Die Reise mit dem Wohnmobil durch Polen geht weiter. Wir sind Unterwegs in Nordpolen und Masuren. Das Highlight jeder Polenreise. Wir besuchen den Oberländischen Kanal, Elblag, Danzig und die russische Grenze an der Ostsee.

Kanal Elblaski / Oberländer Kanal (Oberländischer Kanal)

Der heutige Tag unserer Reise durch Polen, es ist glaub der 33. Tag, beginnt mit Regen. Ich kann Tanja davon überzeugen, den Regentag für eine größere Etappe zu nutzen und 146 Kilometer weiter Richtung Ostsee zu fahren. Als Zwischenziel zur Ostsee wollten wir den ersten offiziellen Wohnmobilstellplatz auf unserer Reise besuchen.

Er befindet sich an den schiefen Ebenen des Kanal Elblaski / Oberländer Kanal (Oberländischer Kanal). Hier steht man ruhig alleine mitten im Wald und ist nach wenigen Schritten am Kanal, wo die Schiffe ein Stück auf dem Landweg transportiert werden. Ganz interessant das mal anzuschauen. Plan B gibt es keinen, was soll an einem Wohnmobilstellplatz schon schieflaufen.

Na ja, schief laufen kann einiges. Zum Beispiel streikt Tanjas Auto heute Morgen. Der Anlasser regte sich nicht, obwohl die Batterie voll war. 3 Möglichkeiten gab es: Zündschloss, Masseverbindung Motor zur Karosserie oder der Anlasser selbst. Weil nicht mal der Magnetschalter klackte, vermutete ich zuerst alles andere als den Anlasser. Wir checkten alles durch, aber ohne Erfolg. Zum Schluss nahm ich dann doch den Hammer und schlug auf den Magnetschalter ein und siehe da, er geht wieder. Ab jetzt hat Tanja einen Starterhammer mit dabei.

Wir verlassen nun die Masuren und kommen ins Ermland, ein Teil von Nordpolen. Der Regen verzog sich im Laufe des Tages, es wurde sogar noch richtig schön. Mit dem Verlassen der Masuren wurden nicht nur die Straßen besser, auch die Bremsen und sonstiges Getier in Luft wurde weniger. Kurz bevor ich am Ziel ankomme klingelt das Telefon. Tanja ruft an, ich vermute: entweder ist der Platz scheiße oder der Anlasser streikt wieder. Zum Glück war es nur der Platz, total überlaufen und man soll doch 500 Meter weiterfahren, da sein ein Campingplatz. Nöö, nicht schon wieder ein Campingplatz.

Auf dem Weg zum Oberländer Kanal

Der wartet wohl auch, dass die Straße endlich fertig wird…

Wir treffen uns dort und wären fast dageblieben. Aber der Netzcheck ergab wieder mal nichts besseres als gestern. Eigentlich wäre der Platz sogar schön gewesen, an einer der Rampen vom Elblaski Kanal, schön im Grünen. Aber 50 Zloty pro Auto ohne Wasser und Internet sehen wir beide als nicht gerechtfertigt an. Auf Google Maps sehe ich, dass 3 Kilometer weiter die nächste Rampe ist und wir schauen, ob wir dort ein Plätzchen finden können.

Kostenloser Wohnmobilstellplatz am Oberländer Kanal

Kostenloser Parkplatz am Oberländer Kanal

Volltreffer, hinter dem Maschinenhaus, an einem Weg finden wir einen tollen Stellplatz für eine Nacht.

Hütte am Oberländer Kanal

Kanalwärter Aufenthalts Hütte

Kanal Elblaski / Oberländer Kanal

Oberländer Kanal

Elblaski Kanal

Hier fahren Schiffe auf der Wiese. Eine durchaus sehenswerte Attraktion. Als Besonderheit gelten die fünf Rollberge (Schiefe Ebenen), auf denen die Schiffe zur Bewältigung des Höhenunterschieds von 99 Metern auf Loren, die auf Schienen laufen, über Land transportiert werden. Sie werden an Seilen gezogen, die rein durch Wasserkraft angetrieben werden. Die Anlage wurde 1866 erbaut und läuft heute noch originalgetreu! Der Elblaski Kanal gilt als technisches Denkmal und steht unter Denkmalschutz. Entweder erkundet man den Kanal auf einem Schiff oder wie wir, mit dem Wohnmobil von Land aus.

