraße über Port Vendres, die D914 / N260 nach Roses in Spanien.

So war der Plan - geworden ist es dann ganz anders. Wir kommen erst gegen 14 Uhr los, gehen dann noch bei einem großen Einkaufszentrum kurz vor Perpignan noch einkaufen. Danach ist es so spät, dass wir in die Nacht rein auf der Küstenstraße fahren würden und dann noch einen Stellplatz suchen müssten. Wir entscheiden uns für die schnellere Strecke und sparen mindestens eine Stunde Fahrzeit, indem wir die Autobahn nehmen. Nach 10€ Maut verlassen wir kurz vor Figueres die nun spanische Autobahn und fahren nach Roses. Der erste geplante Platz am Strand zwischen Roses und Empuriabrava ist leider wegen Teppichstangen nicht erreichbar. Wir fahren den ganzen Weg wieder zurück und weiter zum Cap Norfeu.
Inzwischen ist es dunkel und die letzten Kilometer fahren wir Piste.

Als wir den über Google Maps gewählten Platz erreichen, steht schon ein anderer da. Mist, aber auf weitere Suche haben wir bei der Dunkelheit jetzt keine Lust mehr. Ein kleiner Schotterweg führt hoch auf eine kleine Anhöhe, wo sich noch eine kleine Schotterfläche befindet. Für die eine Nacht ist das ok und wir stehen weit genug von den anderen weg.

In der Nacht jagt dann ein Gewitter das nächste, mit ziemlich heftigen Winden dazu. Ist ja super dieses Spanien - Tanja kommt erst um 4 Uhr ins Bett, ich schlafe dagegen ziemlich gut.
Am nächsten Morgen strahlt die Sonne bei blauem Himmel und wir bemerken jetzt erst, wie schön wir hier stehen.

Erster spanischer Sonnenaufgang
Blick entlang der Costa Brava
Super Ausblick

Unsere Nachbarn finde ich auf Instagram. Ich musste dann gleich Mal schauen, was das für welchen sind. Die sehen ganz nett aus, was sich wenig später im echten Leben bewahrheitet. Wir tauschen uns etwas aus, während unsere Hunde miteinander spielen.

Schwätzchen mit den Nachbarn

Danach gehen wir etwas spazieren und finden in der Nähe echte Steinhäuser. Die wie ein Steinhaufen aussehenden Gebäude sind aufgebaut wie ein Iglu. Durch geschickt aufgeschichtete Steine ergibt sich innen ein kreisrunder Wohnraum, wo eine kleine Feuerstelle und ein Bett rein passt. Das Bettgestell, ein paar Regale und etwas Unrat waren noch vorhanden. Als Matratze diente damals wohl Stroh.

Steinhügelhaus

Kaum haben wir unseren Spaziergang beendet, schaltet jemand den Wind wieder ein. Dieser hat jetzt jedoch gedreht und schaukelt uns kräftig durch. Da unsere Nachbarn inzwischen weitergefahren sind, parke ich unten auf deren Platz. Sogleich ist es wieder ruhiger.

Abendrot bringt gutes Wetter

Als die Sonne untergegangen ist, dreht der Wind nochmal und legt richtig los. Wenn du im falschen Moment die Türe öffnen willst, geht sie entweder nicht auf, oder sie wird dir aus der Hand gerissen. Ich bin fast sprachlos welche Kraft der Wind hat. Ein Abgleich mit Google Maps und der Windkarte sagt, dass es sich besser schläft, wenn wir um 90° umdrehen.
Danach war es kurz etwas besser. Ventusky sagte Böen von 110km/h etwas höher in den Bergen voraus. Erstaunlich wie ein Wind an einem Auto rütteln kann. Die Solarmodule beginnen sogar zu flattern und wir werden ordentlich durchgeschaukelt.
Hach ja, wir sind in Spanien, ich merke es genau....

Keiner von uns hat auf so eine Nacht Lust, wir packen zusammen und fahren einen Kilometer zurück. Runter vom Berg an eine kleine Bucht, direkt ans Meer. Hier unten ist es deutlich ruhiger, nur einige wenige echt starke Böen scheinen sich hier runter zu verirren. Ich denke mir dabei, wenn die Böen hier unten noch so stark sind, was geht dann in der Zeit oben auf dem Berg ab?
Mit der Entscheidung umzuziehen sind wir beide zufrieden und gehen nun endlich ins Bett.

Ein kleine enge Bucht hat uns guten Windschutz geboten.

Heute treffen wir zwei andere Wohnmobil Dauerreisende. Dazu steuern wir einen wenig reizvollen Parkplatz in Strandnähe an. Das Treffen war sehr schön, da ist die landschaftliche Lage zweitrangig.
Am Strand fallen wieder großen Holzmengen auf.

L’Estartit links und rechts die Illes Medes
Wenn es dunkel ist, zählt nur noch die Ruhe, die ein Platz bietet.

