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Im ersten Teil der Marokko Reise ging es ja um die Anreise von 710 Kilometern bis in den Süden zur Sandwüste. Dieser zweite Teil wird etwas sandig werden. Ich hoffe, es knirscht nach dem Lesen nicht allzu sehr zwischen den Zähnen. Viel Spaß beim Lesen und Bilder schauen.

Bei Berbern zu Besuch

Das schönste Erlebnis dieser Woche gab es gleich zu Anfang, als wir gerade in den ersten Sanddünen unser Lager bezogen haben. Ein Hirte kam mit seiner Schafherde vorbei. Leider sprach er kein Wort unserer Sprachen und so zog er weiter. Am Abend kommt wieder Besuch. Er stellt sich als der Bruder vom Hirten vor. Er kann erstaunlich gut Englisch. Er heißt Hassan und arbeitet in Merzouga mit Kamelen. Er und seine Familie sind Berbernomaden und leben 1 Kilometer entfernt im Camp - und wir sind herzlich eingeladen. Wir verabreden uns auf den nächsten Mittag.
Tatsächlich kam er zu Mittag vorbei und holt uns ab – natürlich sollen wir mit Sack und Pack umziehen und gleich bei ihnen neben dem Zelt parken.
Ich sage der Truck steht hier ganz gut, wir kommen mit dem Quad (dann haben wir es nicht so weit zurück).
Was nun folgt war echt ein unbezahlbares Erlebnis. Die Berber sind Nomaden, überwintern aber hier, da es hier am Wärmsten ist und es zwei Quellen in näherer Umgebung gibt. Das Leben findet auf einfachste Art und Weise mit ihren Tieren statt. Während der Bruder mit den Schafen in den Dünen unterwegs ist, bleiben die Jungtiere beim Camp. Ich wusste gar nicht, wie süß so kleine Ziegen sind ?

Im Berberzelt
Küchenzelt
Küchenzelt
Ziegenbabys

Bitte habt Verständnis, dass ich Bilder von der Familie nicht veröffentlichen möchte. Es war ein sehr bewegenden Mittag bei den Berbern, der dank der guten Englischkenntnisse von Hassan für uns sehr viele Einblicke in das Leben der Nomaden brachte.

Am nächsten Tag fahren wir weiter. Wir verlassen die Dünen und machen uns auf den Weg zum Erg Chebbi. Es ist so geil frei über Dünen fahren zu können, ohne ständig stecken zu bleiben.

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Erg Chebbi

Schon aus weiter Ferne kann man die roten Sandhügel des Erg Chebbi erkennen. Letztes Jahr war dies ein ergreifendes Erlebnis für uns und dieses Jahr soll es noch viel besser werden, weil wir diesmal nicht nur zuschauen dürfen, sondern endlich selbst im Sand herumfahren können. Unser Plan war, den Erg nordwestlich anzufahren und dann zu queren. 18 Kilometer vor Merzouga verlassen wir die Teerstraße und ich lasse etwas Luft aus den Reifen. Dieses Mal aber nicht so rabiat, wie bei dem letzten Sandabschnitt, sondern lediglich auf 3 Bar.
Wir fahren in Richtung Dünen auf mehr oder weniger guter, topfebener Waschbrettpiste. Den Einstieg in die Dünen finden wir auf Anhieb und schon kommen die ersten 2-3 leichten Dünen, die überwunden werden müssen. Wir erreichen eine Weichsandpiste mit tausend Fahrspuren und unser Laster fährt da einfach drüber als wäre nichts. Anhalten, anfahren und andere abschleppen – Null Problemo!
Ja richtig, abschleppen! Wir treffen auf einen Schlepper mit Einachsanhänger, der mit Strohballen beladen ist. Ein etwa 12-jähriger Junge fährt ihn und hat sich an einer Dünenauffahrt festgefahren. Muss ich den jetzt echt rausziehen? Ich bin doch schon glücklich, dass die Kiste überhaupt im Sand fährt.
Der erste Einsatz unseres Abschleppseils steht an. Ich entscheide mich für das kinetische Seil, damit kann ich ohne Rucken anziehen.