oberländischer Kanal

So funktioniert das mit den Schiefen Ebenen

Wenn man den Kanal nicht auf eigene Faust erkunden kann oder will, gibt es auch die Möglichkeit mit einem Ausflugsschiff eine Tour zu unternehmen. Weitere Informationen findet man auf der Seite Zeglua.com

der oberländische kanal von elblag

Hier wird gerade ein Ausflugschiff nach unten gerollt

Wasserkraft oberländer kanal

Maschinenhaus mit Wasserrad

elblag kanal

Oberes Becken

kanal von elblag

Seile und Umlenkrollen

kanal elblag umlenkrollen

Seit Jahren im Wasser – die Umlenkrollen

kanal oberland elblag polen

Oberbecken mit den Seilrädern

elblag kanal

Maschinenhaus vom Oberländer Kanal

Als ich so die Anlage entlang schlendere und Fotos knipse, kommt der Maschinist und deutet auf das Maschinenhaus, ich soll ruhig reingehen und Fotos machen. Bei der Gelegenheit frage ich gleich ob wir hier eine Nacht stehen dürfen. Er war total freundlich und meinte: „natürlich gar kein Problem“. Beim nächsten Schiff das kam, begutachtete ich das Maschinenhaus. Der Maschinist öffnet auch die Tür zum Wasserrad, damit ich alles in Ruhe anschauen und filmen kann.

Schiefe Ebenen rein mit Wasserkraft betrieben

Faszinierend, Technik aus 1866, die heute noch, wie damals, reibungslos läuft. Gut, etwas laut ist sie. Aber das war sie wohl schon damals.

technik oberländer kanal

Wasserrar in Bewegung

technik oberländischer kanal

Das Getriebe mit der Seiltrommel

oblerland kanal in polen

Alle Nase kommt ein Schiff vorbei

Oberländer Kanal

Elblaski Kanal

mit dem wohnmobil an den oberland kanal in polen

Max gefällt es auch am Kanal

Die Sache mit dem Internet wurde leider nicht besser, trotz üblicher 3G gibt es nur 0,5Mbit Download und einen nicht messbaren Upload. Zum Glück ist heute mal kein Baum im Weg und wir können das Satinternet nutzen. Immer noch besser als gar keine Verbindung zur Außenwelt.

mit wohnmobil am oberländer kanal übernachten

Freistehplatz direk am Elblag Kanal

Freistehplatz Info:

Oberländischer Kanal Ebene Katy

GPS: 53.994901, 19.614168

Bitte PKW und Busparkplatz nicht belegen!
KEIN CAMPING! Nur Parken!

frei stehen in polen

Toller Platz in schöner Umgebung

mit dem wohnmobil nach elblag

Und noch ein Boot im Kanal

Vom Kanal Elblaski nach Elbląg im Dauerregen

Bevor wir nun endgültig an die Ostsee fahren, wollen wir die Stadt Elblag noch besichtigen. Und wir brauchen mal einen Tag schnelles Internet. Der Einfachheit halber fahren wir auf direktem Weg auf den Camping Nr.61 mitten in Elblag, 500 Meter von der Altstadt entfernt.

Camping Nr.61 ** Elblag

Camping Nr.61 ** Elblag

Gegen Mittag, kurz nach dem einchecken auf dem Campingplatz, fängt es dann zu regnen. Der Regen hat bis jetzt noch nicht aufgehört – warum bei Regen ausgerechnet einen Campingplatz aufsuchen müssen, und Geld dafür zahlen um im Womo zu sitzen verstehe ich zu aktueller Stunde noch nicht. Ich hoffe, dass es morgen besser wird, sonst fällt Elblag aus. Ach ja, das kostenfreie Wlan vom Campingplatz ist in etwa so schnell wie Edge also für nichts zu gebrauchen. Zum Glück gibt es aber LTE und wir können uns mal wieder halbwegs normal im Internet rumtreiben.

