AMUMOT Ratgeber

Meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus 10 Jahren Wohnmobilleben.

Ob ich einen Ladebooster in meinem Wohnmobil nachrüste oder das Trennrelais vom Elektroblock ausreicht, kommt auf mein persönliches Reiseverhalten an. Wer von Stellplatz zu Stellplatz tingelt und am Abend viel den Fernseher benutzt, wird früher oder später mit einer leeren Bordbatterie da stehen.
In diesem Artikel möchte ich auf das Laden während der Fahrt mit einem Ladebooster oder Trennrelais genauer eingehen.


Ladebooster von Votronic
Ladewandler von Votronic

Ein Trennrelais hat nahezu jedes Wohnmobil mit einer Wohnraumbatterie

Der Elektroblock steuert den Stromfluss im Reisemobil. An ihm sind alle Verbraucher, die Aufbaubatterie und Starterbatterie angeschlossen. Im Innern vom Elektroblock befinden sich Trennrelais und 230V-Ladegerät. Wird Landstrom angeschlossen, werden Wohnraumbatterie und Starterbatterie aufgeladen.

Das Trennrelais sorgt einerseits für eine Batterieladung während der Fahrt und schützt außerdem die Starterbatterie vor einer Entladung, wenn der Motor nicht läuft. Ein Trennrelais verbindet die Batterien nur, wenn der Motor läuft und die Lichtmaschine lädt.

Arten von Trennrelais

Einfache Trennrelais: Sind alleinstehend, sehen aus wie ganz normale Relais mit vier Anschlüssen und trennen die Plusleitung zwischen Starter- und Aufbaubatterie, wenn der Motor nicht läuft. Eine Spannungsüberwachung findet nicht statt.

Skizze Anschluss Trennrelais

Diese Art von Trennrelais werden oft ab Werk bei Fahrzeugen mit zusätzlicher Versorgungsbatterie eingebaut. VW-BUS, Mercedes Sprinter usw. Beim Nachträglichen einbau, wenn ein Fahrzeug mit zweiter Batterie ausgerüstet werden soll, empfehle ich Grundsätzlich das automatische Trennrelais. Schon alleine wegen dem Vorteil, dass keine D+ Leitung gelegt und vor allem erst einmal gefunden werden muss.

Automatische Trennrelais: Schalten durch eine integrierte Spannungsüberwachung selbstständig ein und aus. Wenn sie an einem der Anschlüsse eine Spannung über 13,7V messen, schalten sie ein und bei Unterschreiten einer Spannung von 12,8V trennen sie die beiden Batterien wieder voneinander. Sie benötigen kein D+ Signal und sind daher sehr einfach einzubauen.

Problematisch ist beim Trennrelais: zwei Batterien werden lediglich miteinander verbunden. Je nach Kabellänge & Querschnitt zur Wohnraumbatterie geht dann einiges an Ladespannung verloren.
Werden AGM Batterien im Wohnraum eingesetzt, kann es wegen der hohen Ladespannung von 14,7V zum kochen der Starterbatterien kommen, da diese automatisch mit der Wohnraumbatterie verbunden werden.
Cyrix-i 12/24V-120A intelligent battery combiner
Cyrix-i 12/24V-120A Batterie Trennrelais

Die Lichtmaschine regelt die Ladespannung. Wie viel Ladestrom der Bordakku wirklich abbekommt, entscheiden Qualität der Verkabelung. Eine Vollladung vom Bordakku ist praktisch nicht möglich.

Dank CAN-Bus und ab Euro 5 werden Lichtmaschinen inzwischen sogar geregelt, nach einer gewissen Zeit senkt sich die Ladeendspannung von 14,4V auf bis zu 13,2V ab. Beobachtungen haben gezeigt, dass dies meist nach 30-40 Minuten Fahrzeit auftritt. Ab diesem Moment wird die Aufbaubatterie nicht mehr geladen.

Bekannte Fahrzeuge sind der X250 aus dem PSA Konzern und Mercedes Sprinter ab Euro 5. Bei Mercedes habe ich schon gehört, dass die Lichtmaschine sogar nur im Schubbetrieb oder beim Bremsen lädt und bei Volllast abgeschaltet werden soll. Daher ist es bei neuen Fahrzeugen ab Euro 5 durchaus sinnvoll über den Einbau eines Ladebooster nachzudenken.

