Wie schon im letzten Blogartikel angekündigt, sind wir auf dem Weg in die Stadt. Und zwar nicht nur irgendeine Stadt, sondern die Hauptstadt Portugals – Lissabon. Zwischen uns und der Stadt lagen aber 160 Kilometer, weshalb wir die Anreise gleich auf ein paar Tage ausgedehnt haben, um uns wieder langsam an das mobile Leben gewöhnen zu können 😉

Von See zu See

Auf unserer ersten Etappe nach Lissabon mussten wir einkaufen und entsorgen. Danach endet die Etappe an einem kleinen Stausee nahe der N4. Hier blieben wir auch direkt zwei Nächte stehen.

barragem dos minutos

Zwischenstopp am Barragem dos Minutos

Montemor-o-Novo – besser als gedacht!

Auf der zweiten Etappe legen wir einen Zwischenstopp in Montemor-o-Novo ein. Die kleine Stadt hat eine Burganlage, auch sonst gibt es recht viel zu sehen. Mir hat es in Montemor-o-Novo sehr gut gefallen und hätte ich das schon vorher gewusst, hätten wir unsere Route anders geplant und hier mehr Zeit verbracht. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Castelo von Montemor-o-Novo

Castelo von Montemor-o-Novo

Ermida de Nossa Senhora da Visitação

Ermida de Nossa Senhora da Visitação

Unser Tagesziel liegt aber noch etwas weiter westlich in Vendas Novas. Während Tanja schon voraus fährt, tingeln Stefan und ich hinterher und erreichen mit etwas Verzögerung den Zielort Vendas Novas. Auf den letzten paar hundert Metern haben wir uns noch einen Verfolger eingefangen. Die GNR ist neugierig, was wir hier in der Stadt wollen, und schaut daher nach dem Rechten. Vielleicht liegt es auch nur an dem knuffigen Fanti, der das Interesse der GNR auf sich zieht, denn von mir wollten sie zuerst mal nichts wissen.

Es sah nach einer normalen Fahrzeug-Kontrolle aus. Sie wollten die Fahrzeugpapiere und die grüne Versicherungskarte sehen. Aber irgendwas gefiel ihnen an den Papieren vom Oldtimer Fanti nicht, weshalb auch meine Papiere zum Vergleich heran gezogen wurden. Ein Dokument vom TÜV fehlt – sowas haben wir als Deutsche natürlich nicht dabei – bzw. warum sollten wir das zeigen.

Wir erklärten mal wieder, dass der gültige TÜV in Form eines Stempels auf dem Kennzeichen zu erkennen sei. Da haben Sie dann auch nachgeschaut und ich überlegte mir schon eine passende Erklärung warum mein TÜV seit Monaten abgelaufen ist. Auch bei Stefan sah es nicht viel besser aus, aber 10/17 am Fanti bzw. 05/17 bei mir fanden Sie super. Dass meine grüne Versicherungskarte nur bis 06/17 gültig war, war auch spitze. Wir atmen auf und sind erleichtert. Gerade an diesem Tag wäre ein Umweg zum portugiesischen TÜV sehr unpassend gewesen.

Ob wir hier schlafen können, fragte ich noch, wenn sie schon mal hier sind. Auch das ist kein Problem, und dass wir morgen weiter fahren hat sie auch sehr beruhigt. So verlief also meine erste Polizeikontrolle mit abgelaufenem TÜV ohne nennenswerten Probleme.

Vendas Novas

Freistehplatz in Vendas Novas

Wir haben hier übrigens wie immer ruhig und gut übernachten können. Ich hoffe das ist auch beim nächsten mal wieder so, ich bitte darum, die Koordinaten nicht in irgendwelche Stellplatz Datenbanken einzutragen!
Parkplatz in Vendas Novas hinter dem Stadion:
GPS: 38.670374, -8.461967

AMUMOT in Lissabon

Lissabon

Am nächsten Tag verlassen wir wie versprochen wieder die Stadt und begeben uns auf direktem Weg auf die Autobahn mit dem Ziel Seixal am südlichen Tejo Ufer. Da wir ein paar Tage in Lisboa bleiben wollten und der Campingplatz nicht zu den ruhigsten Orten in Lissabon zählt, suchte Tanja nach einer Alternative und fand den Parkplatz der Fährgesellschaft Transtejo, welche von hier direkt ins Zentrum fährt.

