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Wir leben, reisen & arbeiten im Wohnmobil

Mit Spannung erwarten wir den lange vorhergesagten Regen. Am Dienstagabend um 18 Uhr war es dann endlich soweit. Aber der versprochene Dauerregen entpuppte sich zuerst als Dauer-Nieselregen. Am Mittwoch beginnt es nach einer kurzen Regenpause dann richtig zu schütten. Starkregen vom Feinsten, binnen weniger Minuten stehen wir mitten in einem See.

pfützen
Land unter an der Algarve

 

Und genau jetzt meldet die Wasserpumpe, dass der Wassertank leer ist.
Schon lustig irgendwie, da säuft man gerade ab und sitzt gleichzeitig auf dem Trockenen.

Irgendwie ist gerade alles leer: Diesel, Gas, Wasser, Kühlschrank und sogar die Akkus.

Es hilft alles nichts, wir räumen fahrfähig und nutzen den Mittag um Wasser zu tanken und einkaufen gehen wir bei der Gelegenheit auch gleich. Während der Fahrt kann der Booster die Batterien nachladen.

An der Ver- und Entsorgungsstation in Messines fülle ich den Wassertank. Mit Regenjacke und kurzer Hose schließe ich draußen den Schlauch an – es schüttet so sehr, dass die Hose nach kurzer Zeit durchweicht ist. Der Rest bleibt wenigstens einigermaßen trocken.

Danach fahren wir zum Intermarché. Während Tanja einkaufen geht, tanke ich Diesel. Der Kassierer meint “Mistwetter!”. Ich frage ihn, ob es nicht gut fürs Land ist? Da strahlt er und sagt: “Ja sehr gut, endlich Regen”.

Auch wenn ich Regen eigentlich nicht mag, so freue ich mich doch sehr für die Einheimischen, dass sich die Wasserprobleme etwas entspannen können. Wir hatten diesen Winter bisher 75% weniger Regen als normal. Man spricht von Dürre.

Kurz bevor Tanja mit dem vollen Einkaufswagen den Supermarkt verlässt stoppt der Regen und die Sonne kommt zum Vorschein. Geile Sache, etwas Glück im Leben hebt die Stimmung 🙂 Und ich hatte mir schon überlegt wie man bei Regen und Sturm die Einkäufe halbwegs trocken ins Womo bekommt.

Während ich vorher noch auf Tanja wartete, schreibt mich Sebastian von Arbeiten unterwegs an. Er ist in Deutschland und seine Frau Steffi sitzt im neu gekauften Wohnmobil in Portugal – und es regnet hinein. Ob ich da nicht mal schauen könnte. Die Zwei haben echt Glück, dass sie ganz in der Nähe von Messines stehen und so machen wir noch einen Abstecher zu ihrem Stellplatz. Auch hier haben wir Glück, denn während ich den Kamin der Heizung abdichte, scheint sogar etwas die Sonne. Trotzdem gelingt die Arbeit nicht ganz perfekt, da es für solche Arbeiten trocken sein sollte. Aber für die erste Notabdichtung hat es wohl gereicht.

Mit immer noch fast leerem Gastank fahren wir nun wieder nach Hause. Nach all dem Regen sind wir nun gespannt, was der Bach so macht. Ist´s nun wieder ein reißender Strom wie im Frühjahr 2017?

Nö, ein paar Pfützen sind da, aber von einem Bach ist weit und breit nichts zu sehen.

Am Donnerstagmorgen, nach einer feuchten Nacht und etwas Starkregen am Vormittag höre ich es draußen auf einmal Rauschen. Wie was wo? Applaus Applaus, wir haben wieder fließendes Wasser!

Ich gehe gerade mal raus um ein Bilder zu machen, da kommt ein altes portugiesisches Ehepaar vorbei und freut sich sichtlich, dass der Bach nun wieder Wasser führt. Sie sprechen nur portugiesisch, aber so ganz langsam kann auch ich ein paar Wortfetzen, und die Verständigung klappt. Sie meinen wir sollen aufpassen, das Wasser stand auf der Wiese schon einen Meter hoch. Kaum zu glauben, wenn man sieht, wie viele Meter es zum Bachbett noch nach unten geht.

Flutwelle
Endlich wieder Wasser im Bach

 

Anhand von Hochwasser Spuren in den Bäumen und Büschen kann man jedoch schon sehen wie hoch das Wasser steigen kann. Wir bleiben aber erstmal stehen, und beobachten den Wetterbericht und entscheiden dann am Abend ob ein Umzug nötig ist.