Was sind Ladebooster?

Ladebooster, Ladewandler oder auch Batterie-zu-Batterieladegeräte (B2B) genannt, sind nichts anderes als 12V Ladegeräte, die statt 230V Eingangsspannung mit Batteriespannung arbeiten. Starter und Wohnraumbatterie werden vom Ladewandler überwacht, so dass es weder zu einer Entladung der Starterbatterie, noch zum überladen der Wohnraumbatterie auf langen Strecken kommt.

Es gibt zwei Arten von Ladebooster:

Ladebooster mit IUoU Ladekennlinie:

IUoU_Ladekennlienie
IUoU Ladekennlinie von Ladebooster

Diese Ladewandler arbeiten komplett eigenständig. Sie laden die Wohnraumbatterie nach Kennlinie, wenn die Fahrt in das Urlaubsland mal länger dauert, dann sorgt die IuoU Kennlinie des Ladebooster für eine Ladeerhaltung der Wohnmobilbatterie – ohne selbige dabei zu überladen. Beide Batterien werden vom Ladebooster mit zwei separaten Messleitungen überwacht. Es ist immer sichergestellt, dass die Starterbatterie immer voll gehalten wird, und wirklich nur der Stromüberschuss der Lichtmaschine zum Laden der Wohnraumbatterie genutzt wird. Sollte die Starterbatterie eine zu niedrige Spannung aufweisen, wird der Ladestrom vom B2B Lader reduziert oder sogar ganz gestoppt.

Ladewandler mit Festspannung:

Diese Geräte werden auch DC-DC Wandler genannt. Sie sind immer noch besser als ein Trennrelais, weil sie die Ausgangsspannung auf die richtige Ladespannung der Versorgungsbatterie anheben. Das Problem ist aber, dass bei voller Bordbatterie und langen Fahrten die Wohnraumbatterie überladen werden kann. Ein zusätzlicher Schalter, mit dem sich der Ladewandler abschalten lässt, schafft hier zwar Abhilfe, bedarf aber des Mitdenkens vom Benutzer.

Was soll ich kaufen: Ladewandler oder Trennrelais?

Es kommt auf Dein Reiseverhalten an und auf das Alter deines Wohnmobils. Bei neuen Fahrzeugen mit Euro 6 führt fast kein Weg, an einem Ladebooster vorbei, wobei du da mal genauer deine Wohnmobilelektrik anschauen solltest. Aktuelle Fahrzeuge werden teilweise schon mit einem Ladebooster ausgeliefert. Meist handelt es sich dabei um den Schaudt Booster WA121525 mit etwa 20A Ladeleistung

Das Trennrelais dürfte ausreichen:

  • Ich stehe so gut wie immer auf Stellplätzen oder Campingplätzen mit Landstrom. Freistehen ohne Stromversorgung so gut wie nie.
  • Ich habe ein altes Fahrzeug mit konstanter Ladespannung der Lichtmaschine und ausreichendem Kabelquerschnitt.

Ein Ladebooster als Option:

  • Ich stehe oft lange auf einem Platz und fahre nur kurze Strecken. Ich versorge mich normal vorrangig mit Solarstrom. Ladestrom während der Fahrt ist bei schlechtem Wetter interessant.

Ladebooster als obligatorischer Stromlieferant:

  • Ich fahre viel im Winter, tingle von Platz zu Platz, habe wenig oder gar kein Solar auf dem Dach.
  • Ich fahre fast jeden Tag und lange Strecken, dazu starte ich schon mit vollen Batterien vom Campingplatz.
  • Ich stehe gerne mal ein paar Tage frei ohne Strom und möchte auf der Fahrt die Batterie möglichst schnell wieder nachladen.
  • Ich habe ein oben beschriebenes neues Basisfahrzeug und möchte trotzdem meine Wohnraumbatterie während der Fahrt laden können.

Wohnmobile sind serienmäßig schon mit einem Trennrelais ausgerüstet. Ob sich nun ein Ladebooster Einbau für dich lohnt oder nicht, konnte ich dir hoffentlich beantworten.

