Wohnmobil Reisebericht – Westküste Frankreich
Wir fahren von Bretagne entlang der Atlantik Küste bis an die Spanische Grenze. Wir besuchten dabei die Orte Le Port Du Bec, die Noirmoutier-en-l’Île mit der Passage du Gois (Straße durchs Meer), St Hilaire de Riez, Angoulins, und den kleinen verschlafenen Ort Saint-Thomas-de-Conac.

Die erfolglose Suche

Parkverbot für Wohnmobile

Parkverbot für Wohnmobile

Unsere Reise geht weiter, nachdem wir heute Morgen freundlich von der Polizei vertrieben wurden, machen wir uns auf die Suche nach einem neuen Stellplatz. Es ist immer das gleiche, da wollen wir einmal ausschlafen, weil wir bis nachts um 3 Uhr vor dem Computer saßen, schon werden wir um 9 Uhr geweckt mit dem Ultimatum von einer Stunde den Platz zu verlassen. Ernst und Sonja haben die Polizisten zum Glück abgefangen und so musste ich nicht total verschlafen mit ihnen reden. Auf diesem Platz ist das Parken für Wohnmobile verboten. Das steht aber nicht am Platz, sondern an der Zufahrt. Wer liest denn dort bitteschön Schilder?

Nachdem wir zusammen gepackt haben fahren wir los, eine Stunde ist definitiv zu wenig Zeit um fahrfähig zu werden. Trotzdem muss es ja heute sein. Wir suchen die Küste südlich Vannes ab und finden nur Parkverbote für Wohnmobile. Ganze Ortschaften geben schon am Ortschild bekannt, dass Wohnmobile hier nicht willkommen sind. Etwas frustriert brechen wir die Suche ab, die grauenvollen Straßen und den unnötig verheizten Sprit ersparen wir uns lieber und verziehen uns etwas ins Inland.

Parkplatz im NP Brière

Parkplatz im NP Brière

Im Naturpark Brière finden wir einen Parkplatz auf dem wir uns niederlassen. Wenigstens das Internet funktioniert hier und wir verbringen den Tag mit online arbeiten, weshalb sich auch dieser Blogartikel etwas verspätet. Die Brière ist ein Feuchtgebiet mit unzähligen Seen und Kanälen. Für Touristen werden hier Bootstouren angeboten. Die Häuser sind auf Alt gemacht und besitzen sehr oft Reetdächer.

Kanäle Brière

Park Brière die Kanäle

Max musste natürlich gleich in den Kanal springen, er dachte wohl der Boden sei fest, aber der vordere schwarze Bereich im Bild ist tiefer Modderschlick. Dementsprechend sah Max danach aus.

Max mir Schlammpfoten

ne jetzt – das kann doch nicht wahr sein!

Mit dem Erreichen des Naturpark Brière verlassen wir auch die Bretagne. Langsam wird es auch Zeit Portugal anzusteuern. Wären es nur nicht noch so viele Kilometer.

Zurück an die Küste

Heute geht es wieder an die Küste, wir haben einen kostenlosen Stellplatz für Wohnmobile gefunden. Da es hier wirklich nur möglich ist auf offiziellen Stellplätzen zu stehen, hoffen wir dass wir hier noch einen freien Platz ergattern können und fahren los.

Unterwegs überqueren wir die Loire. Wieder eine recht hohe Brücke, die einen tollen Blick übers Land bietet.

Loire Brücke

Die kostenfreie Brücke über die Loire

Wohnmobil mit Handtüchern am Fahrradträger

Haben wir vielleicht die Handtücher vergessen??

Le Port Du Bec Wohnmobil Stellplatz

Wohnmobilstellplatz Le Port Du Bec

Wir haben Glück, 5 Plätze waren noch frei. Da wir auch hier wieder viele Stunden am PC verbringen, ist die landschaftliche Lage zweitrangig. Wobei die Lage direkt am Hafen durchaus auch seinen Reiz hat. Hier gibt es einiges zu sehen, und wenn es nur „den Fischern bei der Arbeit zusehen“ ist.