Liegenbleiben auf der Autobahn

Ein neuer Tag beginnt und ich bin bereit für einen Tag Pause. Jedoch nicht an einem schnöden Strandparkplatz, an dem man auch noch 400 Meter bis zum Meer latschen muss. Eine Pause im Nirgendwo und die Möglichkeit das Motorkamelchen einmal heraus lassen zu können wäre jetzt genau richtig.

So fahren wir nach Lloret de Mar. Aber nicht direkt, denn auf der Strecke kommt es zu einem dümmlichen Zwischenfall:

Einer unserer beiden Tanks musste nun langsam mal leer sein. Um zu testen wie genau die Tankuhr arbeitet habe ich ihn einfach mal komplett leer gefahren. Was ich natürlich nicht bedacht hatte war, dass es eine halbe Ewigkeit dauert, bis die Luft von den Umschalt-Ventilen über den Sepa-Filter bis zur Einspritzpumpe wieder draußen ist. Mit der Mickymaus Handpumpe an der Einspritzpumpe dauerte es auf jeden Fall ewig. Zum Schluss ist die auch wieder undicht. Der China Nachbau hat somit 2500 km gehalten. Zum Glück liegt das Ersatzteil in der Garage - wo in dem Moment keiner ran kommt.

Irgendwann lief die Kiste dann wieder und wir können unsere Reise fortsetzen. (Erstaunlich, wie lange man mit 50Ah Starterbatterien orgeln kann)

In den "Lloret de Mar Hills" gibt es allerlei zu entdecken, falls man zufällig ein ATV dabei hat. Sonst ist es hier oben eher langweilig. So ein verlassener Golfplatz ist jetzt nicht so wahnsinnig spannend und eine Cross-Strecke freut allenfalls noch Mopedfahrer.
Das Wetter spielt mit und so darf heute Mittag das ATV eine Runde frische Luft atmen.

Der perfekte Spielplatz für ein ATV

Übrigens, der Golfplatz ist mit gefühlt 100 Schildern gegen Mopedfahrer geschützt. Ein Befahren wird hier nicht erwünscht, und es gibt wirklich genug freie Wege, die ebenfalls Spaß machen.

Am nächsten Tag fahren wir weiter, 60 Kilometer südlich machen wir im Parc de la Serralada Litoral halt. Dort gibt es einen großen Parkplatz neben dem Dolmen de Can Boquet. Die letzten 3 Kilometer sind üble Piste, wir werden ganz schön durchgeschaukelt. Dort angekommen erkunde ich mit dem Quadl die Gegend.

Der deutsche Bedenkenträger denkt jetzt wahrscheinlich: "Wie kann man nur nur auf unbefestigten Wegen fahren. Das ist doch verboten..."

Parkplatz am Domlen

Am nächsten Morgen kommen die Parkranger mit dem Landrover vorbei. Natürlich kann ich kein Spanisch und sie nur wenig Englisch. Aber mit Händen und Füßen verständigen wir uns trotzdem ganz gut. Sie wollten eigentlich nur wissen, wie das Quad transportiert wird. Fanden die Idee super und wünschten uns eine schöne Zeit hier.
Ich nutze die Gelegenheit mich, mich nach dem zu erkundigen, was ich eigentlich schon lange weiß: Wo darf man hier fahren und wo nicht? Weil der komplette Wald von Motorrädern und Mountainbikern durchpflügt ist.

Die Antwort ist deutlich: Überall, wo ein Landrover fahren kann, dürfen wir fahren, wenn keine Sperrschild am Wegrand steht. Wäre das nun auch geklärt.

Wir machen hier nichts illegales, sondern wir machen gerade genau das, wofür wir das Auto gebaut haben. Mit dem Vario wäre ich nicht hier hoch gefahren. Selbst die PKW schleichen hier mit 5-10km/h den Berg hoch. Ein Wohnmobil leidet bei solchen Strecken. Selbst ein LKW mit großen Rädern kann hier nur langsam fahren, damit die Milch nicht zu Butter wird 😉 Aber er klettert einfach locker den Berg hoch.

Inzwischen sind die Temperaturen auf einem brauchbaren Level angekommen. Über 15 Grad ist schon mal ok um sich draußen aufhalten zu können. Ich erledige ein paar lang aufgeschobene Arbeiten am Laster, wie zum Beispiel den Austausch eines Bolzen am Federzylinder der hinteren Bremse, welcher bisher nur aus einer Schraube bestand. Soweit ich ran komme, bekommen die unzähligen Schmiernippel auch noch ihr Fett weg. Ach war das beim Vario schön, das man nur alle paar Tausend Kilometer mal 4 Schmiernippel bedienen musste.

Parkplatzwechsel

Am nächsten Tag erkundet Tanja einen Platz etwa 5km entfernt und als sie telefonisch das OK gibt komme ich nach. Hier ist der Ausblick besser, vor allem bei Nacht.

