AMUMOT Blog

Wir leben, reisen & arbeiten im Wohnmobil

Überall nur Steine und dazu noch nicht einmal besonders schöne. So endete 2018 und begann 2019 für uns. Die Weite des Landes ist schön und zugleich auch schwierig weil man teilweise ewig fährt bis sich die Landschaft mal ändert. Wir besuchen Zagora und starten dann ein neues Abenteuer mit dem Versuch der Sandwüste Erg Chegaga möglichst nahe zu kommen.

Merzouga nach Zagora 300 km in 3 Etappen

Die Campofanten wollen Piste fahren, wir bevorzugen die Straßen und wollen langsam nach Zagora tingeln. Das mit dem Tingeln ist aber gar nicht so einfach, da wir nur schwer Übernachtungsplätze finden.

Fast hoffnungslos, hier einen Übernachtungsplatz zu finden.

Entweder ist das Land nicht befahrbar, oder es gibt keine Pisten oder es gibt einfach keine Stellmöglichkeiten an Pisten. Mit dem Vario erspare ich es mir auch, jede Piste blind zu probieren – das können wir nächsten Winter noch zu Genüge auskosten.

Trotzdem werden wir fündig und verbringen insgesamt vier Nächte auf drei verschiedenen Plätzen.

Platz 1
Platz 2 – hier begrüßen wir auch das neue Jahr
Platz 3

Tanja bekommt den Wüstenkoller – überall seien nur schwarze Steine kein Grün kein nichts was schön ist.

Auf der Straße nach Zagora

So erreichen wir letztendlich schneller als gedacht Zagora, Der Ort ist auch so ein bisschen das Tor zur Erg Chegaga, die größte Sandwüste in Marokko.

3 Nächte in Zagora

Unser Platz auf dem Campingplatz für 5€/Tag
Max muss sich natürlich direkt einschleimen.

Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben, geworden sind es dann doch drei ehe wir uns auf ein neues Wüstenexperiment einlassen. Wir treffen Debbi wieder, die mit inzwischen 3 Hunden ihr Auto in der Werkstatt hat. Schweißen und einmal neu lackieren kostet hier unter 1000€. Natürlich nicht vergleichbar mit europäischem Standard, aber ein alter Bremer bekommt so wieder viele weitere Lebensjahre geschenkt. Die Hunde freuen sich, der Campingplatz entwickelt sich zum großen Hundespielplatz und als Debbi mal nach ihrem Auto in der Werkstatt schauen musste, durfte die kleine Farah zu Ziva in die Kita.

Der Gasthund und Ziva verstehen sich super
Zagora ist auch die Stadt der Automechaniker. Wer etwas am Auto zu reparieren hat, lässt es hier machen.
Camping Sindibad im Palmengarten

Inzwischen treffen auch die gelben Engel in Zagora ein und wir können Sandpisten entspannter angehen. Wer gräbt schon gerne freiwillig.

Piste und Wüste

Ohne ein geländegängiges Auto bist hier echt der Mops, und wenn du in den Sand willst, brauchts auch noch Allrad.
Zumindest drückt sich mir dieser Verdacht auf, denn die schönen Ecken erreichen wir nicht auf geteerten Straßen. Vielleicht sieht es ja in anderen Region von Marokko wieder anders aus. Aber wird haben uns gegen die Warnungen anderer vorgenommen die Gegend um Mhamid zu erkunden und etwas Pisten zu fahren. Mehr als Steckenbleiben kann eigentlich nicht passieren.

Meist sieht die Piste so aus

Wir bahnen uns den Weg durch die Wüste, meist auf topfebener Fläche, durchzogen von ein paar Wadis. Je weiter wir fahren, desto höher werden die Dünen und desto tiefer werden die Weichsandfelder.

Manche Weichsandstellen sind dagegen sehr knifflig.

Aber, und das hätte ich jetzt wirklich nicht gedacht, wir erreichen einen schönen Platz an den Dünen. Hier ist schon lange keine Piste mehr, sondern wir bahnen uns den Weg durch den Sand.
Dir Vorfreude auf nächstes Jahr, wo wir garantiert ein gutes Stück weiter kommen, steigt gerade sehr steil nach oben.

Einmal habe ich mich auch fast festgefahren, konnte mich zum Glück rückwärts wieder befreien.

Das schöne hier, es gibt noch etwas grün in den Dünen und es liegt massig trockenes Holz herum. Dieses sammeln wir ein und machen am Abend ein schönes Lagerfeuer. Ich glaube arg viel besser geht fast nicht mehr – wir sind angekommen. Der Wüstenkoller ist verflogen 🙂

Ganz nebenbei: Wir haben LTE Vollempfang mit 40Mbit Download und 10MBit Upload vom 5 Kilometer entfernten Mhamid.

Tage in der Wüste

Sonntag Morgen in der Wüste

Bevor es weiter geht müssen wir unsere portugiesische Mentalität ausleben und brauchen ein paar Tage Pause.

Richtig viel Sand, ich liebe es über die Dünen zu laufen.
Am Rande der Dünen mit Robby und Stefan.