Das war nun wirklich einfach, ich bin begeistert. Wenn der Laster mit so viel Druck in den Reifen noch so viel Zugkraft aufbauen kann, werden im Sand so schnell keine Probleme bekommen. Trotzdem bleibe ich vorsichtig, da ich immer noch keine Fahrpraxis habe.
Tanja soll mit dem Quad die Gegend nach einem Übernachtungsplatz zwischen den Dünen erkunden. Und weg war sie mit dem Quad – sie düst dahin, ich grille derweil in der Sonne. Es ist nämlich total windstill und die Sonne sticht richtig stark vom Himmel. Irgendwann kommt Tanja dann doch wieder zurück und berichtet, dass es wohl nette Plätze gibt, die aber nur über Dünen erreichbar wären.
Na dann los, wird werden schon sehen wie das klappt – erste Regel, das Auto immer gerade halten, bzw. Seitenneigung vermeiden. Nie auf Dünen entlang oder schräg fahren, sondern immer die Dünen kreuzen. Das ist meine heutige oberste Regel. Und schon geht es über die erste kleine Düne, dann die nächste usw. Ich versuche einen Weg durch die Täler zu finden, muss dabei ein paar Dünen kreuzen. Das klappt alles wunderbar und wir finden einen netten Platz.

Ist das nicht geil?

Inzwischen ist es auch schon fast 16 Uhr und ich will noch eine kurz Runde mit dem Quad drehen, bevor wir dann den Tag hier beenden wollen.
Es macht schon einen heiden Spaß über die Dünen immer höher zu klettern und dabei die Aussicht zu genießen.
Auf einmal entdecke ich einen kleines Allrad-Womo auf einer Düne in der Nähe unseres Womo stehen. Ich bin neugierig und fahre in die Richtung. Nach dem nächsten Dünental war das Womo nicht mehr zu sehen. Ich fahre weiter dann sehe ich wieder etwas, es winken zwei Menschen, das Womo ist nicht zusehen. Warum winken die mir? Die werden mich wohl kaum kennen…
Ein paar Dünenkämme weiter in deren Richtung sehe ich, dass die Zwei wohl auf dem Womo stehen und winken. Hm die Dünen sind doch gar nicht so hoch hier… Je näher ich komme, desto mehr bestätigt sich der Verdacht, dass hier etwas überhaupt nicht stimmt.

unfassbar

Die Zwei sind mit einem Land Rover Forward Control (FWC) von der Düne gerutscht und dabei umgefallen. Ihr Glück, ihr Auto ist leicht und kann wahrscheinlich von uns wieder aufgestellt werden. Wir telefonieren einen Bekannten, der mit solchen Aktionen Erfahrung hat, und ich bekomme genaue Anweisungen wie ich vorgehen muss.
Dann fahre ich zu Tanja, und erkläre den Vorfall. Während sie das Womo wieder fahrfähig räumt, lasse ich weiter Luft aus den Reifen. Jetzt ist ein Maximum an Traktion nötig. Nicht nur wegen dem Ziehen an sich, sondern auch für den Weg dorthin, denn ich muss ein paar Dünen kreuzen.

Wir schaffen das schon irgendwie

Zuerst ziehen wir den Wagen etwas von der Düne weg, dann stellen wir ihn auf. Da das Auto schon über Kopf lag und Öl im Luftfilter ist, halten wir es für besser den Motor nicht laufen zu lassen. Mein Plan war, wenigstens den Luftfilter zu reinigen und einmal den Motor von Hand durchzudrehen. Die inzwischen eingetroffenen Marokkaner, Freunde der Spanier, wollten das Auto nach Merzouga in eine Werkstatt schleppen - wozu die Besitzer auch zustimmten. Darum habe ich den Landy noch aus den Dünen zu einer festen Piste geschleppt.

Juhu - wir haben es geschafft.

Nach dieser Aktion fahren wir wieder zurück zu unserem ursprünglichen Platz und beenden nun im Sonnenuntergang endlich den Tag. Was für ein Erlebnis gleich am ersten Tag im Erg Chebbi. Bitte, ich brauche keine Steigerung!

Ein kleines Sandfahrvideo habe ich noch:

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Alltag im Wüstencamp

Wir haben jetzt endlich einen Platz erreicht, wo wir mal runterkommen und ein paar Tage Pause machen können. Wir stehen auf einer kleinen Erhöhung haben einen super Rundumblick. Was mich wundert, dass wir trotzdem keine marokkanischen Besucher bekommen.

Mit dem ATV sammle ich Brennholz, zwei fette Äste habe ich gefunden, die ich erst klein sägen muss um sie transportieren zu können. Unser Holzproblem ist erst einmal gelöst. Mit dem Quad über die Dünen zu fahren macht natürlich unendlich viel Spaß - aber auch mal im nächsten Kaff einkaufen ist dank Quad möglich.