Der Wasserstand ist über den Tag auch leicht zurückgegangen und stärkere Regenfälle bleiben aus. Also bleiben wir stehen.

Der Freitag war dann schon wieder etwas besser. Trockene Abschnitte bestimmen den Tag, wir können endlich wieder raus gehen. Dank dem Wasserstand sind unsere Spazierwege nun um 90% weniger geworden. Es gibt nur noch die Straße und 900 Meter Weg, der in einer Sackgasse endet. Eine Brücke oder Fähre wäre jetzt toll, oder ein Womo mit dem man auch durch tiefes Wasser fahren kann 😉

Apropos Wasser, dem armen Max hat man die Enttäuschung richtig angesehen, als er den reißenden Bach gesehen hat und ihm wohl klar wurde, dass die Zeit jetzt vorbei ist, wo man trockenen Fußes an das andere Ufer kommt.

Womo
Kurz nach Sonnenaufgang

 

Eiche
Die Morgensonne vertreibt den Nebel

 

Diese Bilder sind ein Grund, warum ich das Leben im Wohnmobil so sehr liebe. Ich kann an Orten stehen und morgens direkt nach dem Aufstehen raus in die Natur gehen und live miterleben wie ein neuer Tag erwacht. Die unterschiedlichen Stimmungen, wenn die Sonne über den Berg kommt sind einfach unbeschreiblich schön.

Eigentlich wollte ich ja am Vormittag etwas wandern gehen, aber die Wolken waren schneller als ich, und darum habe ich die guten Vorsätze auf besseres Wetter verschoben. Stattdessen fahren wir am Mittag nach Loulé ins Einkaufszentrum. Etwas in den Läden bummeln und danach noch essen gehen. Auf dem Gelände befindet sich eine Pizzeria, welche wir natürlich ausprobieren müssen. Ich hatte schon seit Monaten keine Pizza mehr gegessen.
Das essen war ok. Nicht umwerfend gut, aber auch nicht schlecht.

Wetterbedingt ist in der letzten Woche nicht viel passiert. Diese Woche wurde es etwas besser – zwar ist es mit 16 Grad am Anfang der Woche noch recht kühl, aber wenigstens lässt sich die Sonne mal wieder blicken. Am Montag herrscht wildes Aprilwetter. Mit Regenschauern, ein paar Windböen und immer wieder sonnigen Abschnitten. Wer sich draußen aufhalten möchte, sollte das gut planen – das Wetter änderte sich binnen Minuten von wolkenlosem Himmel zu Gewitter.

Auf einem kurzen Ausflug besuchte ich ein verlassenes Fabrikgelände. Nachfolgend ein paar Bilder davon:

Lost Place Algarve

Was aber zu Anfang der Woche noch gut aussah, entwickelte sich schon ab Mittwoch wieder zu einer verregneten Restwoche mit wenig Sonnenstunden. Im Centro kamen in den letzten Tagen einige hundert Liter/m² runter. Das bedeutet, dass der Wasserstand der Stauseen definitiv gestiegen sein muss.

Ich wurde neugierig, ob dem nun wirklich so ist. Ich kann mich vage daran erinnern, dass ich irgendwann mal eine Seite im Internet gefunden hatte, wo die Wasserstände in Portugal aufgeführt wurden. So begann ich zu suchen und nach einer Stunde hatte ich es doch geschafft.

Auf der Seite von SNIRH – Sistema Nacional de Informação de Recursos Hídricos wurde ich fündig. Hier findet man alle Daten rund ums Wasser in ganz Portugal. Schnell sieht man auch die katastrophale Lage: fast alle Stauseen haben selbst Ende Februar noch einen Wasserstand weniger 40%, meist sind es sogar weniger 20%. Leider werden die Daten nur monatlich zur Verfügung gestellt, weshalb die starken Niederschläge vom März noch nicht enthalten sind. Und diese waren bisher nicht zu verachten, was wir ja auch deutlich merken.

Am Freitag Morgen spielten noch ein paar Motorradfahrer im Bach. Der Wasserstand war also normal, 2 Stunden später traue ich meinen Augen nicht: Nur noch etwas mehr als ein Meter trennt die Wiese zum Bach. Dabei hatte es doch gar nicht sooo viel geregnet.

