AMUMOT Blog

Wir leben, reisen & arbeiten im Wohnmobil

So richtig in Gang kommen wollte der Wohnmobilausbau diesen Monat noch nicht. Zu viele andere Baustellen waren dazu gekommen und unvorhergesehene Steinchen liegen auch immer wieder im Weg. Zum Ende des Monats wendet sich das Blatt und wir können endlich richtig loslegen.
Dieser Post dient als rein informativer Monatsrückblick für alle, die gerade nicht bei uns sein können.

Das bürgerliche Leben mit Steinhaus und so

Anfang Juni sind wir von Schneeberg nach Annaberg-Buchholz umgezogen. Hier befindet sich die Halle, in der EIWOLA ausgebaut werden soll. Die Örtlichkeit war ein wahrer Glücksgriff.

Es gibt wahrlich schlechtere Orte für einen Wohnmobilausbau.

Am Ortsrand, nah an der Natur mit Ruhe in der Nacht und (fast) allen Freiräumen die wir benötigen. Aber trotzdem wir sind jetzt ein Teil der Zivilisation. Wir haben ein Steinhaus gemietet und wir haben Nachbarn. Die stellen schon mal fest, dass ich 3 Tage mit der gleichen Hose herumlaufe. Mir wurde die Funktion des Rasenmähers erklärt und die Hunde dürfen Nachbars Katze nicht jagen. Das Ordnungsamt hat uns auch schon zu Kenntnis genommen und gleich mal besucht. Wo wir den Müll so entsorgen, war das wichtigste Anliegen.

Arbeiten gehen

Sehr zur Freude der Nachbarn, bin ich ein tüchtiger Mensch und verlasse früh morgens das Haus (Wohnmobil) und komme erst spät Abends nach Hause. Man sieht also, dass ich einer fast festen Arbeit nachgehe und das Geld für den Wohnmobilausbau auch bei uns nicht auf Bäumen wächst. Trotzdem fragt man sich sicherlich, warum ich so unregelmäßig zur Arbeit fahren….

Das ist alles nicht weiter schlimm, die Nachbarn sind sehr nett und helfen uns auch bei der Adresse mit DHL.

Was die Leute ja nicht wissen: Die Werkstatt für Wohnmobil Elektrik, welche ich nebenher schule, braucht mich nicht jeden Tag. Ich fahre inzwischen nur noch bei den großen Projekten hin.
Für mich persönlich ist der Umstand übrigens weniger lustig. 3 Jobs sind 2 zu viel. Um 6 Uhr beginnt spätestens der Arbeitstag mit Email-Posteingang und Shop-Bestellungen abarbeiten. Dann zur Werkstatt ins 30 Kilometer entfernte Schneeberg. Am Nachmittag und Abend dann der Wohnmobilausbau in unserer Halle.

Viele schöne Projekte alleine in einer Woche

Sind wir nicht nach Deutschland gekommen um einen Allrad LKW zu bauen?

Wenn du denkst, eine Hausnummer würde ausreichen

Wir haben ja kein Haus, sondern nur eine einfache Halle gemietet. Die hat zwar Strom und Wasseranschluss, aber keine richtige Hausnummer. Also habe ich kurzerhand eine Hausnummer gekauft und uns eine Adresse ausgedacht. Das funktioniert auch bei allen Unternehmen – bis auf DHL. Über 10 Pakete sind zurück gegangen und verursachen ein ziemliches Chaos, weil keiner mehr weiß, was wann wo bestellt wurde.
Der Witz an der Sache ist: Straße und Hausnummer sind nicht das Problem für DHL. Sondern die Tatsache, dass auf dieser Adresse niemand gemeldet ist.
Ja sorry, wie soll ich mich denn in einem leeren Haus anmelden – und wie soll ich ein leeres Haus möblieren, wenn mir DHL die Lieferung der Möbel verweigert? Willkommen in Deutschland!
Natürlich kann ich die Ware auch zur Packstation schicken lassen, nur leider sind manche Stücke dafür zu große und warum die DHL Filiale unten im Ort diese Paket auch nicht annimmt, weiß keiner.

Freizeit: Ausritte mit dem Motorkamel

Auf dem Weg zur Arbeit.

Wenn ich nur früher schon gewusst hätte, wie geil so ein Teil ist…
Wie geplant, lässt sich der Wochenenkauf problemlos auf dem ATV verstauen, und wenn ich zur Werkstatt nach Schneeberg fahren muss, kann ich mein komplettes Werkzeug mitnehmen. Auf dem Mopped wäre das etwas schwieriger.

