Wirklich weit sind wir diese Woche nicht gekommen. Erlebt haben wir trotzdem genug. Sei es das Festfahren im Schlamm, der Besuch einer Fotografin oder die Plage der Kuschelcamper.

Sonntag – der Tag der Ruhe

Heute Morgen wachen wir ungewöhnlich früh auf. Es war Zeitumstellung und wir können so einen herrlichen Sonnenaufgang erleben. Der Solarertrag heute bestätigt das gute Wetter, den ganzen Tag war keine Wolke am Himmel und wir konnten 2,45kWh ernten. Die Batterien sind am Abend zu 80% geladen. Es geht aufwärts, ich kann bald wieder mit Strom warmes Wasser machen.

Sonnenaufgang am see

Schöner Sonnenaufgang am See

Viel ist heute nicht passiert, wir verbrachten beide den ganzen Tag draußen in der Sonne mit chillen. Ein paar Angler kamen vorbei und gingen wieder. Sogar ein anderes Womo hat sich hier her verirrt und suchte die Nähe zu uns. War irgendwie klar, hier ist ja auch so wenig Platz am See. Unsere Hunde verbrauchten den Tag damit, jede Bewegung des Feindes lautstark zu kommentieren. Es hat schon seine Gründe warum ich gerne mal alleine stehe.
Ein guter Trick um Ärger aus dem Weg zu gehen, ist auch immer einfach mal den Nachbarn zu fragen ob er so mit der Nähe zufrieden ist. Meist kommt man mit den Leuten dann auch gleich ins Gespräch und es können sich neue Freundschaften entwickeln.

Tagesinfo

Wetter: volle Sonne 27 Grad
Solarertrag: 2,45 kWh
Stellplatz: Pego do Altar

Montag -der Kuschelcamper

Sonnenaufgang am See in portugal

Morgenröte am See

Da ich gestern mit chillen nicht ganz fertig geworden bin, setze ich den heutigen Tag gerade so fort, wie der gestrige endete. Nebenher beantworte ich ein paar Emails, es ist ja schließlich Montag und die Ausrede mit dem Wochenende zählt nicht mehr. Es ist auch nicht so, dass ich gar nichts mache während ich draußen auf der Wiese liege. Der Kopf der arbeitet trotzdem und heckt neue Pläne aus. So plane ich zum Beispiel schon seit einigen Tagen den Umbau unserer Toilette. Die Schiffstoilette fliegt nun endgültig wieder raus. Ich will auf eine Trockentoilette umrüsten, für mehr Autarkie. Der eigentliche Umbau wird sich aber noch eine paar Wochen hinziehen, da ich zuerst einen Baumarkt für das benötigte Material besuchen muss. Mit der neuen Toilette möchte ich 3 Wochen am Stück stehen können, ohne entsorgen zu müssen.

Schon gestern kam ein neues Womo auf den Platz, direkt neben meinem Eingang hat er angehalten. Ich dachte erst an einen bekannten, wer fährt sonst schon so dicht zu fremden Wohnmobilen. Aber er wollte nur erklären, dass er sich jetzt vor uns hinstellt und morgen zum Einkaufen fährt. Soll mir recht sein. Ich würde es gar nicht erwähnen, wäre er heute nicht wieder her gekommen, gleiches Spiel, ganz dicht an uns vorbei, dumm nur, dass ich jetzt auf dem Handtuch da lag.

Ich soll beiseite gehen, überhaupt würden wir auf seinem Platz stehen. Ich fragte noch nach dem Schild wo das stehen würde. Aber da wurde er schon laut und schrie wild rum. Langsam hatte ich dann auch mal genug und meinte, der See sei so groß, warum müsse er sich genau vor unsere Nase stellen. Ja das sei sein Platz er kommt hier schon 10 Jahre her und jetzt stehen wir da.

Ich soll man an die Staumauer des Pego do Altar fahren und schauen wie sie dort stehen! War die Antwort.
Genau aus diesem Grund stehe ich nicht dort!

Auf einem Parkplatz ist das ja was anderes. Ich beanspruche kein Land für mich allein und jeder kann stehen wo er will. Aber auf einem riesig großen Gelände muss man weder dem Anderen durch den Vorgarten fahren, die Hunde aufscheuchen, noch direkt vor der Nase parken. Ich habe auch überall in Europa „MEINE“ Plätze wo ich gerne stehe, so wie hier am Pego do Altar oder auch auf dem nachfolgenden Strandparkplatz. Es sind meist die Randplätze, damit man einen schönen Blick ins Grüne oder zum Meer hat. Wenn dort jedoch schon einer steht, dann suche ich mir eben einen anderen Platz.