Lieferanten von Ladebooster:

Lieferanten von DCDC Wandlern

Ladewandler: Meine Empfehlung zu kaufen

Votronic Ladewandler kaufen

Wenn Ladebooster, dann Votronic Ladebooster! Und zwar den VCC1212-30 oder den VCC1212-50. Votronic Ladebooster gibt es in 24V->12V und 24V->24V und 12->24V Ausführung.

Büttner (mobile Technologie) wie Votronic Ladebooster sind einfach in die vorhandene Bordelektrik integrierbar und ermöglichen auch weiterhin eine Starterbatterie-Ladung bei angeschlossenem Landstrom.

Ladeerhaltung für die Starterbatterie durch den Ladewandler

Alle 12V Ladebooster von Votronic haben eine Ladefunktion (Ladeerhaltung) für die Starterbatterie. Ist die Wohnraumbatterie über Solar oder Ladestrom voll aufgeladen, gibt der Ladewandler vom Stromüberschuss einen kleinen Teil an die Starterbatterie weiter.

Ladebooster und Lithium Batterie (LiFePO4)

Inzwischen sind Lithium Batterien im Wohnmobil sehr weit verbreitet. Der geringe Innenwiderstand von Lithium Batterien lässt hohe Ladeströme zu. Einerseits ist das toll, denn die Batterien laden mit hohem Strom, aber Lichtmaschinen können dabei überfordert werden. Auf der anderen Seite sorgt es bei allen Fahrzeugen mit geregelter Lichtmaschine (Euro 5 und mehr) dafür, dass die Batterie schlecht bis gar nicht geladen wird.
Ich empfehle daher bei der Verwendung von Lithium Batterie auch einen Ladebooster einzubauen. Der Ladewandler hat auch den Vorteil, dass er mit einem kleinen Schalter in der D+ Leitung einfach abgeschaltet werden kann, um das unnötige Vollladen von LFP Batterien zu vermeiden.

Ladebooster für Wohnwagen

Wohnwagen und Pickup mit Absetzkabinen haben heute dank Euro6 oft das gleiche Ladeproblem wie die Wohnmobile. Ohne Ladebooster wird die Wohnraumbatterie nicht richtig geladen. Votronic bietet daher Ladewander für Wohnwagen an. Der Knackpunkt ist hier die 12V Steckdose der Anhängekupplung. Diese Steckdose ist das Nadelöhr in der Stromversorgung zum Wohnwagen. Ohne Ladewandler sorgt sie, dass zu wenig Strom fließt. Aber bitte sei vorsichtig, diese Anhänger-Steckdosen sind nicht unendlich belastbar. Votronic liefert einen speziellen Ladebooster für Wohnwagen mit 20A Ladestrom – so viel Ladestrom kann auch die Steckdose gerade noch so überstehen.

12V-Ladebooster mit 30 oder 50 Ampere Ladestrom?

Viel hilft viel trifft bei Ladegeräten nicht zu, es kann sich sogar zum Nachteil auswirken. Der zu hohe Ladestrom bewirkt einen schnellen Anstieg der Spannung der Bordbatterie, was dazu führt, dass ein Batterie-zu-Batterie-Lader die Bordbatterie fälschlicherweise zu früh als voll erkennt und die Absorptionsladephase einleitet. Letztendlich ist die Batterie nach Abschluss des Ladevorgangs nicht voll geladen. Darum nicht mehr als 30% der Kapazität als Ladestrom ansetzen, dann wird die Wohnraumbatterie schonend und trotzdem schnell geladen.

Video über zu hohen Ladestrom vom Ladewandler

Nachfolgend sieht man schön was passiert, wenn 550Ah AGM Batteriekapazität einen Ladezustand von 90% haben und 70A Ladewandler-Strom anliegen. Sie nehmen trotzdem nur einen geringen Ladestrom auf, die Spannung steigt sofort an.