Transtejo Seixal

Parkplatz in Seixal beim Transtejo

So haben wir einen halbwegs sicheren Parkplatz und können bequem mit dem Boot innerhalb von 30 Minuten die Innenstadt von Lissabon erreichen. Der Parkplatz kostet am Tag 1,20€ und ist am Wochenende sogar kostenfrei. Nachts ist es total ruhig und am Tage eigentlich auch, außer man parkt direkt an der Parkplatzeinfahrt – so wie wir…

Miradouro de Santa Luzia

Miradouro de Santa Luzia im Alfamaviertel

In Lissabon kann man sich ewig aufhalten, und für alle Geschmäcker hat die Stadt etwas zu bieten. Neben den Straßenbahnen, welche immer noch total geil finde, lag mein Fokus dieses Jahr auf Lost-Places und Streetart. Also Graffitis und sonstige Kunst, die so eine Stadt zu bieten hat.

Ich will nicht alles aufzählen, was ich in einer Woche Lissabon erlebt habe. Die Tage waren lang, unter 6 Stunden war ich nie weg, der Rekord lag bei 16 Stunden unterwegs. Dabei ließ ich es stets gemütlich angehen, mit vielen Pausen an irgendwelchen Plätzen, wo ich auch einfach mal verweilte und das Stadtleben auf mich wirken lies. Leute beobachten, durch die Gegend schauen und in einem Café oder einem der vielen Kioske in Lissabon einen Kaffee (Espresso) trinken.

Kiosk bei Nacht

Auch sehr gemütlich – Lissabon bei Nacht!

Lost Places in Lissabon

Miradouro Panorâmico de Monsanto

Jetzt öffentlich zugänglich: Miradouro Panorâmico de Monsanto

Auf der Suche nach Lost Places war ich in anderen Orten schon deutlich erfolgreicher. Ist auch kein Wunder, in so einer großen Stadt gibt es keinen Ort, der nicht schon von irgendjemand gefunden wurde. Auch die Stadt selbst ist immer hinterher, die Orte so gut es geht zu verriegeln um ungebetene Gäste fern zu halten. Ganz anders dagegen beim Panoramico de Monsanto. Einem echten Geheimtipp in der Lost-Place Scene, welchen man einfach gesehen haben muss, wenn man in Lissabon ist. Wir fuhren dafür extra mit dem Ducato in die Stadt, da hier keine öffentlichen Verkehrsmittel hinfahren. Es war am vergangen Sonntag und als wir das Gebiet erreichen, wundere ich mich schon über die vielen Autos und die Polizei, die den Verkehr regelt. Was ist hier los, dachte ich mir und war fast sprachlos, als ich das alte Restaurant auf dem Berg sah, in dem sich viele Leute tummeln. Tja, das ist jetzt kein Lost Place mehr, sondern eine neue Attraktion von Lissabon. Man hat das Gelände etwas gesäubert und in den ganzen Etagen Geländer angebracht, damit die Besucher nicht aus Versehen hinunterfallen können.
Auch wenn das hier kein Lost Place mehr ist – ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, denn der Blick über die Stadt ist beeindruckend! Und das Ganze ist sogar noch kostenfrei.

Miraduro Monsanto

Kein Lost Place mehr – aber trotzdem sehenswert!

Einen weiteren Platz versuchten wir in Cacilhas am südlichen Tejo Ufer zu erkunden. Hier gammelt das Gelände einer (vermutlich) Fischfabrik vor sich hin. Leider ist auch hier kein Hineinkommen, außer an einer Stelle. Aber da sind 2 Stockwerke teilweise eingestürzt und man müsste über die Trümmer klettern um in die Gebäude zu gelangen. Über einem hängen Überreste des Dachs und unter einem ist der Keller, wo keiner weiß wie lange die Decke darüber noch hält. Hier haben wir abgebrochen da es vermutlich eh nichts außer Schutt zu sehen gibt.

Streetart in Lissabon

Dafür waren die verlassenen Hallen in Cacilhas entlang des Tejoufers mit teilweise beeindrucken Graffitis verziert. Wer sich dafür nicht begeistern kann, kann in Cacilhas auch lecker Fisch essen gehen und das U-Boot im Hafen anschauen.

Weiter auf der Suche nach LostPlaces, welche in Lissabon auch meist etwas mit Streetart zu tun haben, fanden wir einen Ruinenkomplex mitten im Alfamaviertel. Ein Künstler hat sich hier ausgetobt und dem Ort eine spezielle Note verpasst. Fand ich ganz nett gemacht.

Streetart Lisboa

Auch andere Künstler haben es in Lissabon zu einem gewissen Bekanntheitsgrad gebracht wie zum Beispiel Bordalo 2, welcher einige Hauswände mit seinen Wandbildern aus Müll recht eindrucksvoll gestaltet hat.