Tagesinfo

Wetter: Sonne 27 Grad
Solarertrag: 2,30 kWh

Dienstag – im Westen nichts Neues

Nebel am See in Portugal

Heute beginnt der Tag mal mit Nebel

Der Tag beginnt erst neblig und windig, was sich dann aber legt und es nochmal richtig schön warm wird. Gegen Abend dreht der Wind und frischt wieder auf. Ob nun wirklich Regen kommen wird?

Tagesinfo

Wetter: Sonnig mit ein paar Wolken 25 Grad
Solarertrag: 1,81 kWh

Mittwoch – Besuch bekommen

Heute ist es nicht ganz so warm, aber immer noch ausreichend für einen längeren Spaziergang mit Max entlang des Seeufers. Mein Holzlager im Fahrerhaus habe ich heute endlich mal aufgeräumt. Den fetten Baumstamm aus Polen habe ich in ofentaugliche Stücke zersägt und gespalten. Für die nächsten Tage habe ich nun wieder genug Heizmaterial.

Heute hat sich Besuch angekündigt. Ein deutsches Magazin hat uns im August interviewt und braucht noch ein paar Bilder. Da es Bilder aus unserem realen Leben sein sollen, bekamen wir gestern Besuch von einer Fotografin. Sie möchte uns ein paar Tage begleiten und das Leben im Wohnmobil mit Hund auf Bildern festhalten. Pünktlich mit dem Eintreffen der Fotografin kam auch ein Gewitter vorbei. In Minuten verwandelt sich der trockene Grund des Seeufers in Schmierseife. Nachdem sich das Gewitter mit Blitzen und auch etwas Hagel ausgetobt hatte, kam die Sonne wieder zu Vorschein. Aber die Sandwege waren schwer zu begehen, wie auf Schmierseife rutscht man beim Laufen herum. Mit 25 Grad war heute nochmal ein super schöner Tag.

abendsonne am See

Fotoshooting am See

Tagesinfo

Wetter: Sonne mit ein paar Schleierwolken 25 Grad
Solarertrag: 1,83 kWh

Donnerstag – Stellplatzwechsel mit Folgen

Der Kühlschrank ist leer. Jedoch wäre das allein nicht der Grund eines Platzwechsels, wir könnten ja Nachschub mit dem Kastenwagen von Tanja organisieren. Aber die Fotografin möchte Strandbilder machen. Und den haben wir hier im Outback leider nicht. Darum fahren wir heute zur Küste.

Ich bin früh wach, zum Glück, denn ich muss bis zu Abfahrt um 10 Uhr noch einiges Erledigen. In der Nacht war es mit 13 Grad mal wieder etwas kühler, weshalb ich gleich mal den Holzofen anheize.

Um 10 Uhr fahren wir los, zumindest hatte ich das so geplant. Schon nach wenigen Metern war wieder Schluss. Ich stecke in der Wiese fest. Es gibt hier mehrere Wege und ich hatte zuerst den falschen Weg ausgewählt und wollte dann, ohne weiter darüber nachzudenken, über die Wiese auf den richtigen Weg wechseln. Das war natürlich ein fataler Fehler.

AMUMOT Truck steckt im Matsch

Festgefahren

Tanja war zum Glück noch da und versuchte sich vor mich zu setzen, damit wir das Seil anhängen können. Hatte ich nicht letzte Woche erst von einem längeren Seil geschrieben? Heute hätten wir es gut gebrauchen können, denn der Ducato schleppte sich auch schon mit durchdrehenden Rädern zum Seilende. Nach ein paar Versuchen haben wir es aber tatsächlich geschafft. Der Kleine zog den Großen raus – echt praktisch, so ein Beiwagen.

geglückter Abschleppversuch

Dank Tanjas Hilfe

Da ich jetzt wieder mobil bin, starten wir nun endlich ans Meer. Tanja geht noch kurz einkaufen, während ich mich direkt Richtung Küste bewege. Die IC1, zwischen Alcácer do Sal und Grandola, verläuft zwar kerzengerade und lässt ein zügiges Vorankommen vermuten, sie ist aber in einem erbärmlichen Zustand. Mehr als 60 kmh fahre ich selten. Am Straßenrand gibt es teils 50cm hohe Aufwerfungen von Teer.