Neben den Vorteilen als „Nutztier“ macht das Gerät aber auch so Spaß – vor allem im Gelände.
Aber wer so ein ATV ausschließlich in Deutschland nutzen möchte, tut mir Leid. Hier ist ja echt alles was Spaß macht verboten. Ich bin sogar extra nach Tschechien gefahren, weil ich mir erhoffte, dort mehr Freiheiten im Gelände zu haben. Aber weit gefehlt, mindestes im grenznahen Gebiet ist nicht nur jeder Weg gesperrt, sondern auch noch beschrankt. Und wenn ein Weg mal befahrbar ist, dann kommt nach 5 Kilometern mitten im Wald eine Schranke und ich kann wieder zurück fahren. Das findet man auch hier im Osten oft. Sackgassen werden oft nicht gekennzeichnet.

Durch Zufall habe ich ganz bei uns in der Nähe eine Abraumhalde gefunden. Das Offroadparadies für Anfänger. Man kommt zwar nur über einen gesperrten Feldweg dorthin, aber das Gelände selbst ist nicht abgesperrt – es ist für mich perfekt, um die Geländeeigenschaften mal auszutesten. Wozu hat man denn schon Allrad.

Untersetzung + 4WD einlegen und los gehts

Yamaha Kodiak 450 | Testfahrt in der Abraumhalde

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Sommer in Deutschland

Es wird endlich richtig Sommer, auch im Erzgebirge kratzen die Temperaturen an den 30°C. Vergangenen Sonntag sogar 35°C und dabei war es gar nicht mal so schwül. Genau mein Wetter!

Meine Ausritte mit dem Kamel verlagern sich immer öfter nach Tschechien.

Keine 300 Meter von der deutschen Grenzen entfernt, aber schon eine ganz andere Landschaft – das tschechische Erzgebirge.

Wie ich erst hinterher feststelle, darf man auch wenn die Schranke eines Waldwegs offen ist, nicht immer darauf fahren. Aber egal, so fand ich ein paar sehr schöne Seen.

Wie gehts dem geplanten Möbelbau?

Selbstgebaute Werkstatt-Möbel

Erst passierte nicht viel, es zog sich wie Kaugummi in den letzten Wochen. Wir hatten genug andere Dinge zu erledigen, mussten erst alles Werkzeug bestellen und auch die Einrichtung unserer Halle haben wir erst zusammenbasteln müssen.

Gutes Werkzeug ist wichtig und es macht Spaß damit zu arbeiten. Da wir es nach dem Bau wieder verkaufen werden, sind die Werkzeugkosten überschaubar.

Kurz um, wir haben bis Ende Juni nur ein paar Möbel für die Werkstatt gebaut – aber noch nichts für den Wohnkoffer. Dafür kam fast jeden Tag Post und wir haben alles getestet ob es unserer Wünschen gerecht wird. Seit Tagen läuft ein 230V Kühl-Gefrierschrank um den Stromverbrauch zu ermitteln. Oder wir testen die Mini Waschmaschine, welche noch etwas wild umher springt.

Einen Löwen zu bändigen scheint einfacher zu sein….

In der letzten Juniwoche hatte ich dann etwas mehr Zeit und innerhalb weniger Tage entstand der komplette Korpus der Küche incl. Schubladen.

Küchenblock mit Hängeschrank

Wenn wir 10 Stunden am Tag daran arbeiten würden hätten wir in weniger als einer Woche den kompletten Möbelbau fertig. Aber es sind zu viele andere Dinge die alle gleichzeitig erledigt werden müssen. Wie zum Beispiel die Komposttoilette die ich von Nature-Head kopiert habe. Für 1000 Euro kann man viel selbst bauen.

Die Einzelteile der Kompost Toilette

Die Küchen-Arbeitsplatte hat alle Ausschnitte bekommen, es fehlt noch der Umleimer. Wir können die Küchenzeile jedoch erst in der Kabine komplett aufbauen, da die Kabinenwand und wichtiger Teil des Korpus und dessen Stabilität ist.

Große Spüle und kleines Kochfeld solls für die Zukunft werden

Annaberger Kät

In der letzten Juniwoche fand die 499. Annaberger Kät statt. Das größte Volksfest im Erzgebirge geht direkt eine Woche, wobei es sich unter der Woche für die Aussteller nicht zu lohnen scheint. Als wir am Dienstagabend hier waren, war nicht viel los.

Annaberger Kät

Eigentlich kein Wunder bei den Preisen. Trotzdem sind wir eine Runde Riesenrad gefahren – einzig um den Ausblick zu genießen zu können.

Blick übers Erzgebirge

Wie gehts dem Allrad-Laster?

Die Einzelteile der Kabine sollten eigentlich schon im Anfang Mai angeliefert werden. Mit über 5 Wochen Verspätung treffen sie am 13. Juni endlich ein. Welch eine Freude!

