Überwintern im Wohnmobil in Deutschland, schaffen wir es?
so hieß es im Herbst 2009. Wir stellten die Frage, damals noch im alten Blog. Viele Leser haben uns begleitet und wünschten uns Erfolg und den Mut durchzuhalten. Die vielen Zusprüche haben uns sehr gefreut, durch den Blog haben wir einige neue Leute kennen gelernt mit denen wir nun regelmäßig in Kontakt sind.
Heute ist der 26 Februar 2010 und ich würde sagen, der Winter ist vorbei. Wir haben es geschafft und eigentlich war es auch gar nicht schwer. Ich will mal die letzten fünf Monate kurz zusammenfassen.
Oktober:
Da standen wir noch vor der Frage ob wir den Winter im Womo oder zuhause verbringen werden.
Die ersten Versuche mit einem eigenen Blog begannen, damals noch auf Andre-Bonsch.de mit der unflexiblem Software von one.com.
Die neue 420 Wp Solaranlage wurde gekauft und montiert.
November:
Wir kämpften mit schlechtem Wetter und immer tieferem Sonnenstand. Die Probleme mit dem Fäkalientankschieber kamen. Ende November machten wir unseren letzten Ausflug durch Bayern nach Füssen und zurück.
Dezember:
Am 7 Dezember beziehen wir unseren Winterstellplatz ein ganz normaler Wohnmobilstellplatz. Der Fäkalientank wurde repariert und einen Tag später fallen die Temperaturen auf unter 0 Grad. Kurzzeitig hatten wir bis zu -18 Grad aber die Heizung lief mit 1,8KW elektrischem Strom problemlos und es reichte das Womo warm zu halten.
Wenige Tage später kommen Susa und Hampi zu uns auf den Stellplatz, wir nisten uns ein und genießen kostenlosen Strom aus einer defekten Stromsäule. Der große Nachteile war die Fahrerei zum Geschäft, jeden morgen und jeden Abend 15 Minuten Stau durch die Stadt. Dafür keine Heizkosten und kein Gasverbrauch.
Weihnachten kommt, wir haben zwei Wochen Urlaub und schrauben viel am Womo, das gesparte Geld wurde 1:1 ins Womo investiert.
Januar:
Seit 1 Januar ist der WordPress Blog Online und die Domain AMUMOT.de wird bekannt. Die Besucherzahlen sind dank WordPress vom Start weg auf einem sehr hohem Niveau und steigen ständig.
Der Urlaub geht zu Ende und wir gehen wieder arbeiten, fast jeden Tag gibt es Neuschnee und die Schneeberge wachsen in die Höhe. Zum Glück haben wir diesen Stellplatz gefunden.
Technische Probleme wegen Kälte und Schnee gab es keine, aber wir hatten leichte Probleme mit der Enge im Womo und dem nicht enden wollenden Winter. Ich sehnte mich nach besserem Wetter und endlich mal wieder Sonne…
Februar:
Die Tage werden wieder länger und nach dem letzten größeren Schneefall hatten wir die Nase entgültig voll, wir brachen die Zelte ab und zogen weiter. Nach fast 3 Monaten endlich wieder mit dem Womo unterwegs, ein ganz neues Gefühl. Als wir die erste Nacht nicht in Gmünd verbrachten, war es für uns schon komisch. Man hatte sich in der letzten Zeit an das stationäre Leben gewöhnt …
Jetzt Ende Februar geht es uns wieder bestens, fast jeder Tag an einem anderen Ort und zur Zeit werden wir, was die Stellplatzwahl angeht fast auch etwas frech. Aber um diese Jahreszeit stören wir ja niemand.
Kurz gesagt, es war eigentlich ein Spaziergang durch den Winter. Hätte nicht gedacht dass es so einfach wird. Aber wir hatten auch unwahrscheinliches Glück durch den kostenlosen Strom. Hätten wir mit Gas heizen müssen, hätten wir alle zwei Wochen zum Tanken fahren müssen und dass ohne Winterreifen. Auch der Stromverbrauch wäre nur mit Stromaggregat zu decken gewesen was uns hohe Bezinkosten beschert hätte.
Eigentlich habe wir unser Ziel etwas verfehlt, wir wollten ja wissen was uns an Kosten im Winter erwartet. Es macht mich auch etwas traurig, dass ich eigentlich jetzt so viel weiß wie davor. Anderseits bin ich Glücklich das wir viel Geld sparen konnten und Susa und Hampi kennen lernen durften. Es hat sich eine gute Freundschaft entwickelt und wir werden sicher noch oft zusammen irgendwo auf der Welt “rumstehen”.
Eine theoretische Zahl kann ich euch doch bieten. Ich habe mal ein paar Tage lang den Stromverbrauch gemessen. Also alle Geräte + Heizung. Wir lagen bei Temperaturen von -4 und -8 Grad bei 24 KW pro Tag wobei 2 KW ganz grob für TV und Laptop drauf gingen da die auch im Dauerbetrieb waren.
Also 22 KW Heizkosten pro Tag für ein 7 Meter Womo.