Ladebooster von Votronic

Ladebooster von Votronic

Ob ich einen Ladebooster in meinem Wohnmobil brauche oder das Trennrelais vom Elektroblock ausreicht, kommt auf mein persönliches Reiseverhalten an. Wer von Stellplatz zu Stellplatz tingelt und am Abend viel den Fernseher benutzt, wird früher oder später mit einer leeren Bordbatterie da stehen.
In diesem Artikel möchte ich auf das Laden während der Fahrt mit einem Ladebooster oder Trennrelais genauer eingehen.


Ein Trennrelais haben alle Wohnmobile mit Wohnraumbatterie

Der Wohnmobil Elektroblock managt den Stromfluss im Reisemobil. An ihm sind alle Verbraucher, die Aufbaubatterie und Starterbatterie angeschlossen. Im Innern vom Elektroblock befinden sich Trennrelais und 230V Ladegerät. Wird Landstrom angeschlossen, werden Wohnraumbatterie und Starterbatterie aufgeladen.

Das Trennrelais sorgt einerseits für eine Batterieladung während der Fahrt und schützt außerdem die Starterbatterie vor einer Entladung, wenn der Motor nicht läuft. Ein Trennrelais verbindet die Batterien nur, wenn der Motor läuft und die Lichtmaschine lädt.

Arten von Trennrelais

Einfache Trennrelais: Sind alleinstehend, sehen aus wie ganz normale Relais mit vier Anschlüssen und trennen die Plusleitung zwischen Starter- und Aufbaubatterie.
Automatische Trennrelais: Schalten meist durch eine integrierte Spannungsüberwachung selbstständig ein und aus. Wenn sie an einem der Anschlüsse eine Spannung über 13,7V messen, schalten sie ein und bei Unterschreiten einer Spannung von 12,8V trennen sie die beiden Batterien wieder voneinander. Sie benötigen kein D+ Signal und sind einfach einzubauen.

Problematisch ist beim Trennrelais: zwei Batterien werden lediglich miteinander verbunden. Je nach Kabellänge & Querschnitt zur Wohnraumbatterie geht dann einiges an Ladespannung verloren.
Cyrix-i 12/24V-120A intelligent battery combiner

Cyrix-i 12/24V-120A Batterie Trennrelais

Die Lichtmaschine des Basisfahrzeugs regelt die Ladespannung. Wie viel Ladestrom der Bordakku wirklich abbekommt, entscheiden Qualität der Verkabelung. Eine Vollladung vom Bordakku ist praktisch nicht möglich.

Dank CAN-Bus und ab Euro 5 werden Lichtmaschinen inzwischen sogar geregelt, nach einer gewissen Zeit senkt sich die Ladeendspannung von 14,4V auf bis zu 13,4V ab. Beobachtungen haben gezeigt, dass dies meist nach 30-40 Minuten Fahrzeit auftritt. Ab diesem Moment wird die Aufbaubatterie nicht mehr geladen.

Bekannte Fahrzeuge sind der X250 aus dem PSA Konzern und Mercedes Sprinter ab Euro 5. Bei Mercedes habe ich schon gehört, dass die Lichtmaschine sogar nur im Schubbetrieb oder beim Bremsen lädt und bei Volllast abgeschaltet werden soll.

Was sind Ladebooster?

Ladebooster, auch Batterie-zu-Batterieladegeräte (B2B) genannt, sind nichts anderes als 12V Ladegeräte, die statt 230V Eingangsspannung mit Batteriespannung arbeiten.

Es gibt zwei Arten von Ladebooster:

Ladebooster mit IUoU Ladekennlinie:

IUoU_Ladekennlienie

IUoU Ladekennlinie von Ladebooster

Diese Ladebooster arbeiten komplett eigenständig. Sie laden die Wohnraumbatterie nach Kennlinie, und wenn die Fahrt in das Urlaubsland mal länger dauert, dann sorgt die IuoU Kennlinie des Ladebooster für eine Ladeerhaltung der Wohnmobilbatterie – ohne selbige dabei zu überladen. Beide Batterien werden vom Ladebooster mit zwei separaten Messleitungen überwacht. Es ist sichergestellt, dass die Starterbatterie immer voll gehalten wird, und wirklich nur der Stromüberschuss der Lichtmaschine zum Laden der Wohnraumbatterie genutzt wird. Sollte die Starterbatterie eine zu niedere Spannung aufweisen, wird der Ladestrom vom B2B Lader reduziert oder sogar ganz gestoppt.