Die aktuelle Wetterlage, welche seit bestimmt schon 1-2 Wochen anhält, lässt und mal wieder über unsere Reisepläne nächstes Jahr grübeln. Nordeuropa, also alles nördlich der süddeutschen Grenze ist weder im Winter noch im Sommer zu gebrauchen. Ich weiß nicht ob ich auf eine Skandinavien Reise Lust habe, wenn ich dann doch den ganzen Tag in Winterklamotten oder Regen rumlaufen darf. Des Weiteren haben uns die letzten 5 Wochen gezeigt, dass wir in 4 Wochen gerade mal 1500 km schaffen, was heißen würde, dass wir 5 Monate für 7500 benötigen würden. Also in einem skandinavischen Sommer gar nicht machbar, wenn wir wirklich auch was sehen wollen. Aber zum Glück kann bis zu dieser Entscheidung noch viel Regen fallen. Nächstes Ziel auf welches wir hinarbeiten ist in 6 Wochen – Frankreich Atlantik.
Jetzt schreibe ich schon eine halbe Ewigkeit hier rum und es regnet immer noch… nicht mal die Hunde wollen raus zum Gassi gehen. Spazierenfahren mit Tanjas Auto fällt auch aus, es hat keiner Lust in den See unter dem Auto zu liegen und mit dem Hammer auf den Anlasser zu schlagen.

Info Campingplatz:

Camping Nr.61 ** Elblag
ul.Panieńska 14
82-300 Elblag Polen
WEB: http://www.camping61.com.pl/
GPS: 54.1535 , 19.3938
Campingplatz Preise:
Fahrzeug: 23 Zloty
Person 14 Zloty
Strom: Keine Ahnung

Wir erkunden Elbląg

Bis heute Morgen hat es geregnet, mal abgesehen von ein paar kurzen Pausen. Nach dem Regen kam heute Morgen zum Abschluss noch kräftiger Wind, welcher vielen, nicht eingefahrenen Markisen, hier auf dem Campingplatz, fast das Leben gekostet hätte.

mit dem wohnmobil nach polen

Campingplatz Elblag

Wir müssen am Vormittag den Platz wechseln, weil eine Reisegruppe erwartet wird. Inzwischen stehen nun schon 3 Reisegruppen mit Wohnmobilen hier auf dem Platz. Wir wundern uns etwas, wer macht eine geführte Polenreise in einer Gruppe? Haben die Leute wirklich so viel Angst? Das würde auch erklären, warum in den ganzen Polen Blog Reiseberichten immer nur von Campingplätzen die Rede ist und nie einer freisteht.

Der Camping Nr.61 gefällt mir sehr gut. Es ist ein familiärer Campingplatz, sehr gepflegt und liebevoll gestaltet. Die Besitzer sind sehr nett und hilfsbereit und ich war sogar die Duschen ausprobieren. Das war heute einfacherer als die Klamotten in der eigenen Dusche abzuhängen, obwohl sie schon lange trocken sind.

campingplatz empfehlung elblag

Schöner Platz direkt am Bach

Am Nachmittag gehen wir in die Stadt, erstens haben wir Hunger und zweitens wollen wir auch etwas gesehen haben.

masuren polen elblag

Ganz nett hier in Elblag

poelebn besuchen elblag

Stadtbesichtigung Elblag

Wir finden ein griechisches Restaurant, die Bedienung sieht asiatisch aus und das Essen ist wieder etwas außergewöhnlich, aber lecker.

restaurant elblag polen

Ente beim Griechen mit Himbeeren

polen gut fisch essen

Irgendwas Fischiges

Es sieht nicht nur so aus, es ist in der Tat Ente mit Himbeeren. Der Salat passte nicht ganz zum Essen, aber wie schon gesagt, lecker war es trotzdem. Mit 106 Zloty für das Essen liegen wir auf deutschem Niveau und gut 40% über dem polnischen Durchschnitt wie wir bisher bezahlt haben.

eblag campingplatz zentral gelegen

Noch eine Runde durch die Stadt

polenreise wohnmobil

Auf die frische Nehrung – endlich polnische Ostsee

Ich will endlich ans Meer oder wenigstens an die Ostsee 🙂  Heute soll es dann soweit sein. Aber den Weg dort hin müssen wir uns hart erkämpfen. Auf den guten Straßen war nämlich Stau, gut 15 Kilometer lang und direkt ab Elblag. Als ich die S7 in Nowy Dwór Gdański Richtung Küste verlasse, brauche ich erst mal eine Stärkung, eine Frühstück Mittagessen Kombi sozusagen. Aber auf dem Parkplatz vom MC Donalds war schon die Hölle los, so dass ich etwas dekorativ auf dem Gehweg parken musste. Aber so behinderte ich wenigstens niemanden.

