Nun ist der Januar schon vorbei. Das ging für mich gefühlt schneller als gedacht und ist mir auch ganz recht – umso schneller wird es Frühling. Wir haben uns in den vergangen zwei Wochen langsam in den Süden von Portugal vorgearbeitet und haben nun die Algarve erreicht.

Die Reise geht weiter

Noch sind wir in Mértola. Gestern habe ich mit dem Ducato die Gegend um Mértola etwas erkundet, und auch die hübsche Altstadt habe ich mir genauer angeschaut. Wir fühlen uns hier sehr wohl und werden sicher beim nächsten Mal, wenn wir in der Gegend sind, hier wieder einen Stopp einlegen. Eine Zusammenfassung über Mértola findest du auf Portugalismo.

Mértola

Für uns ist heute wieder ein Platzwechsel angesagt. Unser Ziel sind die Minen von São Domingos. In dem Ort São Domingos kann ich endlich mal entsorgen. Wer hier schon länger mitliest, wird die Minas de São Domingos vermutlich schon kennen. Wenn dich die Geschichte über die Minen interessiert, dann kannst du auch meinen Artikel über die Mina de São Domingos auf Portugalismo lesen.
Bisher stand ich immer direkt im Ort an dem Stausee. Da sind Wohnmobile aber wohl nicht mehr ganz so gerne gesehen und bevor wir uns irgendwo neben dem Parkplatz hinstellen, fahren wir lieber gleich dahin, wo es interessant ist. Und zwar direkt ins Minengelände.
Seit meinem letzten Besuch hat sich hier einiges geändert, der Durchgangsweg wurde ausgebessert und verbreitert, aber nach wenigen Kilometern wird’s komisch. Uns kommen große Muldenkipper entgegen und Bagger sind am arbeiten. Zweifel machen sich breit – darf man hier wirklich fahren? Wir befinden uns inzwischen mitten in einer Großbaustelle.

Dump Truck

Ob wir hier noch richtig sind?

Einen Baggerfahrer frage ich mit Handzeichen, ob wir hier durchkönnen… – er lacht und winkt uns durch – alles kein Problem. Tanja versucht mir zu folgen, verschwindet aber in einer Staubwolke. Wir haben es mal wieder voll erwischt.
Am unteren Ende der Mine befinden sich die alten Hochöfen, die nun seit 52 Jahren sich selbst überlassen wurden und langsam deutliche Zerfallsspuren aufweisen. Es sieht aber einfach faszinierend aus, da bleiben wir stehen.

minas de sao domingos

Mal ein ganz anderer Platz zum wohnen

Warten auf besser Wetter

Man kann das Gelände auch über die ehemalige Bahnstrecke zum Guadiana verlassen. Früher wurde über diese Strecke das gewonnen Erz zum Fluss transportiert und dann verschifft. Das Problem sind aber ein paar alte Brücken, die seither auch nicht mehr gewartet werden – klar, früher sind da tonnenschwerer Züge gefahren – heute will da nur ein 7,5 Tonnen schweres Wohnmobil drüber. Ich erkunde daher den Weg mit dem Ducato. Die erste Brücke hält auch, ist aber so schmal, dass ich nicht sicher bin, ob das Womo drüber passt. Bei der zweiten Brücke traue ich mich nicht mal mit dem Ducato drüber.

Duacto vor Bruecke

Auf der alten Bahntrasse

Eigentlich sind wir zum Fotografieren hier, aber leider macht das Wetter so garnicht mit. Wolken am Himmel sind zwar nicht schlecht, aber wenn es nur diesig ist, und der Himmel aus einer weißen Fläche besteht, ist das doof. Die letzten Tage ist’s immer am Nachmittag schön geworden – heute wurde leider nichts daraus. Darum warten wir, und hoffen auf den morgigen Tag.
Der Tag war heute so trüb, dass es nicht einmal für eine ausreichende Batterieladung gereicht hat. Am Abend haben ist der Ladezustand der Batterien auf 8% gesunken. So überstehen wir die Nacht sicher nicht. Ich lasse den Motor eine halbe Stunde laufen. Normal mache ich das nicht so gerne, aber wir sind hier total alleine, und per Lichtmaschine geht das Batterieladen mit 85A Ladestrom deutlich schneller als mit dem Generator, der nur 45A liefert.