Ladebooster mit Festspannung:

Diese Geräte werden auch DC-DC Wandler genannt. Sie sind immer noch besser als ein Trennrelais, weil sie die Ausgangsspannung auf die richtige Ladespannung der Versorgungsbatterie anheben. Das Problem ist aber, dass bei voller Bordbatterie und langen Fahrten die Wohnraumbatterie überladen werden kann. Ein zusätzlicher Schalter, mit dem sich der Ladewandler abschalten lässt, schafft hier zwar Abhilfe, bedarf aber des Mitdenkens vom Benutzer.

Was nun, Booster oder Trennrelais?

Wie schon erwähnt, es kommt auf Dein Reiseverhalten an. Hier mal ein paar Beispiele mit entsprechender Empfehlung.

Das Trennrelais dürfte ausreichen:

  • Ich stehe so gut wie immer auf Stellplätzen oder Campingplätzen mit Landstrom. Freistehen ohne Stromversorgung so gut wie nie.
  • Ich habe ein altes Fahrzeug mit konstanter Ladespannung der Lichtmaschine und ausreichendem Kabelquerschnitt.

Ein Ladebooster als Option:

  • Ich stehe oft lange auf einem Platz und fahre nur kurze Strecken. Ich versorge mich normal vorrangig mit Solarstrom. Ladestrom während der Fahrt ist bei schlechtem Wetter interessant.

Ladebooster als obligatorischer Stromlieferant:

  • Ich fahre viel im Winter, tingle von Platz zu Platz, habe wenig oder gar kein Solar auf dem Dach.
  • Ich stehe gerne mal ein paar Tage frei ohne Strom und möchte auf der Fahrt die Batterie möglichst schnell wieder nachladen.
  • Ich habe ein oben beschriebenes neues Basisfahrzeug und möchte trotzdem meine Wohnraumbatterie während der Fahrt laden können.

Wohnmobile sind serienmäßig schon mit einem Trennrelais ausgerüstet. Ob sich nun ein Ladebooster Einbau lohnt oder nicht, könnt Ihr euch jetzt hoffentlich selbst beantworten.

Lieferanten von Ladebooster:

Lieferanten von DCDC Wandlern

Meine Empfehlung zu kaufen

Wenn Ladebooster, dann Votronic Ladebooster! Und zwar den VCC1212-25 oder den VCC1212-45. Votronic Ladebooster gibt es in 24V->12V und 24V->24V und 12->24V Ausführung.

Büttner (mobile Technologie) wie Votronic Ladebooster sind einfach in die vorhandene Bordelektrik integrierbar und ermöglichen auch weiterhin eine Starterbatterieladung bei angeschlossenem Landstrom.

12V-Ladebooster mit 25 oder 45 Ampere Ladestrom?

Viel hilft viel trifft bei Ladegeräten nicht zu, es kann sich sogar zum Nachteil auswirken. Der zu hohe Ladestrom bewirkt einen schnellen Anstieg der Spannung der Bordbatterie, was dazu führt, dass ein Batterie-zu-Batterie-Lader die Bordbatterie fälschlicher Weise zu früh als voll erkennt und die Absorptionsladephase einleitet. Letztendlich ist die Batterie nach Abschluss des Ladevorgangs nicht voll geladen. Darum nicht mehr als 20% der Kapazität als Ladestrom ansetzen, dann wird die Wohnraumbatterie schonend und trotzdem schnell geladen. So reicht für die meisten Reisemobile mit einer Batteriekapazität bis 250Ah der Votronic Ladebooster mit 25A (VCC121225) vollkommen aus.

Das bringt ein paar entscheidende Vorteile:

  1. günstiger Preis
  2. Originalverkablung der meisten Wohnmobile kann weiter verwendet werden. Kein zeitaufwändiges Verlegen neuer Kabel!
  3. Einbau ist meist in 1-2 Stunden erledigt.

Video über zu hohen Ladestrom

Nachfolgend sieht man schön was passiert, wenn 550Ah AGM Batteriekapazität einen Ladezustand von 90% haben und 70A Ladeboosterstrom anliegen. Sie nehmen trotzdem nur einen geringen Ladestrom auf.

Ladebooster einbauen – Tipps und Tricks

Ladebooster Schaltbild für Fahrzeuge mit EBL

Ladebooster Schaltbild für Fahrzeuge mit EBL

Der Ladebooster sollte so dicht wie möglich an die Aufbaubatterie – aber trotzdem muss er in der Batterieleitung zwischen Trennrelais (Elektroblock) und Starterbatterie angeschlossen werden. Beim Votronic Ladebooster ist wegen der extra Messleitung der Bord-Batterie-Spannung diese Einbaulage nicht von Nachteil, da der Spannungsabfall durch Kabellänge vom B2B Lader ausgeglichen wird. Ob ein Einbau im eigenen Fahrzeug überhaupt möglich ist, sollte man vorher einmal prüfen:

Ladebooster_Votronic_einbau

Ladebooster 45A Votronic – Einbaubeispiel – Carthago

In den meisten Wohnmobile findet man entweder den Schaudt Elektroblock (EBL) oder das Verteiler Modul von CBE mit Sicherungen, Trennrelais und externem Ladegerät. In beiden Fällen sind an diesen Geräten Starterbatterie und Aufbaubatterie angeschlossen. Hier ist der Einbau recht einfach, wenn in der Nähe der Elektroversorgungseinheit noch Platz für den Ladebooster vorhanden sein sollte. Es muss in dem Fall lediglich die Starter-Plusleitung durch den 25A Ladebooster geschleift werden, und zusätzlich eine Masseverbindung zum Booster gelegt werden.