Erst mal Frühstücken

Erst mal Frühstücken

Im MC Doof setzte sich der Stau dann an den Kassen durch, das wohl erst vor kurzem eingeführte Bestellsystem mit Automaten funktionierte überhaupt nicht und die Mitarbeiter versanken im Chaus. 30 Minuten später hatte ich dann meinen Milchshake und Burger und konnte den nächsten harten Teil der Reise in Angriff nehmen.

Es geht durch rappelvolle Touri Orte

Es geht durch rappelvolle Touri Orte

Über Straßen mit üblen Bodenwellen und Schlaglöchern fahre ich nach Nowa Karczma auf der Landzunge (Frische Nehrung) welche die Ostsee vom frischen Haff abtrennt. 3 Kilometer vor der Russischen Grenze fahren wir auf den letzten erreichbaren Strand-Parkplatz mitten im Wald. Für 20 Zloty darf man hier 24h parken. Übernachten ist selbstverständlich erlaubt. Es gibt sogar Dixi Toiletten für die PKW Besucher.

Schöner Stellplatz mit eigenem Vorgarten

Schöner Stellplatz mit eigenem Vorgarten

camping an der polnischen ostsee

Die Betonplatten geben unter dem Gewicht vom Wohnmobil nach …

Kaum sind wir angekommen, kommt auch endlich die Sonne wieder und es wir ein super schöner Nachmittag. Mit Sonne Strand und Meer.

mit dem wohnmobil an die ostsee in polen

Endlich an der polnischen Ostsee

baden in der ostsee polen

Die ganz harten baden sogar

Baden tun hier übrigens nur die ganz Harten. Die Ostsee hat gefühlte 10 Grad. Ich wusste gar nicht, dass es an der Ostsee Wellen gibt. Bei meinem letzten und ersten Besuch an der Ostsee war das Wasser glatt wie auf einem See bei Windstille.

polnische ostesee frische nehrung

Ostseewellen

Waldparkplatz auf der Frischen Nehrung
GPS: 54.438345,19.602939

Parkgebühr für Wohnmobile: 20 Zloty
Wenige Meter vom Strand entfernt.
Sehr netter Kassierer.

polnische ostsee

Altes Gerät rostet am Strand vor sich hin

polnische ostsee urlaub

Seilwinden für die Fischerboote

reisebricht polen ostsee wohnmobil

Der fährt sogar noch

reisebericht polen
reisebericht polen

Tor nach nirgendwo

Badetag und der Zaun am Strand

Hund(e) im Wohnmobil – und dir wird nicht langweilig…  Vor allem nicht, wenn man so kleine Ferkel dabei hat, die mal eben in einen Kanal fallen, sich in Schlammpfützen wälzen oder auch mal in totem Getier.

Seit ein paar Tagen riecht es bei mir im Wohnmobil etwas unangenehm, wenn der ältere der beiden Herren den Wohnraum betritt. Obs nun daran liegt, dass er die Nase öfter dort haben muss, wo Max gerade hinpinkelt oder es doch eher ein toter Bieber im Gebüsch war, wissen wir nicht genau. Fakt ist aber, Tizon braucht ein Bad – mit Shampoo und so. Wer schon mal einen Hund im Wohnmobil geduscht hat, kennt vielleicht die Problematik. Bis der Hund von der Dusche nach draußen kommt, schüttelt er sich mindesten einmal im Womo und alles ist nass.

hunde im wohnmobil baden

Tizon baden

hunde im wohnmobil baden

Gardena Wasserdieb

Darum haben wir ihn heute draußen geduscht. Mit dem Gartenschlauch, angeschlossen am Wasserhahn in der Küche mit einem Gardena Adapter. Wer braucht schon einen Außenwasseranschluss am Womo, der im Winter einfriert, wenn es auch für ein paar Euro viel billiger geht. Der Adapter ist ganz praktisch, mit Schlauch und Waschbürste habe ich sogar schon mein Womo gewaschen. Aber diese Arten von Wasserverschwendung gibt es heute nicht mehr.