Le Port Du Bec

Hafen Le Port Du Bec

Wohnmobil-Stellplatz in Bouin

85230 Bouin / Le Port Du Bec

  • Stellplatz mit Platzmarkierung neben dem Hafen an einer Straße gelegen.
  • Kein Schatten. Zum Übernachten bestens geeignet!
  • Am Tage recht laut.
  • Platz kostenfrei

GPS: 46.9393 , -2.0737

Noirmoutier-en-l’Île

Ebbe Le Port Du Bec

Le Port Du Bec bei Ebbe

Nach einer ruhigen Nacht werde ich heute Morgen von eifrigen Hafenarbeiten wach. Es werden Boote mit Traktoren transportiert und die Fischhändler transportieren die gefangenen Fische ab. Bis ich mal wach genug bin um nach draußen zu schauen, ist das Wasser schon weg, und der Hafen liegt irgendwie im trockenen.

Gegen Mittag packen wir zusammen, wir wollen die Noirmoutier-en-l’Île besuchen, aber weniger die Insel ist interessant, sondern mehr die Zufahrt über eine Straße (Passage du Gois), welche nur bei Ebbe befahrbar ist. Eine witzige Sache, eigentlich hätten wir schon gar nicht mehr durchfahren dürfen, weil die Flut im Anmarsch war.

Passage du Gois 4,5km durch das Meer

Passage du Gois 4,5km durch das Meer

Entlang dem Gois befinden sich in regelmäßigen Abständen Plattformen, auf denen man sich vor der Flut in Sicherheit bringen kann. Die 4,5km Strecke können doch recht lang sein, wenn man unterwegs eine Panne hat. Von der Plattform kann man dann in Ruhe seinem Auto beim davon schwimmen zuschauen.

Schutz Plattformen am Passage du Gois

Schutz Plattformen am Passage du Gois

Wir haben aber Glück und kommen trockenen Rades auf der Insel an. Direkt am Anfang der Insel befinden sich Parkplätze, an denen man gut anhalten und ein paar Fotos machen kann.

Passage du Gois Parkplatz

Parkplatz auf der Insel am Ende des Passage du Gois

Passage du Gois Eidechsen

Eidechsen am Deich

Da auch in dieser Gegend Freistehen nirgends möglich ist, fahren wir weiter Richtung Süden und beziehen in La Parée Préneau den Wohnmobilstellplatz am Strand.

Ab hier ändert sich die Landschaft schlagartig. Die Felsküste weicht einer sandigen Dünenlandschaft, welche wohl auch eine beliebte Urlaubsregion von Frankreich ist. Zumindest kamen wir an gefühlten 50 Campingplätzen vorbei, welche fast alle schon geschlossen sind. In Le Devallon bei Saint-Jean-de-Monts verläuft die Straße ein Stück zwischen Hotelbunkern und Strand entlang. auf 1,7 Kilometer kommen 15 Kreisverkehre.

le-devallon

Le Devallon – 15 Kreisverkehre auf 1,7km

Aber irgendwann erreiche ich dann endlich den Stellplatz am Meer.
Hinter den Dünen hat es Platz für 50 Wohnmobile. Die Nacht kostet 6 Euro. Endlich mal wieder richtige Wellen und langen Sandstrand.
Leider kommen am Mittag dicke Wolken und vorbei ist es mal wieder mit der Sonne. Es wird echt Zeit in den Süden zu kommen. Wolken habe ich langsam wirklich genug gesehen.