Nach ein paar Tagen kommt uns Debbi mit ihrem Kumpel Markus, einen jungen Österreicher mit einem VW T3 Syncro mit dabei, besuchen. Sie hatte ihr Auto in Zagora schweißen und neu lackieren lassen. Jetzt wo es wieder fährt folgt sie uns auf die Piste. Ihre drei Hunde und unsere zwei haben mächtig Spaß in den Sanddünen. Ziva liegt neuerdings abends total fertig unterm Tisch. Markus muss dann weiter, er hat noch Termine in Marrakesch.

Der neu lackierte Bremer von Debbi

Sand – überall Sand! Im ganzen Womo macht sich Staub und Sand breit. Es knirscht zwischen den Zähnen, ich glaube sogar die Lebensmittel im Kühlschrank sind sandig. Das ist die eine Seite der Wüste. Auf der anderen Seite haben wir super warme, windstille Tage mit knapp über 20 Grad im Schatten. Das reicht, dass der Sand in der Sonne schon so heiß wird, dass man sich die Füße verbrennt, wenn man es nicht gewohnt ist. Die Nächte sind meist zwischen 2-4°C kalt und am Morgen muss ich kräftig mit dem Ofen heizen.

Die Abende verbringen wir am Lagerfeuer mit Stockbrot, Käsefondue von Debbi oder super leckeren Nudeln á la Campofant.

Lagerfeuer zum Sonnenuntergang in der Wüste

Piste oder Straße – no risk no fun!

Wir stehen ja in Mhamid, hier endet die Teerstraße und es gibt nur noch Piste. Unser nächstes Ziel ist Foum-Zguid von dort geht die N12 weiter Richtung Südwesten und Küste. Wir überlegen ob wir uns 140 Kilometer Piste antun wollen, oder lieber 230 Kilometer Teerstraßen fahren. Auf der einen Seite ist das hier eine der interessantesten und schönsten Wüstengegenden, auf der anderen Seite gibt die Teerstraße nicht viel her. Wir beschließen es einfach mal zu probieren. Problematisch sind nur die Wadis, die mit weichem Sand zu unserem Problem werden könnten. Und das erste große Wadi liegt zehn Kilometer entfernt von uns. Sollten wir es da durch schaffen, können wir den Rest auch probieren. Wenn nicht drehen wir um und fahren die Teerstraße. Zu Sicherheit richten wir uns auf eine Woche Abgeschiedenheit ein – da in dieser Gegend nichts ist, wird es auch mit Internet schwer werden.

Wir bahnen uns den Weg gen Westen

Piste Mhamid – Erg Chegaga

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Mit wenig Luft in den Reifen fährt sich die Piste ganz gut. Der Boden besteht meist aus Sand mit Schotter, der auf der Oberfläche liegt. Wenn man darüber fährt drückt es die Steine in den Boden. Das fährt sich sehr leise. Es gibt auch Waschbrettpiste, hier geht nur langsam fahren oder versetzt fahren. Das größte Problem ist den richtigen Weg zu finden. Die Pisten teilen sich ständig und kommen manchmal wieder zusammen oder verlaufen in ganz andere Richtungen. Wenn wir vor Sackgassen stehen müssen wir auf andere Pisten wechseln, dazu fahren wir teilweise querfeldein. Ein Wadi quert die Piste (oder quert die Piste ein Wadi?? egal), wir fahren ein gutes Stück durch tiefen weichen Sand, bleiben aber nicht stecken.
Das macht Mut um tiefer in den Sand zu fahren prompt bleiben wir im nächsten Sandfeld stecken. Mit dreimal die Sandbleche unterlegen können wir uns aber selbst befreien und weiter geht die Fahrt. So lernt man – probieren und halt auch mal graben.

Das war dann doch zuviel. Debbi steckte weil wir stecken.
Piste nach Foum-Zguid

Nach 18 Kilometern reicht es für heute auch, ich muss noch telefonieren und brauche wenigstens heute noch Internet. Daher suchen wir uns in den Dünen einen Platz zum Übernachten. Es ist nicht immer ganz einfach den Boden zu beurteilen. Einmal ist er fest und einmal total weicher Sand. Einmal fahre ich mich noch fest, kann mich aber ohne Bleche selbst wieder befreien, indem nur etwas den Sand vor den Rändern entferne.

Freistehen in den Dünen

Wir haben einige Leute gefragt ob wir eine Chance haben werden, die Antworten waren nicht eindeutig genug um uns vom Versuch abzuhalten. Wenn es ganz dumm kommt, müssten wir umkehren und zurück fahren. Aber das wissen wir dann, wenn es soweit ist. Da wir nicht wissen, wann wir wieder Internet haben werden und wie lange wir durch die internetlose Zone brauchen werden, gibt es diesen Artikel schon etwas früher als geplant. Sollten wir die nächsten Tage noch Netz haben, gibt es mindestens bei Twitter Updates – das geht nämlich auch mit EDGE noch.

Hier noch ein paar Bilder zum Abschluss:

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