Nach dem Duschen muss sich das kleine Ferkel natürlich schön im Sand panieren. Einen Teil davon habe ich heute Morgen auf meiner Sitzbank wiedergefunden. Der Rest wird wohl wieder auf dem Fahrersitz liegen 🙂

hunde im wohnmobil baden

Nach dem Baden

hunde im wohnmobil baden

Prima das hat sich gelohnt

Die Sonne lässt sich heute wieder sehr lange Zeit bis sie sich zeigt. Erst am Nachmittag kommt sie, so wie auch gestern schon, endlich zum Vorschein. Dafür wurde es aber wieder richtig schön.

polnische ostsee strand

Max am Strand

Heute Mittag unternehmen wir, den eigentlich schon für gestern geplanten, Spaziergang zur russischen Grenze. Wenn man schon einmal so nah an Russland ist, dann muss man doch auch einmal rüber schauen wie es da so aussieht. Die 3 Kilometer waren am Strand schön zu laufen, die Hundies freuten sich über den Ausflug.

blumen an polnischer ostsee

Die russische Grenze – Außengrenze der EU

Eigentlich hätte ich etwas mehr erwartet. Aber auf der anderen Seit befinden wir uns ja immer noch auf einer Nehrung, also Sackgasse.

polnische ostsee russische grenze

Russische Grenze

Auf dem Rückweg nehmen wir den Waldweg parallel zum Strand, zwar etwas schattig, aber dafür windstill.

Zum Abschluss gibt es auch noch den schönsten Sonnenuntergang, den wir auf unserer Polenreise bisher hatten.

polen reisebricht

Schöner Sonnenuntergang

Danzig – Sightseeing

Entschuldigung für die nicht Erreichbarkeit aller meiner Seiten gestern. Wie auf Facebook schon mittgeteilt, handelte es sich um eine erneute Attacke auf eine meiner Blogseiten, welche den kompletten Server nicht nur lahmlegte, sondern auch noch die SDD Festplatte wegen der gigantischen hohen Leseschreibzugriffe grillte. Es ging also gar nichts mehr. Der Server ist bei Strato gemietet und auch die waren wenig Glücklich über den Verlust ihrer Platte.

Die Daten konnten zum Glück alle wiederhergestellt werden, und nach der Bereinigung des Systems, gestern Abend, läuft nun alles wieder – Hoffentlich.

Auf dem Weg nach Danzig

Auf dem Weg nach Danzig

Wir machten uns gestern Vormittag schon früh auf den Weg nach Danzig. Gefühlt besteht die halbe Strecke aus Baustellen, aber zum Glück verlief die Fahrt ohne Stau. Um in Ruhe die Stadt besichtigen zu können, beziehen wir für 2 Nächte den Camper Park Przy Wydmach. Von der Abgeschiedenheit auf der Frischen Nehrung, nahe der russischen Grenze geht es nun wieder ins Getümmel einer Weltstadt.

Camper Park Przy Wydmach Danzig

Camper Park Przy Wydmach Danzig

Den Camper Park Przy Wydmach wählten wir aufgrund der vielen Empfehlungen anderen Danzigbesucher. Praktisch ist vor allem, dass ab dem Camping die Straßenbahn für 90 Cent direkt ins Zentrum fährt. Polen typisch ist auch der Zustand der Gleise ähnlich wie die Straßen. Bodenwellen sind auch hier normal und selbst auf Geraden schlängeln sich die Gleise dahin. Man wird also ganz schön durchgeschüttelt.

Rathausplatz mit dem Rechtstädtischen Rathaus hinten in der Mitte

Rathausplatz mit dem Rechtstädtischen Rathaus hinten in der Mitte

Zum Glück ist nicht Wochenende, trotzdem ist die Stadt voll mit Touristen. Aber klar es ist auch Urlaubszeit. Unser Ziel war einmal durch das Zentrum zu laufen und die alte Markthalle zu besuchen. Danzig ist eine schöne Stadt. Jeder versuchte Bernstein zu verkaufen, es gibt hunderte von Läden und Ständen mit Bernstein in allen erdenklichen Variationen.

alte Markthalle in Danzig

alte Markthalle

Nachdem der Besuch der alten Markthalle, wo es eher nur Ramsch zu kaufen gibt und ein paar regionale Spezialitäten im Keller, was uns nicht so befriedigte, weshalb wir uns danach auf die Suche nach einem Mittagessen begaben.

Es scheint die Sonne, es ist Juli, man könnte der Versuchung nachgeben und mit T-Shirt und kurzer Hose begleitet in die Stadt zu fahren. So zumindest hatte ich es gestern getan, mit dem Ergebnis total durchgefroren am Abend zurück zu kommen. Es hat nur 22 Grad und der kalte Nordwind macht keine Freude.

