Unsere Problematik kennt ihr ja. Mit dem Wohnmobil auf Tour und nicht immer ist jeder Supermarkt gleich neben dem Stellplatz. Um die Mobilität zu erweitern kaufte ich im April den Elektroroller Tante Paula. Nach diversen Modifikationen packte die Tante dann auch mal 25km und ich hatte viel Spaß dabei. Dann kam Meli mit ihrem Rad dazu und auf der Ebene war auf einmal schnell Schluss mit Touren, da Paula eben nur 25 km weit kam. In bergigen Gegenden wie Allgäu kam Paula noch schneller an die Grenzen.
Einen PKW mitnehmen scheidet mangels Anhängerkupplung und Anhänger aus. Ein Roller ist zu schwer und der passende Träger fehlt am Womo. So kam es nun, dass ich doch den Schritt wagte in ein E-Bike zu investieren. Auch der gesundheitliche Aspekt spielte hier eine große Rolle, wenn man nicht mehr körperlich arbeitet und den ganzen Tag nur rumsitzt tut etwas Bewegung ganz gut. Aber für richtiges Radfahren reicht es wegen Probleme in Hüfte und Kniegelenke nicht. Ein Pedelec unterstützt durch einen E Motor die eigene Trittleistung um bis zu 300% was einem erstens an Bergen zu ungeahnten Geschwindigkeiten verhilft und zweitens auch noch wesentlich weiter bringt ohne Schmerzen zu verursachen.
20km Minimum Radius um den Stellplatz machen mich nun sehr mobil. Einkaufen, und auch Besichtigungen sind kein Problem mehr. Beim Kauf achtete ich darauf, dass ich eine aufrechte Sitzposition habe, das ermöglicht ermüdungs freies Fahren auf Langstrecken. So kam ich zum Treckingrad.
Leider merkte ich erst hinterher dass die dünnen Treckingreifen entweder voll aufgepumpt steinhart sind und trotz Federgabel wenig Fahrkomfort bieten oder eben mit weniger Luftdruck an Randsteinen gleich auf die Felgen durchschlagen. Ganz nebenbei haben sie einen Rollwiederstand wie ein Panzer wenn ich mit weniger als 5 Bar druck fahre.
Je breiter der Reifen ist, desto mehr Luftvolumen hat er und desto besser federt er. Das wurde mir so richtig klar als ich ein MTB mit Ballonreifen gefahren bin. Rollt super leicht und die Reifen federn super. Das musste ich bei meinem Rad auch hinbekommen. Aber da ich ja eine Straßenversion mit Schutzblechen hatte, war der Umbau nicht ganz so einfach. Der größte Reifen der eigentlich gerade nicht passt war der Schwalbe Marathon im 50-622 bzw 2.0/28″. Den Montierte ich und passte in Millimeterarbeit die Schutzbleche an. Hinten gelang es mir ganz gut. Das Schutzblech streift nicht und kleine Steinchen gehen noch durch. Vorne hatte ich weniger Glück, immer wieder wurden kleine Steinchen sehr geräuschvoll zwischen Reifen und Schutzblech durchgewickelt. 2mm Luft zwischen Reifen und Schutzblech sind einfach zu wenig. Kurzerhand montierte ich das Schutzblech vorne ab und suchte mir ein passendes Mountainbike Schutzblech. Sieht zwar nun witzig aus, aber es geht:
Mit 4,5 Bar lassen sich die Reifen sehr gut fahren und schlucken noch recht komfortabel Schlaglöcher und Randsteine weg. Die Packtaschen habe ich beim Kauf dazu bekommen. Sie sind super aber zum einkaufen ist es noch zu wenig. Darum habe ich mir gestern noch einen Anhänger gekauft. Es ist das günstigste Modell, zusammenklappbar und eigentlich als Hundeanhäger gedacht. Für uns wird es ein Multifunktionsanhänger werden, der zum Hundetransport, als Einkaufsanhänger und als Drehorgelwagen herhalten muss. Diverse Modifikationen werden noch kommen.
Max hat sich schnell daran gewöhnt und findet es gar nicht mal so schlecht. Auf Feldwegen darf er auch mal nebenher laufen und in der Stadt oder für lange Strecken kann er sich dann fahren lassen.