Da weitere Regenfälle über die Nacht angesagt sind, beschließen wir am Nachmittag doch von hier zu flüchten. 3 Stunden bis zur Dunkelheit sollten ausreichen, für Platzwechsel und Wäsche waschen.
Tanja fährt los, aber der lehmige, aufgeweichte Boden ist wie Schmierseife. Nach mehreren Anläufen schaffen wir es jedoch den Ducato auf die Straße zu bekommen. Nun ist der Weg perfekt präpariert um ihn mit dem 7,5 Tonner zu befahren. Ich schaffe es aber wenigstens bis 2 Meter an die Straße – dann steckt das Womo.

Weiter probieren ist zwecklos, die Reifen sind mit Lehm zugesetzt und wegen der Schräge des Weges bin ich mit dem Heck schon leicht abgedriftet, so dass es zurück eh nicht mehr geht, denn da steht ein Baum.

Matsch
Nichts geht mehr auf dem Lehmboden

 

Wir hängen den Ducato per Abschleppseil vor das Womo und Tanja probiert zu ziehen. Wir stehen am Hang, der Ducato muss also 10 Tonnen wegschleppen, was nicht gelang. Es dauert bei mir immer recht lange bis ich mal denke, dass wir ein Problem haben. Aber heute sah es wirklich danach aus. Das Womo rutscht hinten immer weiter in Richtung Felsen und der Ducato packt es nicht. Ist auch klar, die Kupplung ist nicht gemacht um mit 10 Tonnen am Berg anzufahren.

Womo
Der Crosli Abschleppdienst ist zum Glück zur Stelle

 

Wir machen Fahrerwechsel – Tanja lenkt das Womo, ich ziehe mit dem Ducato. Wenn man statt der Kupplung die Reifen arbeiten lässt, klappt es auch. Ich lasse die Kupplung so kommen, dass die Reifen durchdrehen. Dabei gebe ich nur so viel Gas, dass die Drehzahl nicht zu hoch ist. Die Zugkraft reicht gerade so aus, dass sich das ganze Gespann langsam in Bewegung setzt und letztendlich auch der Vario wieder festen Boden erreicht. Natürlich rutschte dabei die Hinterachse weiter Richtung Felsblöcke, bis der Aufbau an einem Felsen anlag. Wenigstens rutschte die Hütte jetzt nicht mehr weiter ab und es ging vorwärts.

Bambusbachgedaechniskratzer
Der Bambusbachgedaechniskratzer

 

Übrig bleibt der Bambusbachgedächniskratzer. Übrigens der erste Kratzer der nicht von Bäumen stammt und ich bin nicht mal gefahren. Aber egal – mit Verlusten ist zu rechnen wenn man solche Dinge macht.

Wenige Kilometer später gab es einen kleinen Erdrutsch, zum Glück passte mein Womo gerade noch so durch. Etwas mehr, und wir wären vom Bambusbach nicht mehr weggekommen.

Erdrutsch an der Algarve

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Die Aktion vom heutigen Tag reichte mir jetzt, wir fahren etwas gen Osten nach Sao Brás de Alportel. Ein kleine Stadt mit Lidl und Intermarché. Tanja geht zu Lidl einkaufen ich beim Intermarché Wäsche waschen. Begleitet von heftigem Wind und strömenden Regen.

Als wir fertig sind ist es schon lange dunkel und wir suchen einen Platz an einem verlassenen Steinbruch. Tolle Idee bei Nacht, vom Regen aufgeweichte, unbefestigte Wege zu fahren. Der andere Plan wäre gewesen an einem kleinen Bach im Wald zu stehen – Bach – Regen … also auch nicht besser.

Am Samstag ist die Welt dann wieder in Ordnung, der Regen ist fürs Erste verschwunden, nur der Wind ist noch da. Wir ziehen noch einmal um, denn der Platz ist total matschig. Wenn wir mit den Hunden rein kommen, ist das Womo innen voll mit rotem Matsch. Das Umparken klappt aber nicht auf anhieb, denn ich stecke schon wieder im weichen Boden fest.

Nachfolgend ein kurzer Film von der Umparkaktion:

Mit dem Wohnmobil im Steinbruch

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Zum Wetter: Es nervt mich langsam und es ist keine Besserung in Sicht. Einzig der Gedanke dass es für Portugal gut ist, tröstet über das Wetter hinweg. Da es auch in Spanien nur in einem kleinen Gebiet um Murcia noch trocken ist, lohnt es sich nicht wirklich deshalb das Land zu wechseln. Spanien ist um diese Jahreszeit bis auf Küstennähe sehr kalt und an der Küste ist es noch voller als in Portugal.

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