Marienkirche

Marienkirche

Satt und vollgefressen erklimmen wir die ca. 400 Stufen des Glockenturms der Marienkirche. Von da oben hat man einen schönen Ausblick über die Stadt Danzig. Der Eintritt kostet 6 Zloty und lohnt sich auf alle Fälle.

Blick auf das Rechtstädtische Rathaus

Blick auf das Rechtstädtische Rathaus

Turmdetail vom Rathaus

Turmdetail vom Rathaus

Danziger Hauptbahnhof

Danziger Hauptbahnhof

Zum Abschluss gab es noch ein Eis, mit 3 Zloty die Kugel zwar nicht das günstigste bisher, aber das Beste. Das hätte ich auf einem Platz mit den meisten Touristen auch nicht erwartet. Aber es bestätigt einmal wieder das Gesamtbild, die Polen sind sehr Ehrliche Leute, egal ob Kaff oder Großstadt, man fühlt sich nicht abgezockt und bekommt für sein Geld eine Gegenleistung. In Italien, gerade Venedig zum Beispiel habe ich das krasse Gegenteil erlebt, alles ist teuer aber vieles von minderer Qualität um den Gewinn zu maximieren.

Belebte Gassen in Danzig

Belebte Gassen in Danzig


Mottlauhafen mit Kranturm

Mottlauhafen mit Kranturm

Krantor aus 1363 am Mottlau Hafen

Krantor aus 1363 am Mottlau Hafen

Ein Besuch mit den Hunden am Strand musste natürlich auch sein, aber wir verzogen uns schnell wieder hinter die Dünen, dort war es warm und windstill. Ins Wasser wollte hier eh keiner, selbst der Wasserratte Tizon war es zu kalt.

Campingplatz Strand mit Blick auf den Containerhafen von Danzig

Campingplatz Strand mit Blick auf den Containerhafen von Danzig

Stellplatz Info

Stellplatz Camper Park Przy Wydmach
oder direkt daneben Camping Nr. 114 Stogi

Auswahl ergibt sich nach freien Plätzen.
Daher besser schon am Vormittag anreisen
GPS: 54.371334, 18.728254

Ich glaub, ich steh im Wald

Wenigstens die Straßen waren heute einigermaßen rüttelfrei

Wenigstens die Straßen waren heute einigermaßen rüttelfrei

Schon in der Stadt gestern fing das Übel an. Kurz nach dem Essen machen sich tierische Magenschmerzen bemerkbar. Ich dachte erst, ich hätte nur mal wieder zu viel gegessen und schob mir zum Nachtisch erst einmal ein fettes Eis zur Beruhigung rein. Das brachte es aber irgendwie auch nicht, die Schmerzen, mit richtigen Krampfattacken, wurden immer stärker. Der Tag war für mich gelaufen. Aber schlafen war auch doof, egal wie liegen, es schmerzt immer. Darum war ich heute Morgen froh, dass die Nacht endlich rum war.

Bisher wurde ich in den vielen Camperjahren von so etwas verschont. Eigentlich wäre heute ein Betttag angesagt gewesen, aber ich habe keine Lust mehr auf Campingplatz und herbstliche Temperaturen. Darum Zähne zusammenbeißen und los. 100 km gen Westen, dem Sommer entgegen sozusagen. Als ich den See erreiche, an dem wir eigentlich frei stehen wollen, findet ich einen leerer Platz mit Schranke. Toll, Privatgelände. Ich kann nicht mehr und habe keine Lust auf weitere Experimente. Darum fahren wir ein paar Meter weiter in einen Waldweg und stellen und hier hin.

Heutiger Stellplatz - mal weniger romantisch

Heutiger Stellplatz – mal weniger romantisch

Nachdem ich mich dann über den Nachmittag etwas erholen konnte gehen wir am Abend das Material fürs morgige Frühstück suchen. Heidelbeeren werden in Polen in jedem Wald direkt an der Straße verkauft. 1 Liter kostet 8-12 Zloty, 2-3 Euro also. Wenn man sie selbst pflückt kostet es nichts und man hat eine Beschäftigung. Max hat sich schnell an Heidelbeeren gewöhnt und findet sie wohl lecker. Seit Tanja ihm gezeigt hat, wie er sie alleine vom Busch pflücken kann, streift er durch die Heidelbeerbüsche und ist immer am schmatzen.