Ladebooster Wohnmobil

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Ladewandler für Lithium Batterien sollten weniger als 50% der Batteriekapazität als Ladestrom liefern, um die Lithium Batterien nicht zu schädigen. Das sind aber schon bei einer 100Ah Lithium Batterie 50A Ladestrom! Lithium Batterien haben auch den Vorteil, dass sie bis 99% Ladezustand den vollen Ladestrom aufnehmen. Ladebooster sorgen hier für ein perfektes und schnelles Aufladen dieser Akkus.

Votronic liefert seit 2017 alle 12V Ladewandler mit Blei und Lithium Kennline aus. Die Ladeleistung dieser Ladebooster deckt den Bereich von 20A für Wohnwagen 90A für große Anlagen ab. Für bessere Anpassbarkeit an die Batterie, lässt sich am Votronic Ladebooster der Ladestrom per Einstellung am Wandler direkt reduzieren.

Weiter empfehle ich, den Ladebooster so zu wählen, dass er maximal 60% der Ladeleistung der Lichtmaschine in Anspruch nimmt. Dann bleibt noch genug Leistung um die Verbraucher im Fahrzeug, wie Licht, Scheibenwischer … zu versorgen, ohne die Lichtmaschine zu überlasten. Einen 30A Ladewandler kann jede Lichtmaschine versorgen – bei den Ladeboostern ab 50A empfehle ich einen kurzen Blick in die Betriebsanleitung (Technische Daten), oder das Vorhaben mit der Werkstatt abzusprechen.

Ladewandler bis 30A für Wohnmobile
Der Votronic Ladewandler mit 30A ist speziell für Wohnmobile entwickelt, die ohne Änderung der Batteriekabel mit in den Genuss eines Ladewandler kommen sollen. Ladebooster bis 30A können im Wohnmobil nämlich direkt in die bestehende Elektrik integriert werden. Das bringt einige Vorteile:

  1. günstiger Preis
  2. Originalverkablung der meisten Wohnmobile kann weiter verwendet werden. Kein zeitaufwändiges Verlegen neuer Kabel!
  3. Einbau ist meist in 1-2 Stunden erledigt.

Ladebooster einbauen – Tipps und Tricks

Ladebooster Schaltbild für Fahrzeuge mit EBL
Ladebooster Schaltbild für Fahrzeuge mit EBL

 

Der Ladebooster sollte so dicht wie möglich an die Aufbaubatterie – aber trotzdem muss er bei Wohnmobilen mit Eltroblock und Trennrelais in der Batterieleitung zwischen Trennrelais (Elektroblock) und Starterbatterie angeschlossen werden. Beim Votronic Ladebooster ist wegen der extra Messleitung der Bord-Batterie-Spannung diese Einbaulage nicht von Nachteil, da der Spannungsabfall durch Kabellänge vom B2B Lader ausgeglichen wird. Ob ein Einbau im eigenen Fahrzeug überhaupt möglich ist, sollte man vorher prüfen:

Ladebooster_Votronic_einbau
Ladebooster 45A Votronic – Einbaubeispiel – Carthago

In den meisten Wohnmobile findet man entweder den Schaudt Elektroblock (EBL) oder das Verteiler Modul von CBE mit Sicherungen, Trennrelais und externem Ladegerät. In beiden Fällen sind an diesen Geräten Starterbatterie und Aufbaubatterie angeschlossen. Hier ist der Einbau recht einfach, wenn in der Nähe der Elektroversorgungseinheit noch Platz für den Ladebooster vorhanden sein sollte. Es muss in dem Fall lediglich die Starter-Plusleitung durch den 30A Ladebooster geschleift werden, und zusätzlich eine Masseverbindung zum Booster gelegt werden.

Absicherung_Ladeleitung_Ladebooster_X250
Neue 16mm² Leitung ab Starterbatterie mit Sicherung X250

D+ und  Spannungs-Messleitung für Starterbatterie und Wohnraumbatterie sind in der Regel auch am EBL zu finden. Die Serienverkabelung der meisten Wohnmobile ist auf 30A Dauerstrom ausgelegt, was den Einbau eines 30A Ladebooster von Votronic sehr vereinfacht. Beim 50A Ladebooster müssten von der Starterbatterie bis zur Aufbaubatterie 16mm² Kabel liegen, oder zusätzlich verlegt werden. Da kann je nach Fahrzeug ein ziemlicher Aufwand sein.