Absicherung_Ladeleitung_Ladebooster_X250

Neue 16mm² Leitung ab Starterbatterie mit Sicherung X250

D+ und  Spannungs-Messleitung für Starterbatterie und Wohnraumbatterie sind in der Regel auch am EBL zu finden. Die Serienverkabelung der meisten Wohnmobile ist auf 25A Dauerstrom ausgelegt, was den Einbau eines 25A Ladebooster von Votronic sehr vereinfacht. Beim 45A Ladebooster müssten von der Starterbatterie bis zur Aufbaubatterie 16mm² Kabel liegen, oder zusätzlich verlegt werden. Da kann je nach Fahrzeug ein ziemlicher Aufwand sein.

Selbstausbau – Trennrelais und Ladebooster anschließen

Trennrelais_mit_D+

Trennrelais selbst einbauen

Der klassische Weg für den Selbstausbauer ist das Trennrelais, welches mit einer D+ Leitung angesteuert wird. Das D+ Signal liefert nur Strom, wenn die Lichtmaschine auch wirklich die Batterie lädt.
Leider ist das D+ Signal oft nur schwer zu finden oder bei neueren Fahrzeugen schon gar nicht mehr vorhanden. Abhilfe schafft ein VOTRONIC D+ Simulator, welcher anhand der Starterbatteriespannung den laufenden Motor erkennt und ein D+ Signal erzeugt.

Statt dem Trennrelais kann auch der Ladebooster an dieser Stelle eingebaut werden. Wenn die Bordbatterie mit IUoU Ladekennlinie geladen werden soll.

Zu Beachten ist aber: Wird die Starterbatterie am Landstrom geladen, kann unter Umständen der D+ Simulator fälschlicher Weise einen laufenden Motor erkennen und das Trennrelais oder den Ladebooster einschalten. Abhilfe schafft ein vorgeschaltetes Relais, welches über Klemme 15 (Zündungsplus) den D+ Simulator nur mit Spannung versorgt, wenn die Zündung eingeschaltet ist.

Trennrelais_anschließen_Wohnmobil

Automatisches Trennrelais Cyrix CT 120A

Für ältere Fahrzeuge mit konstanter Lichtmaschinenspannung, bei denen ein Ladebooster nicht vorgesehen ist, empfehle ich das automatische Trennrelais Cyrix CT 120A.

Kuriositäten im Wohnmobil

Bei manchen Wohnmobil Herstellern frage ich mich wirklich, wer hier für die Elektrik verantwortlich war. Da werden Kabel von der Starterbatterie in die Heckgarage zum EBL verlegt und dann wieder vor zu Aufbaubatterie, welche sich unter den vorderen Sitzen befindet. Totaler Irrsinn in meinen Augen. Das macht sich auch beim Ladestrom während der Fahrt bemerkbar. Oft kommen in diesem Fall nicht mehr als 5-10A Ladestrom an der Wohnraumbatterie an. Hier kann ein Ladebooster das Problem etwas beheben, da er den Spannungsabfall der langen Kabel ausgleicht.

Ladebooster Votronic

Bevor es so aussieht, sollte man einen Fachmann ranlassen!

Ladestrom Tuning mit dem Serien Trennrelais im Wohnmobil

Nicht immer von Erfolg gekrönt, aber durchaus einen Versuch wert ist das Verlegen zusätzlicher, dickerer Kabel von Starterbatterie zum Trennrelais. Ob sich der Aufwand lohnt, kann man vorher einfach ausprobieren: Die Wohnraum Batterie sollte einen Ladezustand von weniger als 85% aufweisen. Jetzt zum Testen den Motor starten. Jetzt wird die Spannung an der Starterbatterie direkt gemessen. Sie sollte bei über 14V liegen. Nun misst man die Spannung an der Aufbaubatterie. Je weiter die dort gemessene Spannung von der Starterbatterie Spannung abweicht, desto mehr macht sich eine zusätzlich dickere Verkabelung bemerkbar.