Trotzdem besuchen wir noch den schönen langen Strand und die Hundis toben im Meer.

 la Parée Préneau Plage

Strand von la Parée Préneau

Strand von la Parée Préneau

Wellen + Strand = Tizon glücklich

Wohnmobil-Stellplatz St Hilaire de Riez

Stellplatz St Hilaire de Riez

Wohnmobil-Stellplatz in St Hilaire de Riez

85270 St Hilaire de Riez

  • Kosten 6€ bezahlbar per Kreditkarte
  • Mülleimer vorhanden

GPS: 46.7277 , -1.9905

Volle Katastrophe

Es ist kalt und tröpfelt immer wieder. Heute soll wieder ein Fahr-Tag werden. Geplant haben wir 140km weiter in Süden zu kommen. Die ersten 20 Kilometer auf unserer Strecke waren bestimmt mit 30 Kreisverkehren gespickt. Danach wurde es auf der Landstraße etwas besser.
Dafür hat das Wetter dann ganz nachgelassen, es regnet und ist teilweise schon neblig. Gut das wir heute einen Fahr-Tag haben dann vergeht das schlechte Wetter schneller. Unterwegs komme ich an einem nagelneuen Stellplatz mit VE vorbei. Ich denke, schnell umdrehen und entsorgen. Wer weiß wann die nächste Möglichkeit kommt.

Novemberwetter in frankreich

brrr Novemberstimmung

Die Wasserzapfsäule ist mit Karenzahlung und Touchscreen ausgestattet und spricht gebrochen Deutsch. 20 Minuten Wasser kosten 2 Euro und wer einen passenden Wasser-Anschluss für diese Anlagen hat, bekommt hier auch Wasser. Der Wasseranschluss sieht aus wie eine etwas größere Druckluft Schnellkupplung. Hätte ich ein Foto machen sollen?
Weiter geht es also ohne Wasser, der Wassertank ist zum Glück auch noch bei 75% und es herrscht noch kein Notstand. Wir erreichen Angoulins und fahren an die Pointe de la Belette. Dort befindet sich ein kostenloser Wohnmobil-Stellplatz. Angoulins ist ein kleiner Ort mit 3,5 Tonnen Durchfahrtverbot. Man wird durch die 30 Zone am Rand des Ortes vorbei geleitet, mit ungefähr 30 Bremshügeln alle paar Meter und kleinen Kreisverkehren, welche ich inzwischen einfach gerade überfahre – Sie sind eh nur mit einem kleinen Hügel Mittig angedeutet. Leicht genervt erreiche ich den Stellplatz, welcher natürlich bis auf 2 Plätze voll ist.

enger stellplatz

Kuschelcamping

Nun stehe ich mit weniger als 2 Meter Abstand zwischen fremden Nachbarn. Hinter dem Stellplatz ist ein Fischrestaurant, welches uns zuerst mit Musik versorgt und in der Nacht dann noch lange mit grölenden Besoffenen beglückt. Den ganzen Abend über kommen im Minuten Takt Wohnmobile die hier auf den Platz einbiegen, nach hinten durchfahren und dann wieder Rückwärts den Platz verlassen. Wer glaubt, dass die Straße hier am Ende der Pointe wenig befahren ist, der liegt auch falsch. Irgendwo an Ende hier, muss es ein Loch geben, welches Autos schluckt. SO viele PKW wie hier Abend lang gefahren sind, können da hinten eigentlich gar keinen Platz finden…

Neu angelegt Promenade

Am Stellplatz – Blick auf das Meer

Nun – warum fahren wir überhaupt hier her? Die Bilder die ich im Stellplatzführer gesehen haben bestätigen das erlebte. Aber ich dachte, es könnte auch besser sein als es aussieht, schließlich lautet die Platzbeschreibung so: „Sehr hübscher kleiner Parkplatz am Meer, mit einigen kleinen Bäumchen. Der Platz ist für Wohnmobile und Pkw gleichermaßen“.
Wir waren auch beide vom Tag erledigt und wollten nicht weiterfahren.

Fazit des Tages: schlechtester Platz überhaupt.

Max rettet den Tag

Max sucht Frauchen

Wohnmobil-Stellplatz in Angoulins

17690 Angoulins

  • In der Saison 3 Euro/Nacht
  • Stellplatz sehr eng
  • Mülleimer vorhanden

GPS: 46.1061 , -1.1356

Endlich wieder Ruhe

Heute Morgen ist die Welt schon wieder fast in Ordnung. Geweckt werde ich um 7 von lauter Musik, welche aus Richtung der Bar kommt. Dafür gibt es heute wieder ein Wetter: die Sonne scheint. Um 8 beginnt wieder reger Verkehr, die Autos werden aus dem unsichtbaren Schlund wieder entlassen und fahren am Stellplatz vorbei. Es wird Zeit zu gehen, hoffentlich wird der nächste Platz besser.

