AMUMOT Blog

Wir leben, reisen & arbeiten im Wohnmobil

Es ist schon ein paar Tage, seit ich den letzten Reiseblog geschrieben habe. Gefühlt zu lange, waren wir jetzt 6,5 Monate in Deutschland unterwegs. Nun ist unsere neue Reise-Wohnung fertig und alle Spuren vom Ausbau wieder beseitigt – hoffe ich. Es ist ungewohnt nach so langer Zeit wieder auf Achse zu sein – dazu noch mit einem neuen Fahrzeug, wo jedes Geräusch erst einmal genau analysiert wird, und jeder unbekannte Wassertropfen auf dem Boden zu einen kleinen Adrenalinschub führt. Ich werde sicher noch 100 mal alle Hohlräume inspizieren bis mein Vertrauen in die Technik und letztendlich auch in meine Arbeit gefestigt ist.
Jetzt heißt es erst einmal runterkommen und dabei möglichst stressfrei Südeuropa erreichen.

Deutschland

Nachdem wir meine Heimat verlassen haben, fahren wir zu Tanjas Eltern in den Schwarzwald. Auf der Autobahn haben wir erst Stau und dann schlechtes Wetter. Je näher wir dem Schwarzwald kommen, desto schlechter wird das Wetter.

In Schramberg sehen wir einen VW Bus am Straßenrand, der genau die Farbe hat, die wir eigentlich haben wollten. Es nennt sich Grape. Also Traube. Beim genauen Hinsehen, erkennt man den Unterschied. Aber trotzdem finde ich unser Bananengelb auch ganz nett.

Banane trifft Traube

Der V8 hat ganz schön zu tun, bis er die knapp 12 Tonnen auf 820 Meter hochgeschleppt hat. An der steilsten Stelle schlägt er den Vario aber um fast die doppelte Geschwindigkeit. Da oben auf den Bergen können wir bei schlechtem Wetter ausgiebig unsere Heizungen testen. Jetzt bekommen wir noch einen richtigen Reset, und freuen uns dann noch mehr auf das hoffentlich angenehme Wetter in Frankreich & Spanien.

Testphase

Regen, Nebel und nur 4°C

Wir haben´s voll erwischt. Sau kalt und viel Regen begleiten uns diese Woche. Solange man nicht draußen sein muss, ist das aber alles gar nicht so schlimm. Ich freue mich mal wieder sehr über den kleinen Holzofen. Lautlos brennt er viele Stunden vor sich, und sorgt in unserer Bude für trockene Wärme.

Mangel an Strömlingen:

Im deutschen Herbst und Winter hat man mit Solarstrom alleine echt schlechte Karten. Schon am zweiten Tag in Schramberg melden die Batterien nur noch 35% Ladezustand. Da wir keine Möglichkeit haben, extern an Strom zu kommen, muss gespart werden. Zuerst wird der Wasserboiler abgeschaltet. Dieser wird jetzt, wenn nötig mit Diesel erhitzt. Zum Glück können wir mit Gas kochen, Induktion wäre echt fatal.

Grund für den hohen Stromverbrauch war die Rohr-Heizung für die Abwasserrohre. Diese schaltet sich ab 5° automatisch ein. Was ja ganz praktisch ist, wenn es in der Nacht mal gefrieren sollte. Hier im Schwarzwald, wo es jetzt Tag wie Nacht, zwischen vier und fünf Grad nur hat, lief die Heizung konstant durch. So war das nicht geplant.
Ein Schalter muss hier rein, damit wir die Heizung nur einschalten, wenn wirklich mit Frost zu rechnen ist.

Letzte Details im Wohnraum

Wir bringen Stoff mit, Tanjas Mutter näht uns daraus einen Vorhang für das Bett. Damit können wir den Schlafraum ausreichend abdunkeln und vom Wohnraum abtrennen.
Auch ein paar Bilder werden von uns aufgehängt um die kahlen Flächen etwas zu beleben.

Emmendingen

Die Rangordnung ist geklärt, der Chef sitzt in der Mitte.

Die letzte Deutschland-Etappe startet in Schramberg und endet in Emmendingen. Emmendingen war schon immer unsere letzter Anlaufpunkt in Deutschland. Noch einmal Gas volltanken, Holz kaufen und gut essen gehen. Dieses Mal treffen wir in EM auch wieder viele Bekannte und Freunde, die alle auf dem Weg nach Süden sind.

Es ist schon dunkel als wir in Emmendingen ankommen. Wir nehmen den Platz in der gelben Ecke.

Nachts auf dem Stellplatz

Am Feiertag-Freitag legen wir eine Pause ein und gehen am Abend noch ein letztes Mal essen. Von Sonne ist auch an diesem Tag keine Spur und ab Mittag regnet es wieder. Eine Wetter Besserung ist nicht in Sicht, es wir jetzt wirklich Zeit das wir abhauen.

Hallo Frankreich

ENDLICH!!!! Auf diesen Tag habe ich 6 Monate gewartet. Heute geht es richtig los und wir verlassen Deutschland. Schnell erreichen wir Frankreich und bis Besançon bleiben wir auf der Autobahn. Das geht einfach schneller, als das Gegurke entlang dem Fluss Doubs.

Frankreich wir kommen

Am Rande von Besançon besuchen wir ein gigantisch großes Einkaufszentrum. Ich benötige Grillanzünder für den Ofen, Tanja kauft derweil Baguette und etwas zum essen. Dann folgen wir der N83 Richtung Lyon. So oft bin ich früher schon diese Strecke gefahren und jedes Mal mit großer Vorfreude auf den Süden. Genauso war es auch heute wieder. Mit dem 1225 macht diese Strecke sogar richtig Spaß – viel mehr als das monotone Autobahnfahren.

Tipp:

Das Video welches ich mir auf der Autobahn (Bild oben) als Hörbuch reingezogen habe, kann ich sehr empfehlen:

15 Jahre Overlanding Nonstop 🌍 Reisende über lebensrettende Colaflaschen, Delikatessen + Familie 🚛

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Nach 245km beenden wir den ersten Fahrtag. Wir finden auf einem Stück Feldweg, zwischen Wiese und Bach an einem Lost-Picknick-Place, ein ruhiges Fleckchen zum übernachten.

Übernachtungsplatz

Wir werden noch vom schlechtem Wetter verfolgt, aber wenigstens ist es nicht mehr so kalt. Wir hoffen sehr, dass es in den nächsten Tagen trockener wird, denn wir wollen wo hin, wo wir nur mit dem Quadling fahren können. Aber das erzähle ich dann nächste Woche – oder vielleicht bei Twitter.

Übrigens: So ganz langsam tasten wir uns auch an die richtige Farbe heran.

Erste Schlammspuren

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