Gefahrene Strecke: 85km
Wetter: Sonne 17°C
Zielort: Nahe Ourique am Barragem Santa Clara
GPS: N37°31’47,8″ W8°18’47,62″
Wir haben es versprochen und heute ist es soweit. Ab jetzt gehts ins wilde Portugal.

Das Pferdchen ist “offline” (also ohne Leine ) und schaute sich den Verkehr vom Straßenrand an.

Das erste Ziel heute ist der (Stausee) Barragem do Arade in der Nähe von Silves. Hier wollen wir eigentlich eine Nacht bleiben.

Bei unserem Erkundungsspaziergang treffen wir aber auf folgende unliebsamen Bewohner dieser Gegend:

Der Pinien-Prozessionsspinner ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Zahnspinner (Notodontidae). Wie auch bei den anderen Prozessionsspinnern haben die Raupen nesselnde Brennhaare, die Raupendermatitis auslösen können. Die Art tritt vor allem im Mittelmeerraum auf und ist dort häufig und an allen auftretenden Kiefernarten nachgewiesen. Die für die Unterfamilie typischen Raupenprozessionen bestehen bei dieser Art nur aus verhältnismäßig wenigen Tieren. ( Quelle: Wikipedia )

Diese Tiere sind absolut nicht witzig und man sollte Abstand davon nehmen. Gerade für herumschnüffelnde Hunde kann es sehr gefährlich werden:
Vorsicht unter Pinien! Wenn weiße Nester wie Beutel an den Enden der nadeligen Äste hängen, ist es ratsam, einen großen Bogen um den Baum zu machen. Denn Pinien dieser Art sind von der Prozessionsspinnerraupe befallen. Und deren nesselnde Haare sind giftig, können bei Mensch wie Tier heftige allergische Reaktionen auslösen.
Es handelt sich um Raupen eines unscheinbaren grauen Falters, dem so genannten Thaumetopoea pityocampa, dem Prozessionsspinner. Zu dessen Familie gehören etwa 100 verschiedene Arten wie zum Beispiel der Eichenprozessionsspinner, der Kiefernprozessionsspinner und der in warmen Mittelmeerländern besonders häufig vorkommende Pinienprozessionsspinner.
Der Falter selbst fliegt in der Zeit von Mitte Juni bis Ende August
In dieser Zeit setzen die Weibchen Eigelege an den Pinien- bzw. Kiefernnadeln ab. Dabei werden vor allem junge Bäume bevorzugt. Im Januar schlüpfen die Larven, die in großen Kolonien in den Baumnestern leben und sechs Entwicklungsstadien durchlaufen. Die frisch geschlüpften Raupen fertigen in den Ästen der Bäume seidig schimmernde Kokons an, die ihnen als Unterschlupf dienen.
Tagsüber gehen die gefräßigen Raupen auf Fresstour und knabbern sich an den frischen Pinienknospen des Baumes satt. Dabei lassen sie keine aus, fressen ganze Äste kahl. Bei dem Beutezug gehen sie wie folgt vor: Das erste Tier geht voran, und daran hängt sich, Gesicht an Po, das nächste. Aufgrund dieser Methodik erhielten die Raupen den Namen Prozessionsspinnerraupen. Sobald es kühler wird, kehren die Raupen heim in den weißen Beutel.
Bereits jetzt sieht der aufmerksame Spaziergänger entlang der Türkischen Riviera die ersten dieser 15 bis 30 Zentimeter großen weißen Säckchen in den Pinien hängen.
Nach bis zu sechs Larvenstadien wandern die Tiere im Frühling gen Boden, wo neue Kokons gebaut werden. Dies bildet den Hort der Verpuppung.
Für Tiere und auch Menschen ist gerade die Zeit zwischen Januar und April die gefährlichste
Während dieser Phase sind die Raupen stets auf Wanderschaft. Die Gefahr geht von den Brennhaaren aus. Diese Härchen bilden sich ab dem dritten Larven-stadium an der Raupe. Sie enthalten das Eiweißgift „Thaumatopoein“, das aus biogenen Ammen, Enzymen und phenolischen Substanzen besteht. Die Brennhaare sitzen auf den hinteren Segmenten der Raupen und können sogar aktiv ausgeschleudert werden. Man schätzt, dass eine einzige Raupe bis zu 600.000 dieser Brennhaare besitzt. Brennhaare verbreiten sich auch durch Wind.
Trifft nun ein solches Brennhaar einen Menschen oder ein Tier, kommt es zu einer unangenehmen und teilweise gefährlichen Reaktion. Selbst eine kurze Berührung der Nester, die voll mit Haaren sind, löst stärksten Juckreiz aus. Und dieser kann binnen kurzer Zeit zu einem Hautausschlag führen.