Um den Ladestrom zu steigern reicht meist schon eine zusätzliches 10mm² Leitung von der Starterbatterie zum Trennrelais aus. Dabei muss nur die Plusleitung direkt ab der Starterbatterie verlegt werden (Bitte ausreichende Absicherung der Leitung nicht vergessen). Die Minusleitung kann vom Fahrzeug Chassis abgenommen werden.

Strom messen mit Multimeter

Solarstrom messen – berührungslos

Für Arbeiten an der Wohnmobil Elektrik, sollte unbedingt ein gutes Messgerät vorhanden sein und auch der Umgang mit so einem Messgerät sollte bekannt sein. Eine kleine Hilfestellung zum Messen mit einem Multimeter findest du in folgendem Link.

Mit dem Multimeter im Wohnmobil messen

Ladebooster oder Generator?

Ladebooster statt Stromerzeuger

Stromerzeuger oder Ladebooster?

Nicht ganz uninteressant ist die Frage, ob der Ladebooster dem Knattermoppel Vorrang zu geben ist. Hier kommt es auch wieder auf den Einzelfall an. Die Solaranlage bringt im Winter wie bei schlechtem Wetter nur wenig Ladestrom. Wer jetzt lange an einem Ort stehen will, wird früher oder später auf eine Stromquelle angewiesen sein. Gibt es keine Stromversorgung auf dem Stellplatz bleiben nur noch Ladebooster oder Generator übrig.

Der Generator liefert am 12V Ausgang keine ladetaugliche Spannung. Es bleibt also nur der 230V Anschluss übrig. Der Stromerzeuger hat meist eine Leistung von 900-1800 Watt aber das bordeigene Ladegerät im Wohnmobil liefert oft nur 15-18 Ampere Ladestrom. Das entspricht einer Ladeleistung von ca. 250 Watt. Inclusive Verlusten wird der Generator mit ca. 400 Watt belastet.

Um 45Ah in die Bordbatterie nachzuladen, muss der Generator gute 3 Stunden laufen. Ein 45A Ladebooster schafft dies in einer Stunde. (Diesen Vergleich habe ich im Internet gefunden, fand ich ganz nett weil der Schreiber offensichtlich noch nie versucht hat so eine Batterie zu laden)

In Wirklichkeit sieht das ganze so aus: Die meisten Wohnmobile haben zwischen 90 und 180Ah Batteriekapazität. Hier sind 15-25A Ladestrom angemessen – 18A hat der serienmäßige Elektroblock auch. Ein 45A Ladebooster würde hier nur in Verbindung mit einer Lithium Batterie Sinn machen, denn nur Lithium Batterien können so hohe Ladeströme langfristig aufnehmen. (siehe oben „zu Hoher Ladestrom“)

Darum hier das Beispiel nochmal mit einem 25A Batterie zu Batterie Lader.
So ergibt sich hier ein Vorteil vom B2B Lader von einer Stunde. WENN die Batterie über die gesamte Ladezeit den Maximalstrom aufnehmen könnte. Was sie aber nicht tun wird. Dazu verbraucht der Motor vom Fahrzeug zu viel Diesel weil er unwirtschaftlich arbeitet.

Wissenswertes über Ladebooster

  • Das Wort „LadeBooster“ weckt in den Köpfen immer die Assoziation von „Schnell“. Dabei lädt ein Booster keineswegs schneller als ein normales 230V Ladegerät mit vergleichbarem Ladestrom. Egal ob Ladebooster oder 230V Ladegerät, eine GEL Batterie nimmt mit steigendem Ladezustand immer weniger Strom auf und daran kann auch ein Ladebooster nichts ändern.
  • Ein Ladebooster ist nichts anderes als ein Batterie zu Batterie Ladegerät. Statt 230V Eingangsspannung arbeitet ein Ladebooster mit 12V Spannung der Starterbatterie.
  • Ein Ladebooster sollte maximal 20% der Batteriekapazität als Ladestrom liefern. 180Ah Wohnraumbatterie = 25A Ladebooster.

Meine Erfahrung

Mein Reiseverhalten ist so, dass ich vorrangig auf Solarstrom setze. Viele Jahre hatte ich nicht mal eine Lademöglichkeit während der Fahrt. Irgendwann kam dann erst ein 20A Lader und nun bin ich beim 70A Orion DCDC Wandler angekommen. 70A Ladestrom reichen aus, um meine Lithiumbatterie zügig nachzuladen. Gerade bei schlechtem Wetter, ist es ganz „nett“ wenn ich während der Fahrt etwas Strom in die Batterie nachfüllen kann. Aber auch nur dann, denn meistens ist mein Ladewandler abgeschaltet, denn meine Solaranlage lädt auch während der Fahrt ausreichend.

Ladebooster_Votronic_einbaubeispiel.png

Einbaubeispiel Ladebooster Voctronic 25A