Selbstausbau – Trennrelais und Ladebooster anschließen

Trennrelais_mit_D+
Trennrelais selbst einbauen

Der klassische Weg für den Selbstausbauer ist das Trennrelais, welches mit einer D+ Leitung angesteuert wird. Das D+ Signal liefert nur Strom, wenn die Lichtmaschine auch wirklich die Batterie lädt.
Leider ist das D+ Signal oft nur schwer zu finden oder bei neueren Fahrzeugen schon gar nicht mehr vorhanden. Abhilfe schafft ein VOTRONIC D+ Simulator, welcher anhand der Starterbatteriespannung den laufenden Motor erkennt und ein D+ Signal erzeugt.

Statt dem Trennrelais kann auch der Ladebooster an dieser Stelle eingebaut werden. Wenn die Bordbatterie mit IUoU Ladekennlinie geladen werden soll.

Zu Beachten ist aber: Wird die Starterbatterie bei Landstromanschluss mitgeladen, kann unter Umständen der D+ Simulator fälschlicher Weise einen laufenden Motor erkennen und das Trennrelais oder den Ladebooster einschalten. Abhilfe schafft ein vorgeschaltetes Relais, welches über Klemme 15 (Zündungsplus) den D+ Simulator nur mit Spannung versorgt, wenn die Zündung eingeschaltet ist.

Trennrelais_anschließen_Wohnmobil
Automatisches Trennrelais Cyrix CT 120A

 

Für ältere Fahrzeuge mit konstanter Lichtmaschinenspannung, bei denen ein Ladebooster nicht vorgesehen ist, empfehle ich das automatische Trennrelais Cyrix CT 120A.

Kuriositäten im Wohnmobil

Bei manchen Wohnmobil Herstellern frage ich mich wirklich, wer hier für die Elektrik verantwortlich war. Da werden Kabel von der Starterbatterie in die Heckgarage zum EBL verlegt und dann wieder vor zu Aufbaubatterie, welche sich unter den vorderen Sitzen befindet. Totaler Irrsinn in meinen Augen. Das macht sich auch beim Ladestrom während der Fahrt bemerkbar. Oft kommen in diesem Fall nicht mehr als 5-10A Ladestrom an der Wohnraumbatterie an. Hier kann ein Ladebooster das Problem etwas beheben, da er den Spannungsabfall der langen Kabel ausgleicht.

Ladebooster Votronic
Bevor es so aussieht, sollte man einen Fachmann ranlassen!

Mehr Ladestrom mit dem Serien Trennrelais im Wohnmobil

Nicht immer von Erfolg gekrönt, aber durchaus einen Versuch wert ist das Verlegen zusätzlicher, dickerer Kabel von Starterbatterie zum Trennrelais. Ob sich der Aufwand lohnt, kann man vorher einfach ausprobieren: Die Wohnraum-Batterie sollte einen Ladezustand von weniger als 80% aufweisen. Jetzt zum Testen den Motor starten, dann die Spannung an der Starterbatterie direkt gemessen. Sie sollte bei etwa 14,4V liegen. Nun misst man die Spannung an der Aufbaubatterie. Je weiter die Spannungen voneinander abweichen, desto mehr wird sich eine zusätzlich dickere Ladeleitung bemerkbar machen.

Um den Ladestrom zu steigern reicht meist schon eine zusätzliches 10mm² Leitung von der Starterbatterie zum Trennrelais aus. Dabei muss nur die Plusleitung direkt ab der Starterbatterie verlegt werden (Bitte ausreichende Absicherung der Leitung nicht vergessen). Die Minusleitung kann vom Fahrzeug Chassis abgenommen werden.

Strom messen mit Multimeter

Für Arbeiten an der Wohnmobil Elektrik, sollte unbedingt ein gutes Messgerät vorhanden sein und auch der Umgang mit so einem Messgerät sollte bekannt sein. Eine kleine Hilfestellung zum Messen mit einem Multimeter findest du in folgendem Link.