Fototour im Minengelände

Der Tag beginnt wieder mit dickem Nebel, aber die Wetterapp meldet ab Mittag Sonne. Und so war es dann auch, um 14 Uhr starten wir unsere Fototour über das Minengelände.

Minas de São Domingos

Mértola

Drei Tage in einer gelben Mondlandschaft reichen! Wir müssen mal wieder etwas Natur sehen. Heute Morgen begrüßt uns wieder dicker Nebel, weshalb wir schon recht früh starten. Wir wollen nach Pomarão, dem kleinen Hafenort, an welchem die Eisenbahnlinie aus den Minen endet.
In dem verschlafenen Ort wohnen noch etwa 80 überwiegend ältere Menschen, es gibt zwei Kneipen und sonst nichts. Internet ist nur sporadisch vorhanden und draußen regnet es vor sich hin. Für uns ist das ziemlich doof. Schlechtes Wetter und kein Internet geht mal gar nicht. Darum werfen wir unsere Pläne über den Haufen und fahren kurz später wieder zurück nach Mértola. Hier gibt’s schnelles Internet und am Abend besuchen wir noch einmal ein super leckeres portugiesisches Restaurant.

Wir erreichen die Algarve

Endlich ist die Sonne wieder da, der Tag beginnt ohne eine einzige Wolke. Nachdem wir unsere tägliche Arbeit erledigt hatten, verlassen wir, nach einer kleinen Einkaufstour in Mértola, die Region Alentejo und erreichen nun nach fast einem Jahr wieder die Algarve.

algarve

Algarve

Zwischen Alcoutim und Castro Marim, ganz im Osten an der spanischen Grenze, findet dieses Jahr wieder ein Treffen der Rumtreiber statt. Also ein Treffen von Menschen, die ganzjährig im Wohnmobil leben. Eigentlich beginnt das Treffen erst am Montag, aber fast all unsere Freunde sind schon da, und daher machen wir ein kleines Vorabwiedersehenstreffen.

Leben im Wohnmobil – Gruppen-Treffen

Die Tage vergehen schnell. Wie das halt so auf Treffen ist, man redet viel, lernet neue Leute kennen und sitzt abends um das Lagerfeuer. Für uns ist es auf der einen Seite schön – ich mag diese Abwechslung. Nach der totalen Einsamkeit mal wieder mit anderen zusammen sitzen und schnacken.

Treffen

Rumtreibertreffen 2018 in Portugal

Das Wetter enttäuscht uns aber etwas – teilweise weht ein kalter Nordwind und die Sonne versteckt sich gelegentlich hinter den Wolken. Aber mit 3 Jacken geht’s draußen dann doch irgendwie.

Gitarre

Stefan an der Gitarre

Zurück am Bambusbach

Time to go! Es wird Zeit, dass wir mal wieder „nach Hause“ fahren. Inzwischen haben wir in allen Regionen von Portugal Plätze, die uns besonders gut gefallen. Das sind meist die Plätze wo wir länger am Stück stehen bleiben können, ohne dass sich jemand an unserer Anwesenheit stört. Manchmal sind die Plätze auch so abgelegen, dass unsere Anwesenheit nicht mal jemand bemerkt.

Bambusbach

Endlich mal wieder „zuhause“

Einen dieser Plätze gibt es auch an der Algarve und da wir schon die Algarve erreicht haben, werden wir heute dort hinfahren, uns einigeln, und auf das Frühjahr warten. Den Rest der kalten Jahreszeit wollen wir jetzt für Arbeiten an Blogs und Shop nutzen. Damit wir dann, wenn es endlich mal wieder warm wird, mit freiem Kopf den nächsten Sommer in Portugal genießen und hoffentlich noch viele schöne neue Orte entdecken können.
Die Trockenheit in Portugal kann man an unserem Bach, bzw. was noch davon übrig ist, besonders gut erkennen. Wir staunten nicht schlecht, als wir den Badeplatz sehen, wo ich im April noch baden war. Heut ist hier nur noch eine Steinwüste mit hässlichem Bambus.