Selbst gesammelte Heidelbeeren

Selbst gesammelte Heidelbeeren

So richtig mitten im Wald bin ich jetzt auch noch nie gestanden. Aber warum nicht, ein paar Autos kamen heute schon vorbei gefahren, sie meisten gehen hier auch auf Beerensuche.

Wo wir sind? Keine Ahnung! Irgendwo westlich von Danzig im Wald.

Es gibt sie doch noch, die Freistehplätze in Polen

Geringer Ladezustand

Geringer Ladezustand

Es ist einfach immer wieder geil, wenn man so sieht wie leistungsfähig eine elektrische Anlage werden kann – wenn die Energie von einer Lithium Batterie statt einer Bleibatterie kommt.

Zur Vorgeschichte: die letzten Tage auf dem Campingplatz waren wegen schattenspendender Bäume solartechnisch nicht so ergiebig. Der Ertrag reichte aus, um den Tagesverbrauch zu decken. Am Abend war ich bei 60% und am nächsten Morgen dann wieder 48%. Für die LFP ist das Ideal, aber gestern fehlte die Sonne mal wieder und nach dem Erhitzen des Boilers und ab Mittag parken mitten im Wald, sollten 15% Ladezustand für die heutige Nacht und den Morgen reichen müssen.

Nach 4 Tassen Kaffee sind wir dann bei einmal bei 1,3% Ladezustand angekommen. Was 338Ah von 340Ah entspricht. Und das ist das Geniale an der LFP, auch bei 2% brauche ich mir noch keine Gedanken um Strom machen, bis 0% funktionieren alle Verbraucher wie gewohnt und erst wenn die letzte Amperestunde verbraucht ist, dann ist Schluss. Genauso wie beim Wassertank.

Gesundheitssuppe

Gesundheitssuppe

Zum Glück geht es meinem Magen wieder besser. Zwar tut mir der ganze Oberkörper von den Krämpfen noch weh aber der Magen scheint wieder fit zu sein, wahrscheinlich lag es an der gesunden Suppe von Tanja gestern Abend.

Die letzte Nacht war auch schon besser, ich konnte immerhin bis 4 Uhr schlafen. Mit einer Ibuprofen waren dann auch die restlichen Schmerzen heute verschwunden.

Als wir gerade so am fahrfähig räumen sind, kommt ein Auto und hält auf dem Weg an. Das sieht nach Ärger aus. Dem geht man am besten aus dem Weg, indem man die Leute anspricht und fragt was das Problem ist. Der Mann war sehr nett, meinte aber es sei Privatgelände. Anscheinend hat er wohl damit recht, denn die Kennzeichen hatte er schon aufgeschrieben.

Ich entschuldigte mich, hatte ja keine Ahnung, zumal nirgends ein Schild stand. Und nach all dem was wir bisher alles erlebt haben, wundert es mich schon etwas, dass sich jetzt wirklich mal jemand daran stört, dass wir am Wegesrand parken.

Ich versuchte zu erklären, dass wir in 10 Minuten verschwunden sind. Wir gaben uns die Hand, er strich unsere Kennzeichen wieder auf seiner Liste, und alles war gut.

wohnmobil polen freistehenam see

Panorama über die zwei Seen

Wir starten heute einen neuen Versuch, an einem See zu stehen und 50 Kilometer später werden wir tatsächlich fündig. Ein herrlicher Platz an einem schönen See mit flachem Ufer. Sogar eine Grillhütte, Mülleimer und ein Dixiklo sind hier zu finden. Ab 15 Uhr meldet sich auch endlich die Sonne zurück, die Batterien freut es. Es war knapp, aber ich kam ohne Ladebooster aus.

