Der Sommer kam tatsächlich noch einmal zurück. Über 30 Grad, kein Regen und das Ende Oktober. Der Sommer 2017 wird für uns als der „never ending Summer“ in Erinnerung bleiben. Aber der Herbst steht in den Startlöchern und in der Nacht merken wir schon deutlich, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis sich das Wetter dauerhaft ändern wird.

herbstfarben

Nochmal richtig tolles Wetter

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir immer noch nördlich von Lissabon sind, also in einer Gegend, wo es im Winter durchaus auch mal schneien kann oder nachts mal Minusgrade hat. Aber am Tage merken wir bisher noch keinen Unterschied zur Algarve, teilweise haben wir sogar deutlich höhere Temperaturen. Darum stehen wir ja auch immer noch hier am Barragem da Amnesia.

Sag ich doch schon die ganze Zeit

Laut den Meteorologen des staatlichen Instituts IPMA war der Oktober in Portugal extrem trocken und außergewöhnlich heiß. In den vergangenen 87 Jahren habe es in keinem Oktober höhere Temperaturen gegeben und in den vergangenen 20 Jahren nicht weniger Oktober-Niederschläge.
(Quelle: Algarve Explorer)

Auf den Spuren der Vergangenheit

An ein paar Erlebnissen möchte ich euch heute teilhaben lassen. Zum Beispiel habe ich die Gelegenheit ergriffen und bin mit Klaus, welcher auch länger als gedacht uns Gesellschaft leistete, zur nächst größeren Stadt gefahren. Während Klaus in verschiedenen Läden einkaufen war, habe ich mir eine alte, verlassene Mühle angeschaut. Das Gelände steht offen und man kann einfach so hineingehen. So ganz ungefährlich ist das natürlich nicht. Aber was soll´s, alles was Spaß macht ist entweder verboten, gefährlich oder in dem Fall sogar beides.

lost place

Büroräume

Das große, drei Stockwerk hohe Gebäude ist mir schon öfter aufgefallen, nur hat mir bisher immer die Zeit gefehlt, einen Blick in das Innere zu wagen.

Lost Place

Fensterfront im Büro

Es handelt sich hier um eine Mühle, in der bis 1974 Mehl gemahlen wurde. Eine Mehlmahlmühle also. Viel gibt es im Inneren zwar nicht mehr zu sehen, aber trotzdem braucht man schon gut eine Stunde, bis man in jeden Winkel geschaut hat. Weitere Gebäude sind zwar auch noch vorhanden, können aber wegen hoher Brombeerhecken nicht erreicht werden.
Man muss auf dem ganzen Gelände aufpassen, dass man nicht in irgendeines der Löcher fällt. In den Stockwerken sind Löcher im Boden, wo früher mal die Förderrohre verliefen oder ein Aufzug installiert war. Draußen sind große Tanks im Boden eingelassen, und irgendwer hat wohl mal die Stahldeckel brauchen können. Auch im Innern wurde der eine oder andere Deckenträger herausgetrennt. Zum Glück hält die Decke und das ganze Gebäude auch ohne diese Träger.

Freier Blick zur Decke. Die Zwischenböden liegen mir zu Füßen…

dach weg

Hier ist auch das Dach schon eingestürzt.

Ganz anders sah es dagegen in einem weiteren Gebäude aus. Hier sind wohl wegen dem undichten Dach gleich alle Stockwerke nach unten gekracht. Darum begehe ich auch nie Holzböden, man weiß nie wie morsch die schon sind. Bei Betondecken ist die Überlebenschance etwas größer.

zeitung

So hat die Mühle mal funktioniert. Diese Info fand ich ich in einer Anlagenbeschreibung die hier rumlag.

Auf jeden Fall war es ein spannender Ausflug. Mehr Bilder findest du hier im Google Album.

Platt isser – dumm gelaufen

Schraube im Reifen

Schraube im Reifen

Das Ergebnis dieses Ausflugs war übrigens ein Plattfuß bei Klaus am Womo. Eine fette Schraube hat sich in den Reifen gebohrt.
Die Gelegenheit, mein (laut div. Reifenhändler: in Deutschland illegales) Reifenflickzeug auszuprobieren. Das hatte ich mir kurz nach dem Plattfuß beim Ducato bestellt. Es handelt sich dabei um einen Docht, welcher mit einer Nadel in das Loch gezogen wird und so den Reifen dauerhaft abdichtet.
Die Wahrscheinlichkeit, dass bei dieser Flickmethode etwas passiert ist geringer, als sich einen erneuten Reifenschaden durch einen anderen Fremdkörper zu holen. Daher stehe ich der Flicktechnik aufgeschlossen gegenüber. Es geht schnell und ist ohne Demontage des Rades möglich.

Plattfuß

Am längsten hat das Aufpumpen des Reifens gedauert.

Ausflug mit dem Fanti

Max beim Hundedoktor

Weniger toll war der Besuch beim Tierarzt wegen Max.