Sightseeing in Lisboa

Pastéis de Belém

Muss man probiert haben – Pastéis de Belém

Natürlich darf auch ein Besuch der normalen Highlights von Lissabon nicht fehlen. Wir fahren nach Belem, schauen uns den Torre de Belém an und endlich, nach meinem vierten Besuch in Lissabon, probieren wir ein original Pastel de Belém. Die Dinger sind nicht mal so teuer, gerade mal 1,20€ kosten so ein kleines Törtchen, welches die Kalorieren von einem vollwertigen Mittagessen beinhaltet.
Ein Tipp an alle Portugal Besucher: Probiert die Pastel de Belém, sie sind wirklich anders als die überall erhältlichen Pastel de Nata.

Torre de Belém

Torre de Belém

Tram fahren in Lissabon

Hast du dich immer schon gefragt, wie man es schafft in den kleinen Historischen Straßenbahnen einen Sitzplatz bekommen? Das geht ganz einfach. Gehe zum Park Estrela (Jardim da Estrela), der ist sowieso einen Besuch wert, und davor ist die Endstation der Linie 28 Estrela. Hier müssen alle aussteigen und du kannst danach an dieser Station als einer der ersten einsteigen und dir einen schönen Fensterplatz sichern. Nimm die Einzelplätze auf der rechten Seite, dann siehst du, wie eng es teilweise in den Gassen zugeht.

Tram Lissabon

Linie 12 & 28 in Lissabon

Tram Lisboa

Lissabon bei Nacht

LX Factory und Village Underground

An unserem letzten Tag in Lissabon besuchen wir die LX Factory. Auf dem Gelände einer ehemaligen Spinnerei haben sich einige kreative Firmen, Bars und Restaurants angesiedelt. Inzwischen hat die LX Factory schon den Status einer Sehenswürdigkeit erreicht und sollte unbedingt bei einem Städtetrip durch Lissabon besucht werden. Mit der Linie 15E erreicht man die Factory bequem und kann durch die Gassen schlendern und sich die Wandmalereien und Verkünstelungen anschauen. Die mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Bars laden zu einem Snack oder Kaffee ein und bei schönem Wetter ist das hier wirklich ein toller Ort. Der Lärm der Tejo Brücke (Ponte de 25. April) ist dabei stets anwesend und nicht zu verachten. Aber das gehört hier einfach dazu.
Direkt daneben, unter der Brücke des 25. Aprils, befindet sich das Carris Betriebsgelände mit eigenem Museum – wenn du dich für alte Straßenbahnen und Busse aus Lissabon interessierst. Im hinteren Teil des Geländes findest du das Village Underground, welches aus einigen Containern und zwei alten Doppeldeckerbussen, die aufeinandergestapelt wurden, besteht. Hier haben wir einen Salat gegessen und einen Kaffee getrunken. Die Preise haben es aber in sich.

Village Underground Lisboa

Village Underground Lisboa

Aufzug Santa Justa

Elevador Santa Justa

Elevador Santa Justa

Santa Justa Elevador

Schild am Eingang zu den Kabinen des Santa Justa

In Lissabon gibt es einige Aufzüge, welche die Unterstadt mit der Oberstadt verbinden. Der bekannteste und auch schönste, befindet sich zwischen dem Praca Comercio und dem Praca Figueira. Nicht zu übersehen, wenn du vom Tejo Ufer in die Stadt läufst. Die Fahrt damit kostet 5,10€ und lohnt sich nur, wenn man sowieso schon das 24h Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel (außer Züge) gekauft hat. Leider ist hier ein gigantischer Andrang und die Wartezeit kann schon mal eine Stunde und mehr betragen. Wir sind am Abend damit gefahren, mussten aber trotzdem ziemlich lange anstehen. Wer nicht so viel Zeit hat, sollten auf die Fahrt verzichten – ist eh nicht so Wahnsinns spektakulär.

Convento do Carmo

Der Aufzug Santa Justa und daneben die Überreste des Convento do Carmo

santa justa lisboa

Noch richtig rustikal ist die Steuerung des Aufzugs

santa justa innen

Die Kabinen von innen

Wenn sich der Tag dem Ende neigt, versammeln sich viele am Ufer des Tejo, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Jetzt im Herbst geht die Sonne schon deutlich weiter südlich unter und man kann den Sonnenuntergang schön von Lissabon aus beobachten.
Für die musikalische Unterhaltung sorgen einige Straßenmusiker. Teilweise sind es richtige Bands, die hier für Stimmung sorgen und ihre CD´s verkaufen. Mir hat jedoch der singende Skeletti am besten gefallen.