Barcelona

Auch das Angebot an Wegen ist hier etwas besser. Steile, in Serpentinen verlaufende Wege, die vom Regen stark ausgewaschen sind, geben für das Quad herrliche Strecken ab. Allrad rein und Untersetzung, schon kann der Spaß beginnen:

Ein Quad fährt um die Welt | Spanien
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Das neue Plätzchen

Zum Abschied noch ein schöner Sonnenaufgang

Es ist schon wieder Samstag und wir werden weiter gen Süden fahren. Nachdem wir noch kurz einkaufen waren, was ein fataler Fehler war, denn ganz Spanien hatte die gleiche Idee an diesem Samstag, umrunden wir Barcelona in einer einzigen 160 Kilometer Etappe. Erst südlich von Tarragona treffen wir wieder aufs Meer. Auf Maps haben wir vorab ein Baugebiet ausgemacht, wo mal wieder fertige Straßen vergeblich auf eine Bebauung warten. Es ist nicht (mehr) abgesperrt und wir können durchfahren bis zum Strand. Dass hier einige Schachtdeckel fehlen, stört die großen Räder wenig.

Wir erreichen eine schöne kleine Bucht, parken aber in zweiter Reihe etwas oberhalb. Hier gibt es kleine Nischen, wo der Laster gut rein passt. Als wir gerade einparken fährt die Polizei auf ihrer Streife vorbei. Es sollte der letzte Besuch sein, während wir hier stehen.

Kleine Bucht mit Meerblick im Schlafzimmer.

Die Wellen rauschen friedlich vor sich hin und es ist angenehm warm. Super schön hier. Mich wundert es, dass niemand anderes hier steht. Aber es kann uns nur recht sein, je weniger Wohnmobile wo stehen, desto weniger Ärger gibt es.

Wie für uns gemacht

Der Tag beginnt mit ein paar Regentropfen und einem fantastischen Sonnenaufgang.

ohne Worte

Der lange Strand am Ebro Delta

Es sind nur 40 Kilometer bis zum Strand am Ebro Delta. Hier ist nicht nur Spaniens größtes Reisanbaugebiet, sondern auch der einzige mir bekannte Strand, der legal befahren werden darf. Denn ganz am südlichen Ende befinden sich Salinen, die auch von 40 Tonnen schweren Sattelzügen befahren werden.
Als wir den Strand erreichen, laden wir das Quad aus, damit jeder etwas Spaß haben kann. Aber Vorsicht, man könnte nass werden.

Strandfahren am Ebro Delta
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Im nachhinein stellt sich der Strandspaß als ziemlicher Blödsinn heraus. Ich hätte auch früher darauf kommen können, dass es sich um Salzwasser bzw. Brackwasser handelt. Zum Glück ist der Laster hoch genug, er bekommt nur wenig Wasser ab. Das Quad muss aber unbedingt entsalzt werden.
Als wir weiter fahren machen wir einen Abstecher über Deltebre. Hier kann man besonders günstig Tanken. Mit 1,08€ ist der Diesel hier etwa 8-10 Cent billiger, als bei anderen besonders günstigen Tankstellen. Die Tankanlage ist ganz neu. Man zahlt an einem Terminal mit Karte, wählt den Betrag und dann die Säulen-Nummer. Das Ding kann sogar Deutsch. Schön finde ich, dass man auch größere Beträge wie zum Bespiel 300€ eingeben kann. Denn so viel muss ich nachtanken, damit der Diesel bis nach Marokko reicht. Die vielen Kilometer Landstraße, gerade in Frankreich, haben ganz schön Sprit gekostet.
Auf dem Gelände der Tankstelle befindet sich auch ein Waschplatz, hinten kann man auch größere Fahrzeuge waschen. Mit Hochdruck geht es dem Salz an den Kragen. Das nächste Mal nehme ich aus Pfützen erst eine Geschmacksprobe!

Billig tanken und einkaufen

Billig tanken in Deltebre

E.S. bonÀrea
Avinguda de les Goles de l'Ebre, 7,
43580 Deltebre

GPS: 40.723483, 0.724860

Nebenan befinden sich noch Waschmaschinen, Lidl und Dia.

Unsere Reise geht weiter gen Süden, in Peniscola besuchen wir Silvia. Hier wartet auch Tanjas Führerschein auf uns, und wir wollen das anrollende schlechte Wetter hier aussitzen. Ich darf hier auch das Quad abspritzen, welches sonst wahrscheinlich am meisten unter dem Salzwasser leiden würde.

Quad entsalzen

Wir hatten Glück, dass wir das noch trocken tun konnten, denn kurz danach beginnt es zu regnen - 3 Tage lang. Teilweise war der Regen so stark, dass Wasser über das Teleskop-Ofenrohr eindrang und in den Ofen gelaufen ist. Wenn der Ofen also nicht brennt, muss das Rohr eingefahren sein.
Ich heize am Morgen kräftig ein, damit das Wasser im Ofenrohr verdampft.

Wassereinbruch am Ofenrohr
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Aber das Heizen reicht nicht, es kommt immer noch Wasser herein. Es half nur, das Rohr zur Hälfte einzufahren. Der Rauchabzug war somit immer noch offen, aber es kam kein Regen mehr an das innere Teleskoprohr heran.

Ofenrohr auf Halbmast

So, das war der erste Teil unserer Tour durch Spanien. Der nächste Teil kommt schon in einer Woche.

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