Die letzten 2 Kilometer zum Praia da Aberta Nova bestehen aus einer Waschbrett-Sandpiste. Wenn man das überstanden hat, findet man einen hübschen Strandparkplatz mit Meerblick.

mit dem wohnmobil in portugal freistehen

Freistehplatz am Praia da Aberta Nova

Das entschädigt uns für die Strapazen. Letztes Jahr hatten wir noch die Internet SIM-Karten von MEO und ich wusste, dass es hier kein Internet gibt. Mit NOS werden wir mit 4G LTE empfangen, Up und Downloadraten von 20 Mbit/s sind ein Traum.

besuch im wohnmobil

Max freut sich über die neue Kraulmaschine

Die Fotografin ist auch schon hier und wir verbringen den Tag zusammen. Die Kamera ist immer dabei und hält unseren Alltag im Wohnmobil fest. Es ist schon komisch, wenn man den ganzen Tag in allen möglichen Situationen geknipst wird.

Da nach den Abendfotos und einigen Gläschen Bairao sich für die junge Fotografin nicht mehr wirklich lohnte zurück nach Lissabon zu fahren, blieb sie einfach über Nacht. Wir boten ihr das Gästezimmer (Tanjas Womo) an, welches sie dankend annahm. Es ist sicher spannend für jemanden, der aus dem steinhäuslichen Leben kommt, so einen live Eindruck in unser mobiles Leben zu bekommen. Incl. der wilden Übernachtung am schönen Strand in Portugal.

Tagesinfo

Wetter: Sonne mit ein paar Schleierwolken 23 Grad
Solarertrag: 1,72 kWh
Stellplatz: 
Praia da Aberta Nova

Freitag – Gewitter

Die Wetter App meinte gestern Abend schon, dass heute mit Gewitter zu rechnen sei. Ab 6 Uhr soll es nass werden und um 6:18 werde ich von den ersten dicken Regentropfen geweckt. Zum Glück stehen wir hier auf Sand und nicht wieder Schlamm. Es regnet den Tag über immer wieder mal mehr mal weniger stark. Der ideale Tag für PC Arbeit, damit ich endlich mal wieder ein Stück bei der Arbeit voran komme.

Gegen 16 Uhr ist der Regen vorbei, immer mehr blaue Flecke sind am Himmel zu sehen. Wir freuen uns, denn Max und Tizon waren bis auf eine kurze Morgen-Gassi-Runde heute noch nicht draußen.

Tagesinfo

Wetter: Regen 18 Grad
Solarertrag: 0,52 kWh

Samstag – Blogschreibtag

praia aberta nova

Traumplatz am Meer

Ich schreibe diesen Blog ja über die Woche nebenher, was mir persönlich ja sehr gelegen kommt, denn so kann ich immer wenn mir gerade etwas einfällt, dies gleich aufschreiben. Ich nutze inzwischen OneNote2016, nicht nur für Notizen sondern auch für Texte, um diese vorab planen und organisieren zu können. OneNote ist ein mächtiges Programm, mit viele Möglichkeiten, dazu werden die Daten online gesichert und sind nach einer Neu-Installation des Rechners auch sofort wieder verfügbar. Irgendwann diese Woche hatte ich mal mein Surface wieder neu aufgesetzt, da Windows10 nach einigen Updates mal wieder ein gewisses Eigenleben entwickelte. Der ganze Prozess bedarf nur noch der Bildersicherung vor der Neuinstallation, dann den USB Stick mit der Windows10 Installationsdatei. 30 Minuten später läuft der Rechner wieder. Nun noch 8 Programme installieren, welche alle offline vorhanden sind und das aktuelle Office 2016 Paket herunter laden. Nachdem Google Drive und OneDrive ihre Daten synchronisiert haben, das dauert je nach Internetverbdingung am längsten, kann ich wieder arbeiten.

Achso, wir waren beim Blog schreiben. Der Text ist ein Teil des Blogs, das Ganze in eine lesbare, optisch ansprechende Form zu bringen ist der zweite Teil. Alleine die Bilder zuschneiden, verkleinern und beschriften bedarf schon einiger Zeit.

Über den Tag regnet es immer wieder aber auch die Sonne kommt immer wieder zum Vorschein.