Steinmänchen am Tejo

Der Mann baut Steinmännchen in Perfektion.

Sonnenuntergang Lissabon

Sonnenuntergang am Tejo in Lissabon

Die never ending Story mit dem Sony Objektiv

Im Juli habe ich mir mit meiner neuen Kamera auch ein 28mm Objektiv gekauft. Dieses Objektiv treibt mich noch zum Wahnsinn. Es hat keine 5 Tage funktioniert, dann fingen die ersten Ausfälle an. Zuerst ging es nur wenn es warm war, dann irgendwann gar nicht mehr. Ich habe es nach Deutschland geschickt, wo es repariert werden sollte. Natürlich ging das Teil als es in der Werkstatt war und wurde ohne erkennbaren Mangel zurückgeschickt. Da ich keine Lieferadresse Portugal habe, habe ich es zu Arnold schicken lassen und er hat es Klaus geben, welcher mir das Objektiv Anfang Oktober zurückgebracht hat.

Es war natürlich abzusehen, dass ein nicht repariertes Objektiv nicht ewig funktionieren wird, und schon nach 2 Wochen gab es wieder den ersten Ausfall. Inzwischen geht es gar nicht mehr.
Hier in Lissabon hatte ich die Hoffnung, dass ich vielleicht über einen Sony Händler eine Reparatur auf Garantie bekomme. Das hat auch geklappt, ich musste zu einer Werkstatt in Cascais fahren und das Teil abgeben. Man macht eine Ausnahme, weil ich reisender Tourist bin. Normal müsste ich das Teil in Deutschland reparieren lassen.
Dumm ist nur, in Portugal wird nichts repariert, das Objektiv wird jetzt zu Sony nach Madrid geschickt und dort hoffentlich endlich dauerhaft repariert. Dauer: 2-4 Wochen! So lange müssen wir also im Raum Lissabon bleiben, damit ich das Teil wieder abholen kann.

Mehr Lissabon Bilder

Um die Ladezeiten hier im Blog in Grenzen zu halten, habe ich noch ein weiteres Album bei flickr angelegt. Viel Spaß beim Bilder anschauen.

Lissabon 2017

Eine Woche reicht dann auch!

Am Donnerstag, nach genau einer Woche endet unsere Zeit in Lissabon, wir konnten genug Material und Informationen für unser neues Projekt sammeln und brauchen jetzt dringend wieder Ruhe auch um die ganzen Informationen und Bilder verarbeiten zu können!
Das grobe Ziel ist der Atlantik. Strand und Wellen hatten wir schon ewig nicht mehr. Als Zwischenstopp nutzen wir den Stausee Pego do Altar, wo wir Ernst, Sonja, Stefan und Robby wieder treffen. Der See ist so leer, dass sogar eine Brücke wieder zu sehen, welche 20 Jahre lang unter Wasser war.

Brücke aufgetaucht

Pego do Altar mit Brücke

Atlantik – Wellen und Strand

Am Freitag kommt unsere letzte Etappe. Zuerst besuche ich die kleine Stadt Alcácer do Sal, denn ich bin hier schon oft durchgefahren, aber noch nie hatte ich hier angehalten. Die alte Hubbrücke wollte ich mir einmal genauer ansehen und eine kurz Runde durch Stadt drehte ich auch gleich.

Alcácer do Sal

Ich schaue mir die kleinen Gassen an und laufe entlang der Uferpromenade zurück zum Womo. Nett hier, da sollte man doch glatt noch einmal herkommen und über Nacht bleiben. Einen kleinen Parkplatz gibt es sogar auch, wo schon ein paar Womos stehen.

Dann fahre ich weiter zum Meer. Über die inzwischen etwas ausgebesserte IC1 geht es erst nach Richtung Süden und dann nach Westen zum Atlantik. Als ich nach einer ziemlich beschissenen Waschbrettpiste endlich das Meer entdecke, ist die Freude groß. Es ist warm und windstill – langen Strandspaziergängen steht nichts mehr im Weg. Die Hunde wird’s freuen, denn in der letzten Woche Lissabon wurden sie schon ziemlich vernachlässigt.

Max und Tizon

Endlich wieder toben am Strand

wildcamping

Strand südlich Lissabon im Alentejo

sonnenuntergang portugal

In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal 🙂

Willst du noch mehr von uns lesen? Dann schau doch mal bei Tanja vorbei. Auch hier gibts einen neuen Reiseblog von Lissabon.

Extrem heiß, ziemlich nass und ein quiekender Hund
Verschattung beim (PV) Solarmodul

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