Badesee mit Grillhütte in polen

Badesee mit Grillhütte

Netter Stellplatz mit gutem Internet

Netter Stellplatz mit gutem Internet

Mit Vollgas gen Westen

Das wird heute wohl unsere letzte Nacht in Polen sein. Der Norden ist uns nicht gut gesonnen. Alles was wir in Polen schätzen und lieben gelernt haben fehlt hier irgendwie. Ganz besonders das Internet. Zwar gibt es auch hin und wieder mal Ausreißer, aber in der Regel ist das Internet hier oben einfach unterirdisch schlecht. Vollempfang 3G oder 4G (LTE) sind zwar meist vorhanden, aber keine Bandbreite zum Surfen. Vor allem in den Abendstunden ist das Internet fast nichts zu gebrauchen. Ein Seitenladefehler jagt den nächsten und wir nutzen immer öfter das SAT Internet um überhaupt online sein zum können.
Es liegt auch nicht an unserer Karte oder gar dem Netzbetreiber Plus. Mit T-Online.pl und den anderen Anbietern sieht es nicht viel besser aus. Ich habe extra mit meiner deutschen Karte ein 500Mb EU Internetpaket gebucht um wenigstens meine Shop Bestellungen abrufen und bearbeiten zu können. Aber egal in welches Netz ich mich mit dem Handy einlogge, es ist immer das gleiche Trauerspiel.

Darum machen wir heute einen Sprung gen Westen, ich brauche endlich wieder vernünftiges Internet. Auf der Fahrt freue ich mich schon auf das übliche Mittagessen bei Mc Donald´s. Aber sogar hier traf mich fast der Schlag, war doch der Bic Mac auf einmal doppelt so teuer wie im Süden. Das habe ich schon an der Ostsee bemerkt, jedoch schob ich es da noch auf die Großstadt wie Danzig oder Elblag. Wir erreichen die Pommersche Seenplatte, fast wie die Masuren, nur nicht so überlaufen und nun wundert mich auch das langsame Internet nicht mehr 😉

Jezioro Drawsko

Jezioro Drawsko

Die letzten Tage verbrachten wir übrigens mit andere Wohnmobilbewohnern am See. Ein kleines Rumtreibertreffen sozusagen. Um Platz zu sparen, war extrem Kuschelcamping angesagt. Heute gingen wir alle wieder unserer Wege. Ich für meinen Teil habe keine Lust mehr auf Polen und bin froh, wenn wir morgen wieder in Deutschland sind. Wehe, wenn das Internet dann nicht geht! Noch wichtiger ist aber der Besuch bei der Sternapotheke, der Vario möchte gerne mal wieder ein paar neue Ersatzteile. Ich hoffe, ich packe die letzten 500 km noch.

Zurück in Deutschland

Heute ist Tag 50 unserer Polenreise. Das Land verabschiedet uns, nach einem schönen Sonnenaufgang mit heftigen Gewittern. Da das Internet wie gewohnt auch nicht funktioniert hält uns nicht mehr viel und wir starten schon früh auf eine 180 km Tour nach Deutschland.

Ein Traum Sonnenaufgang zum Abschied in Pommern

Ein Traum Sonnenaufgang zum Abschied in Pommern

Die Strecke war gut, aber Polen zog nochmal alle Register. Vor allem eine 30km Lange Betonplatten Piste sorgte dafür, dass in meinem Fahrerhaus nun eine Geräuschkulisse herrscht, schlimmer als in einem alten russischen Panzer. Überall klapptet und quietscht es nun.

In Eberswalde fahren wir direkt auf den dortigen Stellplatz. Allerdings im hinteren Bereich des Parkplatzes, weil der eigentliche Wohnmobilplatz direkt an der Straße ist. Da der komplette Parkplatz leer ist, stören wir da hinten sowieso keinen. Der Platz liegt schön im Grünen, mit herrlichen Gassi strecken durch den Wald. Und ruhig ist es hier hinten auch.

GPS: 52.8391, 13.7643

Wohnmobilstellplatz Eberswalde kostenlos

Wohnmobilstellplatz Eberswalde

Nach der Ankunft gibt es beim Womo eine kleine Bestandsaufnahme und Kundendienst. Reifenluftdruck kontrollieren. Fahrerhaus Türen nachstellen, damit sie nicht mehr klappern. Und allgemeine Sichtkontrolle ob noch alles da ist. Neue Schäden sind mir dabei keine Aufgefallen. Welch ein Glück.

Die deutschen Internetpreise treffen mit aller Gewalt. Das erste Gigabyte ist nach genau 8 Stunden verbraucht. Es folgt die nächste Karte mit der Aldi Talk Tagesflat. Kein Wunder sind wir verwöhnt – wir haben in den letzten 50 Tagen 120Gb verbraucht, von den 436Gb die gerade mal knapp 30 Euro gekostet haben.

Im Wohnmobil Wasser sparen Tanks und Toilette
50 Nächte in Polen

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