Mit dem Multimeter im Wohnmobil messen

Ladebooster oder Generator im Wohnmobil?

bester Stromerzeuger für Wohnmobil
Stromerzeuger oder Ladebooster

Nicht ganz uninteressant ist die Frage, ob der Ladebooster dem Knattermoppel Vorrang zu geben ist. Hier kommt es auch wieder auf den Einzelfall an. Die Solaranlage bringt im Winter wie bei schlechtem Wetter nur wenig Ladestrom. Wer jetzt lange an einem Ort stehen will, wird früher oder später auf eine Stromquelle angewiesen sein. Gibt es keine Stromversorgung auf dem Stellplatz hilft nur noch das Notstromaggregat oder du lässt den Motor laufen und der Ladebooster lädt die Batterie nach.

Ein Notstromaggregat liefert am 12V Ausgang keine ladetaugliche Spannung. Es bleibt also nur der 230V Anschluss übrig. Der Stromerzeuger hat zwar meistens eine Leistung von 900-1800 Watt aber das bordeigene Ladegerät im Wohnmobil liefert oft nur 15-18 Ampere Ladestrom. Das entspricht einer Ladeleistung von ca. 250 Watt. Inclusive Verlusten wird der Generator mit ca. 400 Watt belastet.

Um 45Ah in die Bordbatterie nachzuladen, muss der Generator gute 3 Stunden laufen. Ein 50A Ladebooster schafft dies bei laufendem Motor in einer Stunde, wenn die Wohnraumbatterie den Ladestrom auch konstant aufnehmen würde.

In der Praxis sieht das so aus: Meistens haben Wohnmobile zwischen 90 und 180Ah Batteriekapazität. Hier sind 15-30A Ladestrom angemessen – 18A hat der serienmäßige Elektroblock auch. Ein Ladewandler mit 50A Ladestrom könnte nur kurz seine voll Ladeleistung abgeben, danach wir die Bleibatterie die Stromaufnahme begrenzen. Es dauert als deutlich länger als eine Stunde um die Batterien nachzuladen.

Ganz anders ist es bei Lithium Batterien, die können in der Tat mit 50% ihrer Kapazität (0,5C) geladen werden und da lohnt sich ein großer Ladebooster durchaus.

ABER: Egal ob Ladebooster oder Notstromaggregat, der Einsatz sollte auf Plätzen mit Nachbarn auf jeden Fall vermieden werden. Lieber rüstest du dein Wohnmobil entsprechen um oder fährst Stellplätze mir Strom an.

Wissenswertes über Ladebooster

  • Das Wort „LadeBooster“ weckt in den Köpfen immer die Assoziation von „Schnell“. Dabei lädt ein Booster keineswegs schneller als ein normales 230V Ladegerät mit vergleichbarem Ladestrom. Egal ob Ladebooster oder 230V Ladegerät, eine Blei-Batterie nimmt mit steigendem Ladezustand immer weniger Strom auf und daran kann auch ein Ladewandler nichts ändern.
  • Ein Ladebooster ist nichts anderes als ein Batterie zu Batterie Ladegerät. Statt 230V Eingangsspannung arbeitet ein Ladebooster mit 12V Spannung der Starterbatterie.
  • Ein Ladebooster sollte maximal 30% der Batteriekapazität (bei Lithium 50%!!) als Ladestrom nicht übersteigen. 100Ah Wohnraumbatterie = 30A Ladebooster.

Meine Erfahrung

Mein Reiseverhalten ist so, dass ich vorrangig auf Solarstrom setze. Viele Jahre hatte ich nicht mal eine Lademöglichkeit während der Fahrt. Irgendwann kam dann erst ein 20A Lader und nun bin ich beim 70A Orion DC-DC Wandler angekommen. 70A Ladestrom reichen aus, um meine Lithiumbatterie zügig nachzuladen. Gerade bei schlechtem Wetter, ist es ganz „nett“ wenn ich während der Fahrt etwas Strom in die Batterie nachfüllen kann. Aber auch nur dann, denn meistens ist mein Ladewandler abgeschaltet, denn meine Solaranlage lädt auch während der Fahrt ausreichend.

Ladebooster_Votronic_einbaubeispiel.png
Einbaubeispiel Ladebooster Voctronic 25A