Die Kabinenplatten werden endlich geliefert

Die Verspätung hatte jedoch den Vorteil, dass der Laster selbst in dieser Zeit noch einige Details wie zum Beispiel Staukästen bekommen hat und jetzt fast fertig ist.

Staukästen füllen die Lücken um die Dieseltanks

Kabine anschauen Fenster setzen

Wir dürfen den Rohbau besichtigen und die Position der Fenster bestimmen. Dies erledigen wir persönlich um dann auch gleich die restlichen Arbeiten besprechen zu können.

Wir haben Montag den 1. Juli: Das Quad muss zum Kundendienst in die Werkstatt und wir fahren nach Baden-Würtemberg um die Kabine zu besichtigen. Um alles unter einen Hut zu bekommen sind wir schon am Sonntag Abend ins 30 Kilometer entfernte Pockau gefahren. Tanja mit dem Quad und ich mit dem Vario hinterher. Nach einer ruhigen Nacht auf einem LKW Parkplatz, habe ich am Morgen das Quad in der Yamaha Werkstatt abgegeben und danach ging es auf die Piste. 400 km Vollgas nach Gingen an der Brenz.

Die wohl letzte große Fahrt mit dem Vario

Endlich sehen wir die neue Wohnkabine in voller Größe. Es ist ein beeindruckender Anblick – aber irgendwie auch so wie ich es erwartet hatte. Die Qualität und Stabilität der 60mm dicken Wände machen Freude. Das wird ein richtig stabiles Ding.

Schon ziemlich groß…

Wir messen die Positionen der Fenster heraus, damit Benny, der Kabinenbauer, diese gleich einsetzen kann. Diese Arbeit überlasse ich lieber den Leuten, die das können und schon oft gemacht haben.

Fensterausschnitte festlegen

Weiterer Verlauf:

Ein paar Wochen wirds wohl noch dauern, bis wir den Laster abholen können. Zu viele Kleinigkeiten sind noch zu erledigen. Alleine die Kabine benötigt schon ein paar Tage Zeit. Da immer wieder Trockenzeiten für den Kleber eingeplant werden müssen, zieht sich das.

Nächste Schritte:

  • Fenster einkleben
  • Quad-Garage einkleben
  • Dach einkleben
  • Alu-Eckprofile aufkleben
  • Türen und Klappen einpassen
  • Standheizung, Dieseltank anbringen und anschließen
  • Toilettentank
  • Hochzeit: Kabine mit LKW verheiraten
  • Tropendach Fahrerhaus
  • Durchgang zum Fahrerhaus abdichten
  • TÜV

Ich bin gespannt ob das alles noch diesen Monat fertig wird, aber Benny ist zuversichtlich und bisher hat er alle Termine perfekt eingehalten. Die Zusammenarbeit verläuft echt vorbildlich. Obwohl wir nicht vor Ort sind läuft es und ich werde fast täglich mit Bilder per WhatsApp auf dem Laufenden gehalten.

Neuer Lappen

Jetzt schnell wieder zurück in den Osten. Aber wenn wir schon in der Gegend sind, machen wir noch einen Abstecher nach Gmünd. Dort liegt mein neuer Führerschein zur Abholung bereit. Ab jetzt darf ich wieder LKW´s über 7,5 Tonnen fahren.

Ab jetzt kann nicht mehr viel schief gehen.

Danach haben wir noch kurz die Post angeschaut und weiter geht die Reise zurück ins Erzgebirge. Um 19:30Uhr erreichen wir unsere Halle. Hier warten auch schon die Wassertanks. Die Spedition musste leider genau dann anliefern, wenn wir mal 2 Tage nicht da sind.

4×105 Liter Wassertanks

Und während wir den ganzen Tag gefahren sind, wurde an unserer Kabine fleißig gearbeitet. Am Abend erreichen mich folgende Bilder per WhatsApp:

Alle Fenster-Ausschnitte sind fertig

Die Winde für die Quadgarage ist auch schon eingebaut. Hier fand ich eine 600 Kilo Hubwinde mit 230V Anschluss die bessere Lösung als 24V Winden mit irre dicken Kabeln zu verlegen. Mit einer genial einfachen Halterung wird die Winde am Boden eingehängt.

Einfache aber stabile Befestigung der Winde in der Garage

Dies war eine grobe Zusammenfassung der letzten Wochen. Es wird später noch viele Artikel zu Detailthemen wie Möbelbau, Fenster, Technik usw. geben. Aber zuerst müssen wir bauen und schauen, ob das was wir uns so zusammen denken in der Praxis überhaupt funktioniert.

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