Schnecken auf Kreisverkehr

Kreisverkehre sind, so lästig sie auch sind, wenigsten immer toll dekoriert.

Heute ist irgendwie so gar nicht mein Tag, entweder ich habe heute zu schlecht geschlafen oder es stimmt sonst etwas nicht. Ich habe keine Ahnung. Das Womo hat gefühlt keine Leitung mehr, die Vorderachse poltert und kracht in jedem Kreisverkehr und bei jedem Bremsen. Die Straßen sind mit denen in Polen gut zu vergleichen. Man könnte sagen sie sind saumäßig gut. Also gut sind sie teilweise wirklich, mit saumäßigen Schlaglöchern und Absenkungen drin.
Wir haben es auch aufgegeben an der Küste etwas zu finden, sondern fahren einfach nur noch Richtung Süden. Wenigstens scheint ab und zu zwischen den Regenschauern, die Sonne. Mit 16 Grad ist es am Nachmittag besonders kühl heute.

verschlafener Ort Saint Thomas de Conac

verschlafener Ort Saint Thomas de Conac

Positives gibt es aber auch zu berichten. Unser Tagesziel befindet sich in Saint Thomas de Conac. Der Ort hat einen kleinen netten Wohnmobilstellplatz mit einer kostenlosen VE Station in der Mitte des Platzes. Mit der Free-mobile Karte haben wir wieder 3G Vollempfang und können den Tag mit Arbeiten verbringen. Allgemein ist das Free Netz sehr gut, in der Regel haben wir 4G gelegentlich auch mal 3G und erst einmal waren wir im 3G Orange Netz. Gutes Internet ist gerade sehr wichtig, ich bin zurzeit wieder mit diesem Blog hier beschäftigt. Eine Fleißarbeit, die viele Stunden Arbeit bedeutet und um Ende wird’s der Leser nicht einmal wirklich merken. Was genau passieren wird, erfahrt ihr in ein paar Wochen, wenn wir damit fertig sind.

Stellplatz mit VE in der Mitte

Stellplatz mit VE in der Mitte

Saint Thomas de Conac Reisemobilstellplatz

Stellplatz in Saint Thomas de Conac

Stellplatz in Saint-Thomas-de-Conac

17150 Saint-Thomas-de-Conac

  • kostenloser kleiner Stellplatz im Ort, sehr ruhig gelegen, mit angrenzender Wiese
  • VE vorhanden
  • Mülleimer vorhanden

GPS: 45.3878, -0.6899

Ein Tag Pause

Wir genehmigen uns einen Tag Pause. Der Platz ist wirklich ruhig und eigentlich nicht schlecht. Nur die Türe kann man hier nicht offenlassen, da es hier unendlich viele Schnaken hat. Der Ort an sich hat seine besten Tage auch schon hinter sich, jedes zweite Haus kann man kaufen, wie wir bei unseren Spaziergängen nach und nach feststellen.

Topfmännchen

Auf einer Verkehrsinsel die Topfmännchen

Windmühle in Frankreich

Alte Windmühle

Es vergehen heute wieder sehr viele Stunden, die wir vor dem PC verbringen. Unnötige Probleme im Hintergrund des Blogs rauben uns viel Zeit… Manchmal denke ich, es ist besser das ganze Ding einzustampfen…

Nun geht die Reise weiter in Richtung Süden. Bevor wir jedoch Frankreich verlassen werden, habe wir noch ein besonderes Ziel auf dem Zettel, welches wird unbedingt besuchen wollen. Mehr dazu im nächsten Blogartikel.

Wohnmobil Reisebericht Frankreich - Bretagne
Die Bucht von Arcachon, Dune du Pilat und der längste Sandstrand Europas

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