Was für ein Traum

Das Wetter ist super, schon nach dem zweiten Tag habe ich mir den ersten Sonnenbrand eingefangen. Die Sonne hat so weit südlich noch richtig viel Kraft. Aber kaum ist die Sonne weg, wird´s kalt. Am Morgen liegen die Temperaturen oft unter dem Gefrierpunkt. Da es jedoch windstill ist, kann man sich schon ab 11 Uhr draußen aufhalten. Ich habe mein Büro nach draußen verlagert – was auch für den Sonnenbrand verantwortlich war.
Ja, windstill war es am dritten Tag dann nicht mehr. Es wehte nur ein ganz leichter Wind, gerade so stark, dass Sandkörner die Spuren auf den Dünnen zu verwischen begannen. Aber das reichte aus, um richtig zu frieren – selbst in der Sonne. Es ist halt doch Winter.

Fahrtag, 22 Kilometer für 1,2 Kilometer Luftlinie

Auf Instagram verfolgen wir die Mahrsmenschen. Das ist ein Pärchen in unserem Alter, das wir schon in Südspanien auf der Autobahn gesehen haben. Die Zwei machen mit dem VW T3 eine große Europa Rundreise und auch Marokko darf nicht fehlen. Als ich auf Instagram gesehen habe, wie sehr sie sich über eine kleine Sanddüne auf Instagram gefreut haben, kam mir eine Idee. Komm`, wir fragen sie, ob sie Lust haben, mit uns zwischen den Sanddünen im Erg Chebbi zu stehen. So haben wir die Gelegenheit, nach 5 Tagen endlich mal wieder zu fahren - und vielleicht können wir damit anderen eine Freude machen.

Zwei Camper auf dem Weg zu den Dünen

Die Zwei stimmen zu und wir holen sie nördlich vom Erg ab. Wir fahren mit ihnen die östliche Piste gen Süden zu der Stelle, wo wir letztes Jahr Weihnachten verbracht haben. Wer schon Sanderfahrung hat, könnte die Tour wahrscheinlich auch alleine schaffen, aber in den sandigen Wadis kann man sich trotzdem schnell mal festfahren. Mit dem Abschleppdienst im Rücken ist man entspannter unterwegs und kann im Sand mehr experimentieren – ich weiß das noch gut vom letzten Jahr.

Auch ohne Allrad kann man über Dünen fahren
Wüstencamp

Zwei schöne Nächte verbrachten wir hier, dann geht uns so langsam der Wasservorrat zur neige und wir fahren weiter. Wir nehmen die Piste östlich des Erg Chebbi gen Süden. Nur wenige Kilometer vor der Teerstraße entfernt kommen wir den Dünen noch einmal richtig nah und wir beschließen hier noch eine Nacht zu bleiben. Bis Sonnenuntergang blies ein starker Wind den Sand umher - wir bleiben den Mittag lieber im Wohnmobil. Danach legt sich der Wind und wir versammeln uns am Lagerfeuer.

Wie bei Schneeverwehungen bläst der Wind den Sand über die Dünen
An manchen Stellen verschwimmt die Piste hinter einem grauen Schleier von Sandverwehungen
Letzter geimeinsamer Abend mit Lagerfeuer an den südlichen Dünen des Erg Chebbi

Am darauffolgenden Tag fahren wir nach Merzouga zum Einkaufen und Wasser auffüllen.

Typischer Laden in Marokko

Die Sache mit dem Wasser gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn die Tankstelle hat kein Wasser. Wir fahren zu einer Kasbah und fragen dort nach Wasser - was wir gegen eine kleine Spende auch bekommen.

Kasbah bei Merzouga
Wasser ja, aber ohne Wasserdruck

Als die Wassertanks halb voll sind haben wir keine Lust mehr und fahren los. Der Vorrat reicht jetzt bis Zagora und langsam wird es auch Zeit, dass wir los kommen. Wir fahren jetzt die Piste über Ramlia nach Zagora.

Nachdem wir jetzt etwas im Nichtschwimmerbecken Erg Chebbi üben durften, wird es Zeit für die erste Pistenerfahrung. Vor uns liegen etwa 200km Staub, Stein und etwas Sand. Ich bin gespannt wie viele Tage wir dafür benötigen werden.

Zum Abschluss noch ein zusammenfassendes Video von Tanja:

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