Tagesinfo

Wetter: Sonne, Wolken und Regenschauer 19 Grad
Solarertrag: 1,51kWh

Strom im Wohnmobil – wie autark sind wir wirklich?

Im Wohnmobil zu leben und unabhängig von der Infrastruktur zu sein, ist ein Punkt, was mir am Leben im Wohnmobil besonders gefällt und reizt. Schon der Einbau meines Holzofen und die Integration an die Truma Umluftheizung hat mir Spaß gemacht und es freut mich, dass es genau so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe. Seither verbrauche ich weder Gas noch Strom zum Heizen. Der Holzofen ist eigentlich das unnötigste in einem Wohnmobil. Gas gibt es fast überall, und wenn man im Winter im Süden unterwegs ist, braucht man nicht mal viel davon. Aber es ist trotzdem geil ihn zu besitzen. Es macht schon Spaß draußen Holz zu sammeln, es zu verarbeiten und Vorräte anzulegen. Ich bin inzwischen auch nicht mehr sparsam mit der Heizung. Wenn es am Morgen unter 20 Grad in der Hütte hat, wird der Ofen angezündet. Seit ich fast ausschließlich gesammeltes Holz verheize, ist das auch total egal, bezüglich der Kosten.

Ähnlich verhält es sich mit der Toilette.
2 Wochen Autarkie sind nett. Aber wenn es mehr wäre, ist’s doch auch nicht schlecht. Viele „Rumtreiber“ schwören inzwischen auf Trenntoiletten. Das macht mich neugierig, auch wenn mein System bisher über 7 Jahre brauchbar gut funktioniert, so bedarf es immer wieder mal einer Wartung, vor allem wenn der Schlauch von der Toilette zum Tank mal wieder verstopft ist. Wenn ich mir alleine diese Arbeit ersparen kann, und dazu noch die Autarkie meines Wohnmobils auf 3 Wochen erweitern kann, würde sich der Umbau auf eine Trenntoilette lohnen.

Strom ist ein anderes Thema – der muss einfach da sein! Es macht Spaß zu beobachten, wie sich die Batterie an einem einsamen Strand oder See, alleine durch die Kraft der Sonne wieder auffüllt. Im Sommer sind wir dank 770Wp Solarleistung auf dem Dach total unabhängig vom Strom. Wasser wird mit Batteriestrom erhitzt, wenn wir duschen wollen, oder auch der Backofen wird regelmäßig auch bei schlechtem Wetter benutzt. Im Winter müssen wir schon etwas mehr darauf achten, wie wir mit dem Strom umgehen. Warmes Wasser könnten wir uns noch leisten, wenn jeden Tag die Sonne voll scheinen würde. Dann bleibt 1kWh Solarüberschuss für den Wasserboiler. Aber da wir ja in Portugal sind, gibt es hier eben auch Wolken, und die Regel sind eher so 1,7kWh Tagesertrag vom Solar. Darum gibt es zur Zeit auch wieder vermehrt warmes Wasser, welches mit Gas erhitzt wurde.

Solar auf dem Wohnmobil und autark im Winter ob das geht? Mit 770Wp Solarleistung auf dem Wohnmmobildach und einem Tagesverbrauch von durchschnittlich 1,7kWh (davon sind es alleine 0,95kWh in der Nacht) schaffen wir es, dank der Lithium Batterie mit 340Ah Kapazität, wirklich unabhängig vom Landstrom zu sein. Die Ladung per Lichtmaschine war in dem Aufzeichnungszeitraum der nachfolgenden Grafik nur ein einziges Mal nötig. Und zwar nach dem 0% Tag in Lissabon, als wir im Schatten auf dem Campingplatz standen.

solarertrag wohnmobil winter im süden

20 Tage Solarertrag Ladezustand der Lithium Batterie

Wie man an der Grafik deutlich sehen kann, ist meine Batterie selten zu 100% geladen. Ein Ladezustand um die 50% ist für LiFeYPo4 Batterien am besten. Nach über 50.000 Amperestunden was in etwa einem Energieverbrauch von 640 kWh entspricht, haben meine Lithium Batterien bisher knapp 1% an Kapazität verloren. Nach 652 Tagen Dauernutzung (1 Jahr 9 Monate 1 Woche …)

Monsterwellen in Nazaré, Tramfahren in Lissabon und Freistehen in der Wildnis
Aller guten Dinge sind Drei

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