Besonders gefährdet sind Tiere, die am Boden schnüffeln. Denn die Schleimhäute von Mund und Nase sind besonders empfindlich. Daher sollte der Hundehalter in dieser Jahreszeit bei Pinienwäldern verstärkt Acht auf seinen Vierbeiner geben. Reibt der Hund Nase und Schnauze ständig am Boden und schwellen Zunge oder Kopf stark an, sind das erste Anzeichen für einen wahrscheinlichen Kontakt mit den Prozessionsspinnerraupen. Dies sind nur erste Symptome. Als weitere Krankheitsbilder können sich Schwindel, Fieber, Augenentzündungen, Asthmaanfälle, Erstickungsgefahr und Schock entwickeln. Spätestens jetzt sollte der Hundehalter handeln. Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfiehlt sich, die betroffenen Körperteile mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Dabei sollte der Hundehalter sich selbst vor einer Berührung mit den Brennhaaren schützen. In jedem Fall muss ein Tierarzt aufgesucht werden, der je nach Schweregrad entscheidet, ob eine externe Behandlung mit Salben, Augentropfen und dem Einsatz von oralen Antihistaminika ausreicht oder eine systemische Steroidgabe und weitergehende Behandlungen erforderlich sind.
Um den Hund vor solchen schmerzlichen Erfahrungen zu bewahren, sollte sein Herrchen während dieser Jahreszeit Gebiete mit viel Pinienbestand meiden. Sind im eigenen Garten Pinien befallen, so gibt es mehrere Möglichkeiten der Bekämpfung: Hängen die Nester in erreichbarer Höhe und sind es nur wenige, können Hausbesitzer sie selbst beseitigen. Handelt es sich dagegen um eine regelrechte Plage und sind die Nester hoch in den Kronen alter Pinien, müssen Fachleute hinzugezogen werden – also die Kammerjäger.
Der Tod kann die Prozessionsraupen auf zweierlei Art ereilen: Entweder werden sie verbrannt oder vergiftet. Verbrennen ist die traditionelle Methode: Wer diese Art der Vernichtung wählt, schneidet das Stück Ast mit den Beuteln ab und verbrennt ihn unverzüglich. Jeder Kontakt mit den Raupen muss vermieden werden. Schnell und überlegt sollte gearbeitet werden, denn der Beutel kann platzen. Schutzbekleidung ist hierbei also höchst empfehlenswert.
Die Giftkeule hilft
Vernichtungsmethoden aus der Giftküche basieren entweder auf chemischen oder biologischen Substanzen. Chemische Mittel gegen die Prozessionsspinnerraupen sind Talstar oder Sumicidin. Zu den biologischen Mitteln gehören Pelitre Hort oder Bactur 2X WP.
Die chemischen Mittel werden je nach Gebrauchsanweisung mit Wasser verdünnt und dann versprüht. Pelitre Hort ist ein biologisches Insektizid auf der Basis von natürlichem Crisanthemum Cinerarifolium.
Es sollte direkt auf die Raupen aufgetragen werden. Zwei bis drei Tage dauert die Wirkung an, dann muss es – je nach Bedarf – erneuert werden. Das Produkt Bactur 2X WP enthält den Bacilus thuringiensis. Die Bakterie greift die Raupen an und unterdrückt den Fresstrieb. Bereits zwei bis drei Stunden nach Verabreichung des Mittels rücken die Raupen nicht mehr zum Raubzug aus.
Beim Aufsprühen sollte es windstill sein. Nur so vermeiden Hausbesitzer Streuverluste.
Aufgrund der schnellen Ausbreitungsgefahr der Raupenplage sollten auch die Nachbarn in den Vernichtungsfeldzug einbezogen und auf eventuell in ihren Bäumen hängende Nester aufmerksam gemacht werden. Denn Prozessionsraupen auf Fresstour kennen keine (Grundstücks-) Grenzen.
Sind alle Nester vernichtet, so ist die Gefahr noch nicht gebannt. Ein praktisch unlösbares Problem ist die lange Haltbarkeit der Brennhaare in der Natur.
Denn sie können mehrere Jahre intakt bleiben. Daraus erklärt sich, dass Mensch und Tier, die in betroffenen Gebieten leben, auch außerhalb der „Raupenzeit“ erkranken können.
(Quelle: http://tuerkei-zeitung.de/einzel_artikel/VorsichtbisAprilgebotenDerMarschderRaupen.htm)
So, hier bleiben wir nicht, also weiter über IC1 gut 50km nach Norden zum Barragem Santa Clara. Unser Freund Spencer war durch Zufall an der gleichen Stelle, aber eigentlich hatten wir den Tipp von Bruno bekommen, der schon vor 23 Jahren das erste mal hier Stand.

Die letzten km geht es über eine enge Straße und weit ab von allem finden wir diesen Traum-Platz:

Unter alten Steineichen stehen wir nun direkt an einem Seitenarm des riesigen Stausee´s.

Unweit der fast nicht befahrenen Straße.



Etwas oberhalb des Sees und auch im Wasser kann man Reste von Häusern erkennen. Hier wohnten wohl mal Leute bevor der See vor 44 Jahren entstand.

Wir machen es uns erst mal gemütlich und trinken einen Kaffee, während Meli nach den Mungos ausschau hält. Als wir den ersten Besuch bekommen.

Ah die Gärtner kommen und wollen Rasen mähen. Welch ein Service, auch der Bäcker und Gemüsehändler soll hier vorbei kommen. Was will man mehr ?