Bachbett

Max gibt sich Mühe – aber so ganz klappt es nicht

Brunnen

Auch die Brunnen sind komplett ausgetrocknet

Umräumen und Ausmisten

Da ich künftige keine Einbauten mehr an anderen Wohnmobilen mache, wird vieles an Material, welches ich immer noch spazieren fahre, nicht mehr benötigt. Seit Tagen misten wir aus, und so entsteht immer mehr Platz. Am meisten profitieren die zwei Knalltüten vom neu gewonnenen Platz, und zwar in Form eines Hundebettes mit 160×70 cm. Das ist mehr Platz als ich manchmal in meinem Bett habe 😊.

Hunde Max und Tizon

Beim ersten Probeliegen

So ganz überzeugt waren die Herrschaften am Anfang nicht, aber es klappt schon ganz gut. Vor allem Max geht inzwischen gerne auf den neuen Schlafplatz. Endlich kann man im Womo mal herumlaufen, ohne ständig über einen Hund stolpern zu müssen.

Ganz in der Nähe befindet sich ein leckeres Restaurant, auf das wir uns schon sehr freuen. Heute wollen wir dort essen gehen und fahren mit dem Ducato hin. Als wir das Restaurant erreichen, ist alles dunkel. Ein Zettel an der Türe informiert über Betriebsferien bis 5. Februar. So ein Mist – aber wir sind jetzt schon unterwegs und suchen uns eine Alternative. Im nächsten Ort werden wir fündig und können unseren, inzwischen heftigen, Hunger stillen.

Essen

Leckeres Rindersteak mit Ei und Pommes

Der Vormittag verläuft wie immer, am Nachmittag fahren wir nach Silves. Wir wollen einen Freund besuchen und einkaufen müssen wir auch. Vor allem brauche ich Brennholz, denn es ist immer noch ziemlich kalt in der Nacht.

Geländetest eines MAN VW G90

Heute hatten wir die kälteste Nacht diesen Winter. -3°C zeigt mein Thermometer heute Morgen an und draußen ist die Wiese von weißem Reiff überzogen.

Rauch

-3°C der Ofen gibt alles

Mein Ofen muss heute alles geben, denn im Womo haben wir gerade mal 12 Grad.
Als wir gestern unterwegs waren, hat sich an unserem Platz Besuch eingeschlichen. Philipp mit seinem 4×4 MAN ist hier, er möchte ein paar Teile bei mir abholen. Und das Offroadgelände für einen Fahrzeugtest nutzen. Es wird zwar nur ein „Trockentest“, aber die Böschung ist ausreichend um die Kletterfähigkeiten des 7,5 Tonner mal zu testen – bevor es in richtiges Gelände geht. Wer Offroad sucht, wird auch in Portugal fündig werden – man muss nur den „4×4 only“ Schildern folgen.

Der heutige Tag entfachte mal wieder hausinterne Diskussionen über das nächste Wohnmobil. Mit einem Auto, mit dem man so gut eine 56% Steigung hochklettern kann, hat man im dem Gelände wo wir normalerweise unterwegs sind, überhaupt keine Probleme mehr. Ganz im Gegensatz zum Vario, der schon ziemlich am Limit bewegt wird. Über Felsen klettern und Achsverschränkung liegen dem Vario ohne Allrad so gar nicht. Ich bin mal gespannt, wie der Nachfolger aussehen wird. Ein richtiger Allrad LKW wie der MAN G90 ist zwar geil, aber bietet einfach zu wenig Wohnraum. Das ist das große Problem aller LKWs mit 4×4 – vor allem, wenn sie unter 7,5 Tonnen bleiben sollen.

2018 - KW 2-3

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