Am Donnerstag hat sich Max ganz normal hingelegt und fängt auf einmal an zu schreien. Wo er Schmerzen hatte, und woher sie kommen, kann bis heute keiner genau sagen. Wir vermuten, dass es ein eingeklemmter Nerv oder so ist. Die Schmerzen waren auf jeden Fall recht stark und nachdem sich bei Max selbst 2 Stunden später keine Besserung zeigte, beschlossen wir zum Tierarzt zu fahren.

Dieser war ähnlich ratlos wie wir, gab ihm eine Spritze gegen die Schmerzen und meinte wir sollen es beobachten und wenn es sich verschlechtert, sollen wir noch einmal kommen. Es wurde zum Glück wieder besser, schon am nächsten Tag schrie er nur noch einmal als er den Kopf nach hinten drehte.

max

Der faulste Hund der Welt, er hat sich echt mal aufgerafft und ist mir spazieren gegangen.

Der Donnerstag war auch der Tag, an dem wir den ersten leichten Regen bekamen. Wir haben inzwischen auch schon November und es wird dringend Zeit, dass es mal zu reichlichen Niederschlägen kommt.

ruine mit wolken

Kurz vor dem Regen – wir waren natürlich gerade spazieren und wurden später noch nass.

O´zapft is – Wasser marsch!

Seit etwa 3 Wochen haben wir, ziemlich in der Nähe unseres Platzes, am Ufer des Sees, eine Quelle. Das ist natürlich genial, frisches Quellwasser kann die Standzeit quasi ins Unendliche ausdehnen.

Die Frage war nur, wie kommt man an das Wasser, ohne unnötig viel Sand mit einzusammeln? Die passende Idee kam mir erst gestern. Ich habe noch den alten Antennenmast dabei, und mit diesem baue ich mir einen Brunnen.

Quellwasser

Hier sprudelt das Lebens-Elexier ganz gratis aus dem Boden

Das zwei Meter lange Rohr ergibt gerade genug Höhenunterschied, damit ich eine Schüssel oder einen Kanister unterstellen kann.

quelle nutzen

Ganz simpel – etwas Sand reicht, damit das Wasser über das Rohr abfließt.

Gratis Wasser

So kann ich einfach meinen Kanister füllen.

Jetzt können wir ganz bequem Wasser zapfen, welches von der Qualität sogar so gut sein sollte, dass es in den Tank kann. Die Portugiesen holen selbst an jeder Quelle mit Kanistern und Flaschen Trinkwasser, daher vermute ich mal, dass die Qualität so schlecht nicht sein kann. Hier gibt es im Umkreis von 10 Kilometern keine Menschenseele und auch keine Landwirtschaft.

Schönster Sonnenaufgang

sunrise

Sonnenaufgang im Paradies

Vielleicht kannst du anhand dieser Bilder besser verstehen, warum wir 4 Wochen an einem Platz stehen bleiben …

Reisekamera mit Festbrennweite

AMUMOT big Picture Portugal

Ich habe ein neues interaktives Album. Es nennt sich AMUMOT big Picture Portugal. Hier sammle ich meine besten Bilder von Portugal.
Es ist ein wilder Mix zu den verschiedensten Themen. Die Bilder werden auch immer wieder ausgetauscht und es kommen neue dazu. Wenn du Lust hast, kannst du mit deinem Google Konto ganz einfach dem Album folgen. Bei einem neuen Upload wirst du dann automatisch benachrichtigt.

reisefotografie portugal

Big Picture Album (aufs Bild klicken!)

Ganz schön nass hier

In der Nacht zum Samstag ging es dann richtig zur Sache. Schon am Abend zog ein Gewitter nach dem anderen über uns hinweg und brachte immer wieder kräftige Regenfälle. Es hat über die Nacht so viel geregnet, dass der Wasserstand am See direkt um ein paar wenige Zentimeter gestiegen ist. Auch im Ducato stieg der Wasserstand etwas – die Dachluke ist undicht und möchte neu abgedichtet werden. Ganz tolle Idee bei dem Wetter!
Der Samstag war dann wieder ruhig und friedlich. Etwas windig wars, viele Wolken und auch etwas Sonne leisteten uns Gesellschaft. Die Dachluke vom Ducato ist schon wieder vergessen…

landschaft

21 Grad und kein Regen, am Samstag ist wieder alles gut.

Vorsichtiger Blick in die nächste Woche

Jetzt ist aber Schluss mit der faulen Zeit. In der kommenden Woche gönnen wir uns etwas Kontrastprogramm. Wir wollen meine Lieblingsstadt in Portugal besuchen. Ich hoffe sehr, dass das Wetter für die paar Tage durchhalten wird, wir trocken die Stadt anschauen können, und dabei auch ein paar schöne Bilder entstehen werden.

REGEN!
AMUMOT in Lissabon

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